Salmonellenvergiftung (Salmonellose)

Letzte Aktualisierung am 1. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Salmonellenvergiftung wird in der Medizin auch als Salmonellose oder Salmonellen-Enteritis bezeichnet. Wie der Name selbst bereits ausdrückt, handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine Vergiftung bzw. Entzündung des Magen-Darm-Traktes durch Salmonellenbakterien. Die Symptome ähneln einer Magen-Darm-Grippe und können daher leicht unterschätzt werden. Eine ärztliche Behandlung ist dringend anzuraten, besonders bei Kindern und älteren Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Salmonellenvergiftung (Salmonellose)

In der warmen Jahreszeit steigt immer wieder die Anzahl der Erkrankungen mit Salmonellenvergiftung. Die Salmonellenvergiftung, auch als Salmonellose bezeichnet, ist die häufigste lebensmittelbedingte Infektionskrankheit in Deutschland.

Der Magen-Darm-Trakt wird durch das Eindringen von Salmonellen gestört. Diese stäbchenförmigen Bakterien kommen in zahlreichen Arten vor. Etwa 120 verschiedenen Arten verursachen beim Menschen die Salmonellenvergiftung. Abhängig von der Bakterienart zeigt die Salmonellenvergiftung ein jeweils anderes Krankheitsbild. Die Bakterien gelangen durch verdorbene Nahrungsmittel in den Körper.

Doch nicht alle aufgenommenen Bakterien führen zu einer schweren Salmonellenvergiftung. Dagegen tritt eine verhältnismäßig kurze Krankheitsdauer von ein bis zwei Tagen sehr häufig auf.

Ursachen

Fest steht, dass die Ursache der Salmonellenvergiftung eine Infektion durch verdorbene Lebensmittel ist. Bei geeigneten Temperaturen finden die Salmonellen besonders bei Geflügel, Fleisch, Eierspeisen und Milchprodukten einen guten Nährboden. Einige Arten sind selbst durch Kochen nicht zu vernichten.

Salmonellen sind auch über mehrere Monate lebensfähig. Selbst beim Einfrieren von Speisen sterben sie nicht ab und können nach dem Auftauen immer noch eine Salmonellenvergiftung hervorrufen. Sie vermehren sich recht schnell und gelangen so in großer Menge beim Verzehren befallener Speisen in den Körper.

Die Magensäure vernichtet mit ihrer keimtötenden Wirkung eine große Anzahl der Salmonellen. Bei Kindern oder älteren Menschen ist weniger Magensäure vorhanden. Daher sind besonders diese Gruppen gefährdet und erleiden selbst bei einer geringen Salmonellenanzahl eine schwere Salmonellenvergiftung. Bei der Salmonellenvergiftung wandern die Bakterien in den Darm und setzen sich in der Darmschleimhaut fest. Sie schädigen diese, indem sie Bakteriengift ausscheiden. Die Krankheit kann bereits nach wenigen Stunden ausbrechen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Salmonellose zeigt sich bei jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung. Wie schwer die Symptome ausfallen, hängt davon ab, wie stark das Abwehrsystem ist. Die Krankheit beginnt in der Regel mit plötzlicher Übelkeit und Erbrechen. Der Patient leidet an Kopfschmerzen und extremen Bauchkämpfen. Dazu kommt wässriger Durchfall, der sehr schmerzhaft ist.

Da das Bakterium den Darm befällt und dort eine Entzündung hervorruft (Enteritis), kann wegen der geschädigten Darmschleimhaut auch Blut im Stuhl auftreten. Fieber kommt bei etwa 50 Prozent der Betroffenen vor. Durch den Brechdurchfall verliert der Körper große Mengen an Flüssigkeit, wodurch ein Mangel an Elektrolyten entstehen kann. Dies macht sich in einem allgemeinen Schwächegefühl und trockener Haut bemerkbar.

Auch der Mund und die Schleimhäute sind trocken. Wird der Flüssigkeits- und Elektrolytmangel nicht ausgeglichen, kann es zu Herzrasen, Muskelkrämpfen und eingetrübtem Bewusstsein kommen. Normalerweise verschwinden die Symptome nach einigen Tagen wieder und der Patient erholt sich. In seltenen Fällen kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen.

Wenn die Bakterien über die Blutbahn zu anderen Organen gelangen, führen sie dort zu heftigen Infektionen. Es können Abszesse an Lunge, Leber oder Nieren entstehen, auch Gelenke, Hirnhaut, Herzinnenhaut oder die Harnwege können infiziert werden. Als Folge ist eine lebensbedrohliche Salmonellen-Sepsis mit Kreislaufzusammenbruch und Organversagen möglich.

Krankheitsverlauf

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Die Salmonellenvergiftung beginnt mit allgemeinen Beschwerden, wie Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen.

Hinzu kommen Bauchkrämpfe und Durchfälle. Eine schwere Salmonellenvergiftung ist von Brechdurchfällen und Fieber begleitet. Bei schwerem Verlauf der Salmonellose kann es auch zu Schüttelfrost kommen. Die Betroffenen fühlen sich schon in kurzer Zeit schwer krank.

Durch die Störung der Darmfunktion entsteht ein Mangel im Wasserhaushalt und im Elektrolythaushalt des Körpers. So kann die Salmonellenvergiftung auch die Herzfunktion und die Temperaturregelung beeinflussen.

