Zahnschäden


Aktualisiert am 7. Mai 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Zahnschäden können verschiedene Bereiche von Zahn und Zahnhalteapparat betreffen. Ein frühzeitiger Zahnarztbesuch begünstigt meist den Behandlungserfolg.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Zahnschäden?

Entwicklung von Karies bis zu den typischen Zahnschmerzen. Klicken, um zu vergrößern.

Zahnschäden können je nach Ursache aufgetretener Schäden verschiedene Formen annehmen. Viele Zahnschäden sind die Folge von Karies (Zahnfäule), in dessen Rahmen betroffene Zähne zersetzt werden. Zahnschäden können sich allerdings unter anderem auch einstellen in Form einer Zahnerosion - also eines Abbaus von Zahnschmelz.

Nicht selten sind Zahnschäden außerdem die Folge äußerer Gewalteinwirkung; so entstandene Zahnschäden können verschiedene Ausprägungen annehmen: So können Zähne beispielsweise abbrechen oder vollständig aus dem Zahnhalteapparat brechen. Möglich ist es aber auch, dass sich Zähne lediglich lockern.

Durch Gewalteinwirkung bedingte Zahnschäden werden in der Zahnmedizin unterteilt in Zahnschäden, die die harte Zahnsubstanz, das Zahnmark oder aber den Zahnhalteapparat (wie beispielsweise Zahnwurzeln und/oder Zahnfleisch) betreffen. Von Zahnschäden aufgrund äußerer Gewalteinwirkung kann nicht nur der echte Zahn, sondern auch Zahnersatz betroffen sein.

Ursachen

Kariesbedingte Zahnschäden werden durch verschiedene Faktoren begünstigt; so tragen beispielsweise Bakterien, eine mangelnde Mundhygiene und eine falsche Ernährung zur Entstehung von Karies bei.

Bei einer sogenannten Zahnerosion sind Zahnschäden bedingt durch den Einfluss von Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Entsprechende Säuren können beispielsweise in der Nahrung enthalten sein. Darüber hinaus können Zahnschäden durch Erosion auch Folge eines häufigen Erbrechens sein. Hierbei können Zahnschäden durch die im Erbrochenen enthaltene Magensäure hervorgerufen werden.

Durch äußere Gewalteinwirkung entstandene Zahnschäden können etwa verursacht werden durch Stürze bzw. Unfälle, aber auch durch den Biss auf Fremdkörper in der Nahrung. Darüber hinaus können auch falsche Zahnputztechniken oder die Verwendung zu harter Zahnbürsten zu Zahnschäden führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zahnschäden werden in der Regel durch Karies verursacht und werden von der betroffenen Person als äußerst unangenehm und schmerzhaft empfunden. Zurückzuführen sind Zahnschäden auf eine nicht ausreichende Zahnpflege, sodass es zur Bildung von Bakterien kommt. Diese Bakterien zersetzen den Zahnschmelz, sodass ein Loch im Zahn entsteht.

Ein solches Loch im Zahn ist sogar mit dem bloßen Auge sichtbar, sofern es im sichtbaren Bereich der Zähne liegt. Ein solches Loch wird in der Regel von langanhaltenden Schmerzen begleitet, die besonders im Ruhezustand als unangenehm wahrgenommen werden. Der Schmerz bleibt solange bestehen, bis ein entsprechender Arzt aufgesucht wird.

Andernfalls ist keine Besserung zu erwarten, da die Bakterien das Loch lediglich vergrößern. Wer schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsucht, der wird unmittelbar eine Besserung verspüren können. Wer allerdings auf eine solche Behandlung verzichtet, der muss mit einer erheblichen Verschlimmerung der auftretenden Symptome rechnen.

In besonders schlimmen Fällen kommt es zu starken Kopfschmerzen, sodass die betroffene Person unter Schlafentzug leidet. Bei einem Loch im Zahn sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden. Andernfalls werden sich die Symptome verstärken und die bestehenden Zahnschäden nehmen ein größeres Ausmaß an.

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose von Zahnschäden erfolgt je nach Art der Schäden in der Regel durch einen Zahnmediziner oder einen Notfallmediziner. Aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes von Zahnschäden ist oftmals bereits eine Verdachtsdiagnose möglich.

Um die Ausprägung und die betroffenen Bereiche von Zahnschäden erkennen zu können, sind häufig weiterführende zahnärztliche Untersuchungen notwendig. Zahnschäden am Zahnhalteapparat können etwa mithilfe von Röntgenaufnahmen diagnostiziert werden.

Ob nach Zahnschäden durch Unfälle beispielsweise die Zahnwurzel noch intakt ist, kann mithilfe sogenannter Vitalitätstests festgestellt werden; hierbei wird etwa geprüft, ob ein Kältereiz am betroffenen Zahn einen Empfindungsreiz beim Patienten auslöst.

Der Verlauf von Zahnschäden ist unter anderem abhängig von Art und Ausprägung entsprechender Schäden. In der Regel tragen eine möglichst frühzeitige Diagnose von Zahnschäden und eine frühzeitige medizinische Behandlung zu günstigeren Verläufen von Zahnschäden bei.

