Subarachnoidalblutung
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Subarachnoidalblutung ist eine akute intrakranielle Blutung (in den Schädelinnenraum), die in den meisten Fällen auf eine Aneurysmaruptur zurückzuführen ist und eine ungünstige Prognose aufweist. Etwa 6 bis 9 von 100.000 Menschen sind jährlich von einer Subarachnoidalblutung betroffen.
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Was ist eine Subarachnoidalblutung?
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Als Subarachnoidalblutung wird eine akute intrakranielle Blutung in den Subarachnoidalraum bezeichnet, der sich zwischen der Arachnoidea (Spinnwebenhaut) und der Pia mater (gefäßführender Teil der Hirnhaut), die gemeinsam die weiche Hirnhaut (Leptomeninx) bilden, befindet.
Für eine Subarachnoidalblutung charakteristische Symptome sind plötzliche, sehr stark ausgeprägte Kopfschmerzen im Bereich des Hinterkopfes („Vernichtungskopfschmerz“), Übelkeit und Erbrechen, Meningismus (Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit) sowie anfängliche Bewusstseineintrübungen.
Im späteren Verlauf sind infolge des steigenden Hirndrucks zudem Bewusstlosigkeit, Koma sowie Kreislauf- und Atemstillstand für eine Subarachnoidalblutung kennzeichnend.
Ursachen
Begünstigt wird eine Aneurysmaruptur durch körperliche Anstrengung wie das Heben schwerer Gegenstände oder Geschlechtsverkehr.
Daneben können in selteneren Fällen Schädel-Hirn-Traumata, Sinusvenenthrombosen (Verschluss der großen Blutgefäße des Gehirns), Angiome (Gefäßfehlbildungen), Gerinnungsstörungen sowie Gefäßentzündungen eine Subarachnoidalblutung bedingen.
Hypertonie (Bluthochdruck), Nikotinkonsum, Hypercholesterinämie (erhöhte Blutcholesterinwerte) und Drogenkonsum (Heroin, Amphetamine) sind Faktoren, die die Manifestierung eines Aneurysmas und somit eine Subarachnoidalblutung fördern.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Das erste Symptom einer Subarachnoidalblutung sind meist plötzliche und extrem starke Kopfschmerzen, die als Vernichtungskopfschmerz bezeichnet werden. Patienten beschreiben ihn als unerträglich und noch nie vorher in ähnlicher Weise erlebt. Der Schmerz geht meist von der Stirn oder vom Nacken aus und zieht sich über den ganzen Kopf, manchmal auch bis in den Rücken. Allerdings kann dieses Symptom auch ausbleiben.
Zusätzlich leiden Betroffene an einem steifen Nacken, Übelkeit, Erbrechen und gesteigerter Lichtempfindlichkeit. Der Blutdruck kann sich erhöhen oder abfallen, die Atemfrequenz verändert sich und die Körpertemperatur schwankt häufig. Der Puls kann unregelmäßig schlagen und Lähmungen können auftreten.
Eher selten kommt es zu epileptischen Anfällen. Die Symptome werden in fünf Grade eingeteilt, nach denen die Stärke der Blutung beurteilt werden kann. Bei Grad I treten nur leichte Kopfschmerzen auf. Grad II zeigt stärkere Kopfschmerzen und der Nacken ist steif. Ist Grad III erreicht, kommt Benommenheit dazu und leichtere neurologische Störungen wie Lähmungen oder eingeschränkte Sensibilität.
Grad IV einer Subarachnoidalblutung zeigt sich in einem komaähnlichen Schlaf. Zusätzlich treten Störungen bei der Atmung und eine Halbseitenlähmung auf. Bei Grad V liegt eine schwere Blutung vor und der Patient fällt ins Koma. Die Pupillen reagieren nicht mehr auf Lichtreize und es kommt zu ausgeprägten neurologischen Störungen.
Diagnose & Verlauf
Eine Subarachnoidalblutung wird anhand der charakteristischen Symptome diagnostiziert, wobei die spezifisch vorliegenden Beschwerden Aufschluss über das Erkrankungsstadium geben. So gehen leichte Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit mit einem frühen Stadium (Grad I) einher.
