Darmverschluss (Ileus)


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 16. Oktober 2018
Kategorie: Krankheiten

Ein Darmverschluss oder Ileus ist eine lebensgefährliche akute Darmerkrankung. Dabei kommt es zu einem Verschluss des Dickdarms oder des Dünndarms, sodass keine verdaute Nahrung weitertransportiert werden kann. Meist liegen funktionelle oder meschanische Störungen als Ursache vor. Typische Anzeichen für einen Damverschluss sind starke Bauchschmerzen und Erbrechen. Außerdem ist der Betroffene nicht in der Lage seinen Stuhl zu entleeren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Darmverschluss (Ileus)?

Ein Darmverschluss oder auch Ileus genannt ist ein lebensgefährliches Krankheitsbild, bei dem die natürliche Funktion des Dickdarms oder des Dünndarms in mindestens einer Passage komplett unterbrochen ist.

Der Darm hat die Funktion den Nahrungsbrei durch den Körper zu leiten und dabei der Nahrung wertvolle Nährstoffe zu entziehen und dem Organismus zuzufügen. Der Rest wird in einem gesunden System als Kot ausgeschieden.

Durch eine unterbrochene Darmpassage bei einem Darmverschluss sammelt sich sowohl der nicht weitergeleitete Nahrungsbrei als auch die Massen an Verdauungssäften in den Darmschlingen und verursachen extreme Schmerzen. Das eingeschlossene Wasser kann bei einem Darmverschluss nicht wieder an den Körper abgegeben werden.

Ursachen

Der Darmverschluss wird in zwei Kategorien eingeteilt. Es gibt den mechanischen Darmverschluss und den paralytischen Darmverschluss. Bei einem paralytischen Darmverschluss wird die Darmtätigkeit gelähmt. In den meisten Fällen geschieht das, weil eine vorangegangene Entzündung im Bauchraum vorliegt. Eine häufige Ursache hierfür ist eine Bauchhöhlenentzündung.

Weitere Gründe für einen paralytischen Darmverschluss sind Vergiftungen mit lähmenden Wirkungen auf den Organismus und Durchblutungsstörungen, die einen Abschnitt des Darms zum Stillstand bringen. Ein mechanischer Darmverschluss kann durch Hindernisse im Verdauungstrakt hervorgerufen werden. Diese Hindernisse können vielfältigen Ursprungs sein, von Kotüberresten, über Gallensteine bis hin zu einer Verengung durch Tumore oder als Folge einer Morbus Crohn Erkrankung.

Eine der häufigsten Ursachen für einen mechanischen Darmverschluss sind Verwachsungen im Bauchraum. Abgeheilte, schwere Entzündungen sowie innere Operationsnarben können zu überschüssigen Strängen führen, die sich um die Darmschlingen wickeln und diese einknicken oder abschnüren und somit den Fluss des Verdauungssystems blocken, was den Darmverschluss hervor ruft.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptomatik eines Ileus hängt entscheidend von der Art des Darmverschlusses und von seiner Lokalisation ab. Leitsymptom des mechanischen Ileus sind kolikartige, also krampfartige, Bauchschmerzen. Die Darmmuskulatur versucht dabei mit einer gesteigerten Aktivität das Hindernis im Darm zu überwinden. Als Ausdruck der gesteigerten Aktivität lassen sich mit dem Stethoskop vermehrte Darmgeräusche erfassen.

Anders ist es beim paralytischen Ileus. Da hier die Darmaktivität ausgefallen ist, fehlen die sonst üblichen Darmgeräusche häufig vollständig und die Schmerzsymptomatik ist geringer ausgeprägt. In beiden Fällen kommt es aber in der Folge zum Stuhl- und Windverhalt. Der Bauch zeigt sich aufgebläht (Meteorismus).

Weitere Symptome, besonders des mechanischen Ileus, sind Übelkeit und Erbrechen. Dabei gilt, je höher der Verschluss im Darm liegt, desto früher und heftiger setzt das Erbrechen ein. Der paralytische Ileus zeigt insgesamt ähnliche Symptome wie der mechanische Ileus, sie sind in ihrer Ausprägung aber weniger dramatisch.

Häufig findet sich beim paralytischen Ileus ein begleitender Schluckauf. Anfangs lassen sich die Schmerzen bei einem Darmverschluss in der Regel gut lokalisieren. Im Verlauf kommt es durch die Ausbreitung von Bakterien im Bauchraum zu einer Entzündung des Bauchfells. Diese zeigt sich durch eine bretthart gespannte Bauchdecke und diffuse Schmerzen im gesamten Bauchbereich.

Krankheitsverlauf

Darmverschluss

Der typische Krankheitsverlauf bei einem Darmverschluss beginnt mit Erbrechen starken Bauchschmerzen und fehlendem Stuhlgang.

