Langzeit-EKG
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Ein Langzeit-EKG zeichnet über einen längeren Zeitraum ein sogenanntes Elektrokardiogramm auf, um festzustellen, ob Störungen oder ernsthaftere Erkrankungen des Herzens vorhanden sind. Es wird beispielsweise verwendet, um Herzrhythmusstörungen oder andere mögliche Herzkrankheiten nachzuweisen oder zu überwachen.
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Was ist Langzeit-EKG?
Ein Langzeit-EKG funktioniert wie ein normales Ruhe-EKG. In beiden Verfahren wird die Aktivität des Herzens in einer Kurvenform dargestellt, um die Herzfunktion zu überprüfen und zu beurteilen. Die elektrischen Impulse eines jeden Herzschlages werden abgeleitet und aufgezeichnet.
Das Langzeit-EKG wird mit Hilfe eines sehr kleinen am Körper tragbaren Gerätes aufgezeichnet, das über Elektroden und Kabel an den Patienten angeschlossen ist. Dieses Gerät besitzt einen elektronischen Datenspeicher, auf dem die Herzaktivitäten meist über 24 Stunden hinweg aufgezeichnet werden. Nach erfolgtem Langzeit-EKG werden die Ergebnisse dann am Computer abgelesen und vom Arzt ausgewertet.
Auf dem Bildschirm oder dem Ausdruck ist die Kurve des Langzeit-EKGs zu sehen, deren verschiedene Bereiche jeweils einem Abschnitt der Herzerregung, also den unterschiedlichen Herzregionen zuzuordnen sind. Das Langzeit-EKG ist ein grundlegendes Diagnoseverfahren und wird besonders von Internisten eingesetzt. Es zeichnet den Herzrhythmus über den Alltag hinweg auf, ohne dass dafür ein Eingriff nötig wäre.
Geschichte & Entwicklung
Das Langzeit-EKG (Elektrokardiogramm) wurde entwickelt, um Herzrhythmusstörungen zu diagnostizieren, die bei einer kurzen, standardisierten EKG-Aufnahme möglicherweise nicht erfasst werden. Die Vorarbeiten reichen in die 1940er Jahre zurück, als der amerikanische Biophysiker Norman J. Holter eine Methode zur drahtlosen Übertragung von Körpersignalen entwickelte; übertragen wurden damit zunächst Hirnströme. Sein erstes Gerät entstand um 1947, wog rund 85 Pfund - etwa 38 Kilogramm - und musste als Rucksack getragen werden. Zu einem Verfahren, das die Herzaktivität über Stunden aufzeichnet und anschließend ausgewertet wird, wurde daraus erst um 1960.
In den 1960er Jahren wurde das Gerät weiter miniaturisiert und verbesserte sich in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit und Genauigkeit. Die sogenannte Holter-Monitoring-Technologie revolutionierte die Kardiologie, da sie es ermöglichte, Herzrhythmusstörungen im normalen Alltag eines Patienten zu erkennen. Dies war ein bedeutender Fortschritt gegenüber dem klassischen EKG, das nur eine Momentaufnahme der Herzaktivität liefert.
In den folgenden Jahrzehnten wurden die Langzeit-EKG-Geräte immer kleiner, genauer und komfortabler für die Patienten. Heute sind sie so leicht und tragbar, dass sie über mehrere Tage hinweg getragen werden können, während die Patienten ihren normalen Aktivitäten nachgehen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Technologie hat die Speicher- und Analysefähigkeit dieser Geräte erheblich verbessert, sodass auch seltene Herzrhythmusstörungen zuverlässig erfasst werden können.
Einsatz & Indikation
Ein Langzeit-EKG wird durchgeführt, um Herzrhythmusstörungen oder andere Auffälligkeiten in der Herzaktivität über einen längeren Zeitraum zu erkennen, die bei einer normalen, kurzen EKG-Aufzeichnung möglicherweise unentdeckt bleiben. Es wird typischerweise über 24 bis 48 Stunden getragen, manchmal auch über mehrere Tage, um die Herzfunktion im Alltag des Patienten zu überwachen.
