Knochenzyste
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Knochenzyste ist eine gutartige, tumorähnliche Veränderung am Knochen, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Häufig machen Knochenzysten keine Beschwerden und werden deshalb nur zufällig im Rahmen einer anderen Erkrankung entdeckt. Eine Behandlung ist nicht in jedem Fall erforderlich, sondern kommt auf den Einzelfall an.
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Was ist eine Knochenzyste?
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Bei einer Knochenzyste handelt es sich um eine gutartige, nicht tumoröse Veränderung am Knochen. Sie besteht aus mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräumen im Knochen, die unterschiedlich groß ausfallen können.
Häufig betroffen von Knochenzysten sind Kinder im Alter von bis zu 15 Jahren, Jungen sind allerdings davon öfter betroffen als Mädchen. In vielen Fällen bereiten Knochenzysten keinerlei Beschwerden und werden deshalb nur zufällig bei Untersuchungen entdeckt. In anderen Fällen verwachsen sich die Knochenzysten völlig unbemerkt bei Abschluss des Wachstums, haben nie Beschwerden bereitet und sind deshalb nicht aufgefallen.
Selbst wenn eine Knochenzyste entdeckt wird, ist aber nicht immer eine Behandlung erforderlich. Besteht keine Gefahr für Folgeerkrankungen, kann einfach abgewartet werden, bis die Zyste sich verwächst. Bei den Knochenzysten unterscheidet man zwischen juvenilen Knochenzysten (einkammrig) und aneurysmatischen Knochenzysten (mehrkammrig). Die juvenile, also einfache Knochenzyste kommt vor allem bei Kindern vor und heilt häufig von selbst aus; die aneurysmatische Knochenzyste wächst dagegen rascher, zerstört mehr Knochen und muss meist behandelt werden.
Ursachen
Betroffen sind von Knochenzysten vor allem Kinder bis etwa zum 15. Lebensjahr, seltener treten sie auch im jungen Erwachsenenalter auf. Am häufigsten treten Knochenzysten bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr auf. Knochenzysten bei Kindern treten meistens im Oberarmknochen oder dem Oberschenkelknochen auf.
Da sie sehr häufig keine Beschwerden bereiten, werden sie oft nur zufällig entdeckt. Etwa dann, wenn ein Knochenbruch vorliegt und deshalb eine Röntgenuntersuchung nötig wird. In manchen Fällen können Knochenzysten auch für einen Knochenbruch verantwortlich sein, weil sie die Stabilität des Knochens herabsetzen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Knochenzysten rufen meistens keine merklichen Beschwerden hervor. Eine Zyste im Bereich der Knochen erhöht jedoch das Risiko für Frakturen. So beeinträchtigt die Wucherung die Stabilität des befallenen Knochens, und auch die Durchblutung im umliegenden Bereich kann durch die Zyste reduziert oder ganz abgeschnitten sein.
Gelangt kein Blut mehr in das umliegende Gewebe, können sich ernste Komplikationen bis hin zur Nekrose entwickeln. In Einzelfällen können Knochenzysten Schmerzen hervorrufen. Die Betroffenen leiden dann an einem undefinierbaren, ziehenden Schmerz, der vor allem bei Belastung des betroffenen Knochens auftritt. Große Zysten können anhaltende Schmerzen verursachen und dadurch das Wohlbefinden beeinträchtigen.
Selten bilden sich sichtbare Schwellungen oder Rötungen im Bereich der Haut. Diese sind allerdings meist nicht mit Schmerzen verbunden und klingen rasch wieder ab. Knochenzysten im Bereich des Kopfs, der Wirbelsäule, des Genitalbereichs und des Knies können verschiedene Funktionsstörungen hervorrufen. Knochenzysten entstehen meist unbemerkt und werden erst sehr viel später entdeckt.
Sie wachsen meist langsam und sind aufgrund ihrer gutartigen Form relativ harmlos; nur die aneurysmatische Knochenzyste wächst rasch und zerstört den Knochen stärker. Meist verbinden sie sich mit dem umliegenden Gewebe, sobald die Wachstumsphase abgeschlossen ist. Die Knochenzysten sind dann auch auf dem Röntgenbild nicht mehr zu erkennen.
Diagnose & Verlauf
Knochenzysten machen dem Betroffenen meistens keinerlei Beschwerden, deshalb wird selten gezielt deswegen ein Arzt aufgesucht. Kommt es zu einem Knochenbruch, kann eine Knochenzyste dafür verantwortlich sein und wird häufig dann entdeckt, wenn ein vorliegender Knochenbruch mittels Röntgenuntersuchung genauer diagnostiziert wird. Eine Knochenzyste ist auf dem Röntgenbild als heller Fleck erkennbar.
Wird eine Knochenzyste entdeckt, ist entscheidend, ob von dieser Zyste eine Gefahr für den Knochen ausgeht. Dies ist immer dann gegeben, wenn der Knochen durch die Knochenzyste in seiner Stabilität eingeschränkt ist und deshalb ein Knochenbruch droht. Auch wenn die Knochenzyste verantwortlich für einen vorliegenden Knochenbruch ist, sollte eine Behandlung erfolgen.
