Lungenkrebs Behandlung und Vorbeugung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Neben den allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen sollten sich nicht nur Raucher, sondern auch Nichtraucher regelmäßig vom Arzt auf ihre Lungenfunktion hin untersuchen lassen. Neben eventuell bisher unerkannten Erkrankungen werden auch eine ganze Reihe anderer Lungenerkrankungen entdeckt, unter anderem Lungenkrebs. Er gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist bei Männern die häufigste krebsbedingte Todesursache.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für Lungenkrebs

Lungenkrebs
Von Lungenkrebs befallene Lungenbläschen (Alveolen) im Ausschnitt gekennzeichnet. Klicken, um zu vergrößern.

Obwohl die Ursachen der Krebsentstehung noch nicht vollständig bekannt sind, wissen wir, dass es viele Faktoren gibt, die Lungenkrebs auslösen oder seine Entstehung begünstigen. Erst wenn sie alle erforscht und wie die Bausteine eines Mosaikbildes richtig zusammengesetzt sind, wird man die Krebsentwicklung bis ins einzelne überblicken können. Über einen Faktor sind sich jedoch alle Mediziner der Welt einig: Das Rauchen, besonders das Zigarettenrauchen, begünstigt die Entstehung von Lungenkrebs.

Nicht das Nikotin ist in diesem Fall der schädliche Wirkstoff, der die Krebsentstehung fördert, sondern die Teerprodukte, die durch einen Schwelprozess beim langsamen Verbrennen der Zigarette entstehen. Aus diesen Tabakteerprodukten konnte man Stoffe isolieren, die die Fähigkeit haben, im Tierexperiment Lungenkrebs zu erzeugen. Mit diesen Produkten teert der Raucher gewissermaßen durch das Inhalieren des Zigarettenrauches täglich seine Bronchien und entzündet sie zusätzlich.

Die chronische und sich ständig wiederholende Entzündung und Reizung der Bronchialschleimhaut kann nach einer Latenzzeit von etwa zwanzig Jahren eine Krebserkrankung verursachen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren; die Hälfte der Betroffenen erkrankt erst danach, aber auch jüngere Menschen sind vor dem Lungenkrebs nicht sicher. Dass Frauen seltener an Lungenkrebs erkranken als Männer, erklärt sich nicht aus dem Geschlecht selbst, sondern aus den unterschiedlichen Rauchgewohnheiten früherer Jahrzehnte. Seit Ende der 1990er Jahre steigen die Erkrankungs- und Sterberaten bei Frauen an, während sie bei Männern zurückgehen; beide Geschlechter haben sich darin stark angenähert.

Neben dem Rauchen muss aber noch ein weiterer Faktor, der die Lungenkrebsentstehung begünstigt, unbedingt erwähnt werden. Gemeint ist die Verunreinigung der Luft unserer modernen Industriestädte und Industriegroßanlagen. Ein bekanntes Beispiel ist die starke Verschmutzung der Luft im Ruhrgebiet, auch wenn die Luft dort in den letzten Jahren um einiges sauberer geworden ist. Zur Verunreinigung der Atemluft tragen auch die Abgase der Autos stark bei, die eben in den Ballungszentren besonders stark ausgeprägt sind.

Symptome & Anzeichen

Eine Krebsgeschwulst entwickelt sich in der Regel aus der Schleimhaut der Bronchien und wird aus diesem Grund auch Bronchialkrebs genannt. Sind die großen Bronchien betroffen, sprechen wir von einem zentralen Lungenkrebs, entsteht er in der Peripherie, so sprechen wir von einem peripheren Lungenkrebs. Die Einteilung in diese beiden Gruppen ist für die Früherfassung des Lungenkrebses von großer Bedeutung. In der Lunge befinden sich keine schmerzleitenden Nerven, es ist also kein Alarmsystem vorhanden, das zum Beispiel durch Schmerzen auf Veränderungen in der Lunge aufmerksam macht. Diese "stummen" peripheren Geschwülste sind es besonders, die durch die Röntgenuntersuchung oder zufällig bei anderen prophylaktischen Untersuchungen entdeckt werden.

