Herpes-simplex-Viren

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Unschöne Bläschen: Lippenherpes und Genitalherpes – dafür sind die sogenannten Herpes-simplex-Viren (HSV) verantwortlich. Sie kommen in zwei verschiedenen Varianten vor: Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) und Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2). HSV-1 ruft überwiegend Lippenherpes hervor, HSV-2 überwiegend Genitalherpes; die Zuordnung ist jedoch nicht streng. Einmal in den Körper gelangte Herpes-simplex-Viren verbleiben dort lebenslang.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Herpes-simplex-Viren?

Herpes simplex Viren
Eine einmal durchgemachte Herpesinfektion bedeutet jedoch keine Immunisierung. Herpes-simplex-Viren sind vielmehr stets „in Bereitschaft“: Scheinbar unbemerkt im Körper – in den Nervenknoten schlummernd - können sie jederzeit wieder wach und damit aktiv werden.
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Etwa 90 Prozent der Bevölkerung tragen die Herpes-simplex-Viren in sich – am bekanntesten ist der Lippenherpes (Herpes labialis). Innerhalb der Familie der Herpesviridae zählen sie zur Unterfamilie der Alphaherpesviren; ihre offiziellen Bezeichnungen lauten Humanes Herpesvirus 1 (HHV-1) und Humanes Herpesvirus 2 (HHV-2). Die Zuordnung von HSV-1 zum Lippenherpes und HSV-2 zum Genitalherpes gilt allerdings nicht mehr streng: In den Industrieländern geht inzwischen ein erheblicher Teil der Erstinfektionen im Genitalbereich auf HSV-1 zurück. Die Herpes-simplex-Viren sind in den Haut- sowie Schleimhautbläschen der erkrankten Personen lokalisiert. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch. Der Betroffene selbst bemerkt die erstmalige Infektion häufig nicht. In den Körper gelangt das Herpes-simplex-Virus auf zwei Wegen – entweder via Tröpfchen- beziehungsweise Schmierinfektion oder qua direkten Hautkontakt.

Bei Niesen, Husten & Co. ist also große Vorsicht geboten, ebenso beim Küssen sowie bei ungeschütztem Sexualkontakt. Auch gemeinsam benutzte Gebrauchsgegenstände können eine besondere Gefahr bedeuten. Als Eintrittspforten fungieren in der Regel kleinste Verletzungen von Haut beziehungsweise Schleimhaut. Dies erklärt die relativ hohe Ansteckungsgefahr und Infektionsquote.

Bedeutung & Funktion

Schätzungen zufolge sollen fast alle älteren Erwachsenen wenigstens einmal im Laufe ihres Lebens Kontakt mit dem Virus gehabt haben. Erstaunlich ist jedoch, dass bei etwa 60 bis 70 Prozent der Infizierten niemals Symptome auftreten. Für diese lebenslange Symptomfreiheit fehlt bis heute eine Erklärung. Meistens findet eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren schon in der Kindheit statt – in der Regel symptomlos.

Krankheiten & Beschwerden

Eine einmal durchgemachte Herpesinfektion bedeutet jedoch keine Immunisierung. Herpes-simplex-Viren sind vielmehr stets „in Bereitschaft“: Scheinbar unbemerkt im Körper – in den Nervenknoten schlummernd - können sie jederzeit wieder wach und damit aktiv werden. Reaktivierung ist eine spezielle Fähigkeit der Herpes-simplex-Viren und macht ihr Wiederauftreten in unregelmäßigen Abständen möglich.

Letzteres ist besonders dann der Fall, wenn das Immunsystem geschwächt ist – wenn wir Stress haben oder krank sind. Es empfiehlt sich, auf ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und Sport zu achten. So lässt sich die Gefahr eines erneuten Ausbruchs von Herpes, in welcher Form auch immer, wirkungsvoll reduzieren.

Eine Behandlung der Symptome ist sowohl bei der Erstinfektion als auch bei jeder erneuten Erkrankung angezeigt. Bei der Behandlung von Virusinfektionen kommen sogenannte Virostatika zum Einsatz. Sie drosseln die Virusvermehrung und dämmen auf diese Weise die weitere Ausbreitung des Erregers ein.

Herpes-simplex-Viren sind hartnäckig: Sind sie erst einmal in den Körper gelangt, verbleiben sie dort lebenslang. In verschiedenen Abständen kann es immer wieder zu Reaktivierungen kommen. Dies bedeutet erneute Vermehrung des Virus – erneutes Auftreten der Krankheit. Derartige Reaktivierungen beruhen auf unterschiedlichsten Ursachen: Neben einem geschwächten Immunsystem gehören hierzu psychologische und hormonelle Einflüsse genauso wie Sonnenlichtexposition.