In allen anderen Fällen ist eine Therapie nicht nötig, da die meisten Knochenzysten im Laufe des Wachstums von alleine verschwinden. Spätestens mit Abschluss der Wachstumsphase heilen juvenile Knochenzysten meist von selbst aus.
Komplikationen
Die Patienten leiden ebenfalls verstärkt an Knochenbrüchen, sodass diese leichter auftreten. Die Stabilität des betroffenen Knochens sinkt. Der Betroffene ist dadurch in der Regel auch weniger belastbar. Sollte die Zyste nicht gefährlich für den Knochen sein, so wird diese in der Regel auch nicht entfernt oder weiter behandelt.
Meistens werden die Zysten auch nur zufällig bei Kontrolluntersuchungen entdeckt. Sollte es allerdings zu Beschwerden kommen, so kann die Zyste auch mit Hilfe von Kortison behandelt werden. Möglich sind dabei ein Wiederauftreten der Zyste, das mehrfache Behandlungen nötig macht, sowie bei einer Operation Wundinfektionen und ein erneutes Wachstum des Hohlraums. Weiterhin ist auch eine operative Behandlung möglich. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit nicht verringert. Nur in seltenen Fällen kommt es zu Einschränkungen im Alltag des Patienten.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei wiederholten Knochenbrüchen und Schmerzen oder Schwellungen im Bereich der Knochen liegt womöglich eine Knochenzyste vor. Ärztlicher Rat ist gefragt, wenn die Symptome das Wohlbefinden erheblich beeinflussen, nicht von selbst wieder abklingen oder innerhalb kurzer Zeit stärker werden. So müssen chronische Beschwerden in jedem Fall von einem Spezialisten abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden. Andernfalls können sich ernste Komplikationen einstellen. Sollten weitere Symptome hinzukommen, wird am besten noch am selben Tag ein Mediziner aufgesucht.
Bei wiederkehrenden Beschwerden, für die sich keine Ursache finden lässt, ist ein Fachmann einzuschalten. Mit Kindern, die über Schmerzen am oder im Knochen klagen, sollte zum Kinderarzt gegangen werden. Die erste Anlaufstelle sonst sollte jedoch in jedem Fall der Hausarzt oder ein Orthopäde sein. Während der Behandlung ist eine enge Rücksprache mit dem Mediziner notwendig. Sollten sich nach der Einnahme der verordneten Arzneimittel Neben- und Wechselwirkungen einstellen, muss dies ebenso abgeklärt werden wie wiederkehrende Schmerzen und andere Symptome.
Behandlung & Therapie
Die Behandlung einer Knochenzyste richtet sich nach deren Ausmaß und ihren möglichen Auswirkungen auf den Körper. In vielen Fällen ist keine Behandlung nötig, da Folgeschäden durch die Knochenzyste weitgehend ausgeschlossen werden können.
Besteht durch die Knochenzyste eine erhöhte Gefahr für einen Knochenbruch, sollten entsprechende Therapien eingeleitet werden, um die Zyste zu beseitigen und damit einen Knochenbruch zu verhindern.
Juvenile Knochenzysten können sehr gut mit Kortison behandelt werden. Dabei wird das Kortison direkt in die Zyste injiziert und bewirkt, dass die Knochenzyste nach und nach verschwindet. In manchen Fällen kann es notwendig werden, die Knochenzyste mit einem Eingriff auszuräumen und den Hohlraum mit Knochenmaterial zu füllen. Diese Maßnahme ist die Behandlungsmethode, die am meisten Erfolg verspricht. Daneben können auch so genannte Dekompressionsschrauben in den Knochen eingesetzt werden. Diese sorgen für eine Ausheilung der Knochenzyste. Lange Zeit galt das vollständige Ausräumen mit Auffüllung als Standard. Heute wird bei der juvenilen Knochenzyste häufig das schonendere Vorgehen bevorzugt, bei dem der Hohlraum über Schrauben oder Nägel entlastet wird.
Bei einer aneurysmatischen Knochenzyste ist jedoch häufiger eine Therapie erforderlich, um eine dauerhafte Schädigung am Knochen zu verhindern. Da eine aneurysmatische Knochenzyste im Gegensatz zu der juvenilen Knochenzyste sehr gut durchblutet wird, ist bei dieser Art ein sehr starkes Wachstum vorhanden. Dabei wird zunehmend die Knochensubstanz aufgebraucht und somit der Knochen geschädigt und instabil.
Deshalb können aneurysmatische Knochenzysten auch Schmerzen verursachen. In diesen Fällen ist eine Behandlung der Knochenzyste zu empfehlen. Meistens handelt es sich dabei um einen chirurgischen Eingriff, bei dem die Zyste entleert und mit Knochenmaterial oder auch Zement aufgefüllt wird. Bei der aneurysmatischen Knochenzyste handelt es sich allerdings um eine sehr seltene Erkrankung.
