Außenknöchelbruch (Distale Fibulafraktur)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein Außenknöchelbruch kann verschiedene Verletzungsmuster aufweisen. Wird eine Distale Fibulafraktur frühzeitig und angemessen therapiert, verbleiben meist keine Folgeschäden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Außenknöchelbruch?

Außenknoechelbruch (Distale Fibulafraktur)
Diagnostiziert wird ein Außenknöchelbruch meist mithilfe von Röntgenaufnahmen. Dieses diagnostische Verfahren erlaubt es unter anderem, den anatomischen Verlauf aufzuzeigen, den eine Distale Fibulafraktur aufweist.
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Beim Außenknöchelbruch handelt es sich um einen Knochenbruch, der beim Menschen relativ häufig auftritt. Vor allem tritt die Distale Fibulafraktur oft als Sportverletzung auf.

Ein Außenknöchelbruch zählt zu den sogenannten Sprunggelenksfrakturen. In der Medizin wird eine Distale Fibulafraktur unter anderem nach Schwere des Außenknöchelbruchs und nach dem Ausmaß der Schädigungen klassifiziert, die hierdurch an benachbarten Körperstrukturen (wie etwa Risse an den Bändern) auftreten.

Gebräuchlich ist dafür die Einteilung nach Weber, die sich danach richtet, wo der Bruch im Verhältnis zur Syndesmose liegt – jener straffen Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein knapp oberhalb des Sprunggelenks. Beim Weber-A-Bruch liegt die Bruchstelle unterhalb der Syndesmose; das Bandwerk ist intakt, und die Behandlung erfolgt meist konservativ. Der Weber-B-Bruch verläuft auf Höhe der Syndesmose, die dabei mitverletzt sein kann; hier hängt es vom Befund ab, ob operiert wird. Beim Weber-C-Bruch liegt die Bruchstelle oberhalb der Syndesmose, die dann in aller Regel zerrissen ist – solche Brüche werden fast immer operiert. Die Weber-Einteilung bestimmt damit maßgeblich, wie ein Außenknöchelbruch behandelt wird.

Eine Distale Fibulafraktur äußert sich häufig in unmittelbaren Schmerzen, die durch einen Bluterguss und starke Schwellungen begleitet werden. Meist ist es einem Betroffenen unmittelbar nach einem Außenknöchelbruch nicht möglich, den betroffenen Fuß zu belasten.

Ursachen

In den weitaus meisten Fällen wird ein Außenknöchelbruch verursacht durch ein Umknicken bzw. eine Verrenkung (in der Medizin auch als Luxation bezeichnet) des Sprungbeins. Hierbei tritt das Sprungbein im Sprunggelenk aus der sogenannten Knöchelgabel hervor, die das Gelenk bildet. Nur sehr selten ist eine Distale Fibulafraktur Folge von direkter Gewalteinwirkung.

Als Sportverletzung ereignet sich eine Distale Fibulafraktur vor allem bei Ballsportarten (wie beispielsweise Tennis oder Fußball); hier kommt es zu häufigen kürzeren Sprints mit folgenden Stoppbewegungen, die ein erhöhtes Risiko für einen Sportler darstellen, umzuknicken und einen Außenknöchelbruch zu erleiden.

Darüber hinaus zählen auch Verkehrsunfälle zu den Situationen, in denen sich relativ häufig eine Distale Fibulafraktur bei Verletzten einstellt. Weitere Faktoren, die die Laufsicherheit einschränken und so eine Distale Fibulafraktur begünstigen können, sind beispielsweise der übermäßige Konsum von Alkohol oder das Fortbewegen auf glatten und/oder unebenen Flächen.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Außenknöchelbruch ist in erster Linie mit sehr starken Schmerzen verbunden. Die Schmerzen selbst breiten sich dabei häufig auch in die benachbarten Regionen am Körper aus, sodass es auch dort zu starken Schmerzen und im Allgemeinen zu Bewegungseinschränkungen kommt. Die Lebensqualität des Patienten wird durch diesen Bruch sehr stark verringert.

