Nasenspülung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Menschen, die häufig eine verstopfte Nase haben, kennen das Problem. Abschwellende Nasensprays helfen nur kurzfristig; bei längerem Gebrauch verschlimmern sie das Problem eher. Ein gutes und wirksames Hausmittel kann eine Nasenspülung sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Nasenspülung?

Nasenspülung
Bei einer Nasenspülung werden die Nasengänge mit einer lauwarmen Kochsalzlösung gespült. Durch das Spülen mit der Kochsalzlösung schwellen die Schleimhäute ab und werden gereinigt.

Bei einer Nasenspülung werden die Nasengänge mit einer lauwarmen Kochsalzlösung gespült. Durch das Spülen mit der Kochsalzlösung schwellen die Schleimhäute ab und werden gereinigt, der Zustand der Flimmerhärchen verbessert sich. Das fördert die Selbstheilungskräfte der Nase. Meistens werden zu diesem Zweck Nasenduschen verwendet, Behälter aus Glas oder Kunststoff, mit denen die Nase gespült wird.

Die Spülflüssigkeit muss eine bestimmte Menge an Kochsalz enthalten, damit eine Nasenspülung wirkt. Wenn sie zu wenig oder zu viel Kochsalz enthält oder nur mit Wasser gespült wird, werden die Nasenschleimhäute gereizt und brennen. In Apotheken gibt es entsprechende Mischungen.

Der Grund für den Salzgehalt liegt im Aufbau der Schleimhaut. Reines Wasser hat einen anderen Salzgehalt als die Flüssigkeit in den Schleimhautzellen; es zieht in die Zellen ein und wird als Brennen empfunden. Eine Lösung, deren Salzgehalt dem der Körperflüssigkeit entspricht, wird isotonisch genannt und meist als angenehm oder gar nicht wahrgenommen. Daneben werden salzreichere, sogenannte hypertone Lösungen angeboten. Sie entziehen der geschwollenen Schleimhaut Wasser und werden deshalb eingesetzt, wenn ein abschwellender Effekt gewünscht ist; dafür brennen sie eher und werden nicht von jedem gut vertragen. Welche Variante sinnvoll ist, lässt sich in der Apotheke oder beim Arzt klären.

Ebenso wichtig wie die Mischung ist die Temperatur. Die Flüssigkeit sollte etwa körperwarm sein – zu kaltes Wasser reizt, zu heißes kann die empfindliche Schleimhaut schädigen. Fertige Mischungen aus der Apotheke werden dafür mit abgekochtem, wieder abgekühltem Wasser angerührt.

Die Geräte unterscheiden sich vor allem darin, wie die Flüssigkeit in die Nase gelangt. Kannenförmige Nasenduschen, wie sie aus der indischen Tradition als Neti-Kanne bekannt sind, arbeiten allein mit dem Gefälle: Die Lösung läuft von selbst durch das obere Nasenloch ein und auf der Gegenseite wieder heraus. Flaschenförmige Modelle lassen sich zusammendrücken und bringen die Flüssigkeit mit etwas mehr Nachdruck ein, weshalb sie behutsam angewendet werden sollten. Davon zu unterscheiden sind Sprühflaschen mit Salz- oder Meerwasserlösung: Sie geben nur eine kleine Menge ab und befeuchten die Schleimhaut, spülen die Nasengänge aber nicht durch. Für Säuglinge und kleine Kinder werden statt einer Spülung Tropfen oder Sprays verwendet.

Eine Nasenspülung ist dabei keine medikamentöse Behandlung. Sie wirkt mechanisch, indem sie befeuchtet und ausspült, und enthält keinen Wirkstoff, der auf die Schleimhaut einwirkt. Darin unterscheidet sie sich grundsätzlich von abschwellenden oder kortisonhaltigen Nasensprays, die gezielt in Vorgänge der Schleimhaut eingreifen und deren Anwendung ärztlich zu klären ist.

