Thrombose
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Thrombose beziehungsweise Blutgerinnsel ist eine Störung bzw. Verstopfung eines Blutgefäßes. Vor allem entstehen Thrombosen bei älteren Menschen in den Beinen bzw. Venen nach langem Sitzen oder bei mangelhafter Bewegung.
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Was ist Thrombose?
Unter einer Thrombose versteht man die Bildung eines Blutgerinnsels, des sogenannten Thrombus, innerhalb eines Blutgefäßes. Dies führt zu einer Einengung oder sogar Verstopfung der Gefäße. Eine Thrombose kommt am häufigsten in den tiefen Venen der Beine und im Becken vor.
Seltener sind die Blutgerinnsel in den oberflächlichen Venen. Hierbei sind meist Krampfadern betroffen, und diese Form ist in der Regel ungefährlicher. Eine Thrombose gehört zu den häufigsten Gefäßerkrankungen.
Eine arterielle Thrombose ist seltener. Sie führt zu einer Störung der Durchblutung des betroffenen Organs oder Körperbereichs, so dass es hier zu einem Sauerstoffmangel kommt.
Ursachen
Auch die Änderung der Blutzusammensetzung kann zu einer Thrombose führen. Erwähnenswert ist hierbei die warme Jahreszeit, wenn der Betroffene zu wenig trinkt. Eine weitere mögliche Ursache für eine Thrombose kann die Veränderung der Gefäßwand durch Entzündungen, Verletzungen oder Ablagerungen sein.
Besondere Faktoren wie die Einnahme von Östrogenen, der Genuss von Nikotin (Rauchen) oder auch Infektionen können die Wahrscheinlichkeit zur Entstehung einer Thrombose deutlich erhöhen. Auch durch häufiges und regelmäßiges fettes Essen kann es zu Ablagerungen an den Gefäßwänden kommen. Dies wiederum erhöht auch das Risiko eines Blutgerinnsels.
Ein Teil der Thromboseerkrankungen kann jedoch auf eine krankheitsbedingte und erbliche Störung der Blutgerinnung zurückgeführt werden. Die häufigste dieser erblichen Ursachen ist die APC-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation); daneben gibt es weitere, etwa einen Mangel an Antithrombin oder an den Proteinen C und S.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Eine Thrombose kann verschiedenste Symptome verursachen, wobei die Beschwerden vom betroffenen Blutgefäß abhängig sind. Manchmal treten auch keine Symptome auf oder das Gerinnsel verursacht erst nach einer Weile Beschwerden. Grundsätzlich deuten ein Schweregefühl beziehungsweise ein Spannungsgefühl im Fuß oder Bein auf eine Thrombose hin.
Das Bein, der Unterschenkel oder der Knöchel schwellen an, die Haut ist warm und kann sich auch bläulich oder rötlich verfärben. Eventuell treten ziehende Schmerzen auf, die einem Muskelkater ähneln. Ähnliche Beschwerden kann auch eine geplatzte Baker-Zyste in der Kniekehle verursachen; sie muss deshalb ärztlich abgegrenzt werden. Es kommt zu Schwellungen, die sich im weiteren Verlauf verschlimmern. Auffallend ist, dass die Symptome abklingen, sobald die Betroffenen die Beine hochlagern.
Die Erkrankung selbst verbessert sich dadurch allerdings nicht. Ist die Vene verstopft und kann das Blut nicht mehr richtig abfließen, so strömt es manchmal auch durch Venen, die oberflächlich gelegen sind. Diese treten dann am Schienbein als sogenannte "Warnvenen" hervor und sind sehr deutlich sichtbar.
Wenn sich eine Thrombose in einer Armvene bildet, dann treten die beschriebenen Symptome an diesem Körperteil auf. Werden die Symptome nicht behandelt, so können unter Umständen auch Atemprobleme oder Brustschmerzen auftreten, manche Patienten husten dann Blut, was ein Zeichen für eine Lungenembolie ist.
Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf einer Thrombose ist in manchen Fällen schwer festzustellen. Nachdem das Gerinnsel das Blutgefäß verengt hat, kann es sich weiter vergrößern und das Gefäß schließlich vollständig verstopfen.
Insbesondere besteht die Gefahr, dass sich der Thrombus löst und in die Lunge gelangt. Hier kann er sich festsetzen und zu einer Lungenembolie, also der Verstopfung eines Blutgefäßes der Lunge führen. Dies kann sogar zum Tod des Betroffenen führen. Löst sich die Thrombose nicht auf, kann sich hier ein neuer Blutkreislauf bilden, um die Verstopfung zu umgehen. Symptome können das Anschwellen der Beine, ein Schweregefühl oder auch Schmerzen in der Wade sein.