In einigen Fällen verliert der Betroffene beim Bruch auch kurzzeitig das Bewusstsein und kann sich eventuell bei einem Sturz verletzen. Weiterhin schwillt die betroffene Region an und ist in der Regel auch von einem Bluterguss betroffen. Die Schmerzen selbst sind stechend und brennend und können auch zu psychischen Einschränkungen oder zu einer Gereiztheit führen. Manche Patienten leiden durch die lange Einschränkung nach einem Außenknöchelbruch auch an depressiven Verstimmungen.

Durch die starken Schmerzen ist ein Laufen, Gehen oder Stehen nicht mehr ohne weiteres möglich. Auch der Fuß selbst kann nicht mehr aufgesetzt werden. In den meisten Fällen kann ein Außenknöchelbruch allerdings gut behandelt werden. Vor allem in schwerwiegenden Fällen kommt es dabei zu Schäden am Gelenk, sodass dieses operiert werden muss. Die Schmerzen selbst verschwinden meistens einige Tage nach dem Bruch, falls die Region eingegipst und richtig behandelt wird.

Diagnose & Verlauf

Diagnostiziert wird ein Außenknöchelbruch meist mithilfe von Röntgenaufnahmen. Dieses diagnostische Verfahren erlaubt es unter anderem, den anatomischen Verlauf aufzuzeigen, den eine Distale Fibulafraktur aufweist; möglich wird dies über den Abgleich zweier Röntgenbilder, die bei einem Außenknöchelbruch aus verschiedenen Perspektiven angefertigt werden.

Ob überhaupt geröntgt werden muss, entscheiden Ärzte heute anhand der sogenannten Ottawa-Regeln: Eine Röntgenaufnahme ist nur nötig, wenn der Knochen am Knöchel druckschmerzhaft ist oder der Verletzte weder unmittelbar nach dem Unfall noch in der Praxis vier Schritte gehen kann. Damit lassen sich viele überflüssige Aufnahmen vermeiden.

Häufig reicht das Durchführen einer solch standardisierten Röntgenuntersuchung aus, um einen Außenknöchelbruch zu diagnostizieren; sollen im Rahmen einer Diagnostik auch Strukturen wie Gelenkkapseln oder Bänder betrachtet werden, die bei einem Außenknöchelbruch in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist dies beispielsweise möglich mithilfe einer Kernspin (MRT)- oder Computertomografie (CT).

Der Verlauf, den eine Distale Fibulafraktur nimmt, hängt zunächst beispielsweise ab von der Schwere der Verletzung; kommt es während der Heilung nicht zu Komplikationen, so bilden sich auch mögliche Restbeschwerden wie Wetterfühligkeit oder Schwellungen nach einigen Monaten meist vollständig zurück. Ein komplizierter Außenknöchelbruch kann langfristige Gelenkschäden nach sich ziehen; dauerhafte Beschwerden, wie etwa chronische Schmerzen, sind sehr selten. Bleibt die Gelenkfläche allerdings uneben oder die Syndesmose instabil, kann sich Jahre später eine Arthrose des Sprunggelenks entwickeln.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es beim Außenknöchelbruch zu keinen weiteren Komplikationen, wenn der Bruch richtig und vor allem frühzeitig durch einen Arzt behandelt wird. Bei einem Außenknöchelbruch leidet der Patient an extrem starken Schmerzen, welche im schlimmsten Falle zu einer Ohnmacht führen können. Der Knöchel ist angeschwollen und gerötet.

Es ist für den Betroffenen meistens nicht möglich, körperliche Tätigkeiten an der betroffenen Stelle auszuüben. Die Behandlung erfolgt je nach Bruchform konservativ oder mit Hilfe eines operativen Eingriffs. Dieser verläuft in der Regel ohne weitere Beschwerden. Der Knöchel wird gerichtet und schließlich in einem Gips so positioniert, dass sich dieser nicht bewegen kann.

Die Schmerzen können mit Hilfe von Schmerzmitteln behandelt werden, allerdings lassen diese schon einige Tage nach dem Bruch nach. Leichte Komplikationen können dann auftreten, wenn der Außenknöchelbruch durch einen Unfall entstanden ist, bei welchem auch umliegende Körperteile und die Haut beschädigt wurden. In diesem Fall können sich Entzündungen oder Infekte ausbilden.

