Lungenentzündung
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Lungenentzündung oder Pneumonie wird zumeist in der kälteren Jahreszeit, wie Winter oder Herbst, ausgelöst. Dabei spielen vor allem Bakterien, Pilze und Viren eine maßgebliche Rolle bei der Übertragung. Aber auch durch Husten und Niesen anderer Menschen kann es zur Tröpfcheninfektion und damit zur Lungenentzündung kommen.
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Was ist eine Lungenentzündung?
Wenn sich Teile der Lunge, zum Beispiel die Lungenbläschen oder das Zwischengewebe, entzünden, spricht man von einer Lungenentzündung oder im Fachterminus Pneumonie. Selten ist die ganze Lunge betroffen, nur in schwerwiegenden Fällen sind beidseitige Lungenentzündungen möglich. Hier ist das ganze Lungengewebe betroffen.
Da die Lunge das einzige Organ ist, das den Sauerstoffaustausch regelt, sind diese Erkrankungen sehr ernst zu nehmen und müssen in jedem Fall von einem Arzt behandelt werden. Die Lungenentzündung wird in der Regel durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dies geschieht durch Niesen, Husten oder Sprechen. Aber nicht jede Lungenentzündung ist ansteckend.
Mittlerweile ist die Lungenentzündung weltweit die häufigste Infektionskrankheit mit tödlichem Ausgang. Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an dieser verkannten Volkskrankheit.
Ursachen
Anfälliger sind auch ältere Menschen, deren Immunsystem altersbedingt geschwächt ist und kleine Kinder, deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Eine weitere Ursache kann die Einatmung giftiger Gase, zum Beispiel bei einem Brand, sein. Von einer Strahlenpneumonie spricht man, wenn ein Krebspatient nach der Bestrahlung des Lungenkrebses, an einer Lungenentzündung erkrankt.
Eine Lunge muss gut durchlüftet sein. Dies geschieht bei bettlägerigen Patienten nicht so gut und führt in vielen Fällen zu einer Entzündung. Eine weitere Ursache kann die mangelnde Durchblutung der Lunge, hervorgerufen durch eine Lungenembolie, sein. Bei manchen Patienten schließt der Muskel am Mageneingang nicht mehr richtig. Kleine Mengen der Magensäure gelangen so in die Luftröhre und werden eingeatmet. Dadurch kann ebenfalls eine Lungenentzündung hervorgerufen werden.
Eher selten wird diese Erkrankung durch Einatmen von Essenspartikeln hervorgerufen. Wasseransammlungen in der Lunge, verursacht durch bestimmte Herzkrankheiten, können ebenfalls eine Lungenentzündung begünstigen.
Typische Symptome & Anzeichen
Eine Lungenentzündung geht typischerweise mit Atembeschwerden, Fieber und Schüttelfrost einher. Die Körpertemperatur steigt rasch an und kann durchaus mehr als 40 Grad Celsius erreichen. Darüber hinaus fühlen sich die Betroffenen schwach und antriebslos. Der Körper versucht, mehr Luft in die Lungen zu pumpen, was sich in einer erhöhten Atemfrequenz sowie in einem erhöhten Puls bemerkbar macht.
Genügen diese Maßnahmen nicht, um einem Sauerstoffmangel entgegenzuwirken, verfärben sich die Lippen blau. Auch das Nagelbett kann von dieser Blaufärbung betroffen sein. Des Weiteren tritt bei einer Lungenentzündung Husten auf, wobei der Auswurf im späteren Verlauf der Erkrankung bräunlich eingefärbt ist. Ist das Brustfell in Mitleidenschaft gezogen, kommt es zusätzlich zu Schmerzen beim Atmen.
Insbesondere ältere Menschen leiden unter Verwirrungszuständen und/oder vegetieren scheinbar vor sich hin. Handelt es sich um eine sogenannte atypische Pneumonie, können die Symptome stark variieren. In diesem Fall steigt die Körpertemperatur oftmals nur leicht an und Patienten leiden eher unter einem trockenen Husten.