Komplikationen

Zahnschäden entstehen in der Regel durch mangelnde Mundhygiene, sodass auch dieses Krankheitsbild mit unterschiedlichen Komplikationen zusammenhängen kann. In den meisten Fällen ist sogenannter Karies für Schäden an den Zähnen verantwortlich. Dabei zersetzen Bakterien den Zahnschmelz, sodass es zu einem Loch im Zahn kommt. Eine sehr häufige Komplikation sind starke und langanhaltende Zahnschmerzen, die zudem auch Kopfschmerzen auslösen können.

Bleibt ein solcher Schaden am Zahn ohne jegliche Behandlung, werden die bestehenden Schmerzen nicht aufhören Die Wahrscheinlichkeit weiterer Komplikationen wird erhöht, da eine Selbstheilung bei einer Karieserkrankung nicht stattfinden kann. Das Loch wird sich im Zahn vergrößern, sodass nach einiger Zeit der komplette Zahn beschädigt wird. Unter Umständen kommt es zu Komplikationen bei der Nahrungsaufnahme, da die Nahrung im Mundraum nicht mehr richtig zerkleinert werden kann.

Auch Blutungen sind möglich, sodass die Gefahr einer Infektion besteht. Wer diese Komplikationen gänzlich vermeiden möchte, sollte bei einem bestehenden Zahnschaden einen Arzt aufsuchen. Nur durch eine entsprechende Behandlung können Schäden an den Zähnen behoben werden. Bleibt eine solche Behandlung aus, dann ist mit einer deutlichen Verschlimmerung zu rechnen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unregelmäßigkeiten der Zähne sollten grundsätzlich so schnell wie möglich von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Die Schäden der Zähne sind irreparabel und können zu schweren Folgeerscheinungen führen. Setzen Schmerzen ein, kommt es zu Unregelmäßigkeiten bei der Nahrungsaufnahme oder wird während des Nachtschlafes ein Knirschen bemerkt, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei einem vollständigen Verlust oder einem Teilverlust der Zähne ist schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen.

Verfärbungen der Zähne gelten in einer Vielzahl der Fälle als Warnsignal und sind daher besorgniserregend. Insbesondere bei einer Schwarzfärbung der Zähne sollte ein Arzt die Beobachtungen kontrollieren und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten. Kommt es aufgrund einer Zahnspange oder eines eingesetzten Zahnersatzes zu Beschwerden oder Unregelmäßigkeiten, ist ein Arztbesuch notwendig. Bei Kopfschmerzen, Funktionsstörungen des Auges, Schwellungen im Bereich des Kiefers oder Gesichtes sowie Verfärbungen des Hautbildes im Gesicht wird ein Arzt benötigt.

Kommt es im Mund oder Rachenraum zu der Bildung von Geschwüren sowie einem Engegefühl, wird ebenfalls eine medizinische Versorgung benötigt. Da es häufig zu einem raschen Anstieg der Beschwerden kommt, sollte bereits im Anfangsstadium der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein Arzt aufgesucht werden. Bei Appetitlosigkeit, einer Überempfindlichkeit gegenüber Kälte oder Wärme sowie Beschwerden der Kiefertätigkeit ist die ärztliche Abklärung der Unregelmäßigkeiten zu empfehlen.

Behandlung & Therapie

Eine angemessene medizinische Behandlung von Zahnschäden richtet sich jeweils nach individuell aufgetretenen Schäden und Beschwerden. Die Notwendigkeit einer zahnärztlichen Behandlung von Zahnschäden, die durch Karies verursacht wurden, ist beispielsweise abhängig vom Grad des Kariesbefalls:

Ist im Anfangsstadium eines Kariesbefalls lediglich der äußere Zahnschmelz von Zahnschäden in Form einer sogenannten Entkalkung betroffen, so ist es häufig möglich, ein Fortschreiten der Zahnschäden durch eine Remineralisierung (etwa durch regelmäßiges Auftragen entsprechender Gels durch den Betroffenen) zu erreichen. Ist ein Kariesbefall bereits weiter fortgeschritten und hat zu weitreichenden Zahnschäden geführt, können notwendige zahnärztliche Maßnahmen das Erstellen von Zahnfüllungen oder gar das Ziehen betroffener Zähne sein.

Vor allem bei Zahnschäden aufgrund von äußeren Gewalteinwirkungen im Rahmen von Unfällen, Stürzen etc. ist ein rasches Aufsuchen von Zahnarzt oder Zahnklinik eine wichtige Voraussetzung für einen Behandlungserfolg. So können beispielsweise Zahnschäden in Form teilweise oder vollständig aus dem Zahnhalteapparat gebrochener Zähne oft behoben werden, wenn das Zahnmaterial frühzeitig wieder in den Mund des Betroffenen eingesetzt werden kann. Zahnschäden in Form gelockerter Zähne kann beispielsweise begegnet werden durch ein Schienen entsprechender Zähne.

