Kinderarzt

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. Mai 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Wenn das eigene Baby oder Kind erkrankt und zum Kinderarzt muss, so stellt dies für die meisten Eltern und Kinder eine belastende Situation dar. Der Kinderarzt ist der richtige Ansprechpartner bei Erkrankungen des Kindes, aber auch für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Beratungen bei Entwicklungsauffälligkeiten oder Verhaltensproblemen gehören ebenso zu den Aufgaben eines ein Kinderarztes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kinderarzt?

Der Kinderarzt ist der richtige Ansprechpartner bei Erkrankungen des Kindes, aber auch für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.

Ein Kinderarzt, der in der Fachsprache Pädiater genannt wird, ist ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Nach seinem Medizinstudium spezialisiert er sich in einer fünfjährigen Weiterbildung auf die Besonderheiten des kindlichen und jugendlichen Körpers sowie die häufigsten Krankheiten des Kindes- und Jugendalters und deren Behandlungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus hat die Arbeit eines Kinderarztes auch eine präventive – also vorsorgende - Funktion, die vor allem bei Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zum Tragen kommt. Einige Kinderärzte entscheiden sich für eine Weiterbildung in einem besonderen Fachbereich wie beispielsweise die Behandlung von Krebs, Nerven- oder Herzerkrankungen bei Kindern.

Andere Weiterbildungsgebiete sind die Behandlung von Diabetes, orthopädischen Problemen, Rheuma, Lungenkrankheiten, Entwicklungsstörungen und von Verdauungs- und Nierenproblemen. Die meisten niedergelassenen Kinderärzte behandeln ein breites Spektrum von Krankheiten und überweisen ein erkranktes Kind bei Problemen oder zur weiteren Diagnostik an ihre spezialisierten Kollegen. Ein spezialisierter Kinderarzt ist häufig in einem Kinderkrankenhaus tätig.

Ausbildung & Qualifikation

Ein Kinderarzt, auch Pädiater genannt, ist ein Facharzt für die medizinische Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Der Weg zum Kinderarzt beginnt mit einem Medizinstudium, das in der Regel sechs Jahre dauert und mit dem Staatsexamen abgeschlossen wird. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums folgt die Facharztausbildung in Pädiatrie, die etwa fünf Jahre dauert. Diese Ausbildung umfasst praktische und theoretische Schulungen in verschiedenen Bereichen der Kinderheilkunde, darunter Neonatologie, Kinderkardiologie und Kinderchirurgie.

Zusätzlich zu den formalen Qualifikationen müssen angehende Kinderärzte eine Approbation erwerben, um die ärztliche Berufserlaubnis zu erhalten. Oftmals absolvieren sie auch Weiterbildungen und Spezialisierungen, um auf dem neuesten Stand der medizinischen Entwicklungen zu bleiben und sich in bestimmten Bereichen der Kinderheilkunde zu vertiefen.

Das Berufsbild eines Kinderarztes umfasst die Diagnose, Behandlung und Prävention von Krankheiten bei Kindern. Dazu gehören Routineuntersuchungen, Impfungen, die Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen sowie die Beratung der Eltern zu Entwicklungs- und Gesundheitsfragen. Kinderärzte tragen eine erhebliche ethische Verantwortung, da sie für das Wohlergehen und die gesundheitliche Entwicklung junger Patienten verantwortlich sind. Dies erfordert Empathie, Geduld und eine hohe Sensibilität für die speziellen Bedürfnisse von Kindern.

Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen wie Allgemeinmedizinern oder Fachärzten für Innere Medizin sind Kinderärzte speziell auf die medizinischen Bedürfnisse von Kindern spezialisiert. Anders als Kinder- und Jugendtherapeuten, die sich auf die psychische Gesundheit von Kindern konzentrieren, behandeln Kinderärzte ein breites Spektrum physischer Gesundheitsprobleme und arbeiten oft in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten im Gesundheitswesen.

Aufgabenbereich

Ein Kinderarzt, auch Pädiater genannt, ist ein Facharzt, der sich auf die medizinische Betreuung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat. Der Aufgabenbereich eines Kinderarztes ist vielfältig und umfasst die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten sowie die Förderung einer gesunden Entwicklung.