Nach der ersten Krankheitswoche lässt das Fieber schlagartig nach, wodurch das Herz-Kreislauf-System stark belastet wird. Dieser plötzliche Fieberabfall beschreibt allerdings den unbehandelten Verlauf; unter einer wirksamen Antibiotikabehandlung geht das Fieber heute meist schon nach zwei bis drei Tagen allmählich zurück. Nach weiteren zwei Wochen ist die Pneumonie in der Regel überstanden. Symptome wie allgemeine Schwäche und leichte Atemprobleme können jedoch auch weiterhin auftreten.
Krankheitsverlauf
Grundsätzlich sind die Symptome bei einer Lungenentzündung sehr unterschiedlich, abhängig von der Art der Infektion und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Bei der bakteriellen und klassischen Entzündung der Lunge hat der Patient trockenen Husten, der mit Brustschmerzen einhergeht, begleitet von Atemnot.
Beim späteren Abhusten ist der Schleim sehr zähflüssig, grün-gelb bis bräunlich. Hohes Fieber wechselt sich mit plötzlichem Schüttelfrost ab. Die Lunge schmerzt, und der Schmerz strahlt manchmal in den Oberbauch aus. Bei einer Lungenentzündung, die durch Viren oder atypische Erreger wie Mykoplasmen verursacht wurde, ist die Symptomatik ein wenig anders.
Sie wird von leichtem Fieber begleitet und der Patient hat keinen Schüttelfrost. Bei dem trockenen Husten löst sich kaum Schleim. Eine Fehldiagnose kann durchaus gegeben sein, denn die Symptome zur Grippe sind ähnlich. Um sich Gewissheit zu verschaffen, ist eine Röntgenaufnahme der Lunge zweckmäßig. Bei der klassischen Lungenentzündung kann der Arzt die Diagnose durch Abhören der Lunge und eine Blutentnahme feststellen.
Komplikationen
Am häufigsten zeigen sich die Folgeerscheinungen innerhalb der Lunge. Nicht selten droht dabei Sauerstoffmangel, bei dem die Atmung des Patienten so stark behindert wird, dass die Aufnahme von ausreichend Sauerstoff nicht mehr möglich ist. Auch Kohlendioxid lässt sich nicht mehr abatmen.
Im Falle einer gravierenden Lungenentzündung ist ein Pleuraerguss möglich. Dabei kommt es zur Ansammlung von Flüssigkeit zwischen Brustkorb und Lunge. Als therapeutische Maßnahme erfolgt zumeist eine Pleurapunktion. Zu den gefürchteten Komplikationen der Pneumonie zählt die Blutvergiftung (Sepsis).
Sie entsteht, wenn sich die Bakterien, die die Lungenentzündung verursacht haben, über die Blutbahn im restlichen Organismus ausbreiten. Infolgedessen droht das Versagen mehrerer wichtiger Organe wie Herz und Nieren. Daher handelt es sich bei der Blutvergiftung um einen lebensbedrohlichen Zustand.
Komplikationen sind aber auch außerhalb der Lunge denkbar, weil sich die Verursacher der Krankheit im Körper verteilen können. Dies hat mitunter Infektionen wie eine Perikarditis (Herzbeutelentzündung), eine Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder einen Hirnabszess zur Folge. Ebenso kann es zu einer Arthritis (Gelenkentzündung) oder einer Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) kommen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Obwohl sich eine Lungenentzündung auch spontan zurückbilden kann, sollte bereis beim Verdacht immer ein Arztbesuch erfolgen. Treten eindeutige Symptome wie Husten mit Auswurf, Kurzatmigkeit, verringerte Leistungsfähigkeit oder gar eine bläuliche Verfärbung von Fingerspitzen und -nägeln auf, muss abgeklärt werden, ob diese Symptome von einer Lungenentzündung herrühren oder andere Gründe haben.
Lungenentzündungen sind die Folge verschleppter Keime, meistens fangen sie mit einer vermeintlich harmlosen Erkältung an. Kommt es zur Verschleppung, ist das ein deutliches Signal dafür, dass das Immunsystem geschwächt ist, weshalb der Patient spätestens jetzt eine medikamentöse Behandlung braucht.