Bei einem mechanischen Darmverschluss kann die Darmbewegung zu einer vorangehenden Überaktivität führen, bei der die Schlingen um den eigentlichen Darmverschluss stärker arbeiten. Bei einem paralytischen Darmverschluss hingegen sind im typischen Verlauf keine Darmgeräusche zu vernehmen.

In fortschreitenden Verlauf füllt sich der Darm mit Gasen und der Bauch wird hart und angespannt und der Schmerz steigt deutlich an.

Der nicht ausgeschiedene Nahrungsbrei kann durch die Darmwände in die Bauchhöhle treten und die Bakterien können sowohl zu einer Bauchfellentzündung führen, als auch zu einer Vergiftung des Körpers durch die austretenden Bakterien.

Komplikationen

Ein Darmverschluss steht mit diversen Komplikationen in Verbindung. Zunächst besteht das Risiko, dass der Darm oder das Bauchfell einreißt und Erreger in die Gedärme gelangen. Dadurch können Fisteln, Abszesse und Entzündungen auftreten, die akut zu Übelkeit und Erbrechen führen. Später besteht das Risiko chronischer Schmerzen und es kann zu Wundheilstörungen kommen.

Wenn die Sekrete (Magensaft, Galle) nicht mehr absorbiert werden können, kommt es zur Dehydration. Eine verminderte Harnproduktion, Schock und Bluteindickung sind die Folge. Bei einem mechanischen Darmverschluss kann es zur Ermüdung der Darmmuskulatur und damit zum Erliegen der Darmfunktion kommen.

Dies führt bei Nichtbehandlung zu schweren Vergiftungssymptomen und schließlich zum multiplen Organversagen und Kreislaufschock. In weniger schweren Fällen kommt es zur bakteriellen Zersetzung des Darminhaltes. Die Darmwand ist in der Folge geschwächt und weniger resistent gegenüber Giften und Bakterien.

Durch den erhöhten Druck auf die Darmwand kann es zu einer Unterversorgung des Darms kommen. In der Folge kann eine Bauchfellentzündung auftreten und es können Teile des Darms absterben. Häufig kommt es auch zu Verwachsungen von Darmschlingen und anderen Bauchorganen. Dadurch kann ein weiterer Darmverschluss auftreten.

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Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein anhaltendes Druck- oder Völlegefühl im Unterleib, das über mehrere Tage anhält, sollte von einem Arzt untersucht und abgeklärt werden. Kommt es trotz einer ausreichenden Aufnahme von Flüssigkeiten oder des Konsums von abfuhrfördernden Lebensmitteln über einen längeren Zeitraum zu keinem Stuhlgang, gibt es Anlass zur Sorge.

Ein Arzt muss aufgesucht werden, um weitere Erkrankungen ausschließen zu können. Blähungen, Schmerzen im Unterleib oder Magen sowie Erbrechen von Kot sind ungewöhnlich und müssen von einem Arzt untersucht werden. Halten die Beschwerden an oder nehmen sie an Intensität zu, ist ein Arztbesuch dringend notwendig. Da es sich bei einem Darmverschluss um einen medizinischen Notfall handelt, muss bei starken Schmerzen, Krämpfen oder Blutungen unverzüglich ein Notarzt gerufen werden. Bei ungewohnten Geräuschen im Bereich des Magens oder Darms, sollten diese von einem Mediziner kontrolliert werden.

Versagt der Kreislauf, schwindet die vorhandene Energie im Körper und sinkt das gewohnte Leistungsniveau, ist ein Arzt zu konsultieren. Treten Schlafstörungen auf, können alltägliche Aufgaben nicht mehr verrichtet werden oder steigt die Körpertemperatur, gilt dies als besorgniserregend. Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald das Unwohlsein über mehrere Tage anhält oder kontinuierlich zunimmt. Gibt es aufgrund vorhandener Beschwerden Probleme bei der Fortbewegung, wird eine umfangreiche ärztliche Untersuchung benötigt.

Behandlung & Therapie

Bei einem Darmverschluss ist eine Einweisung ins Krankenhaus unumgänglich. Als erste Behandlungsmethode muss dafür gesorgt werden, den Darm zu entlasten. Durch die Nase wird eine Magensonde gelegt, die den Nahrungsbrei und die überschüssige Magensäure nach außen leitet. Eine Nahrungszugabe muss sofort gestoppt werden, jedoch muss eine intravenöse Beigabe von Flüssigkeit und Elektrolyten erfolgen. In den meisten Fällen muss ein Darmverschluss operativ behandelt werden.

