IgG4-assoziierte Autoimmunerkrankungen
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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IgG4-assoziierte Autoimmunerkrankungen sind eine Gruppe aus Krankheiten, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Die Erkrankungen zählen zu den Systemerkrankungen und können gleichzeitig oder nacheinander mehrere Organsysteme befallen. Mittlerweile hat sich zur symptomatischen Behandlung der bislang unheilbaren Krankheiten die Gabe von Glukokortikoiden eingebürgert. Das Ansprechen darauf ist in der Regel sehr gut: Die Schwellungen bilden sich häufig innerhalb weniger Wochen zurück. Rückfälle nach dem Absetzen sind allerdings häufig.
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Was sind IgG4-assoziierte Autoimmunerkrankungen?
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Das menschliche Immunsystem erkennt Krankheitserreger und andere Fremdkörper, die in den menschlichen Organismus eingedrungen sind. Die Zellen des Immunsystems greifen die Fremdkörper nach Identifikation an, um sie zu eliminieren und den Organismus damit zu schützen. Bei Autoimmunerkrankungen erkennt das Immunsystem körpereigenes Gewebe fälschlicherweise als körperfremd und greift gesunde Zellen des eigenen Organismus an.
Die sogenannten IgG4-assoziierten Erkrankungen sind eine Gruppe von Autoimmunerkrankungen. Es handelt sich um Systemerkrankungen, die sich prinzipiell gegen alle Gewebe und Organe des Körpers richten können. IgG4-assoziierte Autoimmunerkrankungen rufen starke Schwellungen und Fibrotisierungen hervor und entstehen immunvermittelt.
Die Gruppe setzt sich aus chronisch verlaufenden Erkrankungen mit Vermehrung der antikörperproduzierenden IgG4-positiven Plasmazellen zusammen. Das klinische Bild von IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen kann sich von Fall zu Fall deutlich unterscheiden. IgG4-assoziierte Erkrankungen sind vor allem in Ostasien verbreitet und betreffen bevorzugt Männer zwischen mittlerem und fortgeschrittenem Alter. Die wohl bekannteste IgG4-assoziierte Erkrankung ist die IgG4-assoziierte Pankreatitis oder Autoimmunpankreatitis Typ 1.
Als eigenständige Krankheitseinheit wird die Gruppe erst seit etwa 2003 verstanden. Früher wurden die einzelnen Krankheitsbilder – etwa der Morbus Ormond, das Mikulicz-Syndrom, die autoimmune Bauchspeicheldrüsenentzündung oder die Riedel-Struma der Schilddrüse – als voneinander unabhängige Erkrankungen betrachtet und jeweils getrennt behandelt. Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich dabei um verschiedene Ausprägungen ein und derselben Systemerkrankung.
Ursachen
Die sogenannte Th2-Reaktion des Abwehrsystems scheint eine zentrale Rolle für die Pathogenese der Erkrankungen zu spielen. Die Reaktion aktiviert die regulatorischen T-Lymphozyten und stimuliert die Bildung des transforming growth factor ß sowie des Interleukins 10. Diese Substanzen regen den Körper wiederum zur IgG4-Bildung an. Der Auslösemechanismus für die Th2-Reaktion ist bislang unbekannt.
Einige Autoren sprechen von Autoantigenen, während andere Infektionserreger diskutieren. Aktuellen Erkenntnissen zufolge liegen bei der Mehrzahl aller Patienten Autoantikörper gegen Prohibitin vor. Dieser Zusammenhang spricht für eine rein autoimmune Genese der meisten Erkrankungen der IgG4-RD-Gruppe.
Allerdings ist nicht jeder IgG4-Patient von einer Autoimmunkrankheit betroffen. Besser gesagt bleibt weitestgehend ungeklärt, ob eine IgG4-Vermehrung für die Krankheitsentstehung ursächlich ist oder als Epiphänomen nach der Krankheitsentstehung auftritt.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Die Symptome einer IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankung unterscheiden sich von Fall zu Fall und hängen vor allem von der genauen Erkrankung ab. Scheinbar manifestieren sich IgG4-RD oft zur selben Zeit oder kurz nacheinander an unterschiedlichen Organen oder Gewebesystemen. Aus diesem Grund werden sie als Systemkrankheiten bezeichnet.