Anders ist es mit dem Lungenkrebs, der sich in den großen Bronchien entwickelt. Hier sitzen besonders viele Hustenrezeptoren. Der wachsende Lungenkrebs führt zu einer Reizung dieser Rezeptoren, es kommt zu einem hartnäckigen Husten, der sich zum Beispiel im Gegensatz zur Bronchitis durch Hustenmedikamente nicht beeinflussen lässt. Außerdem können Auswurf, Blutbeimengungen im Auswurf, häufig auftretende grippale Infekte oder wiederholte Erkrankungen an Lungenentzündung, wichtige Hinweiszeichen sein.

Formen des Lungenkrebses

Für die Behandlung ist entscheidend, welche Art von Krebsgeschwulst vorliegt. Nach dem feingeweblichen Bild werden zwei große Gruppen unterschieden. Das kleinzellige Bronchialkarzinom wächst rasch und bildet früh Absiedlungen in anderen Organen; zum Zeitpunkt der Diagnose hat es den Ausgangsort meist bereits überschritten. Es wird deshalb überwiegend medikamentös und mit Bestrahlung behandelt und nur in Ausnahmefällen operiert. Auf diese Behandlung spricht es zunächst häufig gut an, neigt aber zu einem Wiederauftreten.

Die zweite und größere Gruppe fasst die nicht-kleinzelligen Karzinome zusammen. Zu ihnen gehören unter anderem das Adenokarzinom, das seinen Ausgang häufiger von den äußeren Lungenabschnitten nimmt und auch bei Menschen vorkommt, die nie geraucht haben, sowie das Plattenepithelkarzinom, das eher in den großen Bronchien entsteht. Diese Formen wachsen in der Regel langsamer, und solange sie auf einen begrenzten Bereich beschränkt sind, kommt eine Operation infrage.

Beim Adenokarzinom und bei einem Teil der übrigen nicht-kleinzelligen Karzinome wird das entnommene Gewebe zusätzlich auf Veränderungen im Erbgut der Tumorzellen und auf bestimmte Oberflächenmerkmale untersucht. Für einige dieser Veränderungen stehen eigene Medikamente zur Verfügung, die nur dann wirken, wenn das entsprechende Merkmal auch tatsächlich nachgewiesen wurde. Diese Untersuchung des Gewebes gehört heute zur Vorbereitung der Behandlung und ist ein Grund dafür, dass zwischen Diagnose und Therapiebeginn einige Zeit vergeht.

Untersuchung & Behandlung

Wie ist nun der Gang der Untersuchung, wenn bei einem Mann durch die Röntgenuntersuchung eine Lungenverschattung im rechten Oberlappen festgestellt wurde und mit den Untersuchungsmethoden, wie sie in einer ambulanten Einrichtung zur Verfügung stehen, nicht herausgefunden werden konnte, welche Erkrankung diesen Verschattungsbezirk hervorruft? Eine Röntgenuntersuchung kann nämlich nicht immer genaue Aussagen über die Natur einer Verschattung machen. Das Röntgenbild liefert nur ein schwarzweißes Schattenbild der Lunge und des Krankheitsprozesses. Es lässt sich mit einer angeleuchteten Leinwand vergleichen, hinter die verschiedene Geldstücke gleicher Größe gehalten werden.

Man sieht dann nur gleich große runde Schattenbilder, kann aber nicht den Wert der einzelnen Geldstücke erkennen. Um jedoch die Ursache der Verschattung herauszufinden, muss sich der Patient zu einer Spezialuntersuchung in einem Krankenhaus begeben. Wie es Instrumente gibt, mit denen man in die Blase oder in den Magen blicken kann, gibt es auch eines, mit dem man in die Bronchien hineinsehen kann, das Bronchoskop.

Die flexible Bronchoskopie ist eine Routineuntersuchung, die unter örtlicher Betäubung des Rachenraums und häufig zusätzlich mit einem leichten Beruhigungsmittel durchgeführt wird und etwa zehn Minuten dauert. Mit dem Bronchoskop kann man die großen Bronchien direkt betrachten und außerdem mit Optiken in ihre Aufzweigungen hineinblicken. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob zum Beispiel entzündliche Veränderungen der Bronchialschleimhaut oder geschwürartige Wucherungen in den Bronchien bestehen.

