Zeckenbiss

Menschen, die sich gern in der Natur aufhalten oder ein Haustier besitzen, das viel im Freien umher läuft, können einen Zeckenbiss bekommen. Zeckenbisse sind schmerzhaft und können zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen und lang anhaltenden Beschwerdebildern führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Zeckenbiss?

Ein Zeckenbiss oder Zeckenstich kann verschiedene Krankheiten in den Wirtsorganismus übertragen. Am bekanntesten ist hierbei die Borreliose.

Ein Zeckenbiss wird von Zecken ausgeführt, die umgangssprachlich auch als Holzböcke bezeichnet werden. Mit den entsprechenden Beißwerkzeugen, die extrem hart und widerstandsfähig sind, können die Zecken in die weiche Haut eindringen und in den betroffenen Regionen einen Biss setzen. Durch diesen Biss gelangen die Zecken an kleine, Blut führende Gefäße, aus denen sie das Blut durch einen speziellen Rüssel saugen.

Zecken gehören zu den Insekten und sind vorwiegend im Wald und auf der Wiese zu Hause. Sie ähneln Spinnen und gelten als sogenannte Ektoparasiten. Nicht nur das Blut von Menschen, sondern gleichsam von umherstreifenden Tieren können die Zecken durch den Zeckenbiss Blut einsaugen und sich damit über eine längere Zeit ernähren.

Insbesondere winzig kleine Zecken, die nicht größer als eine Stecknadelkopf sind, setzen den Zeckenbiss an. Große und aufgequollene Zecken sind bereits mit Blut vollgesogen und fallen von allein wieder ab. Da die Zecken sehr schlecht zu erkennen und unscheinbar sind, werden die Zeckenbisse an einigen eher unempfindlichen, überaus warmen Körperstellen zunächst nicht bemerkt.

Ursachen

Die Ursachen für einen Zeckenbiss sind recht unterschiedlich. Der Zeckenbiss selbst kommt jedoch als ursächlicher Auslöser für viele Erkrankungen in Frage. Neben der Borreliose und dem sogenannten Zeckenbissfieber sind allergische Reaktionen sowie schmerzhafte Entzündungen der Haut die Folge des Zeckenbisses.

Der Erreger des Zeckenbissfiebers ist ein Bakterium, welches als Rickettsia rickettsii bekannt ist. Im Gegensatz dazu verursachen die eingedrungenen Borrelliosebakterien, die zur Klasse der Spirochaeten gehören, die typischen Symptome. Die Bezeichnung Spirochaeten wird deshalb gewählt, weil die Bakterien ein schraubenförmiges Aussehen besitzen. Diese Mikroorganismen nutzen als Wirt wiederum die Schildzecke und gelangen durch deren Speichel in den Körper des Menschen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Zeckenbiss ist immer dann eindeutig auszumachen, wenn das Tier noch auf der Haut sitzt. Ist das nicht der Fall, kommt man nur über auftretende Beschwerden zur Diagnose. Symptome lassen sich in drei Stadien gliedern. Nicht jeder Zeckenbiss führt zu einer Erkrankung. In Untersuchungen blieben Infizierte beschwerdefrei.

Die ersten vier Wocken nach einem Zeckenbiss sind durch eine lokale Infektion und Grippe gekennzeichnet. Rund um den Einstich besteht eine dauerhafte Rötung. Diese erweitert ihren Radius und verblasst zunehmend im Zentrum. Ergänzend dazu stellt sich bei Betroffenen nach einigen Tagen Fieber ein. Auch Müdigkeit, Gelenkschmerzen und sogar Darmprobleme sind möglich. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von der Borreliose-Grippe. Sie beinhaltet aber weder Schnupfen noch Husten.

Nach den ersten vier Wochen breitet sich der Erreger immer weiter im Körper aus. Er kann das Nervensystem, das Herz und die Haut angreifen. Grippebeschwerden wie Fieber und Kopfschmerzen treten von neuem auf. Plötzliche und unkontrollierbare Schweißausbrüche kennzeichnen den Alltag.