Lungenentzündungen können sich zwar hartnäckig halten, bilden sich aber mit der richtigen Antibiotika-Behandlung schneller wieder zurück als ohne ärztliche Hilfe. Vor allem bei älteren Menschen, Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen insbesondere der Atemwege sollte selbst bei Verdacht auf eine Lungenentzündung immer ein Arzt aufgesucht werden. Diese Patientengruppen sind es meistens, bei denen sich Komplikationen entwickeln.
Als Warnzeichen für einen schweren Verlauf gelten eine beschleunigte Atmung von 30 Atemzügen pro Minute oder mehr, eine neu aufgetretene Verwirrtheit, ein niedriger Blutdruck sowie ein Alter über 65 Jahre – Ärzte fassen diese vier Merkmale als CRB-65-Regel zusammen. Trifft eines davon zu, gehört der Patient ins Krankenhaus. Bei schwerer Atemnot, blauen Lippen oder Bewusstseinstrübung ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Nach der Diagnose und während der Behandlung sollten außerdem regelmäßige Arzttermine zur Kontrolle eingehalten werden. So kann im Ernstfall früh genug erkannt werden, wenn die Lungenentzündung nicht schnell genug ausheilt oder sich Komplikationen im Heilungsverlauf ankündigen. Da eine Lungenentzündung ansteckend sein kann und in dieser Zeit Schonung wichtig ist, sollte sich der Patient während der akuten Phase krankschreiben lassen.
Behandlung & Therapie
Behandelt wird die Lungenentzündung in der Regel mit Antibiotika, die konsequent eingenommen werden müssen. Bei einer durch Viren ausgelösten Lungenentzündung sind Antibiotika dagegen wirkungslos; sie kommen dann nur zum Einsatz, wenn sich zusätzlich Bakterien angesiedelt haben. Um das Abhusten des zähen Schleims zu fördern, ist es sehr wichtig, dass der Patient sehr viel trinkt. Äußerste Schonung und Bettruhe sind zwingend erforderlich. Lange Zeit wurde dabei strenge Bettruhe über die gesamte Krankheitsdauer empfohlen. Heute wird stattdessen eine frühzeitige, dem Befinden angepasste Bewegung bevorzugt, weil langes Liegen die Belüftung der Lunge verschlechtert und das Risiko einer Thrombose erhöht. Auch eine Inhalation bringt Erleichterung beim Abhusten.
Unterstützend zur Fiebersenkung sind nicht nur Medikamente zu geben, sondern es sollten auch Wadenwickel gemacht werden. Ganz wichtig ist auch die Zufuhr von Frischluft, deshalb sollte das Zimmer oft gelüftet werden. Raucher sollten ganz auf Tabakgenuss verzichten. Ist die Lungenentzündung sehr schwer, sind oft Infusionen und eine Sauerstoffgabe unumgänglich. Auch die Therapie einer Atemgymnastik zur besseren Belüftung der Lunge ist zweckmäßig.
Bei einer schweren Form der Lungenentzündung ist ein Klinikaufenthalt nicht zu vermeiden. Bei leichteren Fällen ist eine Behandlung zu Hause auch möglich. Um jedoch die geeignete Therapie für den Patienten zu geben, ist es sehr wichtig, die Art der Lungenentzündung festzustellen. Entscheidend für die Wahl des Antibiotikums ist dabei auch, ob die Erkrankung außerhalb des Krankenhauses erworben wurde oder erst im Krankenhaus entstanden ist, denn dort sind häufiger unempfindliche Erreger beteiligt.
Aussicht & Prognose
Bei einer Lungenentzündung hängt die Prognose von unterschiedlichen Faktoren ab. Entscheidend sind der ursächliche Krankheitserreger, die allgemeinen Abwehrkräfte des Patienten sowie die Wahl der Therapie. So zeigt sich beispielsweise bei jüngeren und gesunden Patienten eine bessere Prognose als bei Patienten mit hohem Lebensalter oder bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Herzerkrankungen).
