Lungenembolie
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bei einer Lungenembolie werden Gefäße zur Lunge durch ein Blutgerinnsel blockiert, sodass die Lunge nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt werden kann. Oftmals wird eine Lungenembolie durch eine Thrombose ausgelöst. Eine Lungenembolie kann lebensgefährliche Folgen haben und sollte daher schnellstens medizinisch behandelt und versorgt werden.
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Was ist eine Lungenembolie?
Eine Lungenembolie ist eine sehr ernste Erkrankung, die Menschen jeden Alters bekommen können. Es gibt verschiedene Ursachen, die zur Entstehung dieser Beschwerden führen können. Genauer ausgedrückt bedeutet eine Lungenembolie, dass sich Blutpfropfen in einer oder mehreren Adern bilden, die dann weiter transportiert werden und unter anderem das Herz erreichen.
Von dort werden sie in die Lungenarterien weitergeschwemmt und verstopfen dort Blutgefäße, was dann zu einer Lungenembolie führen kann. Diese Blutgerinnsel können sich an mehreren Stellen des Körpers bilden, vor allem in den tiefen Venen der Extremitäten, wie sehr häufig bei den Beinen. Also kann man diesen Zustand so definieren, dass Blutpfropfen den Blutkreislauf blockieren und somit das Blut nicht mehr zu der Lunge gelangen kann, wo es mit Sauerstoff angereichert wird.
Ursachen
Wenn ein oder auch beide Beine anfangen zu schmerzen oder sogar dicker werden, muss man spätestens dann einen Arzt aufsuchen. Bei ungeübten Tauchern, die zu schnell aus großer Tiefe auftauchen, kann es auch zu einer Lungenembolie kommen. Hierbei ist die Ursache, dass sich Gasbläschen in den Venen bilden, die dann die Blutgefäße der Lunge blockieren können, sodass auch die Lunge nicht mehr durchblutet wird. Bei einem längeren Krankenhausaufenthalt wird einer Lungenembolie vorgebeugt, indem ein blutverdünnendes Mittel gespritzt wird.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Bevor es zu einer Lungenembolie kommt, treten mitunter Warnzeichen wie Husten oder eine pfeifende Atmung auf. Diese Symptome nehmen schleichend an Intensität zu und führen schließlich zu einer Lungenembolie. Diese macht sich meist durch plötzlich auftretende Atemnot und Brustschmerzen bemerkbar. Die Schmerzen können bis in die Schulter- oder Bauchregion ausstrahlen.
Die Betroffenen verspüren Angst und Nervosität, oft begleitet von Herzrasen, Husten und Bluthusten. In schweren Fällen kommt es zu einem Ohnmachtsanfall oder sogar zu einem Herzversagen. Bei plötzlicher Atemnot, atemabhängigen Brustschmerzen, Herzrasen, Bluthusten oder einer Ohnmacht ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Die Lungenembolie tritt zumeist in stärker werdenden Schüben auf. Zunächst verspüren die Betroffenen nur unmerkliche Beschwerden, die mit jedem Blutgerinnsel an Intensität und Dauer zunehmen.
Typisch sind Herzrasen und Reizhusten, aber auch Fieber, wobei die Symptome oft von selbst wieder verschwinden. Schließlich kommt es zu einer schweren Lungenembolie, die lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen kann. Neben den typischen Brustschmerzen, die vorwiegend bei intensiven Atembewegungen auftreten, kann es zu Atemnot und Geräuschen bei der Atmung kommen. Im Extremfall kommt es zu einem Lungeninfarkt, der sich durch Bluthusten, Fieber und Atemnot bemerkbar macht. Bei einem Rechtsherzversagen kommt es zu gestauten Halsvenen und Wassereinlagerungen in den Beinen.
Krankheitsverlauf
Der Verlauf der Krankheit Lungenembolie ist schmerzhaft und muss sofort behandelt werden. Es gibt auch Personen, die eher zu einer Thrombose neigen als andere. Diese Betroffenen sind sogenannte Risikopatienten. Wer schon Brüche an der Hüfte oder den Beinen hatte und sogar eine Prothese tragen muss, ist genauso für eine Lungenembolie anfällig wie Patienten mit großen Operationen.
Auch das Alter spielt eine Rolle oder schwere Erkrankungen wie Schlaganfall oder bösartige Tumore. Die eigentliche Lungenembolie tritt aber erst nach dem Ablösen eines Blutgerinnsels, das sich seinen Weg durch die Venen und Adern in Richtung Herzen bahnt. Das passiert dann, wenn man nach längerem Ruhen aufsteht und gleich anstrengende Bewegungen vollzieht.
Komplikationen
Zu den oft einsetzenden Folgeerscheinungen der Lungenembolie zählt außerdem eine Rechtsherzinsuffizienz (Rechtsherzschwäche). So bewirkt ein Verschluss von größeren Lungengefäßen einen Anstieg des Lungenkreislaufwiderstands. Grund dafür ist, dass zu viele Gefäße der Blockade unterliegen. Die rechte Herzkammer muss deswegen mehr Leistung erbringen als gewöhnlich. Führt dies zu ihrer Überforderung, drohen Fehlfunktionen oder sogar das totale Versagen der rechten Herzhälfte. Ebenso möglich durch die Überlastung sind lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.