Ein Langzeit-EKG ist besonders notwendig, wenn unregelmäßige Herzsymptome wie Herzstolpern, Herzrasen, Schwindel, Ohnmachtsanfälle oder Brustschmerzen auftreten, die nicht kontinuierlich vorhanden sind. Da diese Symptome oft sporadisch und nicht während einer kurzen EKG-Untersuchung auftreten, bietet das Langzeit-EKG eine Möglichkeit, sie im Moment ihres Auftretens aufzuzeichnen, während der Patient seinem normalen Tagesablauf nachgeht.
Es wird auch bei Verdacht auf Vorhofflimmern, Bradykardie (langsamer Herzschlag), Tachykardie (schneller Herzschlag) oder Pausen im Herzrhythmus eingesetzt. Außerdem dient es zur Überwachung der Wirksamkeit von Medikamenten oder nach einem Eingriff wie einer Herzschrittmacherimplantation. Auch bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder ein erhöhtes Risiko für Herzprobleme haben, wird das Langzeit-EKG eingesetzt, um mögliche Risiken zu erkennen und frühzeitig zu behandeln.
Vorteile & Nutzen
Das Langzeit-EKG bietet mehrere Vorteile gegenüber anderen Untersuchungsmethoden zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen. Einer der größten Vorteile ist die Fähigkeit, Herzaktivitäten über einen längeren Zeitraum zu überwachen, im Gegensatz zum klassischen EKG, das nur eine Momentaufnahme von wenigen Sekunden liefert. Dadurch können sporadisch auftretende Herzrhythmusstörungen, die nicht immer während eines kurzen Arztbesuchs auftreten, besser erfasst werden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass das Langzeit-EKG während der normalen Alltagsaktivitäten des Patienten durchgeführt wird. Es ermöglicht eine realistische Erfassung der Herzfunktion in verschiedenen Situationen, etwa beim Schlafen, Arbeiten oder während körperlicher Aktivität. Dies führt zu einer genaueren Beurteilung der Herzgesundheit im Vergleich zu Untersuchungen in einer kontrollierten Umgebung wie der Arztpraxis.
Zudem kann das Langzeit-EKG wertvolle Informationen über unerklärliche Symptome wie Schwindel, Ohnmachtsanfälle oder Herzklopfen liefern, die in der Arztpraxis nicht immer präsent sind. Es bietet auch eine Möglichkeit, die Wirksamkeit von Medikamenten oder Therapien, etwa bei der Behandlung von Vorhofflimmern oder der Überwachung eines Herzschrittmachers, zu überprüfen.
Durch die kontinuierliche Aufzeichnung werden auch seltener auftretende Anomalien erfasst, die andere Methoden möglicherweise nicht erkennen können, was es zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der modernen Kardiologie macht.
Funktion, Wirkung & Ziele
Ein Langzeit-EKG dient dazu, tageszeitliche und nächtliche Schwankungen der Herzfunktion über einen vollen Tagesablauf hinweg zu überprüfen. Als aussagekräftig gilt eine Aufzeichnung, die mindestens 18 Stunden auswertbares Material liefert; getragen wird das Gerät meist 24 Stunden, bei besonderen Fragestellungen auch länger. Im Unterschied dazu wird das Ruhe-EKG zu einer momentanen, nur 5-10 Minuten dauernden Untersuchung verwendet, und ein Belastungs-EKG unter körperlicher Anstrengung (Ergometer) dauert 35-40 Minuten.
Das Langzeit-EKG bietet dem Arzt einen Überblick, wie sich bei dem Betroffenen dessen Herzleistung während alltäglicher Tätigkeiten und in verschiedenen Situationen verändert. Dieses Verfahren wird zu einer genaueren Untersuchung und Bewertung der verschiedensten Herzstörungen und Herzkrankheiten über einen längeren Zeitraum hinweg eingesetzt. Es ist vor allem sinnvoll, um mögliche Herzrhythmusstörungen bei Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel oder Ohnmachtsanfällen (Synkopen) entweder nachzuweisen oder auszuschließen.