Wichtig ist auch, welchen Raum die Flüssigkeit überhaupt erreicht. Gespült wird die Nasenhaupthöhle, also der Weg von einem Nasenloch über die Nasengänge zum anderen. Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Räume im Gesichtsschädel, die nur über schmale Öffnungen mit der Nasenhöhle in Verbindung stehen; sie werden von einer Spülung allenfalls im Bereich dieser Zugänge erreicht und nicht ausgewaschen. Wer sich von einer Nasenspülung erhofft, eine Entzündung in den Nebenhöhlen unmittelbar zu beseitigen, erwartet daher mehr, als das Verfahren leisten kann – sinnvoll ist es dort als begleitende Maßnahme, die die Abflusswege freihält.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Nasenspülung stellen sich manche Menschen unappetitlich vor, aber sie ist ein gutes Hausmittel, um die Funktion der Schleimhäute zu fördern und die Nase zu reinigen. Durch die Spülung wird zäher Schleim in der Nase gelöst und Krankheitserreger nach außen transportiert. Viele Menschen leiden auch aus den unterschiedlichsten Gründen unter einer verstopften Nase, die die Nasenatmung behindert.

Wer Nasensprays benutzt, kennt das Problem, dass bei einer längeren Verwendung die Schleimhäute gar nicht mehr abschwellen, weil sie sich an das Nasenspray gewöhnt haben. Auch Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen, trockene Nasenschleimhäute und eine Mittelohrentzündung sowie allergischer Schnupfen zählen zu den Indikationen. Durch die Nasenspülung schwellen die Nasenschleimhäute ab und verbessern ihre Funktion, Krankheitserreger und Fremdkörper besser abwehren zu können.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Nasenspülung durchzuführen: Eine einfache, aber sehr effektive Methode ist das Hochziehen einer Kochsalzlösung aus der hohlen Hand. Dafür braucht es allerdings ein gutes Gespür für die richtige Mischung aus Salz und Wasser. Die Flüssigkeit kann in einem Glas selbst angerührt werden. Mehrere Male wird die Kochsalzlösung aus der Hand eingesogen und danach wieder ausgespült. Anschließend wird die Nase geschneuzt und fühlt sich freier an.

Wem das unangenehm ist, der kann sich auch eine Nasendusche kaufen. Es gibt sie in Apotheken zu kaufen. Dort gibt es auch fertige isotonische Kochsalzlösungen für eine optimale Kochsalzmischung, die die Nasenschleimhäute nicht reizt. Bei einer Nasendusche muss der Kopf über das Waschbecken gehalten und dabei seitlich geneigt werden. Während die Flüssigkeit von einem Nasenloch zum anderen fließt, bleibt der Mund geöffnet. Nachdem die eine Seite gespült ist, wird der Vorgang auf der anderen Seite wiederholt. Der Mund muss dabei immer weit genug geöffnet sein, damit die Flüssigkeit nicht in den Rachen gerät. Wer eine Nasendusche verwendet, muss sie nach jedem Gebrauch gut ausspülen und vollständig wieder trocknen.

Eine Kochsalzlösung zur Spülung der Nase lässt sich gut selbst herstellen. Es bedarf zwar etwas Übung, die richtige Mischung aus Salz und Wasser zu finden, aber die Nase weist den Weg. Wenn sie brennt, enthält die Flüssigkeit zu viel oder zu wenig Salz. Es ist egal, ob Meersalz, Himalayasalz oder ganz normales Kochsalz benutzt wird, es sollte nur kein Jod, Fluor oder Rieselzusätze enthalten. Bei der Nasenspülung mit der Nasendusche ist der Reinigungseffekt intensiver, aber für die Befeuchtung der Schleimhäute bei verstopfter Nase reicht die Spülung aus der Hand völlig aus.

Hinter dem Effekt steht ein Vorgang, der ohnehin ununterbrochen abläuft. Die Nasenschleimhaut ist von einem dünnen Schleimfilm überzogen, in dem Staub, Pollen und Krankheitserreger hängen bleiben. Die Flimmerhärchen bewegen diesen Film beständig in Richtung Rachen, wo er unbemerkt geschluckt wird. Trocknet der Schleim ein oder wird er zäh, gerät dieser Abtransport ins Stocken; es bilden sich Krusten, und die Nase fühlt sich verstopft an, ohne dass die Schleimhaut stark geschwollen sein müsste. Eine Spülung setzt genau hier an: Sie verdünnt den zähen Schleim, befeuchtet die Oberfläche und trägt einen Teil des Anhaftenden gleich mit hinaus.

