Vitamin-C-Mangel


Medizinische Qualitätssicherung am 7. Mai 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Vitamin C ist für die Erhaltung der Gesundheit essenziell. Es stärkt das Immunsystem, schaltet freie Radikale aus und ist am Bindegewebeaufbau beteiligt. Da der menschliche Körper nicht dazu in der Lage ist, dieses Vitamin selbst zu bilden oder effektiv zu speichern, kommt es schnell zu einem Vitamin-C-Mangel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Vitamin-C-Mangel?

Als Vitamin-C-Mangel wird, wie der Name bereits verrät, eine unzureichende Menge an Ascorbinsäure im Körper bezeichnet. Durch Mangelerscheinungen werden verschiedene Beschwerden ausgelöst, die sich in unterschiedlichen Symptomen äußern können. Diese sind häufig nicht sofort einem Mangel zuzuordnen und können sehr unspezifisch sein. Da Vitamin C an sehr vielen Vorgängen im menschlichen Körper beteiligt ist, kann ein dauerhafter Mangel zu verschiedenen Erkrankungen führen. Oftmals ist das Gesamtbefinden durch einen solchen Mangel gestört.

Vitamin C ist einerseits an der Hormonsynthese beteiligt, begünstigt andererseits aber auch die Aufnahme von Eisen im Dünndarm. Zudem bindet es Schwermetalle wie Nickel, Blei und Cadmium. Es erhöht die Immunabwehr des Körpers und stärkt die Knochen und Muskeln. Im Gegensatz zu einer Überdosis vieler anderer Vitamine, löst eine Überdosis Vitamin C keine Beschwerden im Körper aus. Solange es über die Nahrung zugeführt wird und nicht über gesonderte Präparate, sind keine Nebenwirkungen zu befürchten.

In der Regel wird ein Überschuss an Vitamin C wieder über den Urin ausgeschieden. Es ist wasserlöslich. Nahrungsergänzungsmittel hingegen können aufgrund ihrer wasserentziehenden Wirkung Beschwerden im Verdauungstrakt begünstigen. Da sollten sie nur im äußersten Notfall eingenommen werden und nicht die tägliche Portion Obst und Gemüse ersetzen.

Ursachen

Die Ursachen für einen Vitamin-C-Mangel sind in erster Linie die unzureichende Zufuhr des Vitamins über die Nahrung. Ein entsprechender Lebensstil kann zudem maßgeblich dazu beitragen. So begünstigen Rauchen, orale Verhütungsmittel und die Einnahme von Acetylsalicylsäure (Aspirin) zudem den Vitaminmangel. Eine ähnliche Wirkung haben Antibiotika. Der Grund hierfür ist bei selbst ursprünglich ausreichender Zufuhr eine geringere Aufnahmefähigkeit des Körpers.

Er ist nicht mehr dazu in der Lage, das Vitamin aus der Nahrung zu absorbieren und scheidet es unverarbeitet wieder aus. Daher wird insbesondere Rauchern eine 50 Prozent höhere Vitamin-C-Zufuhr empfohlen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Ähnlich sieht es auch bei verschiedenen Erkrankungen aus. Insbesondere Magen-Darm-Erkrankungen können eine verringerte Aufnahmefähigkeit des Körpers bedingen.

Zu den wichtigsten Lieferanten von Vitamin C zählt besonders frisches Obst. Besonders Zitrusfrüchte und Beeren haben einen hohen Gehalt an Vitamin C. Aber auch Paprika und verschiedene Kohlsorten helfen, den täglichen Bedarf auszugleichen. Bei Erwachsenen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rund 100 Milligramm Vitamin C am Tag. Schwangere und Stillende haben zudem einen höheren Bedarf, der zwischen 110 und 150 Milligramm anzusiedeln ist.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels können vielfältig sein. Üblich ist eine hohe Anfälligkeit für Infekte, da das Immunsystem schlechter arbeitet. Aber auch Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Erkältungserscheinungen wie Glieder- und Gelenkschmerzen sind keine Seltenheit. Die Wundheilungsfähigkeit des Körpers kann verringert sein, wobei sich oftmals gleichzeitig die Blutungsgefahr erhöht.

So entstehen schneller Hämatome. Zusätzlich kann die Haut des Betroffenen rau, trocken und schuppig sein. Je nach Dauer und Stärke des Mangels ist außerdem eine Lockerung der Zähne möglich. Nicht alle Symptome eines Vitamin-C-Mangels sind eindeutig. Auch unspezifischere Beschwerden sind möglich, die in aller Regel nicht eindeutig zuzuordnen sind. Häufig ist bei einem Vitamin-C-Mangel das Allgemeinbefinden gestört. Die Betroffenen fühlen sich schlapp, krank und ausgelaugt.