Komplikationen
Nicht selten kann dadurch in der Knöchelregion ein Geschwür entstehen, das in der Medizin als Ulcus cruris bezeichnet wird. Mediziner sprechen bei diesen Folgeerscheinungen auch von einem postthrombotischen Syndrom. Zu den schwerwiegendsten und gefürchtetsten Komplikationen der Thrombose zählt die Embolie. Sie wird aufgrund des Ablösens von Teilen oder des gesamten Blutgerinnsels verursacht.
Das Blut schwemmt das Gerinnsel fort, sodass es über die Venen und das Rechtsherz bis zur Lunge vordringt, wo es eine Lungenembolie hervorruft. Besonders betroffen von einer Lungenembolie sind Patienten mit einer tiefen Beinvenenthrombose. Dabei nimmt diese Komplikation unterschiedliche Schweregrade ein.
Eine seltene, aber besonders folgenschwere Auswirkung stellt die septische Thrombose mit einer Sepsis (Blutvergiftung) dar. Bei dieser Sonderform siedeln sich Bakterien im Blutgerinnsel an und verbreiten sich mit dem Blut im gesamten Körper des Patienten. Als Gegenmaßnahme werden zumeist Antibiotika verabreicht.
Ebenfalls zu den Komplikationen gehört die chronisch-venöse Insuffizienz. Dabei handelt es sich um eine dauerhafte Venenschwäche. Bemerkbar macht sie sich durch die Entstehung von Krampfadern, Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe) und Hautentzündungen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei Störungen der Durchblutung, Auffälligkeiten der Herztätigkeit sowie akuten Unregelmäßigkeiten im Organismus, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Spannungsgefühle in den Gliedmaßen, ein Gefühl von Schwere oder Verfärbungen der Haut sind Hinweise einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Da sich eine Thrombose zu einem lebensbedrohlichen Zustand für den Betroffenen entwickeln kann, muss bereits bei den ersten Unstimmigkeiten ein Arztbesuch erfolgen. Als Warnsignale des Organismus gelten Probleme der Atemtätigkeit sowie Brustschmerzen.
Ein stechendes Gefühl im Bereich des Herzens muss unverzüglich von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Bei einem akuten gesundheitsbedrohlichen Zustand ist unverzüglich ein Rettungsdienst zu alarmieren. Ein plötzlicher Abfall der inneren Kräfte, starker Schwindel, Gangunsicherheiten sowie Störungen des Bewusstseins sind Notfallsignale des Körpers. Bis zur Ankunft eines Rettungsteams müssen anwesende Personen Maßnahmen der Ersten Hilfe ergreifen, um das Überleben des Betroffenen zu sichern. Schwellungen, Gangunsicherheiten sowie Beeinträchtigungen der Bewegungsmöglichkeiten sind weitere Anzeichen für eine gesundheitliche Unregelmäßigkeit.
Eine sichtbare Bildung von Venen beispielsweise an den Beinen oder Armen sollte einem Arzt vorgestellt werden. Sie ist bereits ein erster Hinweis für das Vorliegen einer Erkrankung des Blutkreislaufes. Die Bildung von Krampfadern, Wassereinlagerungen sowie allgemeine Unregelmäßigkeiten des Blutflusses sind ebenfalls frühzeitig mit einem Arzt zu besprechen. Bei Kopfschmerzen, Funktionsstörungen oder Sensibilitätsstörungen besteht Handlungsbedarf.
Treten plötzlich Atemnot, Brustschmerzen, Bluthusten, Herzrasen oder eine Bewusstseinstrübung auf, hat sich möglicherweise ein Gerinnsel gelöst und eine Lungenembolie ausgelöst. Dann ist sofort über die Notrufnummer 112 der Rettungsdienst zu alarmieren. Bis zu dessen Eintreffen bleibt der Betroffene ruhig liegen oder sitzen, das betroffene Bein wird nicht mehr bewegt oder massiert, und jede eigene Anstrengung ist zu unterlassen, weil sie weitere Gerinnsel losreißen kann. Setzen Atmung und Kreislauf aus, ist unverzüglich mit der Herzdruckmassage zu beginnen.
Behandlung & Therapie
Die Behandlung des Blutgerinnsels ist abhängig von der Größe, dem Ort und dem Alter der Thrombose. Das erste Ziel sollte jedoch in jedem Fall die Verhinderung der Vergrößerung des Thrombus sein. Dies wird unter anderem durch die Gabe von Heparin und anderen Blutverdünnungsmitteln erreicht.
Innerhalb der ersten zehn Tage ist es noch möglich, den Blutfluss wiederherzustellen und die Thrombose auf diese Art zu beseitigen. Dies wird durch eine medikamentöse Behandlung erreicht. Diese medikamentöse Auflösung des Gerinnsels, die Lysetherapie, wurde lange Zeit breit empfohlen. Heute wird sie wegen ihres Blutungsrisikos nur noch in ausgewählten Fällen durchgeführt, etwa bei ausgedehnten Becken- und Beinvenenthrombosen jüngerer Patienten; die Standardbehandlung ist die Gerinnungshemmung. In schwereren und bereits älteren Fällen der Erkrankung muss ein operativer Eingriff erfolgen. Dies kann eine Thrombektomie oder ein Bypass sein.