Gut 16 Wochen nach der Infektion wird die Erkrankung chronisch. Das heißt: Die zuvor benannten Symptome treten immer wieder auf. Es wechseln sich beschwerdefreie Zeiträume mit Perioden einer Grippe und anderen Anzeichen ab. Lähmungen und Empfindungsstörungen, Herzrasen und hoher Blutdruck sowie Hautknötchen stellen sich ein.

Komplikationen

Ein Zeckenbiss führt nicht zwangsläufig zu ernsten Beschwerden. Komplikationen können auftreten, wenn die Zecke mit Borreliose infiziert ist und die Bakterien auf den Menschen überträgt. Dann können verschiedene Beschwerden auftreten, wie zum Beispiel Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber und Bindehautentzündung.

Bei fehlender Behandlung kann es nach einigen Monaten zu grippeähnlichen Symptomen kommen, und auch das Nervensystem erkrankt schließlich. Eine solche Neuroborreliose ist mit einer Hirnhaut- Nervenwurzelentzündung und Symptomen wie Lähmungen und neurologischen Ausfällen verbunden. Des Weiteren kann das Herz betroffen sein und es kommt zu einer Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung, die mit Herzrhythmusstörungen einhergeht.

Die schwersten Komplikationen treten bei einem Zeckenbiss im Borreliose-Stadium III auf. In diesem Stadium kommt es nach Monaten bis Jahren zu chronisch verlaufenden Gelenkentzündungen, Hautveränderungen und bleibenden Nervenschädigungen bis hin zu Lähmungen. Die Borreliose verläuft in der Folge fast immer tödlich oder zumindest mit starken gesundheitlichen Schädigungen, die einer lebenslangen Behandlung bedürfen.

Die Therapie selbst birgt, abseits der typischen Neben- und Wechselwirkungen, keine größeren Risiken. Eine venöse Gabe der Medikamente kann allerdings zu Infektionen und selten auch zu Verletzungen oder der Entstehung von Blutgerinnseln führen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einem Zeckenbiss genügen in einer Vielzahl der Fälle die Maßnahmen der Selbsthilfe vollkommen aus. Ein Arztbesuch ist daher nicht immer notwendig. Der Betroffene sollte sich ausreichend darüber informieren, wie eine Zecke vollständig aus dem Organismus entfernt werden kann. Werden alle Vorgaben genauestens eingehalten, ist nach einigen Tagen mit einer vollständigen Beschwerdefreiheit zu rechnen. Gelingt die Entfernung der Zecke aus verschiedenen Gründen nicht vollständig, sollte die Unterstützung und Hilfe eines Arztes in Anspruch genommen werden.

Besorgniserregend ist es, wenn der Kopf der Zecke sich noch in der Wunde befindet. In diesen Fällen muss eine vollständige Entfernung des Insektes durch einen Arzt initiiert werden. Treten nach einem Zeckenbiss verschiedene gesundheitliche Unregelmäßigkeiten auf, ist schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen. Bei Unregelmäßigkeiten der Wundheilung, einer inneren Schwäche, Fieber oder anderen diffusen gesundheitlichen Beschwerden sollte Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.

Verschlechtert sich das allgemeine Wohlbefinden innerhalb kurzer Zeit in einem erheblichen Maß, ist ein Rettungsdienst zu alarmieren. Bei Störungen des Herzrhythmus, Müdigkeit sowie Auffälligkeiten des Muskelapparates besteht Handlungsbedarf. Treten Lähmungserscheinungen auf, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Kopfschmerzen, Empfindungsstörungen oder Auffälligkeiten der Gedächtnistätigkeit sind schnellstmöglich untersuchen und behandeln zu lassen. Werden neurologische Ausfälle bemerkt, ist eine intensivmedizinische Betreuung des Betroffenen notwendig.