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Vorbeugung

Zahnschäden, die durch den Einfluss von Faktoren wie Krankheitserregern oder Säuren begünstigt werden, kann vor allem vorgebeugt werden durch eine konsequente Mundhygiene und eine Ernährung, die nicht zu zucker- und säurehaltig ist. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen tragen außerdem zu einem frühen Erkennen von Zahnschäden bei. Zahnschäden durch Gewalteinwirkung kann nur bedingt vorgebeugt werden.

Nachsorge

Hier gilt in der Nachsorge das, was auch im Abschnitt „Vorbeugung“ zur Vermeidung von Zahnschäden geraten wurde. Wie dort bereits erwähnt, ist die richtige Putztechnik von entscheidender Bedeutung. Früher hieß es, man solle sich die Zähne von oben nach unten putzen, also vom Zahnfleisch aus zu den Zähnen. Dann sollten kreisende Bewegungen das optimale Putzergebnis erzielen.

Experten fanden jedoch eine Methode, die unsere Zähne noch gründlicher reinigen soll: die Rütteltechnik. Hierzu müssen die Borsten der Zahnbürste im 45-Grad-Winkel direkt am Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn aufgesetzt werden. An dieser Stelle, dem Zahnfleischsaum, sitzen die hartnäckigsten Bakterien. Jetzt mit nur leichtem Druck die Zahnbürste seitwärts bewegen und die hartnäckigen Beläge schonend losrütteln. Auf der Kaufläche der Zähne wird ebenfalls gerüttelt. Dazu muss die Zahnbürste frontal aufgesetzt werden.

Die Zähne sollten systematisch in immer der gleichen Reihenfolge geputzt werden, dann wird kein Zahn vergessen! Dazu braucht es ausreichend Zeit, damit jeder einzelne Zahn gründlich gesäubert werden kann. Morgens und abends sollten die Zähne drei bis fünf Minuten lang mit der Zahnbürste sauber gerüttelt werden.

Einmal am Tag sind zusätzlich die Zahnzwischenräume zu reinigen - entweder mit Zahnseide oder mit einer Interdentalbürste. Zusammen mit den im Abschnitt „Vorbeugung“ gegebenen Tipps können so die Zähne gepflegt und vor neuerlichen Schäden geschützt werden.

Das können Sie selbst tun

Zahnschäden haben mit falscher Ernährung und unzureichender Putztechnik vor allem zwei Ursachen und diese können im Rahmen der Selbsthilfe im Alltag nachhaltig beeinflusst werden. Wer immer wieder Zahnschäden durch Karies und Parodontitis hat, kann im alltäglichen Leben einiges dagegen tun. Das gilt sowohl für den Akutfall als auch im Hinblick auf eine Verhaltensänderung, die einen präventiven Charakter hat.

Im Akutfall hängt die Selbsthilfe von der Art der Zahnschäden ab. Bei einem ausgeschlagenen Zahn sollte dieser bis zum Eintreffen beim Zahnarzt im Mund behalten werden, um ein eventuelles Wiedereinpflanzen zu ermöglichen. Das Gleiche gilt für Teile von Kronen, die ebenfalls mit zum Zahnmediziner zu bringen sind. Zahnfleischbluten kann durch Salzwasser gestoppt werden. Schmerzen sind unter anderem mit einer kühlenden Packung auf der Wange zu überbrücken.

Auch bei chronischen Zahnschäden beziehungsweise der Veranlagung dazu kann der Patient eine Menge tun. So ist der Zuckergehalt der Nahrung optimal zu reduzieren. Dies gilt auch für Alkohol. Auch Nikotin kann Zahnschäden begünstigen, da es Parodontitis-Symptome kaschieren kann. Mit dem Rauchen aufzuhören in eine Form der Selbsthilfe, die also nicht nur Herz und Gefäße schont. Auch Zahnschäden können vermieden werden. Die korrekte Putztechnik und eine regelmäßige Mundhygiene sind im Alltag das A und O. Regelmäßiges Wechseln der Zahnbürsten und die Verwendung von Zahnseide ist hier sehr wichtig.

Quellen

  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Schwenzer, N., Ehrenfeld, M., et al.: Zahnärztliche Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Chandra Devi kommentierte am 26.03.2015

Ich bin seit Jahren eine chronische Schmerzpatientin. Letztes Jahr lag ich dann wegen klassische Panateriitis nodosa in Form von einer Dünndarmentzündung und vieles mehr im Krankenhaus. Aufgrund der Medikation, die ich erhielt, gingen mir in Kürze 11 Zähne kaputt. Zuerst im letzten Jahr 3, die behandelt und saniert wurden und nur weitere 9 Zähne. Die Kosten sind immens. 2.200,00 € sollte ich jetzt hinzu zahlen. Zum Glück bin ich zusatzversichert, aber dennoch bleiben neben monatlichen hohen Eigenleistungen, nun auch noch diese, an einem hängen. Gibt es einen Gerichtsbeschluss, wo eine Versicherung, bei medikamentös bedingter Zahnschäden die Kosten erhöht oder voll übernimmt?