Der Grad der organischen Dysfunktion hängt vom Einzelfall ab. Prinzipiell stellt die Vergrößerung oder Schwellung der befallenen Organe und Gewebe das gemeinsame Merkmal aller IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen dar. Diese Schwellungen sind meist schmerzlos und wachsen langsam, sodass sie leicht für eine Geschwulst gehalten werden. Das ist der häufigste Grund, warum Betroffene operiert werden, bevor die richtige Diagnose überhaupt gestellt ist – erst die Untersuchung des entnommenen Gewebes bringt dann die Klärung. Bei den meisten Krankheiten der Gruppe tritt starke Vernarbung im Sinne einer Sklerosierung des Gewebes ein.
Eine Komprimierung von Ausführgängen wurde vor allem bei Krankheiten wie dem Mikulicz-Syndrom, der sklerosierenden Cholangitis und Morbus Ormond beobachtet. Dieses Phänomen zieht eine Stauung von Sekret nach sich, die oft mit einer Folgesymptomatik verbunden ist. Mittlerweile werden mehr als ein Dutzend unterschiedliche Erkrankungen den IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen zugeordnet. Bei einigen Krankheiten aus der Gruppe kann leichte Schmerz-Symptomatik in den befallenen Geweben auftreten.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Im Rahmen der Diagnostik sind zum Nachweis von IgG4-assoziierten Erkrankungen organische Untersuchungen an verschiedenen Organen und Geweben des Körpers durchzuführen. Bei einem Befall mehrerer Organsysteme, so zum Beispiel kombiniert bei Befall der Lungen, der Nieren, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse, liegt der Verdacht auf eine IgG4-assoziierte Erkrankung besonders nahe. Die Krankheit kann sich allerdings auch auf ein einziges Organ beschränken, etwa allein auf die Bauchspeicheldrüse; dann ist sie schwerer zu erkennen.
Laborwerte und Bildgebungen zählen zur Standarddiagnostik. Im Blut ist der IgG4-Spiegel häufig erhöht, und je höher er ausfällt, desto eher spricht dies für die Erkrankung. Ein normaler IgG4-Wert schließt eine IgG4-assoziierte Erkrankung jedoch keineswegs aus – etwa jeder dritte Betroffene hat trotz aktiver Krankheit unauffällige Werte. Umgekehrt kommen erhöhte Werte auch bei Allergien, Infektionen und anderen Erkrankungen vor. Der Bluttest allein beweist die Krankheit also weder, noch schließt er sie aus. Auch eine Histologie wird in den meisten Fällen erforderlich. Sie ist das eigentliche Beweisstück: Unter dem Mikroskop zeigt sich ein charakteristisches Bild aus einer dichten Ansammlung von Lymphozyten und IgG4-positiven Plasmazellen, einer wirbelartig angeordneten Vernarbung (storiforme Fibrose) und einer teilweisen Verlegung kleiner Venen (obliterative Phlebitis). Die Prognose für Patienten mit IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen ist aufgrund der Anfälligkeit für Folgeerkrankungen relativ ungünstig. Wird die Erkrankung dagegen früh erkannt und behandelt, bevor es zu bleibenden Vernarbungen gekommen ist, bilden sich die Veränderungen unter Kortison bei den meisten Betroffenen weitgehend zurück. Offenbar lassen Krankheiten der Gruppe das Risiko für Tuberkulose und Krebs ansteigen.
Auch die Chronizität der IgG4-assoziierten Erkrankungen ist mit schlechten Aussichten assoziiert. Regelmäßig befallenes Gewebe nimmt unter Umständen irreversiblen Schaden. Dieser Umstand ist vor allem bei dem Befall von Organen denkbar ungünstig.