Bei Herzrhythmusstörungen schlägt das Herz entweder zu langsam oder zu schnell. Da diese Störungen mitunter nur gelegentlich auftreten, werden sie von einem normalen Ruhe-EKG nicht immer erfasst.
Ein Langzeit-EKG kann dabei helfen, eine Verbindung zwischen unklaren körperlichen Beschwerden und einem unregelmäßigen Herzrhythmus herzustellen. Mit dem Langzeit-EKG können weiterhin eventuelle gefährliche Durchblutungsstörungen, die durch Verengungen von Herzkranzgefäßen entstehen, festgestellt werden. Diese verursachen nicht immer Schmerzen, sind also "stumm" (stumme Ischämie).
Das Langzeit-EKG ist besonders sinnvoll als Diagnoseverfahren bei nächtlichen Herzstörungen, die der schlafende Patient nicht bemerkt. Es wird natürlich auch zur Überwachung der Herzfunktion nach einem Herzinfarkt sowie nach der Implantation eines Herzschrittmachers eingesetzt.
Bei einem Langzeit-EKG werden bis zu sechs Elektroden an dem Körper des Patienten festgeklebt. Diese sind wiederum über Kabel mit dem Langzeit-EKG-Gerät verbunden, von dem das EKG in einem elektronischen Datenspeicher aufgezeichnet wird. Die Kabel werden über die Kleidung nach außen geführt, während der Patient das Gerät entweder an einem Hüftgürtel befestigen oder es sich umhängen kann. Außerdem wird der Patient gebeten, während des Langzeit-EKGs seine Tätigkeiten, körperlichen Beobachtungen sowie eventuelle Beschwerden in einem Protokoll aufzuzeichnen.
Über ein spezielles Auswertungsgerät wird dann das Langzeit-EKG auf einem Bildschirm abgebildet. Dieses wird meistens auch ausgedruckt und dann entweder automatisch oder vom Arzt ausgewertet. Hierbei wird jeder Herzschlag auf Störungen hin überprüft.
Es gibt zwei Arten von Langzeit-EKG-Geräten. Das eine basiert auf der kontinuierlichen Aufzeichnung, wobei jeder Herzschlag aufgezeichnet wird, und das andere auf der diskontinuierlichen Aufzeichnung, bei welcher lediglich Herzrhythmusstörungen aufgezeichnet werden.
Durchführung & Ablauf
Ein Langzeit-EKG läuft in der Regel folgendermaßen ab: Zunächst wird der Patient in der Arztpraxis oder Klinik auf den Ablauf vorbereitet. Kleine Elektroden werden auf die Brust des Patienten geklebt, die mit dünnen Kabeln mit einem kleinen tragbaren EKG-Gerät verbunden sind. Dieses Gerät, auch Holter-Monitor genannt, wird meist am Gürtel oder um den Hals getragen und zeichnet die Herzaktivität kontinuierlich über 24 bis 48 Stunden oder länger auf.
Das Gerät misst und speichert die elektrischen Signale des Herzens, ähnlich wie ein herkömmliches EKG, jedoch über einen längeren Zeitraum. Während des Tragens kann der Patient seinen normalen Alltag wie gewohnt fortsetzen, inklusive Arbeit, Bewegung und Schlafen. Es ist wichtig, während des Tragens des Geräts normale Aktivitäten auszuführen, da dies hilft, potenzielle Herzrhythmusstörungen unter alltäglichen Bedingungen zu erfassen.
Patienten erhalten oft ein Tagebuch, in dem sie Symptome wie Schwindel, Herzklopfen oder Schmerzen sowie die genaue Uhrzeit notieren sollen. Diese Notizen helfen den Ärzten später, die Aufzeichnungen mit den berichteten Symptomen abzugleichen.
Nach Abschluss der Messung wird das Gerät zurückgegeben, und die gespeicherten Daten werden am Computer ausgewertet. Der Arzt analysiert die Herzfrequenz und mögliche Rhythmusstörungen, um Diagnosen zu stellen oder die Therapie zu überwachen.