Das kann zu Blutdruckabfall und sogar bis zum Kollaps führen. Während sich gesunde und jüngere Menschen nach einigen Stunden Unwohlsein wieder erholen, kann eine Salmonellenvergiftung bei Kindern und älteren Betroffenen auch tödlich enden.

Komplikationen

Wird eine Salmonellenvergiftung fachgerecht behandelt, treten nur selten Komplikationen auf. Die Gefahr von negativen Folgeerscheinungen besteht vor allem bei Menschen, die unter einer Abwehrschwäche leiden. Dazu zählen in erster Linie Kinder und Senioren. In Deutschland kommt es jedoch nur sehr selten zu Todesfällen aufgrund von Salmonellen-Komplikationen.

Zu den größten Gefahren einer Salmonellose gehört der große Verlust an Flüssigkeit. Dieser kann wiederum einen Kreislaufkollaps oder Kreislaufversagen auslösen. Die Einbuße an Flüssigkeit geht zumeist auf länger andauerndes Erbrechen oder anhaltenden Durchfall zurück. Erkennen lässt sich der Flüssigkeitsmangel an trockenen Schleimhäuten im Mund, einer trockenen Zunge, trockener, faltiger Haut sowie an einer verminderten Urinmenge.

Weil außerdem das Blutplasma eindickt, erhöht sich das Risiko einer Blutgerinnselbildung (Thrombose). Dadurch besteht gleichzeitig das Risiko, dass es zu einem Blutgefäßverschluss kommt. Leidet der Patient an Vorschädigungen seiner Nieren, droht mitunter Nierenversagen.

Dringen die Salmonellen bis in die Blutbahn vor, kann sich die Salmonellose weiter über den Körper ausbreiten. Dadurch verstärkt sich die Gefahr einer Leberentzündung (Hepatitis), einer Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis), einer Hirnhautentzündung (Meningitis), einer Lungenentzündung (Pneumonie), einer Herzentzündung (Endokarditis), einer Wirbelentzündung (Spondylitis) oder einer Knochenentzündung (Osteomyelitis).

Des Weiteren kann es zu einer reaktiven Arthritis, einer Erkrankung der Gelenke, kommen. Im schlimmsten Fall tritt eine lebensgefährliche Sepsis (Blutvergiftung) auf. Als weitere lebensbedrohliche Komplikation gilt außerdem das Entstehen von Darmgeschwüren, die einen Darmdurchbruch auslösen.

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Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn plötzlich Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen auftreten, liegt womöglich eine Salmonellenvergiftung vor. Ein Arztbesucht ist angeraten, wenn die Beschwerden durch Bettruhe und Schonung nicht zurückgehen. Sollte starkes Fieber hinzukommen oder eine schmerzhafte Stuhlentleerung mit Blut- und Schleimbeimengungen bemerkt werden, empfiehlt sich ein soforter Arztbesuch. Eine Salmonellenvergiftung tritt oft im Zusammenhang mit dem Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln auf.

Falls sich die Symptome nach dem Konsum von Eiern, Fleisch, Fisch, Milcheiscreme und anderen leicht verderblichen Produkten einstellen, sollte der Hausarzt konsultiert werden. Personen mit einem geschwächten Immunsystem sowie Kinder und ältere Menschen bedürfen einer raschen Behandlung. Anzeichen einer Dehydration wie eine verminderte Urinausscheidung und ein trockener Mund gilt es umgehend abzuklären.

Bei den typischen Symptomen einer Bakteriämie wie hohes Fieber und Herzrasen sollte man den Rettungsdienst rufen. Der Patient bedarf einer stationären Behandlung, um lebensgefährliche Komplikationen zu verhindern. Die Salmonellenvergiftung kann vom Hausarzt oder einem Gastroenterologen behandelt werden. Geschieht dies rechtzeitig, ist ein positiver Krankheitsverlauf zu erwarten. Die meisten Patienten sind nach drei bis vier Tagen wieder weitestgehend beschwerdefrei. Über anhaltende Krankheitszeichen muss der Hausarzt informiert werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Salmonellenvergiftung ist vorrangig darauf ausgerichtet, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und den Mineralstoffhaushalt wieder zu stärken. Der Erkrankte soll ausreichend Flüssigkeit trinken. Diese kann leicht gesüßt oder auch leicht gesalzen sein.

Als Maßstab gilt, dass die Flüssigkeit maximal wie Tränenflüssigkeit schmecken darf. Wenn der Körper bereits stark ausgetrocknet ist, hilft auch eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Bei starkem Erbrechen während der Salmonellenvergiftung darf der Kranke die Flüssigkeit nur in kleinen Mengen zu sich nehmen. Während der Behandlung der Salmonellenvergiftung sind die Kreislauffunktionen des Erkrankten gut zu überwacht. Um den Darm zu entlasten, bekommt der Kranke nur leichte Nahrung, wie klare Suppen, Zwieback oder geriebener Apfel. Dadurch wird auch die natürliche Darmtätigkeit wieder angeregt.

Die Gabe von Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen sowie stopfende Medikamente können den Krankheitsverlauf etwas lindern. Bei schwerem Krankheitsverlauf einer Salmonellenvergiftung können auch Antibiotika eingesetzt werden. Dadurch dauert allerdings das Ausscheiden der Salmonellen aus dem Körper länger und der Krankheitsverlauf verzögert sich.

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013

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