Diese verstärken sich im weiteren Verlauf und können von Hirnnervenausfällen (Grad II) begleitet werden. Zusätzliche Bewusstseinseintrübungen und neurologische Herdsymptome weisen auf Grad III der Erkrankung hin. Anschließend können sich Symptome wie Somnolenz bzw. Sopor (Tiefschlaf), Hemiparese (Halbseitenlähmung), Kreislauf- und Atemstörungen (Grad IV) sowie Koma, Streckkrämpfe und gestörte vitale Funktionen (Grad V) manifestieren.
Abgesichert wird die Diagnose durch bildgebende Verfahren wie Computertomographie (sofort nach dem Beginn der Beschwerden), Kernspintomographie oder Lumbalpunktion (nur bei unauffälligem Computertomogramm, frühestens sechs bis zwölf Stunden nach dem Blutungsbeginn). Die Lumbalpunktion dient dabei dem Nachweis einer Gelbfärbung des Nervenwassers (Xanthochromie), die von bereits abgebautem Blut herrührt. Zum Ausschluss möglicher Vasospasmen (Gefäßkrämpfe) kommt eine Dopplersonographie zum Einsatz, während eine Angiografie Aussagen über die genaue Lokalisation des Aneurysmas ermöglicht.
Die Prognose ist bei einer Subarachnoidalblutung ungünstig. Etwa die Hälfte der Betroffenen stirbt innerhalb der ersten 30 Tage nach einer Subarachnoidalblutung. Zudem besteht trotz erfolgreicher Operation ein erhöhtes Risiko für Beeinträchtigungen der Gehirnfunktionen.
Komplikationen
Im schlimmsten Fall kann die Subarachnoidalblutung zum Tod des Betroffenen führen. Ein tödlicher Ausgang ist jedoch auch bei rechtzeitiger Behandlung möglich. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an sehr starken Kopfschmerzen. Diese können sich dabei auch in die benachbarten Regionen des Körpers ausbreiten und auch dort zu Schmerzen führen.
Weiterhin kommt es bei den Betroffenen zu Erbrechen und ebenso zu einer Übelkeit. Diese Beschwerden wirken sich ebenfalls sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus. Auch eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen kann bei der Subarachnoidalblutung auftreten und den Alltag des Betroffenen erschweren.
Viele Patienten leiden ebenfalls an einem sehr steifen Nacken und dabei möglicherweise auch an Schmerzen in dieser Region. Im weiteren Verlauf der Subarachnoidalblutung kann es zu einer Bewusstlosigkeit kommen, bei welcher sich der Betroffene möglicherweise bei einem Sturz verletzen kann. Die Behandlung der Blutung erfolgt in der Regel durch einen operativen Eingriff.
Dabei können jedoch Komplikationen wie eine erneute Blutung, Gefäßkrämpfe oder eine Störung des Hirnwasserabflusses auftreten; die Beschwerden lassen sich in vielen Fällen lindern. Allerdings steigt aufgrund der Blutung das Risiko eines Schlaganfalles deutlich an, sodass der Betroffene auch weiterhin auf verschiedene Therapien und Untersuchungen angewiesen ist. In vielen Fällen wird dadurch auch die Lebenserwartung des Patienten verringert.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei dieser Erkrankung sollte immer eine Behandlung durch einen Arzt erfolgen. Je früher die Subarachnoidalblutung erkannt und behandelt wird, desto besser ist in den meisten Fällen auch der weitere Verlauf der Erkrankung. Nur durch eine frühzeitige Diagnose mit einer anschließenden Behandlung können weitere Komplikationen oder Beschwerden verhindert werden. Sollte die Subarachnoidalblutung unbehandelt bleiben, so kann es im schlimmsten Fall zum Tod des Betroffenen kommen. Ein Arzt ist dann aufzusuchen, wenn der Betroffene an sehr starken Kopfschmerzen leidet. In den meisten Fällen kann sich der Betroffene auch nicht mehr konzentrieren und auch nicht mehr seinem gewöhnlichen Alltag nachgehen.