Gefahren, Störungen, Risiken & Krankheiten

Wenn sich die Bläschenerkrankung auch als unangenehm erweist, so ist sie doch in der überwiegenden Zahl der Fälle weitgehend harmlos. Komplikationen wie eine Gehirnentzündung sind vergleichsweise selten.

Gefährlich wird es jedoch dann, wenn HSV-1 die Hornhaut des Auges befällt: Dann können Sehstörungen die Folge sein - in manchen Fällen kommt es sogar zur Erblindung. Insbesondere Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann das HSV-1 durchaus gefährlich werden. In einzelnen Fällen, die mitunter tödlich verlaufen, kommt es zur Bläschenbildung auf dem ganzen Körper.

Lange Zeit wurde den Herpes-simplex-Viren ein onkogenes Potential zugeschrieben; insbesondere galt das Herpes-simplex-Virus Typ 2 als möglicher Auslöser von Gebärmutterhalskrebs. Nach heutigem Kenntnisstand wird Gebärmutterhalskrebs jedoch durch Humane Papillomviren verursacht; eine HSV-2-Infektion wird allenfalls noch als begünstigender Kofaktor diskutiert.

Eine Infektion mit HSV-2 erweist sich insbesondere für Neugeborene als gefährlich, da eine Infektion während der Geburt möglich ist. Sollte die Infektion der Mutter bekannt sein, lässt sich das Risiko einer Übertragung auf das Kind durch eine Entbindung per Kaiserschnitt deutlich senken.

Behandlung & Therapie

Eine effiziente Therapie der Infektion mit Herpes-simplex-Viren existiert bis heute nicht. Bis heute ist es nicht gelungen, einmal im Körper befindliche Herpes-simplex-Viren zu vernichten. Dies bedeutet: Die Behandlung einer Herpesinfektion beinhaltet lediglich die Minderung von Symptomen wie Entzündungen sowie etwaigen Schmerzen & Co. Antivirale Wirkstoffe – zum Beispiel Aciclovir – minimieren also nur die Leidenszeit des Betroffenen.

Lippenherpes lässt sich gut in Eigenregie behandeln. In der Apotheke sind verschiedene wirkstoffhaltige Salben und Cremes rezeptfrei erhältlich. Bereits die ersten Anzeichen eines Wiederauftretens von Lippenherpes in Form von kribbelnder oder spannender Haut sollten zum Anlass genommen werden, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Demgegenüber empfiehlt sich bei Genitalherpes die Konsultation eines Arztes.

Bau und Vermehrung

Herpes-simplex-Viren sind vergleichsweise große Viren mit einem mehrschichtigen Aufbau. Innen liegt das Erbgut in Form eines langen, doppelsträngigen DNA-Fadens. Es steckt in einem Eiweißbehälter, dem Kapsid, das aus regelmäßig angeordneten gleichartigen Bausteinen zusammengesetzt ist und die Form eines Zwanzigflächners hat. Um das Kapsid herum liegt eine ungeordnete Eiweißschicht, das Tegument. Ganz außen folgt eine Hülle aus Fett, die das Virus beim Verlassen der Wirtszelle mitnimmt und in die zahlreiche Glykoproteine eingelagert sind.

Diese Glykoproteine entscheiden darüber, welche Zellen befallen werden können. Einige von ihnen heften das Virus zunächst locker an Zuckerketten auf der Zelloberfläche. Andere binden anschließend an bestimmte Eiweiße der Zellmembran, die dem Virus als Rezeptoren dienen. Erst danach verschmelzen Virushülle und Zellmembran miteinander, und das Kapsid gelangt ins Zellinnere. Weil die dafür benötigten Rezeptoren auf sehr vielen Zellarten des Menschen vorkommen, können Herpes-simplex-Viren ein breites Spektrum von Geweben befallen – das unterscheidet sie von manchen ihrer nächsten Verwandten.

Im Inneren wandert das Kapsid am Fasergerüst der Zelle entlang bis zum Zellkern und entlässt sein Erbgut durch eine Pore hindurch in den Kern. Dort wird das Virusgenom abgelesen, und zwar in einer festen Reihenfolge: Zuerst entstehen Steuerproteine, die das weitere Programm anschalten, danach die Werkzeuge für die Vervielfältigung des Erbguts, zuletzt die Bausteine der neuen Viruspartikel. Diese Staffelung ist der Grund dafür, warum antivirale Wirkstoffe nur in der Phase der aktiven Vermehrung angreifen können.

