Supinationskeil

Der Supinationskeil ist ein orthopädisches Bauelement, das in der Schuh- und Einlagentechnik zum Einsatz kommt und den Fuß um seine Längsachse nach außen dreht. Der Keil schwächt so Pronationsstellungen des Fußes ab und führt eine Supination herbei. Zum Einsatz kommt das Bauelement vor allem bei Hyperpronation des Fußes und daraus resultierenden Funktionseinschränkungen beim Abrollen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Supinationskeil?

Der Supinationskeil ist ein orthopädisches Bauelement, das in der Schuh- und Einlagentechnik zum Einsatz kommt.

Fehlstellungen der Füße sind ein verbreitetes Krankheitsbild. Neben angeborenen Fehlstellungen existieren erworbene Fußfehlstellungen, die oft mit vorausgegangenen Traumata der Fußknochen in Zusammenhang stehen. Viele der Fehlstellungen ziehen Funktionsstörungen des Fußes nach sich, so unter anderem beim Abrollen.

Zur Behandlung von Fußfehlstellungen stehen verschiedene, nicht-invasive Methoden zur Verfügung. Die Haltungskorrektur durch medizinische Einlagen ist eine davon. Um den Fuß in seiner Längsachse nach außen zu drehen und damit das Abrollen zu erleichtern, kommt neben Einlagen der Supinationskeil zum Einsatz.

Der Keil wird an der medizinischen Einlage befestigt und hebt den inneren Fußrand an, während der äußere abgesenkt wird. Der Supinationskeil ist vom Pronationskeil zu unterscheiden, der ebenfalls bei Fußfehlstellungen zum Einsatz kommt. Orthopädie-Schuhtechniker stellen beide Keiltypen in der Regel als Zusatz zu verschiedenen Einlagetypen zur Verfügung.

Supinationskeile helfen nicht nur, Schmerzen und Abrollfehler zu vermeiden. Sie verhindern bis zu einem gewissen Grad auch Folgeerkrankungen, die sich aus der Fußfehlstellung entwickeln könnten, so zum Beispiel Arthrose. Der Keil wird auch als medial subtalare Pelotte oder medialer Fersenkeil bezeichnet.

Formen, Arten & Typen

Supinationskeile müssen in der Regel exakt eingeschliffen werden. Das Ziel ist ein Keil, der sich ideal an die Belange des einzelnen Einlageträgers anpasst. Die Höhe, die Länge und die Proportionen des Keils unterscheiden sich damit von Patient zu Patient.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Hilfsmittel des Keils mit der Art der Einlage, an der er befestigt ist. Nicht jede Art der medizinischen Einlage wird mit einem Supinationskeil angeboten. Verbreitet sind Einlagen für Sportler, da gerade beim Sport richtiges Abrollen gefordert ist.

In den meisten Fällen ist der Supinationskeil aus Kork, aber auch Materialien wie Filz sind denkbar. Kork besteht aus luftgefüllt abgestorbenen Zellen. Durch diese Korkporen hindurch ist Atmung möglich. Das Material ist ein eher sanftes Korrekturmaterial, da es neben einer Stützfunktion auch elastische Eigenschaften hat und sich damit dem Fuß anpassen kann.

Kunststoff ist damit verglichen weitaus härter und widerstandsfester. Die Elastizität und Anpassungsfähigkeit an den Fuß wäre mit Supinationskeilen aus Kunststoff also nicht hinzureichend gegeben. Kork-Leder-Einlagen werden daher aus gutem Grund als "bettende Einlagen" bezeichnet. Kunststoffmaterial bettet weniger, als dass es widerstandsfähig korrigiert.

Aufbau & Funktionsweise

Supinationskeile tragen, wie der Name schon sagt, eine Keilform. Die genaue Form hängt vom Fuß des Patienten und der zu erreichenden Korrekturleistung ab. Der Supinationskeil wird vom orthopädischen Schuhtechniker so an der korrigierenden Einlage fixiert, dass der Fuß durch den Keil um die eigene Längsachse nach außen gedreht wird. Damit senkt der Supinationskeil den äußeren Fußrand ab und hebt gleichzeitig den inneren Fußrand an.