Liegen keine Risikofaktoren vor, ist eine ambulante Behandlung meist ausreichend und die Sterblichkeitsrate liegt unter zwei Prozent. Wird eine stationäre Therapie notwendig, liegt die angegebene Sterblichkeitsrate bei zwei bis zehn Prozent. Bei der so genannten Pneumokokken-Pneumonie ist die Sterblichkeit mit 20 Prozent noch immer sehr hoch, bei sehr schweren Verlaufsformen versterben im Durchschnitt 20 bis 50 Prozent aller Patienten. Bei so genannten nosokomialen Pneumonien, also im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen, ist die Prognose oft deutlich schlechter. Die Erreger sind sehr hartnäckig und haben oft schon eine Resistenz entwickelt, weshalb häufig auf Reserveantibiotika ausgewichen werden muss.
Es wird davon ausgegangen, dass jedes Jahr etwa 40.000 bis 50.000 Menschen in Deutschland an einer schweren Lungenentzündung versterben. Dabei nimmt die Anzahl an Pneumonien in starken Grippezeiten zu, weshalb vor allem abwehrgeschwächte Patienten aus einer Grippe eine Lungenentzündung entwickeln.
Nachsorge
Die meisten Patienten mit gesunden Abwehrkräften können eine Erkrankung vollständig auskurieren. Bei ihnen gilt es, ein Wiederauftreten zu verhindern. Zu den präventiven Maßnahmen zählt etwa, eine erneute Erkrankung zu vermeiden und die Atemwege zu schonen.
Manchmal helfen Salbeitee und andere naturheilkundliche Mittel, um eine Genesung zu beschleunigen. Nach wissenschaftlichem Stand ist eine Immunität nach einer einmaligen Erkrankung nicht gegeben. Patienten können sich daher immer wieder anstecken. Nicht zu unterschätzen sind mögliche Komplikationen. Sie bedingen nicht selten Langzeitschäden.
Gerade das Versagen der Lunge kann lebensgefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Daher empfiehlt sich in der Nachsorge, auch "simple" Methoden wie einen Strandspaziergang wahrzunehmen. Die salzhaltige Meeresluft hilft den Bronchien sich zu öffnen und erleichtert die Atmung, alternativ kann auch ein Besuch in einer Salzgrotte Abhilfe schaffen. Da eine Lungenentzündung eine lange Genesungszeit nach sich zieht, sollten Betroffene sich auch nach der akuten Phase der Erkrankung noch eine ganze Weile schonen. Dies beinhaltet auch den Verzicht auf sportliche Aktivitäten. Diese sollten nur ganz behutsam wieder aufgenommen werden, um einem Rückfall und einer Verschlimmerung des Gesundheitszustands vorzubeugen.
Das können Sie selbst tun
Warmer Wasserdampf hilft gegen Schleim in den Atemwegen und lindert die Schmerzen. Eukalyptusöl oder Lavendelöl verstärken die positiven Effekte. Daneben helfen verschiedene Mittel aus der Natur. Bewährt hat sich beispielsweise Ingwer. Das Naturheilmittel kann vor allem bei einer beginnenden Lungenentzündung helfen und den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen. Als natürliches Hausmittel gilt auch roher Knoblauch. Dem Knollengewächs werden im Reagenzglas keimhemmende Eigenschaften zugeschrieben; ein Antibiotikum ersetzen kann es jedoch nicht, und eine bestehende Lungenentzündung lässt sich damit nicht behandeln. Bei kleinen Kindern und Säuglingen ist eine Lungenentzündung immer ein Fall für den Arzt oder die Klinik und nicht für Hausmittel. Honig darf Säuglingen im ersten Lebensjahr grundsätzlich nicht gegeben werden, weil er Sporen enthalten kann, die bei ihnen einen lebensgefährlichen Botulismus auslösen.
Ältere Patienten und chronisch Kranke sollten sich vorsorglich gegen Pneumokokken impfen lassen. Möglich ist dies auch nach einer überstandenen Lungenentzündung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt diese Impfung allen Menschen ab 60 Jahren sowie Säuglingen und Kleinkindern; auch die jährliche Grippeimpfung senkt das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken.
Quellen
- Kroegel, C., Costabel, U., Bals, R., et al. (Hrsg.): Referenz Pneumologie.
ISBN: 9783132416789
- Lorenz, J., Bals, R.: Checkliste Pneumologie.
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- Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
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- Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
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- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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