Die Heilung benötigt meistens sechs Wochen. In dieser Zeit ist der Patient stark in seiner Bewegung eingeschränkt und ist möglicherweise auf die Hilfe von anderen Personen oder Pflegern angewiesen.

Behandlung & Therapie

Angemessene Therapieschritte nach einem Außenknöchelbruch sind abhängig von Art und Schwere des Bruchs. Als Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Außenknöchelbruch empfehlen Mediziner zunächst in den meisten Fällen, das entsprechende Bein zu entlasten, hoch zu lagern und zu kühlen.

Liegt ein leichter Außenknöchelbruch vor, bei dem der Knochen nicht oder kaum verschoben ist, kann eine Behandlung meist konservativ (d.h. ohne den Einsatz chirurgischer Maßnahmen) erfolgen: Hierzu wird bei einem Außenknöchelbruch der Knöchel zunächst gerichtet und im Anschluss für eine bestimmte Zeit ruhiggestellt. Ein operativer Eingriff kann nach einem Außenknöchelbruch etwa notwendig werden, wenn sich die Bruchenden stark verschoben haben.

Auch, wenn eine Distale Fibulafraktur in Form eines offenen Bruchs vorliegt oder Gefäße und/oder Nerven in Mitleidenschaft gezogen sind, kann eine Operation notwendig sein. Ein Außenknöchelbruch wird hierbei mit Schrauben oder Platten gerichtet und fixiert. Diesem Eingriff bei einem Außenknöchelbruch folgt meist ein Gipsverband, der für ca. 6 Wochen am Bein verbleibt.

Lange Zeit galt eine solche mehrwöchige Ruhigstellung im Gips als Regelfall. Heute wird stattdessen früher belastet und bewegt: Der Fuß wird häufig in einem abnehmbaren Spezialschuh oder einer Orthese versorgt, mit der das Gelenk bereits nach wenigen Tagen wieder bewegt und je nach Bruchform auch belastet werden darf. Solange der Fuß nicht voll belastet werden kann, gehört eine Thromboseprophylaxe mit Heparinspritzen zur Behandlung, um eine Thrombose im Bein zu verhindern.

Krankengymnastische Verfahren können schließlich den Heilungsprozess nach einem Außenknöchelbruch positiv beeinflussen.

Aussicht & Prognose

Im Normalfall ist die Prognose eines Außenknöchelbruchs bei einer schnellen und optimalen medizinischen Versorgung als gut einzustufen. Mit einer Erstversorgung und anschließend umfassenden Untersuchung können viele Komplikationen vermieden werden. Je jünger der Patient ist und je weniger Beschädigungen des Knöchels oder Fußgelenks in der Vergangenheit erworben wurden, desto schneller erfolgt eine Genesung.

Im Heilungsprozess sind die Hinweise des Arztes zu berücksichtigen, damit die zu frühe Neubelastung keinen Rückfall bewirkt. Die Genesung dauert mehrere Monate und verlängert sich, sobald die Knochen zu früh überanstrengt werden oder keine ausreichende Schonung des Fußes erfolgt. Bei komplizierten oder mehrfachen Brüchen des Knöchels findet ein operativer Eingriff statt.

Vorhandene Absplitterungen werden entfernt, Korrekturen werden eingeleitet und eine Stabilisierung des Knöchels erfolgt. Grundsätzlich findet auch bei einer schweren Verletzung eine Heilung statt. Diese nimmt jedoch mehr Zeit in Anspruch und es kann nicht gewährleistet werden, dass der Patient anschließend beschwerdefrei ist.

In einigen Fällen muss eine Umstrukturierung des Lebensalltags erfolgen und berufliche oder freizeitliche Aktivitäten müssen an die Gegebenheiten angepasst werden. Beim Tragen von ungesundem Schuhwerk ist mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Die Belastungsmöglichkeiten des Außenknöchels ändern sich nach einem Bruch. Ohne eine ärztliche Versorgung drohen dem Patienten schmerzhafte Verwachsungen des Knöchels.


Vorbeugung

Vorgebeugt werden kann einem Außenknöchelbruch beispielsweise durch angemessenes Schuhwerk; so können beim Wandern in unebenem Gelände etwa Schuhe mit hohem Schaft das Risiko senken, eine Distale Fibulafraktur zu erleiden. Gleichzeitig kann auch das Trainieren von Reflex und Koordination einem Außenknöchelbruch vorbeugen.