Das orthopädisch-technische Bauelement wird bei der Fertigung von Einlagen demnach dazu eingesetzt, die Pronationsbewegung zu verhindern oder abzuschwächen. Die Supination im Fuß wird durch den Keil unterstützt oder besser gesagt erzeugt. Die so herbeigeführte Stellung reduziert die Belastung am medialen Fußrand und verringert außerdem Belastungsintensitäten am ersten Strahl. Im Gegenzug dazu erhöhen sich die Belastungen im Bereich des lateralen Fußrands.

Supinationskeile korrigieren durch ihren Aufbau Fehlstellungen der Fußachse und vermindern damit Funktionsstörungen bei der Abrollbewegung.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Die mitunter häufigste Indikation zum Einsatz eines Supinationskeils ist die Hyperpronation. Dabei handelt es sich um eine übersteigerte Pronationsstellung des Fußes, die auch als Knickfuß bekannt ist. Die Gelenkflächen eines Knickfußes stehen zueinander in unnatürlichem Winkel und die Gelenke werden in einer Folge locker und instabil. Der Knickfuß entsteht meist durch Bewegungsmangel, der zu einer Rückbildung der natürlichen Fußmuskulatur führt. Oft trägt auch falsches Schuhwerk seinen Teil zur Knickfußpathogenese bei.

Nicht nur zur Korrektur eines Knickfußes, sondern auch bei Überlastungen der Tibialis-posterior-Sehne kommt der Supinationskeil oft zum Einsatz. Der Musculus tibialis posterior ist ein Muskel der Unterschenkelmuskulatur und wirkt stabilisierend auf das Gewölbe des Fußes. Durch Fehlstellungen kann die Sehne des Muskels überlasten, sodass Folgeerkrankungen drohen. Um solche Folgeerkrankungen zu verhindern, kann der Supinationskeil zum Einsatz kommen, da er die Pronationsbewegung des Fußes und die damit verbundene Beanspruchung des Muskels abschwächt.

In bestimmten Fällen wird der Supinationskeil auch bei Beschwerden am Ligamentum deltoideum eingesetzt. Bei dieser anatomischen Struktur handelt es sich um ein starkes Band mit Dreiecksform, das an der Innenseite des Sprunggelenks liegt und vom Malleolus medialis zu den Fußwurzelknochen zieht. Falls eine unnatürliche Verlängerung des Bandes eintritt, kann der Supinationskeil dem Fortschreiten dieser Erscheinung entgegenwirken.

Darüber hinaus sind Beschwerden am medialen Fußrand eine Indikation für den Supinationskeil. Dieser Bereich des Fußes kann durch das Supinationselement entlastet werden. Unter bestimmten Umständen irritieren Pronationsfehlstellungen des Fußes auch die Sesambeine im Fußbereich, die mit dem Supinationskeil entsprechend entlastet werden können.

Darüber hinaus kommt das Bauelement für Einlagen bei Hallux valgus zum Einsatz. Darunter versteht die Medizin eine Fehlstellung der Großzehe, die im Grundgelenk lateral abgewinkelt ist und mit der Spitze in Richtung Fußmitte zeigt.

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Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 26. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

No Nick kommentierte am 03.10.2018

Angeblich sollen die Dinger Schmerzen verhindern? Bis ich diese Einlagen bekam, hatte ich keine Schmerzen, nun habe ich sie. Mein Orthopäde war offenbar der Meinung, ohne Untersuchung eine Fußfehlstellung festgestellt zu haben. Ich weiß auch nicht, ob jemand der sog. Fachärzte schon einmal probiert hat, barfuß auf harten Klötzern zu laufen. Man ahnt schon, dass es nicht angenehm ist. Aber genau das wird von mir verlangt.

Diese Einlagen werde ich aber auch aus Selbstachtung nicht tragen, und ich warne jeden davor!