Risiken & Gefahren
Das Langzeit-EKG greift nicht in den Körper ein: Aufgezeichnet wird über Elektroden, die auf die Haut geklebt werden. Die Beeinträchtigungen betreffen deshalb vor allem den Tragekomfort. Nach einem anfänglichen ungewohnten Empfinden wegen der am Körper befestigten Kabel und Elektroden werden diese tagsüber kaum mehr bemerkt. Während der Nachtzeit kann diese Ausrüstung allerdings ein wenig stören. Außerdem kann es vorkommen, dass ein Kabel sich von der Klebestelle löst, wodurch die Aufzeichnung unterbrochen wird.
Nur gelegentlich kann es zu einem juckenden Ausschlag an den Stellen kommen, wo die Elektroden befestigt wurden. Das Langzeit-EKG-Gerät sollte nicht an Arbeitsplätzen getragen werden, an denen die Gefahr besteht, dass brennbare Gase austreten und somit Explosionsgefahr besteht.
Alternativen
Es gibt verschiedene alternative Verfahren zum Langzeit-EKG, die eingesetzt werden können, wenn ein Langzeit-EKG nicht möglich ist oder zusätzliche Informationen erforderlich sind.
Eine der gängigsten Alternativen ist das Ereignisrekorder-Monitoring. Hierbei trägt der Patient ein tragbares Gerät, ähnlich einem Holter-Monitor, das jedoch nur bei auftretenden Symptomen aktiviert wird. Der Patient drückt einen Knopf, wenn er Symptome wie Schwindel oder Herzklopfen verspürt, und das Gerät zeichnet in diesem Moment die Herzaktivität auf. Dies eignet sich besonders für Patienten, bei denen Symptome selten und nicht regelmäßig auftreten.
Eine weitere Alternative ist der implantierbare Loop-Rekorder. Dieses kleine Gerät wird unter die Haut implantiert und kann über einen Zeitraum von Monaten oder sogar Jahren kontinuierlich die Herzaktivität überwachen. Dies ist hilfreich bei Patienten, deren Herzrhythmusstörungen sehr selten auftreten und schwer zu erfassen sind.
Das Standard-EKG oder Belastungs-EKG kann ebenfalls verwendet werden, um Herzprobleme unter Ruhebedingungen oder bei körperlicher Aktivität zu erkennen. Allerdings ist dies nur eine Momentaufnahme der Herzaktivität und erfasst keine sporadisch auftretenden Störungen.
Zudem können bildgebende Verfahren wie die Echokardiographie oder Kernspintomographie (MRT) des Herzens zusätzliche Einblicke in strukturelle Herzprobleme bieten, die durch Herzrhythmusstörungen verursacht werden könnten, obwohl sie keine direkte Rhythmusüberwachung bieten wie das Langzeit-EKG.
Auswertung & Befund
Nach der Rückgabe des Geräts werden die gespeicherten Daten in ein Auswertungsprogramm eingelesen. Die Software erkennt zunächst jeden einzelnen Herzschlag und ordnet ihn einer Kategorie zu: regelrechter Schlag aus dem Sinusknoten, zusätzlicher Schlag aus den Vorhöfen oder zusätzlicher Schlag aus den Herzkammern. Diese automatische Vorsortierung nimmt dem auswertenden Arzt viel Arbeit ab, ersetzt seine Beurteilung aber nicht: Störsignale werden von der Software mitunter als Herzschläge gezählt und abgelöste Elektroden als Herzstillstand gedeutet. Der Arzt sieht die markierten Stellen deshalb im Original nach und verwirft, was sich als Artefakt erweist.
Der schriftliche Befund enthält üblicherweise die mittlere, die niedrigste und die höchste Herzfrequenz mit der zugehörigen Uhrzeit. Daraus lässt sich ablesen, ob sich der Herzschlag im Tagesverlauf normal verhält – nachts langsamer, unter Belastung schneller. Festgehalten werden außerdem längere Pausen zwischen zwei Schlägen, Anzahl und Verteilung der zusätzlichen Schläge (Extrasystolen) sowie die Frage, ob diese vereinzelt, paarweise oder in Serien auftraten. Kommt Vorhofflimmern vor, wird vermerkt, wie viele Episoden aufgetreten sind und welchen Anteil der Aufzeichnungszeit sie eingenommen haben. Viele Programme werten zusätzlich den Verlauf der ST-Strecke aus, jenes Kurvenabschnitts, dessen Veränderung auf eine Mangeldurchblutung des Herzmuskels hindeuten kann.