Vorsorgeuntersuchungen und Prävention

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit eines Kinderarztes sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Diese Untersuchungen, oft als "U-Untersuchungen" bezeichnet, beginnen im Säuglingsalter und setzen sich bis ins Jugendalter fort. Sie dienen der Früherkennung von Entwicklungsstörungen, körperlichen Erkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen. Impfungen sind ein weiterer wichtiger Aspekt der präventiven Arbeit. Kinderärzte beraten Eltern über den Impfplan und verabreichen die notwendigen Impfungen, um Kinder vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen.

Diagnose und Behandlung

Kinderärzte diagnostizieren und behandeln eine Vielzahl von akuten und chronischen Erkrankungen. Dazu gehören häufige Kinderkrankheiten wie Windpocken, Masern und Mumps sowie Atemwegserkrankungen, Allergien und Hauterkrankungen. Bei chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Epilepsie betreuen Kinderärzte ihre Patienten langfristig und koordinieren oft die Behandlung mit anderen Fachärzten.

Entwicklung und Wachstum

Ein weiterer Schwerpunkt der pädiatrischen Arbeit ist die Überwachung des körperlichen, emotionalen und sozialen Wachstums und der Entwicklung von Kindern. Kinderärzte beurteilen Meilensteine in der motorischen, sprachlichen und sozialen Entwicklung und beraten Eltern, wie sie die gesunde Entwicklung ihrer Kinder unterstützen können. Bei Auffälligkeiten oder Verzögerungen leiten sie entsprechende Fördermaßnahmen ein oder überweisen an spezialisierte Therapeuten.

Beratung und Unterstützung

Die Beratung von Eltern und Familien spielt eine zentrale Rolle in der Arbeit eines Kinderarztes. Dies umfasst Ernährungsberatung, Tipps zur Unfallverhütung und Ratschläge zu allgemeinen Gesundheitsfragen. Kinderärzte bieten Unterstützung in allen Phasen des Aufwachsens eines Kindes, von der Säuglingsernährung über die Bewältigung von Schlafproblemen bis hin zu Fragen der Pubertät.

Notfallversorgung

In Notfällen sind Kinderärzte oft die ersten Ansprechpartner. Sie leisten erste Hilfe bei akuten Gesundheitsproblemen wie Fieberkrämpfen, allergischen Reaktionen oder Verletzungen. In schwerwiegenden Fällen verweisen sie die Patienten an spezialisierte Notfalleinrichtungen oder Krankenhäuser.

Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten

Kinderärzte arbeiten eng mit anderen Gesundheitsdienstleistern zusammen, darunter Fachärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Psychologen. Sie koordinieren die interdisziplinäre Versorgung, um eine umfassende Betreuung ihrer Patienten sicherzustellen. Dies ist besonders wichtig bei komplexen medizinischen Fällen oder bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen.

Öffentliche Gesundheit und Gemeindearbeit

Kinderärzte engagieren sich oft in öffentlichen Gesundheitsprogrammen und Gemeindearbeit. Sie fördern Gesundheitserziehung und Präventionsmaßnahmen in Schulen und Gemeinden und setzen sich für die Verbesserung der allgemeinen Gesundheitsversorgung für Kinder ein.

Der Aufgabenbereich eines Kinderarztes ist somit umfassend und vielschichtig. Kinderärzte tragen maßgeblich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen bei, indem sie präventiv, diagnostisch und therapeutisch tätig sind und eng mit Familien und anderen Gesundheitsdienstleistern zusammenarbeiten.

Spezialisierungen

Kinderärzte können sich in verschiedenen Bereichen weiterbilden und spezialisieren, um spezifische gesundheitliche Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen noch gezielter behandeln zu können. Diese Weiterbildungen und Spezialisierungen ermöglichen es ihnen, tiefere Kenntnisse und Fähigkeiten in bestimmten medizinischen Disziplinen zu erwerben.