Nicht selten entsteht durch eine Lungenembolie eine Lungenentzündung. Weil bei den Lungenanteilen, die schlechter durchblutet werden, auch eine schlechtere Belüftung besteht, können schädliche Keime sich leichter in der Lungenregion ausbreiten und Entzündungen verursachen. Mitunter tritt auch eine Entzündung des Lungenfells auf, was Mediziner als Pleuritis bezeichnen.
Eine weitere Komplikation der Lungenembolie kann Lungenhochdruck sein. Zeigen sich wiederholt Lungenembolien, hat dies dauerhafte Veränderungen der Lungengefäße zur Folge. Um dem höheren Widerstand entgegenzuwirken, verstärkt das Herz seine Pumpleistung. Der erhöhte Widerstand führt in der Lungenregion zu Bluthochdruck, der sich wiederum schädlich auf das Herz auswirkt.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei Verdacht auf eine Lungenembolie ist kein Arzttermin mehr abzuwarten: Setzen plötzlich Atemnot, atemabhängige Brustschmerzen, Herzrasen, blutiger Husten oder eine Ohnmacht ein, muss sofort der Notruf 112 gewählt werden. Das gilt besonders dann, wenn kurz zuvor eine Operation, eine längere Bettruhe oder eine lange Reise stattgefunden hat oder ein Bein geschwollen und schmerzhaft ist.
Treten Beschwerden wie Atemnot oder Luftknappheit auf, ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Durch die mangelnde Versorgung des Organismus mit Sauerstoff können sich schwerwiegende Komplikationen einstellen oder eine lebensbedrohliche Situation entwickeln. Bei Schmerzen in der Brust, einem Druckgefühl im Brustkorb oder einer erschwerten Atemtätigkeit wird ein Arzt benötigt.
Beschwerden wie Schulterschmerzen, Geräusche während der Atmung, Husten oder Fieber sind untersuchen und behandeln zu lassen. Kommt es zu einem blutigen Auswurf oder einem Bluthusten, ist schnellstmöglich ein Arztbesuch anzuraten. Veränderungen des Herzrhythmus, eine erhöhte Atemfrequenz und Herzrasen sind Anzeichen für eine vorliegende Unregelmäßigkeit.
Ein Arzt ist zu konsultieren, damit die Ursache der Symptome abgeklärt wird. Können die alltäglichen Aufgaben nicht mehr wie gewohnt erfüllt werden, sinkt die allgemeine Leistungsfähigkeit oder setzen Schlafstörungen ein, benötigt der Betroffene eine medizinische Hilfe. Bauchschmerzen oder Störungen der Verdauung sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn die Unstimmigkeiten über mehrere Tage unvermindert auftreten.
Stellen sich Störungen der Durchblutung ein, kommt es zu Verfärbungen der Haut oder einer inneren Schwäche, wird ein Arzt benötigt. Ein Arztbesuch ist ebenfalls notwendig, wenn sich emotionale Beschwerden einstellen. Bei Angst, Panik, Auffälligkeiten des Verhaltens oder Stimmungsschwankungen sollten weitere Untersuchungen eingeleitet werden.
Behandlung & Therapie
Wenn eine Lungenembolie festgestellt wurde, muss sofort mit der Behandlung begonnen werden. Da diese Krankheit immer lebensbedrohlich ist, erfolgt die Behandlung im Krankenhaus mit sofortiger Sauerstoffzufuhr und der Infusion von blutverdünnenden Mitteln, die eine weitere Blutgerinnung verhindern soll.
Ebenso erreicht man mit den Gerinnungshemmern, dass sich keine weiteren Blutpfropfen bilden können und die Krankheit noch verschlimmern. Diese Medikamente müssen noch mehrere Monate, eventuell in Tablettenform oder auch als Spritzen genommen werden, um eine erneute Lungenembolie zu vermeiden.
Diese Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulation) ist die Basis der Behandlung. Lange Zeit wurden dafür Heparin-Spritzen und anschließend Vitamin-K-Gegenspieler wie Phenprocoumon (Marcumar) verordnet, deren Wirkung regelmäßig im Blut kontrolliert werden muss. Heute werden stattdessen meist direkte orale Gerinnungshemmer (DOAK) bevorzugt, die in fester Dosis eingenommen werden und keine routinemäßigen Gerinnungskontrollen erfordern. Ist der Kreislauf durch eine große Embolie instabil, wird das Gerinnsel zusätzlich medikamentös aufgelöst (Lyse-Therapie); nur wenn auch das nicht möglich ist, wird es im Herzkatheter oder operativ entfernt.
Als zusätzliche Behandlungsmaßnahme eignen sich auch noch Anti-Thrombose-Strümpfe, die der Patient schon im Krankenbett tragen sollte. Die Strümpfe werden auch vorbeugend bei Risikopatienten getragen. Ebenso wichtig ist die Bewegung des Patienten, das heißt, er sollte schnell wieder auf die Beine kommen und durch Bewegungen den Blutkreislauf stabilisieren.