Auch ein steifer Nacken und eine starke Übelkeit, die mit Erbrechen verbunden ist, kann auf eine Subarachnoidalblutung hindeuten. Einige Betroffene reagieren sehr empfindlich auf Licht oder neigen sogar zu einem epileptischen Anfall. Sollte es zu einem solchen Anfall kommen, ist sofort über die Notrufnummer 112 der Rettungsdienst zu alarmieren; der Betroffene darf nicht selbst und nicht durch Angehörige ins Krankenhaus gefahren werden. In der Regel kann der Verdacht auf eine Subarachnoidalblutung bereits durch einen Allgemeinarzt geäußert werden. Bei der weiteren Behandlung ist jedoch ein Facharzt und meist auch ein operativer Eingriff notwendig. Über den weiteren Verlauf und die Lebenserwartung des Patienten kann keine allgemeine Voraussage getroffen werden.
Ein plötzlich einsetzender, noch nie zuvor in dieser Stärke erlebter Kopfschmerz (Vernichtungskopfschmerz) ist jedoch ein Notfall und duldet keinen Aufschub bis zum nächsten Arzttermin. In diesem Fall wird über die Notrufnummer 112 sofort der Rettungsdienst gerufen. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte wird der Betroffene mit leicht erhöhtem Oberkörper ruhig gelagert, nicht allein gelassen und erhält nichts zu essen oder zu trinken. Für Beschwerden ohne Notfallcharakter außerhalb der Sprechzeiten ist dagegen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 zuständig.
Behandlung & Therapie
Die therapeutischen Maßnahmen zielen bei einer Subarachnoidalblutung auf die Stabilisierung des allgemeinen Zustands des Betroffenen durch eine intensivmedizinische Versorgung. Bei Vorliegen einer Aneurysmaruptur wird im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs die Gefäßaussackung von der Blutzirkulation getrennt und die Subarachnoidalblutung gestoppt.
Hierzu kommen zwei Operationsverfahren zum Einsatz. Bei dem sogenannten Clipping-Verfahren wird das Aneurysma mit Hilfe spezieller Clips am Gefäßabgang vom Blutkreislauf isoliert, um weitere intrakranielle Blutungen auszuschließen. Neben diesem direkt am Gehirn stattfindenden Eingriff wird bei dem mittlerweile häufiger angewandten Coiling-Verfahren mithilfe eines durch die Leistenarterie führenden Katheters eine Mikrospirale aus Platin (Platin-Coil) in das Aneurysma eingeführt.
Nachdem das Platin-Coil platziert wurde, windet sich die Spirale auf und infolge der anschließend stattfindenden Thrombosierung werden die Maschen des Coils und somit das Aneurysma geschlossen. Weil sich an der Spirale Gerinnsel bilden können, erhalten die Patienten nach dem Eingriff in der Regel Medikamente, die die Blutplättchen hemmen und so einer Thrombose im behandelten Gefäß vorbeugen. Liegen bereits Vasospasmen (Gefäßkrämpfe) vor oder schließt ein schlechter Zustand des Betroffenen einen operativen Eingriff aus, wird wegen des erhöhten Schlaganfallrisikos in der Regel bis zum Abklingen der Spasmen (mindestens 10-12 Tage) konservativ behandelt und versucht, die Durchblutung weitestgehend aufrecht zu erhalten.
Vorzugsweise wird hierzu der Kalziumantagonist Nimodipin eingesetzt, der über etwa drei Wochen regelmäßig gegeben wird; er ist bei der Subarachnoidalblutung die Substanz mit dem am besten belegten Nutzen. Früher wurden zusätzlich Infusionen zur Verdünnung des Blutes bei gleichzeitiger Erhöhung des Blutvolumens (hypervolämische Hämodilution) angewandt. Von dieser Triple-H-Therapie ist man inzwischen abgerückt; nach heutigem Kenntnisstand wird ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt (Normovolämie) angestrebt und der Blutdruck erst dann angehoben, wenn tatsächlich Gefäßkrämpfe auftreten. Unter Umständen können Intubation und Beatmung erforderlich werden. Liegt der Subarachnoidalblutung ein Angiom zugrunde, wird dieses in vielen Fällen zur Prophylaxe einer Rezidivblutung embolisiert. Zudem ist sowohl nach konservativer als auch operativer Therapie absolute Bettruhe zur Minimierung des Nachblutungsrisikos angezeigt. Diese strenge Bettruhe gilt heute jedoch nur noch bis zur Versorgung des Aneurysmas; danach wird eine möglichst frühe Mobilisierung bevorzugt, um Thrombosen und Lungenentzündungen vorzubeugen.