Neonatologie: Diese Spezialisierung konzentriert sich auf die medizinische Versorgung von Neugeborenen, insbesondere von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen. Neonatologen arbeiten häufig in spezialisierten Neugeborenen-Intensivstationen (NICUs).

Kinderkardiologie: Kinderkardiologen diagnostizieren und behandeln Herzkrankheiten bei Kindern. Sie betreuen angeborene Herzfehler, Herzrhythmusstörungen und andere kardiovaskuläre Erkrankungen.

Kinderneurologie: Diese Spezialisierung befasst sich mit neurologischen Erkrankungen bei Kindern, einschließlich Epilepsie, Entwicklungsstörungen, Muskeldystrophien und anderen neurologischen Störungen.

Kinderonkologie: Kinderonkologen behandeln Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen. Sie arbeiten in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten und Pflegepersonal, um umfassende Behandlungspläne zu erstellen und umzusetzen.

Kinderendokrinologie: Diese Fachrichtung beschäftigt sich mit hormonellen Störungen bei Kindern, wie Diabetes, Wachstumsstörungen und Schilddrüsenerkrankungen.

Kinder- und Jugendpsychiatrie: Kinder- und Jugendpsychiater sind auf die Diagnose und Behandlung von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Sie behandeln Depressionen, Angststörungen, ADHS und andere psychische Störungen.

Kinderpneumologie: Diese Spezialisierung konzentriert sich auf Atemwegserkrankungen bei Kindern, einschließlich Asthma, chronischer Bronchitis und zystischer Fibrose.

Kinder- und Jugendgynäkologie: Diese Fachrichtung behandelt gynäkologische Gesundheitsprobleme bei Mädchen und jungen Frauen, einschließlich Menstruationsstörungen und hormoneller Ungleichgewichte.

Durch diese vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten können Kinderärzte ihre Kompetenzen erweitern und spezialisierte medizinische Versorgung in unterschiedlichen Bereichen der Kinderheilkunde anbieten.

Behandlungen

Ein niedergelassener Kinderarzt mit eigener Praxis sieht sich in seinem Arbeitsalltag häufig mit eher harmlosen bakteriellen und viralen Erkrankungen wie Infekten der Atemwege oder des Verdauungssystems konfrontiert. Er untersucht die Kinder und schlägt im Anschluss daran eine Behandlung vor.

Hinzu kommen Verletzungen oder kleinere Unfälle, die sich ambulant behandeln lassen. Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich eines Kinderarztes besteht in der Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen, die umgangssprachlich als Us (U1 - U11, sowie J1 und J2) bezeichnet werden. Bei diesen Untersuchungen beurteilt der Kinderarzt die altersentsprechende emotionale, soziale und körperliche Entwicklung des Kindes und trägt seine Befunde schließlich in das gelbe Vorsorgeheft, das die Eltern zu jeder U mitbringen sollen, ein.

Die Vorsorgeuntersuchungen finden zu vorgegebenen Zeitpunkten statt und die zu überprüfenden körperlichen und geistigen Fähigkeiten sind vorgegeben. Vorsorgeuntersuchungen sind eine Früherkennungsmaßnahme, so dass auf eventuelle Auffälligkeiten rechtzeitig reagiert werden kann. Auch die von der STIKO (Ständige Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland) empfohlenen Impfungen führt der Kinderarzt durch. Wenn Eltern sich unsicher über die Notwendigkeit bestimmter Impfungen sind, so ist der Kinderarzt ein kompetenter Ansprechpartner und berät die Eltern gerne in diesen Fragen.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Die Methoden, die ein Kinderarzt zur Untersuchung und Diagnosestellung zur Verfügung hat, richten sich in erster Linie nach seiner Praxisausstattung und nach seiner Schwerpunktsetzung. So stehen bei leichteren Erkrankungen diagnostische Verfahren wie beispielsweise das Abtasten, das Abhören von Herz und Lunge mit dem Stethoskop, das Gespräch mit den Eltern, das Wiegen und Messen des Kindes sowie die Kontrolle des Rachenraums und der Ohren im Vordergrund.