Bei einer Thrombektomie wird das Gerinnsel aus dem Gefäß entfernt. Wird die Thrombose mit einer Bypassoperation behandelt, wird die verstopfte Stelle des Blutgefäßes lediglich überbrückt und der Blutfluss auf diese Art wieder ermöglicht.
Da eine weitergehende Thrombosegefährdung besteht, erfolgt nach einer Thrombose eine längerfristige medikamentöse Behandlung mit blutverdünnenden Mitteln. Auch wird der Einsatz von Thrombosestrümpfen empfohlen und der Patient sollte sich regelmäßig bewegen.
Nachsorge
Ist der Pfropf beseitigt, ist die Gefahr erst einmal vorüber. Doch das Risiko für die Entstehung eines neuen Blutgerinnsels ist möglicherweise weiterhin existent. Der medizinische Ansatz besteht in einer Verminderung der Blutgerinnung mit der Folge, dass die Verklumpung der Thrombozyten auf ein Minimum reduziert wird. Aus diesem Grund erhalten Thrombose-Patienten vielfach Tabletten, welche zur Hemmung der Blutgerinnung führen.
Derartige Medikamente können in der Regel über Monate oder Jahre verordnet werden - die Patienten sollten sie konsequent einnehmen. Mit der Einnahme blutverdünnender Medikamente ist in der Regel nur eine geringe Einschränkung des Lebens verbunden. Gleichwohl sollte immer bedacht werden, dass das Blut infolgedessen weniger gut gerinnt.
Wer sich also verletzt, sollte damit rechnen, dass Wunden nicht nur heftiger, sondern auch länger bluten können. Auch blaue Flecken könnten schneller entstehen. Vor einer Operation sollten die Medikamente nach Rücksprache mit dem Arzt rechtzeitig abgesetzt werden. Naturheilkundlichen Stoffen wie Knoblauch und Zwiebeln wird ein blutverdünnender Effekt nachgesagt. Sie ersetzen die verordneten Medikamente jedoch nicht und sollten wegen der zusätzlichen Blutungsneigung vorher mit dem Arzt besprochen werden.
Darüber hinaus können bei Spannungs- und Schweregefühlen im Bereich der Beine Präparate aus Rosskastanie helfen; auch sie sollten vorher mit dem Arzt besprochen werden. Die Thrombose-Nachsorge verfolgt das Ziel, eine erneute Verklumpung der Thrombozyten zu verhindern, damit kein Blutgerinnsel zu lebenswichtigen Organen wie dem Herz wandern kann.
Das können Sie selbst tun
Es gibt viele Möglichkeiten, das Thromboserisiko mit Hilfe von einfachen Maßnahmen im Alltag zu senken. Ausreichend Bewegung sorgt für einen guten Blutfluss in den Beinen und beugt so einem Blutgerinnsel vor. Besonders gut geeignet sind Ausdauersportarten, wie Radfahren oder Schwimmen. Eher weniger geeignet hingegen sind kurze, ruckartige Bewegungen, wie sie beispielsweise beim Tennisspielen vorkommen.
Neben einem aktiven Lebensstil, sollte auch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Übergewicht sollte nach Möglichkeit auf Normalgewicht reduziert werden. Außerdem sollten Alkohol und Nikotin idealerweise nicht konsumiert werden. Daneben ist es wichtig, stets ausreichend Wasser zu trinken.
Es ist ratsam, langes Sitzen oder Stehen zu vermeiden. Kurze Spaziergänge oder Beingymnastik im Sitzen können beispielsweise dann durchgeführt werden, wenn ein langes Sitzen nicht gänzlich vermieden werden kann. Bei längeren Flügen empfiehlt es sich, spezielle Kompressions- oder Stützstrümpfe präventiv zu tragen. Auch bei starker Hitze können die Strümpfe getragen werden. Nachts werden sie dagegen in der Regel abgelegt, da die Beinvenen im Liegen ohnehin entlastet sind; nur wenn der Arzt es ausdrücklich anordnet, bleiben sie über Nacht an. Um den Blutfluss in den Venen zu unterstützen, eignen sich zudem kalte Duschen oder kalte Fußbäder. Auch Wechselduschen kann die Durchblutung anregen.
Die Anti-Baby-Pille kann ein Thromboserisiko darstellen. Daher sollten nach Möglichkeit alternative Verhütungsmethoden in Betracht gezogen und ärztlich abgeklärt werden.
Quellen
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