Das eigentliche Kernstück der Auswertung ist der Abgleich mit dem Tagebuch. Notiert der Patient Uhrzeit und Art seiner Beschwerden, lässt sich die Aufzeichnung an genau dieser Stelle betrachten. Drei Ergebnisse sind möglich, und alle drei sind aussagekräftig. Fällt die notierte Beschwerde mit einer Rhythmusstörung zusammen, ist der Zusammenhang gezeigt. Trat die Beschwerde auf, während das Herz regelmäßig schlug, spricht das dagegen, dass eine Rhythmusstörung sie ausgelöst hat – ein Befund, der die weitere Suche in eine andere Richtung lenkt und damit ebenso nützlich ist. Und schließlich können Auffälligkeiten aufgezeichnet werden, von denen der Patient nichts bemerkt hat; sie heißen dann stumm.
Aus einem auffälligen Befund folgt nicht zwangsläufig eine Behandlung. Vereinzelte Extrasystolen finden sich auch bei Menschen mit gesundem Herzen und haben für sich genommen oft keinen Krankheitswert. Wie ein Befund einzuordnen ist, hängt davon ab, ob Beschwerden bestehen und in welchem Zustand sich der Herzmuskel befindet. Deshalb wird das Langzeit-EKG in aller Regel gemeinsam mit anderen Untersuchungen beurteilt, etwa einer Echokardiographie zur Beurteilung von Herzklappen und Pumpfunktion.
Grenzen der Aussagekraft
Ein Langzeit-EKG dokumentiert ausschließlich das, was während der Aufzeichnung geschieht. Bleibt der Herzrhythmus in diesen Stunden unauffällig, ist damit nicht bewiesen, dass keine Rhythmusstörung vorliegt – es ist lediglich in diesem Zeitraum keine aufgetreten. Ein unauffälliges Langzeit-EKG schließt eine Rhythmusstörung also nicht aus. Je seltener die Beschwerden eines Patienten auftreten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, sie in einem Tag oder zwei einzufangen. Treten Symptome nur wenige Male im Jahr auf, führt eine Verlängerung der Aufzeichnung oder der Wechsel zu einem der weiter oben beschriebenen Rekorder eher zum Ziel als eine Wiederholung derselben Untersuchung.
Auch die technische Qualität setzt Grenzen. Löst sich eine Elektrode, entsteht eine Lücke in der Aufzeichnung. Schwitzen, starke Körperbehaarung sowie trockene oder eingecremte Haut verschlechtern den Kontakt, weshalb die Klebestellen vor dem Anlegen gereinigt und bei Bedarf rasiert werden. Bewegungen erzeugen im Signal Zacken, die einer Rhythmusstörung ähneln können. Kommen viele solcher Störungen zusammen, kann eine Aufzeichnung so unbrauchbar werden, dass sie wiederholt werden muss.
Schließlich zeigt das Verfahren nur die elektrische Seite des Herzens. Über die Pumpkraft, den Zustand der Herzklappen oder Verengungen der Herzkranzgefäße sagt es unmittelbar nichts aus; dafür sind bildgebende oder invasive Untersuchungen wie die Echokardiographie oder die Koronarangiographie erforderlich. Ein besonderer Anwendungsfall ist die Suche nach unbemerktem Vorhofflimmern nach einem Schlaganfall, dessen Ursache offengeblieben ist: Weil solche Episoden häufig ohne Beschwerden verlaufen und nur zeitweise auftreten, steigt die Aussicht, sie zu finden, mit der Dauer der Rhythmusüberwachung.
Quellen
- Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
ISBN: 9783662629314
- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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- Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Innere Medizin.
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- Füeßl, H. S., Middeke, M.: Anamnese und klinische Untersuchung.
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- Lapp, H., Krakau, I. (Hrsg.): Das Herzkatheterbuch.
ISBN: 9783132451384