Daraus ergeben sich die typischen Anlässe. Bei einer Erkältung mit festsitzendem Sekret erleichtert die Spülung das Abschwellen und macht die Nase für kurze Zeit wieder frei. In der Pollensaison lässt sich ein Teil der eingeatmeten Pollen aus der Nase auswaschen, was besonders am Abend vor dem Schlafengehen als angenehm beschrieben wird. Bei trockener Raumluft in der Heizperiode, bei staubiger oder reizender Arbeitsumgebung und bei Menschen, die viel sprechen oder in klimatisierten Räumen arbeiten, dient die Spülung vor allem der Befeuchtung. Nach Operationen an der Nase oder den Nasennebenhöhlen gehören Spülungen häufig zur Nachbehandlung, um Krusten und Wundsekret zu lösen – dort allerdings nach ärztlicher Anweisung, die Zeitpunkt und Art der Lösung festlegt.

Für die Anwendung selbst haben sich einige einfache Regeln bewährt. Während die Flüssigkeit läuft, wird durch den offenen Mund geatmet und nicht gesprochen und nicht geschluckt, weil sich sonst der Weg zum Rachen öffnet. Nach der Spülung wird die Nase nur sanft geschnäuzt, und zwar jeweils ein Nasenloch nach dem anderen bei leicht geöffnetem Mund; kräftiges Schnäuzen mit zugehaltener Nase baut unnötigen Druck auf. Dass beim Bücken oder beim Hinlegen später noch ein Rest Flüssigkeit ausläuft, ist normal und kein Zeichen für einen Fehler. Wer die Spülung neu für sich ausprobiert, beginnt am besten mit kleinen Mengen und steigert langsam, bis sich ein Gefühl für den Ablauf einstellt.

So hilfreich die Spülung im Einzelfall ist, sie behandelt die Beschwerden und nicht deren Ursache. Bleibt die Nase dauerhaft verstopft, liegt das häufig an Veränderungen, gegen die Spülen nichts ausrichtet: an einer verkrümmten Nasenscheidewand, an vergrößerten Nasenmuscheln, an Polypen oder an einer unbehandelten Allergie. Ebenso wenig ersetzt die Spülung die Behandlung einer bakteriellen Entzündung. Wer über Wochen spülen muss, um durch die Nase atmen zu können, sollte die Ursache abklären lassen, statt die Anwendung immer weiter auszudehnen. Umgekehrt kann die Spülung eine ärztlich verordnete Behandlung sinnvoll ergänzen – etwa indem sie vor dem Auftragen eines verordneten Sprays die Schleimhaut von Sekret befreit, damit das Mittel die Oberfläche überhaupt erreicht.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine Nasenspülung wird häufig empfohlen als natürliche und wirksame Vorbeugungsmaßnahme für die Gesunderhaltung der Nasenschleimhäute. In der fernöstlichen Yogalehre gehört die tägliche Nasenspülung mit zu den festen Tagesritualen. Auch die moderne Wissenschaft erkennt die positiven Wirkungen von Nasenspülungen an.

Auch wenn Nasenspülungen zweifelsohne bei verschiedenen Nasenproblemen einen positiven Nutzen haben, sollte es nicht übertrieben werden. Bei eitrigen Nasennebenhöhlenentzündungen und Nasenbluten ist von einer Nasenspülung eher abzuraten.

Experten streiten darüber, ob regelmäßige Nasenspülungen wirklich Infekten vorbeugen können und eine Anwendung über einen langen Zeitraum zu empfehlen ist. Die Deutsche Lungenstiftung hat dazu eher eine kritische Einstellung und rät von einem Dauergebrauch ab, weil ihrer Meinung nach häufige Nasenspülungen eher die Nasenschleimhäute schädigen und Infekte dadurch eher begünstigen statt verhindern. Auch manche HNO-Ärzte sehen regelmäßige Spülungen skeptisch. Ihrer Meinung nach brauchen gesunde Menschen keine Nasenspülungen. Durch ständige Nasenspülungen geht der natürliche Immunschutz der Nasenschleimhäute verloren und die Funktion der Flimmerhärchen wird beeinträchtigt, was das Eindringen von Krankheitserregern begünstigt.

In einer zweijährigen Studie an 68 Patienten mit häufigen Nasennebenhöhlenentzündungen zeigte sich, dass häufige Spülungen in der Tat das Risiko von Infekten erhöhten. Die Teilnehmer sollten im ersten Jahr weiterhin regelmäßig ihre Nase spülen, im zweiten Jahr nicht. Nachdem die Teilnehmer im zweiten Jahr keine Spülungen mehr durchführten, sank ihr Infektionsrisiko. Eine andere Studie an 24 Teilnehmern belegte ebenfalls einen Zusammenhang zwischen regelmäßigen Nasenspülungen und häufigen Infekten.