Komplikationen
In den meisten Fällen kommt es allerdings zu einer Vergrößerung der Organe und damit zu Schmerzen. Sie können ebenso anschwellen und zu Narben führen. Nicht selten kommt es auch zu Schäden am Skelett des Patienten und zu stechenden Schmerzen. Der Betroffene fühlt sich im Allgemeinen krank und leidet an einer geringen Belastbarkeit. Die Muskeln schmerzen oft und es kommt zu Bewegungseinschränkungen.
Die Behandlung der IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen findet in den meisten Fällen nur symptomatisch statt, da eine ursächliche Behandlung nicht möglich ist. Dabei werden dem Patienten Medikamente verabreicht, die ihrerseits Komplikationen mit sich bringen können: Eine längere Kortisonbehandlung begünstigt Knochenschwund, erhöhten Blutzucker, Bluthochdruck, grauen Star und eine erhöhte Infektanfälligkeit; unter Rituximab können Infusionsreaktionen und ebenfalls vermehrte Infektionen auftreten. Weitere Komplikationen entstehen, wenn Organe irreversibel geschädigt wurden. In diesem Falle kommt es zum Tode oder es ist eine Transplantation notwendig, um den Patienten am Leben zu erhalten.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Schwellungen am Körper und diffuse Hautveränderungen sollten einem Arzt vorgestellt werden. Kommt es zu einem Engegefühl im Körperinnern, breiten sich die Hautauffälligkeiten weiter aus oder stellt sich ein Unwohlsein ein, wird ein Arzt zur Abklärung der Symptome benötigt. Bei Funktionsstörungen einzelner Systeme oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl ist ein Arztbesuch notwendig.
Kommt es zu akuten Situationen wie einem Verlust des Bewusstseins, muss über die Notrufnummer 112 ein Notarzt gerufen werden. Erste-Hilfe-Maßnahmen sind erforderlich, damit bis zu dessen Eintreffen das Überleben des Betroffenen gesichert ist. Atmet der Bewusstlose normal, wird er dazu in die stabile Seitenlage gebracht. Bei Schmerzen, einem Abfall des Leistungsniveaus, Konzentrationsstörungen, Schwindel oder Schlafstörungen muss ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu Gangunsicherheiten, Kopfschmerzen, Blutungen, Magenbeschwerden, Durchfall oder Verstopfungen, ist ein Arzt zu konsultieren.
Setzen Krämpfe ein oder werden psychische Auffälligkeiten bemerkt, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Probleme beim Wasserlassen, Atemstörungen oder Aussetzer der Atmung sind untersuchen und behandeln zu lassen. Leidet der Betroffene unter Störungen der Mobilität, Gelenkproblemen oder starken Veränderungen des Gewichts, ist ein Arzt zu konsultieren. Bei Veränderungen des Herz-Rhythmus, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen ist ein Kontrollbesuch bei einem Arzt notwendig. Wiederholt auftretendes Erbrechen, Übelkeit sowie Auswurf gelten als ungewöhnlich und sind ärztlich untersuchen zu lassen. Liegt keine Erkältungserkrankung vor, sollte ein Arzt aufgesucht werden, sobald die Beschwerden über mehrere Tage anhalten.
Behandlung & Therapie
Eine ursächliche Behandlung existiert für Patienten mit IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen bislang nicht, da die Ursache bisher nicht abschließend geklärt ist. Die Therapie erfolgt daher ausschließlich symptomatisch. Mit anderen Worten sind Krankheiten dieser Gruppe bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht heilbar.
Erfahrungsgemäß haben sich zur symptomatischen Behandlung von Patienten mit IgG4-assoziierten Krankheiten Glukokortikoide eingebürgert. Falls eine Unverträglichkeit gegenüber Steroiden vorliegt oder ein steroidrefraktärer Verlauf eintritt, kann Rituximab verabreicht werden. Das Medikament führt schnell zur Verbesserung des klinischen und histologischen Befunds.