Der Arzt entnimmt mit einer feinen Zange ein kleines Gewebsstück aus der verdächtigen Stelle. Die mikroskopische Untersuchung dieser Probe gibt dann Auskunft, ob nun wirklich ein Lungenkrebs vorliegt. Es können nämlich in der Lunge und den Bronchien neben dem Lungenkrebs als bösartige Tumore auch gutartige Neubildungen vorkommen.

Man kann jedoch mit dem Bronchoskop über die großen Bronchien und ihre Aufzweigungen nicht hinaussehen, da die nächstfolgenden Aufzweigungen zu fein sind. Lange Zeit ließen sich die peripheren Abschnitte des Bronchialbaumes mit einer weiteren Untersuchungsmethode sichtbar machen, der Bronchografie. Dazu nutzte man die Tatsache, dass bestimmte chemische Substanzen (Kontrastmittel) die Röntgenstrahlen nicht durchlassen, im Röntgenbild also eine Verschattung bewirken. Durch einen Gummikatheter wurde das Kontrastmittel in die Bronchien der kranken Lungenseite gefüllt, damit die kleinen Bronchien deutlich auf dem Röntgenschirm hervortraten. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Bronchografie durch die Computertomographie abgelöst, die die Lunge in feinen Schichten abbildet, ohne dass Kontrastmittel in die Bronchien eingefüllt werden muss.

Lungenkrankheiten
Infogramm zu den verschiedenen Lungenerkrankungen und deren Merkmale, Anatomie und Lage. Klicken, um zu vergrößern.

An Hand der Bronchografie ließ sich erkennen, welcher Bronchus in die Verschattung hineinführt. Darauf folgte das dritte Untersuchungsverfahren der Bronchologie: Vom Bronchoskop aus wurde über den so festgestellten Zuführungsbronchus ein feiner Gummikatheter zum Herd vorgeschoben. Auch dabei brauchte der Arzt die Röntgenstrahlen. Mit Hilfe der Durchleuchtung konnte er feststellen, ob der Katheter den richtigen Weg zum Krankheitsherd nahm. Hatte der Katheter den Herd erreicht, wurde er an eine Saugpumpe angeschlossen. So ließen sich winzige Gewebsbröckelchen vom Krankheitsherd absaugen, die gefärbt und unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht wurden.

Diese Methode, die der Arzt Katheterbiopsie nannte, erlaubte eine Gewebsentnahme aus der Lungenperipherie. Man benutzte dabei die Bronchien als natürlichen Zugangsweg und ersparte dem Patienten einen diagnostischen operativen Eingriff. Heute übernimmt diese Aufgabe die transbronchiale Biopsie, bei der die Gewebeprobe unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle ohne vorherige Bronchografie gewonnen wird. Bei einem betroffenen Patienten konnte also durch die bronchologischen Untersuchungen ein Lungenkrebs festgestellt werden. Er war durch die Röntgenuntersuchung so rechtzeitig entdeckt und der Patient so schnell zur stationären Beobachtung eingewiesen worden, dass die Geschwulst durch eine sofort eingeleitete Operation radikal entfernt werden konnte.


Behandlungsmöglichkeiten

Bevor eine Behandlung festgelegt wird, muss die Ausbreitung der Erkrankung geklärt sein. Dazu gehören eine Schichtaufnahme von Brustkorb und Oberbauch, häufig eine Positronen-Emissions-Tomographie und eine Kernspinuntersuchung des Kopfes, weil Absiedlungen im Gehirn (Hirnmetastasen) auch ohne Beschwerden vorliegen können. Ob die Lymphknoten im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln befallen sind, lässt sich mit einer Ultraschalluntersuchung von den Bronchien aus mit gleichzeitiger Gewebeentnahme oder mit einer Mediastinoskopie beurteilen. Vor einer geplanten Operation wird außerdem mit einem Lungenfunktionstest geprüft, ob die nach dem Eingriff verbleibende Lunge für den Alltag ausreicht.