Bei einem Darmverschluss im Dickdarmbereich und vor allem bei einer mechanischen Abklemmung eines Bereichs muss eine sofortige Notoperation des Darmverschluss erfolgen, da es eine akute lebensbedrohliche Situation darstellt. Der chirurgische Eingriff bei einem Darmverschluss erfolgt über eine Laparotomie, einem großflächigem Bauchschnitt. Bei einem mechanischen Darmverschluss werden die einzelnen Schlingen kontrolliert und Stränge entfernt.

Bei einem paralytischen Darmverschluss, der durch eine Entzündung hervorgerufen wurde, muss ggf. ein Teil des Darmes entfernt, wenn dieser nach dem Darmverschluss seine Funktion nicht wieder aufnehmen könnte.

Aussicht & Prognose

Der Darmverschluss (Ileus) ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der ohne sofortige Behandlung zum Tod führt. Die Prognose ist aber auch davon abhängig, wie groß der betroffene Darmabschnitt ist, welche Form des Ileus vorliegt und wann die Behandlung begonnen hat. Insgesamt versterben ca. 25 Prozent der an Darmverschluss erkrankten Patienten. Bei erfolgreicher Behandlung heilen die Folgen eines Darmverschlusses jedoch meist vollständig aus.

Allerdings kann das Überleben oder eine folgenlose Ausheilung trotz sofortiger Notbehandlung nicht immer garantiert werden. Wenn der Speisebrei im Darm nicht mehr weitertransportiert werden kann, kommt es zum gefährlichen Anstieg des Drucks auf die Darmwand. Durch diesen Druckanstieg entstehen Verletzungen in der Schleimhaut, die schließlich zur Nekrose (Absterben) ganzer Bereiche des Darms führen können. Wenn Teile der Darmschleimhaut absterben, kann es zum Durchbruch des Darms kommen. Der mit Bakterien durchsetzte verdaute Speisebrei wandert dann in die Bauchhöhle.

In der Folge entwickelt sich eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung (Peritonitis). Zum einen führt das zu einem gefährlichen Flüssigkeits- sowie Elektrolytverlust und zum anderen zu einer Überschwemmung der Bauchhöhle mit Bakterien und deren Toxinen. Durch den Flüssigkeitsverlust kann es zu einem gefährlichen Kreislaufschock kommen, der durch einen schnellen Abfall des Blutdrucks ausgelöst wird. Des Weiteren können Bakteriengifte ins Blut gelangen und einen septischen Schock hervorrufen. Ohne Behandlung führt diese Entwicklung durch Multiorganversagen schnell zum Tod.

Nachsorge

Nach der erfolgten Akut-Therapie (OP) des Darmverschlusses ist es essentiell wichtig, in der Nachsorge auf die Ernährung zu achten. Der Patient erhält direkt nach der OP zunächst Infusionen, damit sich sein Flüssigkeits-, Nährstoff- und Energiebedarf wieder langsam reguliert. Danach wird langsam und schonend mit pastöser Kost, ballastarmen und leicht verdaulichen Nahrungsmitteln ein Wiederaufbau der normalen Ernährung begonnen.

Unterstützend wirkt es, wenn normale Nahrungsmittel anfangs püriert werden. Weiterhin sollten folgende Verhaltensweisen nach einem Darmverschluss berücksichtigt werden wie langsames Essen und gründliches Kauen. Bevorzugt werden sollten mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag (fünf bis sechs), wogegen blähende Lebensmittel (Linsen, Bohnen, Kohl) vermieden werden sollten. Das gilt auch für den Verzicht auf Nüsse, faserndes Obst (Ananas, Orangen, Mangos).

Gemüse und Obst sollten vor dem Verzehr geschält werden. Ein Ernährungstagebuch hilft dabei, herauszufinden, welche Lebensmittel besonders gut oder besonders schlecht verträglich sind. Wenn sich das Darmsystem erholt hat, kann nach einiger Zeit begonnen werden, schwerer verdauliche Lebensmittel auszuprobieren. Eine ausgewogene und kontrollierte Ernährung ist die beste Nachsorge und auch Prävention bei einem Darmverschluss.

Es sollte auf regelmäßigen Stuhlgang geachtet werden. Wenn der Darm sich erholt hat, hilft ballastreiche Kost dem Verdauungssystem, in Schwung zu bleiben. Ebenso ist stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten – mindestens 1,5 Liter täglich, Wasser, Tee (ungesüßt); bei sehr ballaststoffreicher Ernährung sollte die Flüssigkeitsmenge noch erhöht werden.

Das können Sie selbst tun

Bei einem Darmverschluss handelt es sich grundsätzlich um einen medizinischen Notfall, der schlimmstenfalls tödlich enden kann. Ist es erst einmal zu einem Darmverschluss gekommen, braucht der Betroffene schnellstmöglich intensivmedizinische Intervention, damit die Stuhlentleerung wieder funktionieren kann und es nicht schlimmstenfalls zu einer Perforation kommt. Insofern ist Selbsthilfe im Alltag bei einem Darmverschluss leider absolut nicht möglich.