Aussicht & Prognose
Eine Prognose kann nicht pauschal erfolgen. Sie muss den Gesundheitszustand des Patienten und das Ausmaß der Erkrankung berücksichtigen. Ärzte haben mehrere Schweregrade einer Lungenembolie klassifiziert. Leichte Fälle enden selten tödlich, schwere hingegen in jedem zweiten Fall. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass ein hohes Alter und eine schlechte Physis die Überlebenswahrscheinlichkeit verringern. Die sofortige Konsultation eines Arztes erhöht hingegen die Wahrscheinlichkeit auf eine Genesung. Die erste Zeit nach dem Beginn der Beschwerden birgt die größte Gefahr. 90 Prozent aller Patienten, die die Erkrankung nicht überleben, sterben in den ersten beiden Stunden.
Bei einer Lungenembolie besteht Lebensgefahr. Abwarten und Hoffen auf Besserung stellen keine Optionen dar. Nach einer überstandenen Erkrankung besteht die Gefahr einer erneuten Embolie. Dieser lässt sich durch die Einnahme von Gerinnungshemmern begegnen. Selten entsteht ein dauerhafter Bluthochdruck in der Lunge. Patienten erhöhen ihre Aussicht auf ein beschwerdefreies Leben, indem sie ungünstige Gewohnheiten ablegen. So tragen der Abbau von Übergewicht und der Verzicht auf Nikotin nachweislich dazu bei, dass eine Lungenembolie nicht wiederholt auftritt.
Vorbeugung
Einer Lungenembolie kann man vorbeugen, indem man auf das Rauchen verzichtet und sich viel körperlich bewegt oder Sport treibt. Außerdem hilft eine gesunde Ernährung. Vermeiden Sie Übergewicht. Trinken Sie ausreichend. Auf langen Flug- und Autoreisen beugen regelmäßiges Aufstehen, Bewegen der Füße und reichliches Trinken einer Thrombose vor.
Nachsorge
Im Mittelpunkt der Nachsorge steht die zuverlässige Einnahme der verordneten Gerinnungshemmer, denn ohne sie steigt das Risiko einer erneuten Embolie deutlich. Darüber hinaus kann eine Lungenembolie am besten mit einem gesunden Lebensstil auskuriert werden. Dies bedeutet, einen möglichst stressfreien Alltag zu pflegen und für ausreichend Bewegung an der frischen Luft sowie genügend Schlaf zu sorgen. Schonung und Ruhe sind wichtig, um sich von den Strapazen zu erholen. Dabei können aufbauende Gespräche mit lieben Menschen aus dem nahen Umfeld helfen, die mentale Belastung zu mindern und ein positives Lebensgefühl zu fördern. Regelmäßige Kontrolltermine beim behandelnden Arzt sorgen dafür, den Genesungsprozess im Blick zu behalten und eventuelle Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.
Das können Sie selbst tun
Der Patient sollte bei einer Lungenembolie grundsätzlich unverzüglich den Notarzt rufen. Dafür gilt bundesweit die kostenlose Notrufnummer 112. Ist es ihm selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, haben Beobachter die Pflicht, Kontakt zu einem Notarzt aufzunehmen. Darüber hinaus ist das Ergreifen von Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes notwendig. Bis der Rettungsdienst da ist, sollte der Betroffene mit erhöhtem Oberkörper sitzen, beengende Kleidung geöffnet bekommen und sich keinesfalls anstrengen. Zusätzlich ist eine ausreichende Sauerstoffversorgung für den Patienten wichtig.
Menschen, die eine Gefährdung für eine Thrombose haben, sollten verschiedene Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Starre Körperhaltungen oder langes Sitzen sowie Stehen sind zu vermeiden. Ebenfalls sollten Positionen, in denen Gliedmaßen oder Blutgefäße eingeklemmt werden könnten, vermieden werden. Der Körper benötigt eine ausreichende und regelmäßige Bewegung, um einen Blutstau zu verhindern. Kreislaufanregende Tätigkeiten haben einen positiven Einfluss auf die Vorbeugung einer Lungenembolie. Zusätzlich sind Aufenthalte in Räumen mit hohen Schadstoffanteilen ohne einen entsprechenden Mundschutz zu unterlassen. Die Tätigkeit der Lunge kann dadurch beeinflusst werden oder Gewebeschäden können entstehen.
Bei schmerzenden Beinen, die nicht auf eine kurzzeitige Überlastung zurückgeführt werden können, sollte der Betroffene Veränderungen vornehmen. Hilfreich sind sportliche Aktivitäten oder das Tragen von gesundem Schuhwerk. Schuhe mit hohen Absätzen oder in falschen Größen lösen Verkrampfungen aus, die schädlich für den Blutkreislauf und die Gefäße sein können.
Quellen
- Kroegel, C., Costabel, U., Bals, R., et al. (Hrsg.): Referenz Pneumologie.
ISBN: 9783132416789
- Hoffmann, U., Weiss, N., Czihal, M., et al. (Hrsg.): Klinische Angiologie.
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- Braun, J., Preuss, R. (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin.
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