Vorbeugung
Einer Subarachnoidalblutung kann lediglich eingeschränkt vorgebeugt werden. Maßnahmen gegen Bluthochdruck, der Verzicht auf Nikotin- und übermäßigen Alkoholkonsum sowie die Vermeidung von Übergewicht durch eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung beugen einem Aneurysma und somit indirekt einer Subarachnoidalblutung vor.
Nachsorge
Betroffenen stehen bei der Subarachnoidalblutung in der Regel nur wenige und auch nur eingeschränkte Maßnahmen einer Nachsorge zur Verfügung. Aus diesem Grund sollte der Patient schon bei den ersten Symptomen und Anzeichen der Erkrankung einen Arzt aufsuchen, damit weitere Komplikationen verhindert werden können. Es kann in der Regel keine selbstständige Heilung eintreten, sodass der Betroffene auf eine medizinische Untersuchung und Behandlung angewiesen ist.
Je eher ein Arzt aufgesucht wird, desto besser ist meistens auch der weitere Verlauf der Erkrankung. Die meisten Betroffenen sind dabei auf einen operativen Eingriff angewiesen, wobei in der Regel auch eine mehrtägige intensivmedizinische Überwachung notwendig ist. Dabei sind auch nach der Versorgung des Aneurysmas regelmäßige Kontrollen durch einen Arzt sehr wichtig, um eine erneute Blutung, Gefäßkrämpfe oder eine Störung des Hirnwasserabflusses schon früh zu erkennen und zu behandeln.
Betroffene sollten sich bei dieser Krankheit im Allgemeinen ausruhen und schonen, wobei in schwerwiegenden Fällen auch strikte Bettruhe einzuhalten ist. In der Regel verringert diese Krankheit die Lebenserwartung des Patienten, wobei ein allgemeiner Verlauf nicht vorhergesagt werden kann.
Das können Sie selbst tun
Der Alltag der Betroffenen ist in den meisten Fällen von Heteronomie gekennzeichnet. Denn die Schädigung geht nahezu immer mit bleibenden Störungen einher. Der Alltag sollte adaptiert an die Schwere und die Komplexität der Beeinträchtigungen sein, wobei die Selbsthilfe stets im Vordergrund steht.
Angehörige und Pflegende können Betroffene im Alltag unterstützen, indem sie nach dem Bobath-Konzept arbeiten. Die Regulation des Muskeltonus, die Anbahnung normaler Bewegungsabläufe und die Förderung der Körperwahrnehmung sind dabei die drei Grundaspekte. Daraus ergibt sich ein Alltag, bei dem Nahrungsaufnahme, Mobilität, Ausscheidung, Kleiden und Waschen unterstützt werden. Es ist jedoch vorher stets notwendig, spastische Lähmungen durch Bewegung zu lösen und negative Reize, wie kalte Hände, zu vermeiden. Insbesondere bei Verrichtungen des täglichen Lebens wie Zähne putzen, kämmen oder essen können physiologische Bewegungsabläufe unterstützt werden, wobei stets die bilaterale Armführung fokussiert werden muss.
Menschen nach einer Subarachnoidalblutung leiden häufig unter einer reduzierten Aufmerksamkeit. Daher müssen die Wohnsituation entsprechend umgestaltet und Ablenkungen beseitigt werden. Denn nur durch wenige Reize kann das Gehirn im Laufe der Zeit adaptieren.
Durch Anosognosie, Neglect- oder Pusher-Syndrom ist das Sturzrisiko stark erhöht. Die Vermeidung von Stürzen bei Lagerungen oder Mobilisationen muss daher immer beachtet werden, da diese eine weitere Immobilität und Abhängigkeit zur Folge haben.
Quellen
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- Hacke, W. (Hrsg.): Neurologie.
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- Moskopp, D., Wassmann, H. (Hrsg.): Neurochirurgie.
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- Fink, G. R., Gold, R., Berlit, P. (Hrsg.): SOPs Neurologie.
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- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
ISBN: 9783982116655