Sind Beschwerden wie starke Bauchschmerzen, Druckgefühl bei gleichzeitig nicht mehr vorhandener Verdauung oder nur geringen Mengen an schleimig-gärigem Stuhl stark, sollte man nicht versuchen, sich selbst mit Hausmitteln zu heilen. Abwarten oder herkömmliche Abführmittel sind bei einem Darmverschluss sinnlos. Die Darmpassage ist verschlossen und muss gegebenenfalls operativ behandelt werden. Auf Zeit zu setzen oder ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich zu nehmen, kann die Lage eher verschlimmern.

Insofern bleibt im Bereich der Selbsthilfe beim Thema Darmverschluss nur, zum einen frühzeitig darauf zu achten, dass die Verdauung im Fluss bleibt. Zum anderen sollte bei Symptomen, die einen Darmverschluss möglich erscheinen lassen, unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu Symptomen wie Koterbrechen, muss sofort ein Notarzt alarmiert werden.

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Smart2011 kommentierte am 29.09.2012

Bin mit einem Darmverschluß ins Krankenhaus eingeliefert worden. In der Notaufnahme wurde Blut abgenommen, geröntgt und Ultraschall gemacht. Da sagte man mir, ich hätte Flüssigkeit im Bauchraum meine Entzündungswerte wahren auch hoch. Mit meinen Nieren wäre auch etwas nicht in Ordnung. Man gab mir Flüssigkeit und Schmerzmittel durch einen Tropf. Kam dann auf die Station, es wurd auch ein CT gemacht. Ich bekam dann auch Antibiotika durch den Tropf. Danach, obwohl ich kein Essen bakam, sah mein Bauch aus, als sei ich im 9. Monat schwanger. Mir war schlecht ohne Ende. Man hat mich da 1,5 Tage liegen lassen, dann wurde ich endlich opperiert. Bei der OP platzte dann der Darm. Habe jetzt vorrübergehend einen künstlichen Ausgang. Frage: Hätte der Darm auch schon lange vorher platzen können? Haben die Ärzte mit meinem Leben gespielt?

wolf kommentierte am 29.01.2013

Ähnliche Illeus-Erfahrungen habe ich auch gemacht.
Es wird aus Dummheit und Faulheit mit dem Leben der Patienten gespielt.
Man wartet 1 bis 2 Tage darauf, dass der Darm wieder arbeitet, um sich 6 bis 8 Stunden intensive OP-Arbeit zu sparen. Das ist wie ein Pokerspiel, bei dem der Patient meistens der Verlierer ist.
Ich weiß, wovon ich rede - ich habe 7 Illeus-OPs und andere Bauch-OPs hinter mir.
Das ist eine große Sauerei.
Der Patient ist sediert und kann sich weder wehren noch äußern.

Zitronenfan kommentierte am 04.04.2015

Auch ich habe schon einen Ileus hinter mir. Da ich gerade mal 19 Jahre alt bin, hat mich zu Beginn kein einziger Arzt ernst genommen. "Das ist die Nervosität vor dem Abitur", "Das ist der Stress", usw. Ich habe wirklich nicht glauben können, was alles erzählt wird. Die Schmerzen sind sehr plötzlich aufgetaucht. Nachdem die Bauchkrämpfe nach knapp 2 Stunden nicht vergingen, sind wir zur Notaufnahme ins Krankenhaus gefahren, aber hier gab es nur eine kleine Spritze zum Entkrampfen und schon wurde ich wieder nach Hause geschickt. 30 Minuten später ging der Spaß von vorne los - also wieder einmal zu dem netten Arzt. Erst dann wurde auch mal Blut abgenommen. Hier stellte man eine erhöhte Anzahl an Leukozyten fest. So wurde ich in ein anderes Krankenhaus gebracht. Hier wurde noch einmal Blut abgenommen, weil die Werte sich innerhalb von 10 Minuten ja hätten bessern können, und, oh Wunder, nicht der Fall war. Dann wurde ich stationär aufgenommen und erst nach unzähligem Röntgen, vielen Blutabnahmen und rund 40 Stunden Kampf mit Bauchkrämpfen operiert. Diagnose: mechanischer Ileus durch Verklebungen. Nach der OP haben die Schmerzen allerdings weiter angehalten, weil dann noch ein paralytischer Ileus hinzu kam. Die Ärzte meinten 3-4 Stunden später wäre der Darm geplatzt, Blutvergiftung wäre entstanden, ich ins Koma gefallen und hätte alles wohlmöglich nicht überlebt. Von wegen "Das ist die Nervosität vor dem Abitur"!