Die B-Zellen im Gewebe des Patienten nehmen ab. Dasselbe gilt für die IgG4-Konzentration im Serum des Betroffenen. Wichtig ist vor der Gabe von Medikamenten eine tatsächlich gesicherte Diagnostik. Vor allem Lymphomkrankheiten sind differenzialdiagnostisch auszuschließen, bevor mit der Therapie begonnen wird.
Andere Therapieoptionen sind bislang nicht dokumentiert worden. Vor allem bei der IgG4-assoziierten Autoimmunpankreatitis wurde in einem Großteil aller Fälle von hervorragender Ansprache auf Glukokortikoide berichtet. Da nach dem Ausschleichen des Kortisons bei einem erheblichen Teil der Betroffenen ein Rückfall auftritt, wird häufig eine niedrig dosierte Erhaltungstherapie fortgeführt oder ergänzend ein weiteres Medikament gegeben. Irreversible Schädigungen an Organen müssen gegebenenfalls mit einer Organtransplantation kompensiert werden.
Aussicht & Prognose
Die IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen sind nach dem derzeitigen wissenschaftlichen und medizinischen Stand unheilbar. Die Prognose wird daher als ungünstig beschrieben. Dennoch gibt es Therapieansätze, die eine Linderung einzelner Beschwerden bewirken und damit zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Die chronisch verlaufenden Erkrankungen haben starke Auswirkungen auf den Betroffenen. Neben verschiedenen Dysfunktionen und Schmerzen drohen auch lebensgefährdende Verläufe. Sind Organe betroffen, verschlechtert sich die Prognose deutlich. Die Lebenserwartung ist bei diesen Patienten meist verkürzt, da irreparable Schäden entstehen.
Alternativ können als lebensverlängernde Maßnahme Organtransplantationen durchgeführt werden. Steht ein Spenderorgan zur Verfügung wird dieser Weg oft gewählt. Der chirurgische Eingriff ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Treten keine Komplikationen ein und wird das Spenderorgan vom Organismus angenommen, erlebt der Patient im Normalfall eine Verbesserung seiner Gesundheit.
Verläuft die Operation ohne Erfolg, nehmen die Beschwerden zu und der Allgemeinzustand ist stark geschwächt. Bei Organvergrößerungen treten häufig starke Schmerzen ein. Als Folge muss sich der Patient einer Langzeittherapie unterziehen. Sobald die Behandlung abgebrochen wird, treten die Beschwerden häufig erneut auf. Eine dauerhafte Linderung ist derzeit nicht möglich, da bislang keine genaue Ursache für die Entstehung der Autoimmunerkrankungen gefunden werden konnte. Die Behandlung der individuell auftretenden Symptome steht im Mittelpunkt einer medizinischen Versorgung.
Vorbeugung
Die Ursachen und die detaillierte Pathogenese für IgG4-assoziierte Erkrankungen ist bislang nicht abschließend aufgeklärt. Solange die Ursachen für die Erkrankungen unklar sind, wird es keine erfolgversprechenden Wege zur Vorbeugung geben. Dieser Zusammenhang kennzeichnet nicht nur die IgG4-assoziierten Autoimmunerkrankungen, sondern gilt bis heute für annähernd alle Autoimmunerkrankungen.
Nachsorge
IgG4-assoziierte Autoimmunerkrankungen lassen sich in der Nachsorge lediglich im eingeschränkten Maße behandeln. Im Vordergrund stehen regelmäßige ärztliche Kontrollen, denn Rückfälle sind häufig und betreffen mitunter ein anderes Organ als beim ersten Krankheitsschub. Dazu gehören Kontrollen der Blut- und Nierenwerte, gegebenenfalls Ultraschall- oder Schnittbilduntersuchungen sowie – bei längerer Kortisonbehandlung – die Vorbeugung eines Knochenschwunds mit Kalzium und Vitamin D. Für die Vorsorge gibt es, wie bei fast allen Autoimmunerkrankungen, nur ein paar grobe Richtlinien. Die Ärzte empfehlen zunächst eine entzündungshemmende Ernährungsweise mit Lebensmitteln, die den Körper stärken. Daran schließt sich eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung an.