Nachsorge

Die Nachsorge bei einer distalen Fibulafraktur besteht im Wesentlichen in der Wiederherstellung aller Funktionen sowie im Überwachen der Gewebeheilung. So steht nach einer Operation aufgrund eines Außenknöchelbruches die Überwachung der Knochenheilung im Vordergrund. Hierbei wird auch überprüft, ob eventuell eingesetzte Teile (Schrauben, Platten) zu Problemen führen oder nicht. Da es gelegentlich zu Schwellungen und Infektionen kommen kann, ist dies nötig. Notfalls muss die Operation noch einmal mit anderen Mitteln in Angriff genommen werden.

Das Überprüfen der Heilung erfolgt - je nach gewählter Therapie - nach festgelegten Protokollen. Die Nachsorgeuntersuchungen des Fußes und Wadenbeins werden erst dann überflüssig, wenn der Betroffene seinen Fuß wieder normal belasten kann und der Bruch wirklich verheilt ist. In der Regel gibt es nach einem Jahr eine letzte Kontrolluntersuchung.

Eine weitere typische Kontrolluntersuchung im Verlauf der Nachsorge ist etwa das Anfertigen eines Röntgenbildes nach sechs Wochen. Zudem werden zu diesem Zeitpunkt Kompressionsstrümpfe (bei Bedarf) zum Eindämmen der Schwellung verschrieben. Teil der Nachsorge ist eine anschließende Mischung aus Schonung und Bewegungstherapie.

Das Gehen sollte etwa vorerst mit Stützen erfolgen, Sprünge und Sprints sind zu unterlassen. Gleichzeitig sollte mittels Übungen (gegebenenfalls durch einen Physiotherapeuten durchzuführen) die Beweglichkeit des Fußes wieder hergestellt werden. Das Wiederherstellen der sportlichen Fähigkeiten kann etwa ab dem dritten bis sechsten Monat nach Operation erfolgen. Der genaue Zeitplan für derartige Bewegungstherapien hängt von der Kompliziertheit des Außenknöchelbruches sowie von seiner Heilung ab.

Das können Sie selbst tun

Wer an einem schmerzhaften Außenknöchelbruch leidet, sollte die Erste-Hilfe-Maßnahmen befolgen und unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Nach bzw. neben der medizinischen Behandlung gibt es einige Selbsthilfemöglichkeiten, um Schwellungen am Fuß zu lindern und den Genesungsprozess zu beschleunigen.

Um die Schmerzen und die Schwellungen zu minimieren, wird oftmals Eis für eine angenehme Kühlung eingesetzt. Das Eis hat eine gefäßverengende Wirkung auf das verletzte Gewebe und somit einen positiven Effekt auf die damit einhergehende Rötung, Entzündung, Hitze und Schwellung.

Die Kühlung kann in unterschiedlichen Formen erfolgen, wie zum Beispiel mit einer Eispackung im Eisbeutel oder einem Eisspray. Eine schnelle Hilfe stellt auch ein gewöhnliches Handtuch dar, das als Vorbereitung feucht in einer Plastiktüte in das Eisfach gelegt wird. Nach ca. 15 Minuten kann das Handtuch auf die verletzten Bereiche am Fuß gelegt werden und so für eine Linderung der Symptome sorgen.

Wichtig ist auch eine Ruhigstellung des Gelenks und eine Vermeidung von Überbelastung. In der ersten Zeit nach einem Außenknöchelbruch sollten Belastungen wie Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen vermieden werden. Durch eine Hochlagerung der Füße kann Schwellungen und Blutergüssen entgegen gewirkt werden. Auch wenn diese Selbsthilfemöglichkeiten im alltäglichen Leben helfen und die Schmerzen verringern können, sollte ein Außenknöchelbruch stets unter ärztlicher Aufsicht stehen.

Quellen

  • Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783132443136
  • Grifka, J., Kuster, M. (Hrsg.): Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783662716083
  • Konrads, C., Rudert, M. (Hrsg.): Klinische Tests und Untersuchung in Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783662693186
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Füeßl, H. S., Middeke, M.: Anamnese und klinische Untersuchung.
    ISBN: 9783132443099

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