Zusätzlich hat ein Kinderarzt die Möglichkeit, Blut, Abstriche und Urin des Kindes auf Auffälligkeiten zu untersuchen. Einige Kinderärzte können Schnelltests direkt in ihrer Praxis durchführen, andere schicken die Proben zur Auswertung in ein Labor. Ob eine Kinderarztpraxis ein Röntgen- oder Ultraschallgerät besitzt, hängt von der Ausrichtung der Praxis ab.

Spezialisierte Kinderarztpraxen führen zusätzlich Untersuchungen ihres Fachgebietes durch. So kann ein Kinderkardiologe beispielsweise ein EKG schreiben oder ein Kinderarzt für Lungenheilkunde einen Atemfunktionstest durchführen.


Moderne Technologien und Hilfsmittel

Kinderärzte nutzen eine Vielzahl von diagnostischen Geräten, Instrumenten und Ausrüstungen, um eine genaue Diagnose zu stellen und Behandlungen durchzuführen. Diese Werkzeuge sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt, um präzise und kindgerechte Untersuchungen zu ermöglichen.

Stethoskop: Ein grundlegendes Instrument zur Abhörung von Herz-, Lungen- und Darmgeräuschen. Kinderärzte verwenden oft spezielle, kleinere Stethoskope für Kinder.

Otoskop: Ein Gerät zur Untersuchung des Gehörgangs und des Trommelfells. Es hilft, Infektionen, Entzündungen und andere Ohrprobleme zu diagnostizieren.

Ophthalmoskop: Mit diesem Instrument wird das Innere des Auges untersucht, einschließlich der Netzhaut und des Sehnervs. Es ist nützlich zur Diagnose von Augenkrankheiten und Sehproblemen.

Thermometer: Digitale oder Infrarot-Thermometer werden verwendet, um die Körpertemperatur schnell und genau zu messen.

Blutdruckmessgerät: Spezielle Blutdruckmanschetten für Kinder und Säuglinge ermöglichen die Überwachung des Blutdrucks.

Pulsoximeter: Ein kleines, nicht-invasives Gerät zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut und der Herzfrequenz.

Spirometer: Wird zur Messung der Lungenfunktion eingesetzt, insbesondere bei Kindern mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen.

Ultraschallgerät: Für bildgebende Untersuchungen, um innere Organe, Muskeln und Gewebe darzustellen. Besonders nützlich für die Diagnose von Bauchschmerzen und anderen inneren Beschwerden.

EKG (Elektrokardiogramm): Zur Überprüfung der Herzfunktion und zur Diagnose von Herzrhythmusstörungen oder anderen kardiovaskulären Problemen.

Dermatoskop: Ein Instrument zur Untersuchung von Hautveränderungen und -erkrankungen.

Zungenspatel und Rachenabstrichsets: Zur Untersuchung des Rachens und zur Entnahme von Proben bei Verdacht auf Infektionen wie Streptokokken.

Diese diagnostischen Geräte und Instrumente sind essentiell für die präzise Diagnosestellung und die effektive Behandlung von Kindern. Sie ermöglichen es Kinderärzten, eine breite Palette von Gesundheitsproblemen zu identifizieren und angemessen zu behandeln.

Worauf sollten die Eltern achten?

Wenn Eltern auf der Suche nach einem Kinderarzt sind, so ist es oftmals hilfreich, mit anderen Eltern über deren Erfahrungen zu sprechen.

Letztendlich ist es jedoch vor allem in der Kinder- und Jugendheilkunde häufig eine Frage der persönlichen Sympathie, denn am wichtigsten für ein gutes Verhältnis zum Kinderarzt ist eine solide Vertrauensbasis.

Das Kind sollte sich bei den Untersuchungen wohlfühlen, was vor allem durch einen kindgerechten Umgang des Arztes mit dem Kind erreicht wird. Doch auch für die Fragen und Sorgen der Eltern sollte sich ein guter Kinderarzt ausreichend Zeit nehmen, damit Unklarheiten rasch beseitigt werden können.

Mindestens während des ersten Lebensjahrzehnts ist der Kinderarzt ein wichtiger Begleiter von Eltern und Kind.

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