Bei einem nicht-kleinzelligen Karzinom in frühem Stadium bietet die Operation die besten Aussichten auf Heilung. Entfernt wird üblicherweise ein ganzer Lungenlappen mitsamt den zugehörigen Lymphknoten, bei ungünstiger Lage auch ein vollständiger Lungenflügel. Ist der Tumor örtlich weiter fortgeschritten, aber noch nicht gestreut, werden Strahlentherapie und medikamentöse Behandlung miteinander verbunden. Kommt eine Operation wegen Begleiterkrankungen nicht infrage, kann eine besonders zielgenaue Bestrahlung eines kleinen Herdes eine Möglichkeit sein.

Hat die Erkrankung bereits gestreut, steht die medikamentöse Behandlung im Vordergrund. Sie umfasst je nach den am Gewebe erhobenen Befunden eine Chemotherapie, zielgerichtete Wirkstoffe oder eine Immuntherapie; auch Kombinationen sind üblich. Beim kleinzelligen Karzinom sind Chemotherapie und Bestrahlung die tragenden Säulen der Behandlung. Beschwerden wie Atemnot, Schmerzen oder ein Erguss zwischen Lunge und Brustwand (Pleuraerguss) werden gezielt behandelt — der Erguss etwa durch Ablassen der Flüssigkeit. Eine palliativmedizinische Mitbetreuung ist dabei kein Zeichen des Aufgebens, sondern gehört bei fortgeschrittener Erkrankung zur regulären Versorgung.

Für Menschen, die zum Zeitpunkt der Diagnose noch rauchen, ist der Verzicht auf Tabak auch jetzt noch von Bedeutung: Er verbessert die Verträglichkeit von Operation und Bestrahlung, die Wundheilung und die Lungenfunktion. Unterstützung bieten strukturierte Entwöhnungsprogramme und, ärztlich begleitet, eine Nikotinersatztherapie.

Differentialdiagnose

Aber nicht jeder Patient, der bronchologisch untersucht wird, hat einen Lungenkrebs. In den meisten Fällen stellt sich heraus, dass andere Lungenerkrankungen vorliegen. Auch hier hat die bronchologische Untersuchung schon oft geholfen, schnell den richtigen Behandlungsweg zu finden.

Ein Schatten im Röntgenbild oder ein Rundherd in der Schichtaufnahme kann viele Ursachen haben. Infrage kommen eine abgelaufene oder noch bestehende Lungenentzündung, eine Tuberkulose, Narben nach früheren Entzündungen, gutartige Geschwülste, entzündliche Erkrankungen wie die Sarkoidose, bei geschwächter Abwehr auch ein Pilzbefall sowie Absiedlungen von Tumoren anderer Organe in der Lunge. Für die Einordnung sind Form, Begrenzung, Verkalkung und vor allem das Verhalten über die Zeit von Bedeutung: Ein über Jahre unveränderter, scharf begrenzter Herd spricht gegen Bösartigkeit, ein wachsender Herd mit unscharfen Ausläufern dafür. Beweisend ist keines dieser Merkmale — Sicherheit gibt allein die feingewebliche Untersuchung, für die neben der Bronchoskopie auch eine Gewebeentnahme durch die Brustwand (Lungenbiopsie) zur Verfügung steht.

Auch die Beschwerden erlauben für sich genommen keinen Schluss. Hartnäckiger Husten, Auswurf mit Blutbeimengung, wiederholte Infekte der Atemwege und Luftnot treten ebenso bei einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), bei erweiterten Bronchien, bei einer Lungenfibrose oder bei Herzerkrankungen auf. Umgekehrt können Zeichen wie Heiserkeit durch Befall des Stimmbandnervs, eine gestaute Halsvene oder ein ungewollter Gewichtsverlust auf eine bereits fortgeschrittene Erkrankung hinweisen und sollten stets abgeklärt werden.

Vorbeugung & Früherkennung

Aus den Ursachen für die Krebsentstehung, die wir anfangs genannt haben, lassen sich gleichzeitig einige Annahmen ableiten, durch deren Weiterführung eine abnehmende Zahl von Lungenkrebserkrankungen erreicht werden kann.