Bei Menschen mit Vitamin-C-Mangel wurden außerdem überdurchschnittlich häufig Depressionen nachgewiesen. Besonders bei häufigen Blutungen der Schleimhäute, insbesondere des Zahnfleischs, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Dieser wird in der Regel nach den Lebensgewohnheiten des Patienten und vorangegangenen Erkrankungen fragen. Die Befragung des Patienten (Anamnese) geht der Untersuchung voraus. Je ausgeprägter die Symptomatik ist, umso schneller kann der Mediziner auf einen eventuellen Mangel schließen. Die Diagnose erfolgt über eine Blutentnahme.

Im Labor wird das Blut des Patienten auf Mangelerscheinungen untersucht. So kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Im Folgenden wird der Mediziner gegebenenfalls weitere Untersuchungen in die Wege leiten, die den Mangel bedingende Erkrankungen ausschließen sollen.

Komplikationen

Ein Mangel an Vitamin C hat negative Auswirkungen auf den gesamten Körper. Die bekannteste Komplikation ist Skorbut. Diese Erkrankung tritt nach circa vier bis acht Wochen eines Mangels auf und äußert sich zum Beispiel durch Blutungen und Wucherungen des Zahnfleisches, und die charakteristische graugelbstichige Haut. Erfolgt spätestens dann keine umfassende Behandlung, fallen den Betroffenen die Zähne aus und es treten ernste Komplikationen der Knochen und Gelenke auf.

Typisch sind Knochenblutungen, Gelenkentzündungen und Wundheilungsstörungen, aber auch Herzschwäche und eine nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Begleitend dazu stellen sich meist auch Depressionen ein. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann ein Mangel an Vitamin C Störungen des Knochenwachstums hervorrufen. Im weiteren Verlauf kommt es zur Möller-Barlow-Krankheit, einer besonderen Form der Blutarmut, die bei Säuglingen zum Tod führen kann.

Eine frühzeitige Behebung eines Vitamin-C-Mangels kann diese Komplikationen verhindern. Allerdings birgt die Behandlung mittels Nahrungsergänzungsmitteln das Risiko einer Vitaminvergiftung. Auch etwaige Nebenwirkungen durch Zusatzstoffe sind nicht auszuschließen. Bei der intravenösen Gabe von Vitamin C kann es zu Infektionen, Verletzungen von Nerven und Muskeln und anderen Komplikationen kommen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Vitamin C-Mangel geht in der Anfangsphase mit sehr unspezifischen Symptomen einher. Hierzu gehören Müdigkeit, Schwäche, leichte Muskelschmerzen, eine erhöhte Infektionsanfälligkeit sowie eine allgemeine Antriebslosigkeit. Diese Symptome können zahlreiche Ursachen haben und sind kein eindeutiger Hinweis auf einen Vitamin-C Mangel. Zudem kann die Aufnahme von Vitamin-C im Körper durch temporäre Faktoren wie Rauchen, Medikamente (Verhütungsmittel, Aspirin) oder Stoffwechselstörungen zeitweise beeinträchtigt sein, sich im weiteren Verlauf aber normalisieren. Ein Gang zum Allgemeinarzt in dieser frühen Phase ist nicht zwingend geboten, kann aber dennoch zur Abklärung der eigentlichen Ursachen der unspezifischen Symptome hilfreich sein.

Im weiteren Verlauf eines Vitamin-C Mangels treten sehr spezifische Symptome auf. Diese umfassen entzündetes und blutendes Zahnfleisch, eine verzögerte Wundheilung, Ödeme, Blutungen,, zunehmende Gelenkschmerzen und eine verminderte Fähigkeit zur Kollagenbildung. Letzteres bewirkt eine Schwächung des Bindegewebes und kann zu weiteren Blutungen in der Haut, insbesondere im Bereich des Oberschenkels führen.

Ferner können die Blutungen sowohl großflächig als auch punktuell auftreten. Im Extremfall sind Blutungen in die Augen und Schleimhäute möglich. Durch das dauerhaft entzündete Zahnfleisch besteht weiterhin die Gefahr des Zahnausfalls. In dieser akuten Phase ist ein Arztbesuch zwingend erforderlich. Neben dem Allgemeinarzt sollten auch ein Zahnarzt und ggf. ein Internist zum Ausschluss einer dauerhaften Stoffwechselerkrankung konsultiert werden.

Therapie & Behandlung

Weist das Ergebnis der Blutuntersuchung einen Vitamin-C-Mangel auf, ist es in erster Linie sinnvoll, die Lebensgewohnheiten und insbesondere die Ernährung umzustellen. Eine bewusste Ernährung kann zur Verbesserung des gesamten Befindens beitragen. So sollten Betroffene mehr Obst und Gemüse zu sich nehmen. Wurden andere Erkrankungen festgestellt, die die Aufnahme von Vitamin C negativ beeinflussen, sind diese gesondert zu behandeln.