Im Fokus steht dabei die Achtsamkeit der Patienten, die sich selbst und ihre Lebensweise bewusst wahrnehmen sollten. Mit sportlicher Betätigung reduziert sich die Gefahr von Entzündungen, gleichzeitig verbessert sich das eigene Körpergefühl. Der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel senkt das Risiko von Entzündungen. So können tierische Lebensmittel wie Fleisch einen schädlichen Einfluss haben.
Sehr zuckerhaltige Nahrung und Arachidonsäure, die beispielsweise in rotem Fleisch enthalten ist, fördern die Entzündungen. Darum sollten die Betroffenen den Genuss von Fleisch und raffiniertem Zucker einschränken. Als Entzündungshemmer eignen sich beispielsweise Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse, Obst und Leinöl. Omega-3-Fettsäuren und viele Gewürze sorgen ebenfalls für ein stärkeres Immunsystem.
Die Betroffenen können sich in Selbsthilfegruppen direkt austauschen oder an einem Online-Forum teilnehmen. Hier treffen sie auf Verständnis und gewöhnen sich an ihre neue Lebenssituation. Diese Kommunikation hilft bei der alltäglichen Bewältigung der Immunerkrankung.
Das können Sie selbst tun
In verschiedenen Selbsthilfegruppen oder Foren im Internet tauschen sich Betroffene aus. Der häufig lange Weg zur Diagnose ist eine Belastung. Jeder Erkrankte muss seinen eigenen Weg im Umgang mit der veränderten Lebenssituation finden. Erfahrungen teilen und dabei Parallelen erkennen sind positive Aspekte bei der Bewältigung.
Vielen Patienten hilft eine entzündungshemmende Ernährung. Zahlreiche Lebensmittel haben einen positiven Effekt auf entzündliche Vorgänge im Körper. Die Lebensqualität steigt durch eine gesunde Lebensführung. Dazu gehört neben der Ernährung auch der achtsame Umgang mit sich selbst. Sport wirkt ebenfalls entzündungslindernd und steigert das Wohlbefinden.
Ein erster Schritt ist die Vermeidung von Nahrungsmitteln, die Entzündungen verstärken. Fleisch und tierische Lebensmittel enthalten Arachidonsäure. Diese Fettsäure fördert Entzündungen ebenso wie raffinierter Zucker. Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Beeren, Leinöl und Rapsöl wirken dagegen hemmend. Das Auftreten entzündlicher Prozesse und chronischer Entzündungen wird gemindert durch den Verzehr von Tomaten, Kirschen, Papaya, Blaubeeren, Granatapfelkernen oder Granatapfelsaft, Ananas, Spinat, Möhren, Wassermelonen, Weißkohl, Feldsalat und Omega-3-Fettsäuren, etwa in Wildlachs.
Auch Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Chili, Oregano und Zimt zeigen eine gesundheitsfördernde Wirkung. Ebenso Knoblauch und Zwiebeln. Eine Alternative zu rotem Fleisch bietet Geflügel. Das gilt auch für fetthaltige Wurst. Zucker lässt sich durch Honig, Agaven-Dicksaft oder Rohrohrzucker ersetzen.
Quellen
- Puchner, R., Mazzucato-Puchner, A. (Hrsg.): Rheumatologie aus der Praxis.
ISBN: 9783662696927
- Bröker, B. M., Fleischer, B.: Grundwissen Immunologie.
ISBN: 9783662664230
- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
ISBN: 9783982116655
- Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
ISBN: 9783132443488
- Suttorp, N., Möckel, M., Siegmund, B., Dietel, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin.
ISBN: 9783132452091