Wie in vielen Dingen macht die Dosis das Gift. Bei verstopfter Nase und akuten Infekten kann eine Nasenspülung positiv sein, ebenso kurzfristig bei einem Heuschnupfen Erleichterung verschaffen. Als Dauerlösung für gesunde Menschen ohne Beschwerden sind sie daher nicht zu empfehlen. Bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung gilt die regelmäßige Spülung mit einer Salzlösung dagegen heute als sinnvolle Begleitmaßnahme; die Aussagekraft der dazu vorliegenden Studien ist allerdings begrenzt.

Ein praktisch bedeutsamer Punkt betrifft die Ohren. Die Nasenhöhle ist über die Ohrtrompete mit dem Mittelohr verbunden. Wird mit zu viel Druck gespült, der Mund dabei geschlossen gehalten oder während des Spülens geschluckt, kann Flüssigkeit in diese Verbindung gelangen. Die Folge sind Druckgefühl und Ohrenschmerzen, im ungünstigen Fall eine Entzündung des Mittelohrs. Deshalb gilt: ohne Druck arbeiten, den Mund offen halten und die Spülung abbrechen, wenn es im Ohr zu drücken beginnt. Ist die Nase durch einen akuten Infekt vollständig zugeschwollen, kann die Flüssigkeit ohnehin nicht abfließen – dann ist von einer Spülung abzusehen, bis die Schwellung nachlässt.

Eine zweite Frage ist die Qualität des verwendeten Wassers. Anders als beim Trinken gelangt es hier nicht in den Magen, sondern direkt auf eine empfindliche Schleimhaut in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schädelbasis. Gesundheitsbehörden raten deshalb davon ab, unbehandeltes Leitungswasser zu verwenden, und empfehlen abgekochtes und wieder abgekühltes, destilliertes oder anderweitig keimarmes Wasser. Hintergrund sind vereinzelte, aber sehr schwer verlaufende Infektionen durch Amöben, die nach Spülungen mit unbehandeltem Wasser beschrieben wurden. Auf Reisen und überall dort, wo die Trinkwasserversorgung nicht gesichert ist, hat dieser Hinweis besonderes Gewicht.

Damit hängt die Pflege des Geräts zusammen. Eine feucht weggestellte Nasendusche bietet Keimen gute Bedingungen, und was sich darin ansiedelt, wird bei der nächsten Anwendung in die Nase gespült. Die Kanne oder Flasche wird deshalb nach jedem Gebrauch gereinigt, vollständig getrocknet und offen aufbewahrt; benutzt wird sie nur von einer Person und nach Herstellerangabe von Zeit zu Zeit ersetzt. Bei einem Infekt in der Familie ist das gemeinsame Benutzen eines Geräts ein vermeidbarer Übertragungsweg.

Die unmittelbaren Beschwerden bei der Anwendung sind meist harmlos und vorübergehend: Niesreiz, ein kurzes Brennen, ein ungewohntes Gefühl im Kopf. Bei sehr trockener oder vorgeschädigter Schleimhaut kann es zu leichtem Nasenbluten kommen. Kinder sollten eine Nasendusche nur unter Anleitung und mit einem für sie geeigneten Gerät verwenden, weil sie den Ablauf mit dem offenen Mund erst lernen müssen. Bestehen Beschwerden über längere Zeit, kommt es wiederholt zu Blutungen oder sind einseitige Beschwerden vorhanden, ersetzt die Spülung keine ärztliche Abklärung.

Einige Situationen verlangen eine ausdrückliche ärztliche Freigabe, bevor gespült wird. Dazu gehören frische Verletzungen im Gesicht, Eingriffe an der Schädelbasis und Zustände, bei denen die Abgrenzung zwischen Nasenhöhle und Schädelinnerem nicht sicher ist. Auch nach Operationen an Nase oder Nasennebenhöhlen legt der behandelnde Arzt fest, ab wann und womit gespült werden darf. Im Zweifel ist die Rückfrage in der Praxis der einfachere Weg, als die Anwendung auf eigene Faust zu beginnen.

Quellen

  • Lenarz, T., Boenninghaus, H.-G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
    ISBN: 9783642211300
  • Gürkov, R.: Basics Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.
    ISBN: 9783437413735
  • Kraft, K., Adler, M. (Hrsg.): Lehrbuch Naturheilverfahren.
    ISBN: 9783830453338
  • Bühring, U., Girsch, M.: Praxis Heilpflanzenkunde.
    ISBN: 9783132460522
  • Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
    ISBN: 9783110783346

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