Grundsätzlich wird ein Mediziner zur Aufgabe oder Verminderung des Rauchens raten. Abgesehen davon werden in der ersten Zeit oftmals Vitamin-C-Präparate genutzt, um den Vitamin-C-Spiegel wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Dadurch verbessert sich nicht nur das Allgemeinbefinden - auch die Beschwerden verschwinden in der Regel binnen kurzer Zeit.

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Vorbeugen

Da Vitamin C hitze- und licht- als auch luftempfindlich ist, ist es sinnvoll, Obst zu essen, wenn es noch frisch ist. Zudem sollte es im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sich so die Vitamine länger halten. Oftmals enthält Tiefkühlkost noch mehr Vitamine als solches Obst, das schon einige Tage alt ist Um einem Vitamin-C-Mangel vorzubeugen, ist es wichtig, täglich Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. In den Industrieländern ist ein Vitamin-C-Mangel eher selten geworden.

Nachsorge

Vitamin C erfüllt im menschlichen Körper wichtige Funktionen und muss daher dauerhaft in ausreichender Dosis über die Nahrung aufgenommen werden. Sind die Vitamin-C-Speicher nach einer erfolgreichen Behandlung des Mangels wieder aufgefüllt, müssen Patienten auch weiterhin langfristig auf eine ausreichende Zufuhr des Vitamins achten.

Die notwendige Nachsorge richtet sich dementsprechend nach der auslösenden Grunderkrankung und deren erfolgreicher Behandlung. Konnte die Ursache des Mangels ohne bleibende Folgen therapiert werden, lässt sich die ausreichende Versorgung mit Vitamin C mithilfe einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung sicherstellen. Hochwertige und vom Körper optimal zu nutzende Vitamin-C-Lieferanten sind vor allem frisches Obst und Gemüse sowie Leber.

Eine langfristige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Vitamin in hoher Dosierung ist hingegen nicht erforderlich. Ließ sich der diagnostizierte Mangel hingegen auf eine schwerwiegende, weiter bestehende Erkrankung wie ein Krebsleiden zurückführen, kann eine Medikamenteneinnahme zur dauerhaften Versorgung des Körpers sinnvoll sein.

Auch ein erhöhter Vitamin-C-Bedarf, beispielsweise bei starker körperlicher Belastung im Leistungssport, der Einnahme bestimmter Medikamente oder Alkoholmissbrauch können eine medikamentöse Langzeitbehandlung erforderlich machen. In solchen Fällen sollte die mögliche Einnahme von Vitamin-C-Präparaten stets nach Absprache mit einem Arzt erfolgen und sich verändernden Umständen jeweils zeitnah angepasst werden. Die Basis der Nachsorge stellt stets die bewusste Ernährung mit Vitamin-C-haltiger Kost dar.

Das können Sie selbst tun

Ein Vitamin-C-Mangel lässt sich durch eine gezielte Ernährungsumstellung beheben. Der Speiseplan sollte ausgewogen sein und sich aus abwechslungsreichen Speisen und Getränken zusammensetzen. Neben Obst und Gemüse enthalten auch Leber und Fisch viel Vitamin C.

Bei schweren Mangelerscheinungen sollte der Arzt konsultiert werden. Notwendig ist dies insbesondere bei Beschwerden wie Fieber oder Gelenkentzündungen, da die Symptome auf einen schweren Mangel hindeuten, der im schlimmsten Fall sogar eine Herzinsuffizienz hervorrufen kann. Der Mediziner kann geeignete Nahrungsergänzungsmittel verordnen, mit denen sich die Symptome lindern lassen. Vitamin-C-Präparate bieten sich vor allem bei einem Vitamin-C-Mangel infolge einer Magen-Darm-Erkrankung an, da der geschwächte Darmtrakt der Nahrung nicht ausreichend Vitamine entziehen kann. Zuletzt sollte bei einem Vitamin-C-Mangel ausreichend Sport getrieben werden. Körperliche Aktivität regt den Stoffwechsel an und trägt dadurch zu einer besseren Aufnahme der Vitamine bei.

Welche Schritte sinnvoll sind, um den Mangel zügig zu beheben, hängt auch von der Ursache ab. Deshalb sollte ein Vitamin-C-Mangel in jedem Fall mit dem Hausarzt oder einem Internisten besprochen werden. Ernste Grunderkrankungen müssen ausgeschlossen werden, bevor der Mangel langfristig behoben werden kann.

Quellen

  • Bässler, K.-H.: Vitamin-Lexikon. Urban & Fischer, München 2002
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pietrzik, K., Golly, I., Loew, D.: Handbuch Vitamine. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008

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