Weil für zahlreiche Stoffe in verunreinigter Luft belegt ist, dass sie eine Krebsentwicklung begünstigen, unternehmen Arbeitsmediziner wie Gesetzgeber große Anstrengungen, um die Anwesenheit dieser Stoffe in der Luft auf ein vertretbares Maß zu senken. Diese Bemühungen kennzeichnen eine Form der gesellschaftlichen Verantwortung für den Gesundheitsschutz.

Wenn die Gesellschaft mit großem, ständig steigendem Finanzaufwand die allgemeine Gefährdung herabsetzt, dann sollte auch der einzelne einen entsprechenden Beitrag, der ihm sogar Einsparungen bringt, leisten und auf das Rauchen, insbesondere von Zigaretten, verzichten. Die weitverbreitete Meinung, eine Filterzigarette senke das Krebsrisiko, ist widerlegt.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört auch, dass jeder an den in seinem Interesse sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen teilnimmt. Falls der Arzt eine stationäre Behandlung anordnet, sollte man dies beherzigen, auch wenn man sich völlig gesund fühlt, aber auch nicht "durchdrehen", denn erstens verbirgt sich nicht hinter jedem Schatten auf dem Röntgenbild Lungenkrebs und zweitens sind die Heilungsaussichten bei einer Krebserkrankung umso besser, je früher sie erkannt wird.

Im Fall des Lungenkrebses bedeutet das, sofort den Arzt aufzusuchen, wenn sich ein hartnäckiger Husten einstellt, der auch nach der Anwendung von Medikamenten nicht zurückgeht, oder Blut im Sputum bemerkt wird.

Der wirksamste Beitrag zur Vorbeugung ist der Verzicht auf Tabakrauch — auch auf das Mitrauchen in verrauchten Räumen, das für Nichtraucher ein eigenes Risiko darstellt. Daneben gibt es Belastungen, an die viele nicht denken. Dazu zählt Radon, ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das aus dem Untergrund in Keller und Erdgeschosse eindringen kann und je nach geologischen Verhältnissen regional sehr unterschiedlich auftritt. Die Belastung lässt sich mit einfachen Messgeräten über einen längeren Zeitraum bestimmen und durch Abdichten und Lüften verringern.

Am Arbeitsplatz sind es vor allem Asbest, Quarzstaub, bestimmte Chrom- und Nickelverbindungen, Arsenverbindungen sowie Verbrennungsprodukte wie Ruß und Dieselmotoremissionen, die die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen können. Erkrankt jemand nach einer solchen beruflichen Belastung, kommt die Anerkennung als Berufskrankheit in Betracht; der Verdacht wird ärztlich gemeldet, und die Prüfung übernimmt der zuständige Unfallversicherungsträger. Der Schutz vor diesen Stoffen ist deshalb Gegenstand des Arbeitsschutzes und nicht allein Sache des Einzelnen.

Zur Früherkennung eignet sich die einfache Röntgenaufnahme des Brustkorbs nicht. Sie entdeckt zwar zufällig immer wieder Herde, hat sich als planmäßige Reihenuntersuchung aber nicht bewährt. Untersucht wurde stattdessen die Schichtaufnahme mit niedriger Strahlendosis bei Menschen mit langjährigem starkem Tabakkonsum; in großen Untersuchungen in den Vereinigten Staaten und in Europa ließ sich damit die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs senken. Dem stehen Nachteile gegenüber: auffällige Befunde, die sich nach weiterer Abklärung als harmlos erweisen, die Strahlenbelastung wiederholter Untersuchungen und die Entdeckung von Herden, die dem Betroffenen zeitlebens keine Beschwerden bereitet hätten. Programme dieser Art richten sich deshalb ausdrücklich nur an Menschen mit deutlich erhöhtem Risiko und setzen eine Beratung über Nutzen und Nachteile voraus.

Quellen

  • Eucker, J., Scholz, C. (Hrsg.): Facharztwissen Hämatologie Onkologie.
    ISBN: 9783437212079
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Hoffmann, H., Ludwig, C., Passlick, B. (Hrsg.): Thoraxchirurgie.
    ISBN: 9783662591451
  • Christiansen, H., Bremer, M. (Hrsg.): Strahlentherapie und Radioonkologie aus interdisziplinärer Sicht.
    ISBN: 9783965432475
  • Bösch, D.: Pneumologie.
    ISBN: 9783662714430

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