Bereits das Tegument bringt fertige Eiweiße mit, die unmittelbar nach dem Eindringen wirksam werden. Sie stellen den Stoffwechsel der Zelle auf die Virusvermehrung um und schalten die zelleigene Eiweißherstellung weitgehend ab, noch bevor ein einziges virales Gen abgelesen worden ist. Die neu gebildeten Kapside werden im Kern zusammengesetzt und mit Erbgut befüllt; auf dem Weg nach draußen durchqueren sie mehrere Membranen und erhalten dabei ihre endgültige Hülle. Der ganze Zyklus läuft rasch ab, und die befallene Zelle geht dabei zugrunde. In der Haut entsteht so aus vielen zerstörten Zellen der mit Flüssigkeit gefüllte Hohlraum, den man als Bläschen sieht.

Der Rückzug in die Nervenknoten

Vom Ort der Erstinfektion aus erreichen die Viren die feinen Nervenenden, die Haut und Schleimhaut versorgen. In deren Fortsätzen werden die Kapside nach innen transportiert, bis sie den Nervenknoten erreichen, in dem die zugehörigen Zellkörper liegen. Bei HSV-1 ist das in der Regel ein großes Ganglion an der Schädelbasis, von dem die Nerven des Gesichts ausgehen; bei HSV-2 sind es Nervenknoten in Höhe des Kreuzbeins.

In diesen Zellen verhält sich das Virus grundlegend anders als in der Haut. Sein Erbgut schließt sich zu einem Ring und lagert sich im Zellkern ab, ohne sich in das Erbgut der Nervenzelle einzufügen. Nahezu alle Virusgene bleiben stumm; abgelesen wird im Wesentlichen nur ein einziger Abschnitt. Weil dabei kaum virale Eiweiße entstehen, findet das Immunsystem praktisch keine Angriffspunkte, und die Nervenzelle überlebt. Genau darin liegt der Grund, warum sich eine einmal erworbene Infektion mit den heute verfügbaren Mitteln nicht mehr beseitigen lässt.

Bei einer Reaktivierung wird dieses stumme Programm wieder angeschaltet. Die neu gebildeten Viruspartikel wandern in umgekehrter Richtung durch die Nervenfaser zurück zur Haut. Dass die Bläschen bei ein und derselben Person immer wieder an nahezu derselben Stelle auftreten, erklärt sich daraus, dass stets dieselben Nervenzellen betroffen sind und deren Fasern immer dasselbe Hautgebiet versorgen.

Nicht jede Reaktivierung führt zu sichtbaren Beschwerden. Häufig gelangt das Virus ohne Bläschenbildung an die Oberfläche und wird für kurze Zeit mit dem Speichel oder von der Schleimhaut abgegeben, ohne dass der Betroffene etwas bemerkt. Solche unbemerkten Ausscheidungsphasen sind ein wesentlicher Grund für die weite Verbreitung der Erreger: Angesteckt wird meist von jemandem, der nichts von seiner Ansteckungsfähigkeit weiß.

Nachweis und Diagnostik

Ein typischer Lippenherpes wird meist schon am Erscheinungsbild erkannt; eine Laboruntersuchung ist dann nicht nötig. Anders liegt der Fall bei unklaren Bläschen, bei ausgedehnten oder ungewöhnlichen Verläufen, bei Neugeborenen und bei Menschen mit geschwächter Abwehr.

Als Standardverfahren gilt heute der Nachweis von Virus-Erbgut mit der Polymerase-Kettenreaktion. Dafür wird der Grund eines frisch geöffneten Bläschens abgestrichen. Das Verfahren ist empfindlich, liefert rasch ein Ergebnis und unterscheidet zugleich zwischen HSV-1 und HSV-2. Ältere Verfahren wie die Anzucht des Virus in einer Zellkultur oder die mikroskopische Suche nach vielkernigen Riesenzellen im gefärbten Abstrich sind dadurch weitgehend abgelöst worden; sie kommen nur noch in besonderen Fragestellungen zum Zug, etwa wenn geprüft werden soll, ob ein Erregerstamm auf ein bestimmtes Medikament anspricht.

Die Bestimmung von Antikörpern im Blut hilft bei der Abklärung eines akuten Ausbruchs wenig, weil die meisten Erwachsenen ohnehin Antikörper tragen. Sie kann aber die Frage beantworten, ob jemand überhaupt schon einmal Kontakt mit einem der beiden Typen hatte. Dafür sind typspezifische Tests nötig, die ein Oberflächeneiweiß nutzen, das sich bei HSV-1 und HSV-2 hinreichend unterscheidet. Einfache Tests ohne diese Unterscheidung reagieren auf beide Typen gleichermaßen und lassen daher keinen Schluss auf den Typ zu.

Besteht der Verdacht auf eine Beteiligung des Gehirns, wird durch eine Lumbalpunktion Nervenwasser gewonnen und darin nach Virus-Erbgut gesucht. Ergänzend zeigt die Magnetresonanztomographie, welche Hirnbereiche betroffen sind. Bei einer Beteiligung des Auges untersucht der Augenarzt die Hornhaut unter starker Vergrößerung; das Bild der verzweigten, an ein Geweih erinnernden Hornhautveränderung ist so kennzeichnend, dass es die Zuordnung meist allein erlaubt.