Aussicht & Prognose
Die Prognose bei einer Knochenzyste ist im Normalfall günstig. Wie sie verläuft, hängt allerdings von ihrer Art und ihrer Lage ab, nicht vom Begriff „Zyste“: Die juvenile Knochenzyste heilt häufig von selbst aus, während die aneurysmatische Knochenzyste rascher wächst, öfter behandelt werden muss und nach einem Eingriff häufiger wiederkehrt. Es handelt sich um eine gutartige Veränderung, die meist nur durch einen Zufallsbefund bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird. Die Zyste löst nur selten körperliche Beschwerden aus. Daher kann es bei einigen Betroffenen dazu kommen, dass sie über eine lange Zeit Knochenzysten im Organismus haben und dennoch keinerlei Beeinträchtigungen im alltäglichen Geschehen bemerken.
Eine Verkürzung der Lebenszeit oder andere Folgeerkrankungen sind ebenfalls bei dieser Störung nicht gegeben. Häufig wird aufgrund der geringen Notwendigkeit eines Handlungsbedarfs keine Behandlung benötigt oder durchgeführt. Die Diagnosestellung findet bei einer großen Vielzahl der Patienten aufgrund eines Knochenbruches statt. Dieser kann unter Umständen durch eine Zyste ausgelöst worden sein. Bei einer frühzeitigen und fachgerechten medizinischen Versorgung heilt der Knochenbruch ohne weitere Komplikationen innerhalb einiger Wochen oder Monate vollständig aus. Sofern noch nicht selbständig geschehen, kann während der Behandlung des Bruchs auch die vorhandene Zyste versorgt werden. Nicht selten heilt eine juvenile Knochenzyste nach einem Bruch von selbst aus, sodass kein weiterer Eingriff nötig ist. Rückstände oder weitere Unannehmlichkeiten bleiben im Regelfall aus.
Trotz der günstigen Prognose kann es im weiteren Entwicklungsverlauf des Kindes zu einer erneuten Ausbildung der Zyste kommen. Die Heilungsaussichten sowie der Krankheitsverlauf sind in diesen Fällen unverändert positiv. Wird die Knochenzyste bemerkt, kann sie auf Wunsch entfernt werden.
Vorbeugung
Da die Ursachen für Knochenzysten nicht eindeutig geklärt sind, kann es auch keine direkte Empfehlung zur Vorbeugung geben. Auch die Ursachen, die unter Verdacht stehen eine Knochenzyste auszulösen, sind schwer bis gar nicht beeinflussbar.
Nachsorge
Die Entfernung der Knochenzyste erfolgt oft unkompliziert, sodass eine aufwendige Nachsorge in vielen Fällen nicht notwendig ist. Dennoch gibt es einige Punkte, die nach einer Operation zu beachten sind. Direkt nach der OP ist es wichtig, auf Anzeichen einer seltenen Infektion im operierten Gebiet zu achten. Die typischen Symptome wie Rötung, Überwärmung, Schwellung und pochender Schmerz sind Grund für einen Besuch beim Arzt. Erst recht gilt das bei Fieber. Je früher eine Infektion erkannt wird, umso besser ist sie in der Regel zu behandeln.
Der zweite Punkt der Nachsorge betrifft die Funktionsfähigkeit des betreffenden Knochens. Das Tragen von Gips und die Schonung des betreffenden Areals sind wirklich nur so lange durchzuführen, wie es der behandelnde Arzt empfiehlt. Er kann einschätzen, wann der Knochen wieder ausreichend für die Anforderungen in Alltag, Beruf und Freizeit belastbar ist.
Zu lange Schonung im Rahmen der Nachsorge kann auch kontraproduktiv sein, wenn sie zu Lasten von Kraft und Beweglichkeit geht. Wenn die Belastbarkeit schrittweise erhöht werden soll, kann dies durch einen Physiotherapeuten begleitet werden. Sport in der Nachsorge ist mit dem Arzt abzusprechen. Zu vermeiden ist insbesondere starke Stauchung durch Sprünge sowie die Gefahr, sich im Zweikampf zu verletzen.
Das können Sie selbst tun
Falls die Knochenzyste zu Schmerzen führt, können auch Schmerzmittel eingenommen werden. Diese sollten allerdings nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie sonst den Magen schädigen können. Eventuell kann der Arzt dem Patienten auch eine örtlich betäubende Injektion verabreichen, um die Beschwerden zu lindern.
Sollte die Knochenzyste zu psychischen Beschwerden führen, so eignen sich dabei Gespräche mit anderen Patienten oder mit engen Freunden und der Familie. Durch den Informationsaustausch mit anderen Patienten kann der Alltag häufig angenehmer gestaltet werden. Auch die Erfolgserlebnisse anderer Menschen können psychische Beschwerden lösen und das eigene Wohlbefinden verbessern.
Quellen
- Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783132443150
- Wirth, C. J., Mutschler, W., Kohn, D., et al. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783131406439
- Hefti, F.: Kinderorthopädie in der Praxis.
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- Harrasser, N., Eisenhart-Rothe, R. von, Biberthaler, P. (Hrsg.): Facharztwissen Orthopädie Unfallchirurgie.
ISBN: 9783662625354
- Böcker, W. u. a. (Hrsg.): Lehrbuch Pathologie.
ISBN: 9783437171437