Behandlung & Therapie

Mehrere Behandlungsarten sind bei der Borreliose relevant, die nach einem Zeckenbiss auftreten kann. Neben einer umfangreichen Diagnostik wird insbesondere die gezielte orale Behandlung mit antibiotischen Medikamenten empfohlen, die gleich im Frühstadium und über einen längeren Zeitraum verabreicht werden können.

Handelt es sich um eine erst im Spätstadium erkannte Borreliose, stehen ebenfalls spezielle Antibiotika wie Ceftriaxon, sowie die Substanz Hydrochloriquin als Therapie zur Verfügung. Da die Borreliose aufgrund der Verlaufsform in schwer zu behandeln ist, gilt es als zweifelhaft, ob die nach einem Zeckenbiss auftretende Erkrankung im 3. Stadium therapierbar ist. Neben entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten werden auch andere symptomatisch einsetzbare Stoffe verordnet.

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Vorbeugung

Einem Zeckenbiss kann durchaus vorgebeugt werden. Neben der wirksamen Nutzung von Sprays und Cremes gegen die Zecken, gehören eine möglichst helle Kleidung sowie geschlossene Ärmel- und Hosenbunde zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Darüber hinaus ist es ratsam, sich nach einem Aufenthalt in der freien Natur gegenseitig auf das Vorhandensein von Zecken zu begutachten. Insbesondere in Hautfalten, in den Kniekehlen, Achselhöhlen und anderen weichen Hautarealen ist ein Zeckenbiss zu befürchten, wenn kein Schutz erfolgt ist.

Der Aufenthalt in stark von Zecken befallenen Gebieten (hauptsächlich Wiesen) kann außerdem während der Hochsaison gemieden werden. Gegen Zeckenbisse helfen ebenfalls stark duftende ätherische Öle, wie Lavendel-, Rosmarin- oder Teebaumöl, sowie geschlossenes und festes Schuhwerk.

Quellen

  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Mader, F., Weißgerber, H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Heidelberg 2014
  • Nixdorff, U.: Check-Up-Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 1. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Alfred kommentierte am 10.11.2014

Ich wohne seit 3 Jahren in Manila auf den Philippinen.Bei unseren kleinen Hund habe ich Zecken gefunden.In meinem Bett an mehren Tagen mehre Zecken ( 200 fache Größe).Auf meinem Fußrücken eine 10 Tage anhaltende rot Schwellung.Nachts trotz Klimaanlage starken Schweiß und am Tag bei 30 Grad leichten Schüttelfrost.Im rechten Bein bis zur Hüfte starke Schmerzen.Ich hatte Sehstörungen und leichtes Doppelsehen.Diese Symtone lassen,seit ich Doxycyclin 200 nehme.Mein Sohn in Deutschland hat cronische Borreliose.ich war auch hier bei Ärzten.Einer hat ohnew mich zu berühren die Hüften gerönght,nichts gefunden und Vitamie E verordnet.Der 2.Artz Chefartz eines Krankenhauses,sah mein Nabelbruch ( habe ihn schon 15 Schmerzen Jahre ohne Beschwerden) behauptete die Schmerzen kämen davon und es müsste operiert werden.Gegen Schmerzen verordnete Dilac 100 und Omeprazol.Auf meinen Hinweis,das in Deutschland eine Operation nicht nötig sei,antworte er,jetzt ist er mein und nicht ein Deutscher.Ich bin 79 Jahre alt un seit 21 Jahre Insulinpflichtiger Diabetiker 2.Ich habe auch die Harnseurewerte bestimmen lassen (6,2).Mein Blutdruck schwankt zwischen 120/75 und 135/85,ohne Medikamente,jedoch zeigt mein Gerät öfter Herzrythmusstörungen an.Mit Ärzten habe ich schleche Erfarungen gemacht.Eimal im Jahr bin ich für 2 Monate in Deutschland und hole immer Untersuchungen nach.Ich habe das Gefühl ich habe Borreliose und mit Doxy 200 wird es besser.Was raten sie mir? mit freundlichen Grüßen Alfred Alester