Widerstandsfähigkeit und Hygiene

Wie alle behüllten Viren sind Herpes-simplex-Viren außerhalb des Körpers empfindlich. Ihre Fetthülle wird durch Austrocknung, Wärme, Seife und die üblichen alkoholischen Mittel zur Desinfektion zerstört. Eine Ansteckung über Gegenstände ist deshalb zwar möglich, aber deutlich seltener als der unmittelbare Kontakt von Haut zu Haut oder von Schleimhaut zu Schleimhaut.

Für den Alltag folgt daraus vor allem eines: Solange Bläschen bestehen, ist die darin enthaltene Flüssigkeit reich an Viren. Sie sollte nicht berührt, nicht aufgekratzt und nicht mit den Fingern verteilt werden. Wer sie doch berührt hat, wäscht sich die Hände, bevor er die Augen berührt oder Kontaktlinsen einsetzt, denn eine Verschleppung auf die Hornhaut gehört zu den ernsteren Folgen einer Infektion. Handtücher, Gläser und Besteck werden während dieser Zeit besser nicht geteilt. Auch die Finger selbst können betroffen sein: Dringt das Virus über eine kleine Verletzung in die Fingerkuppe ein, entsteht dort eine schmerzhafte Bläschenentzündung, die früher vor allem bei Zahnärzten und Pflegekräften beschrieben wurde und seit Einführung der Handschuhpflicht selten geworden ist.

Besondere Vorsicht gilt gegenüber zwei Gruppen. Neugeborene besitzen noch keine eigene Abwehr gegen das Virus; für sie kann eine Übertragung, auch durch einen gut gemeinten Kuss, gefährlich werden. Und Menschen mit ausgedehnten Ekzemen, etwa bei Neurodermitis, haben eine durchlässige Hautbarriere, sodass sich das Virus großflächig über die vorgeschädigten Bezirke ausbreiten kann.

Bei den genitalen Formen mindern Kondome das Übertragungsrisiko, heben es aber nicht auf, weil auch Hautbereiche außerhalb des bedeckten Gebiets Viren abgeben können. Da ein erheblicher Teil der Übertragungen ohne sichtbare Bläschen stattfindet, lässt sich eine Ansteckung nicht allein daran vermeiden, dass man auf das Erscheinungsbild achtet.

Name und Geschichte

Der Name geht auf das griechische Wort für „kriechen“ zurück und beschreibt das Bild der Bläschen, die sich über die Haut auszubreiten scheinen. Er ist alt: Schon in den Schriften der griechischen Ärzte der Antike werden derartige Hautveränderungen mit diesem Wort bezeichnet. Der Zusatz „simplex“, also „einfach“, grenzt sie gegen andere Erkrankungen ab, die ebenfalls den Namen Herpes tragen – allen voran die Gürtelrose (Herpes zoster), die durch ein anderes Virus verursacht wird.

Dass die Bläschenflüssigkeit einen übertragbaren Erreger enthält, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Tierversuchen gezeigt, lange bevor man das Virus selbst zu Gesicht bekam. In den 1920er Jahren entstand die Vorstellung, dass der Erreger nach der ersten Erkrankung im Körper verbleibt und immer wieder hervortritt – eine Erklärung für ein Rätsel, an dem sich die Ärzte bis dahin abgearbeitet hatten: warum jemand dieselbe Erkrankung wieder und wieder bekommen kann, obwohl er längst Antikörper gebildet hat. Sichtbar wurde das Virus erst mit dem Elektronenmikroskop.

Die Aufteilung in zwei Typen setzte sich in den 1960er Jahren durch, nachdem sich gezeigt hatte, dass sich die Erreger aus Bläschen im Gesicht und aus Bläschen im Genitalbereich in ihren Eigenschaften unterscheiden lassen.

Einen Einschnitt brachte die Entwicklung von Aciclovir in den 1970er Jahren. Der Wirkstoff wird erst in virusbefallenen Zellen durch ein virales Enzym in seine wirksame Form überführt und greift deshalb gesunde Zellen kaum an. Dieses Prinzip – ein Mittel, das der Erreger selbst scharf machen muss – gilt bis heute als Vorbild für die gezielte Bekämpfung von Viren. Die daran maßgeblich beteiligte Forscherin Gertrude Elion erhielt 1988 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.


Quellen

  • Modrow, S., Falke, D., Truyen, U., Schätzl, H.: Molekulare Virologie.
    ISBN: 9783662617809
  • Doerr, H. W., Gerlich, W. H. (Hrsg.): Medizinische Virologie.
    ISBN: 9783131139627
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  • Hof, H., Dörries, R. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie.
    ISBN: 9783132423558
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445

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