Brustzysten
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Krankheiten Brustzysten
Brustzysten sind sackartige Hohlräume in der Brust mit dick- oder dünnflüssigem Inhalt, die von einer Kapsel umgeben werden. Sie können einzeln oder gehäuft auftreten. Brustzysten sind gutartig.
Inhaltsverzeichnis |
Was sind Brustzysten?
Eine Brustzyste ist ein verkapselter Hohlraum im Gewebe, welcher häufig mit Flüssigkeit gefüllt ist. Ein neu getasteter Knoten in der Brust muss zunächst abgeklärt werden, weil sich dahinter auch andere Veränderungen verbergen können. Einfache Zysten, die sich im Ultraschall eindeutig als glatt begrenzter, flüssigkeitsgefüllter Hohlraum darstellen, sind harmlos und müssen nicht entfernt werden. Nur sogenannte komplexe Zysten mit verdickter Wand oder soliden Anteilen werden weiter untersucht. Zysten können als Solitärzyste vereinzelt auftreten oder gehäuft im Rahmen von Krankheiten wie der Mastopathie, welche eine gutartige Veränderung des Brustdrüsengewebes darstellt.
Meistens lösen die Brustzysten keine körperlichen Beschwerden aus, sodass sie erst bei der Selbstuntersuchung der Brust oder einer professionellen Tastuntersuchung des Frauenarztes bemerkt werden. In einigen Fällen tritt ein Sekret aus der Brustwarze aus. Dieses Erscheinungsbild sollte von einem Arzt untersucht werden. Es kann ein Anzeichen für eine Brustzyste sein.
Bei Verdacht auf eine Zyste in der Brust erfolgt eine nähere Diagnose mithilfe einer Ultraschalluntersuchung. Gelegentlich sind ergänzende Untersuchungen wie eine Mammographie notwendig, um Brustzysten besser zu untersuchen.
Ursachen
Brustzysten können entstehen, wenn die Ausgänge der Drüsenläppchen in der Brust verstopft sind. Die einzelnen Drüsenläppchen sind durch das sogenannte Mantelgewebe voneinander getrennt und die Ausführungsgänge enden in den Hauptmilchgängen der weiblichen Brust.
Ferner können Zysten in Form einer Solitärzyste einzeln und ohne erkennbare Ursache auftreten. Die Hauptursache für Brustzysten ist jedoch die Mastopathie, welche vor allem Frauen in den Jahren vor den Wechseljahren betrifft. Diese Erkrankung, welche auch unter dem Namen Brustdrüsendysplasie bekannt ist, verursacht Veränderungen des Brustgewebes.
Es kommt dann zur Schmerzempfindlichkeit und Schwellungen der Brust sowie der Bildung von Knoten. Ausgelöst wird die Mastopathie durch Schwankungen des Hormonhaushaltes, welche für die Wechseljahre charakteristisch sind. Daher kommen Brustzysten meistens bei Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr vor. Nach den Wechseljahren bilden sie sich meist von selbst zurück, weil der hormonelle Antrieb wegfällt.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Bei Brustzysten leiden die Patienten an kleinen Knötchen oder Verdickungen, die im Bereich der Brüste entstehen. Brustzysten sind ungefährlich und können, wenn sie stören, durch einen einfachen Eingriff entleert werden. Sie entarten nicht zu Krebs; sie können aber die Beurteilung der Brust erschweren, sodass ein neu getasteter Knoten stets ärztlich abgeklärt werden sollte.
Aus der Brustwarze kann beim Betroffenen aufgrund der Brustzysten auch ein Sekret austreten. Bei einzelnen Betroffenen führt die Erkrankung auch zu einer deutlich verringerten Ästhetik und dadurch auch zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl. Dabei kann es auch zu Spannungen mit dem eigenen Partner kommen.
Vereinzelt leiden die Betroffenen dadurch auch an Depressionen oder an anderen psychischen Verstimmungen. Zysten streuen nicht in andere Körperbereiche; es können sich jedoch an anderen Stellen der Brust immer wieder neue Zysten bilden. Weitere Beschwerden treten in der Regel nicht ein.
Die Brustzysten sind nur sehr selten mit Schmerzen verbunden, können in einigen Fällen allerdings jucken. Größere Zysten machen sich mitunter in den Tagen vor der Regelblutung als Spannungsgefühl bemerkbar. Eine frühzeitige Therapie wirkt sich dabei immer positiv auf den weiteren Verlauf dieser Beschwerde aus.
Diagnose & Verlauf
Die Diagnose von Brustzysten erfolgt mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden. Ist die Zyste größer als ein Zentimeter, kann sie ertastet werden. Eine Ultraschalluntersuchung offenbart, Wanddicke, Größe und Lage der Zyste.
Um andere Erkrankungen wie Tumore auszuschließen, kann im Anschluss eine Mammographie erfolgen. Bei jüngeren Frauen mit dichtem Drüsengewebe ist dagegen der Ultraschall die aussagekräftigere Untersuchung. Ist eine weitere Analyse der Zyste erforderlich, punktiert der Arzt die Geschwulst unter Ultraschallkontrolle. Dies ermöglicht eine genaue Untersuchung der gewonnenen Flüssigkeit mit dem Mikroskop. Weitere Diagnoseverfahren sind die Pneumozystographie, welche mit einer Röntgenaufnahme einhergeht, sowie eine feingewebliche Analyse der Zyste. Die Pneumozystographie wird heute allerdings kaum noch durchgeführt; Ultraschall und gegebenenfalls eine Gewebeprobe haben sie abgelöst.
So kann ausgeschlossen werden, dass sich hinter dem Befund ein Brustkrebs verbirgt. Zeigt der Ultraschall eine eindeutig einfache Zyste, sind weitere Untersuchungen nicht erforderlich. Der weitere Verlauf von Brustzysten stellt sich meist unproblematisch dar. Einige Brustzysten bilden sich von allein zurück, während andere eine medizinische Behandlung erfordern.
Komplikationen
Brustzysten verlaufen in aller Regel komplikationslos. Eine große Zyste kann sich prall füllen und dann spannen oder schmerzen. Gelegentlich blutet es in eine Zyste ein, die dadurch rasch größer und druckschmerzhaft wird. Sehr selten entzündet sich eine Zyste, sodass ein Abszess entsteht, der punktiert werden muss.
Nach einer Punktion kann sich eine Zyste erneut mit Flüssigkeit füllen. Das ist kein Zeichen für eine bösartige Erkrankung, sondern lediglich ein Grund für eine Kontrolluntersuchung. Abklärungsbedürftig sind dagegen sogenannte komplexe Zysten: Zysten mit verdickter Wand, Binnenechos oder soliden Anteilen im Ultraschall sowie Zysten, aus denen sich blutige Flüssigkeit absaugen lässt. Hier wird eine Gewebeprobe entnommen, weil sich in seltenen Fällen ein Tumor in der Zystenwand verbergen kann.
Eine gutartige Brustzyste entartet nicht zu Brustkrebs. Zahlreiche Zysten können das Abtasten und die Beurteilung der Brust jedoch erschweren, sodass neue Knoten schlechter auffallen. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb sinnvoll.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Um weitere Komplikationen zu vermeiden, sollten Brustzysten auf jeden Fall von einem Arzt untersucht werden. Sie müssen nicht in jedem Falle entfernt werden, oft bilden sich diese Zysten auch wieder von alleine zurück. Sollten sie allerdings über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, so sollten sie ärztlich kontrolliert werden. Die Patientin sollte dann einen Arzt aufsuchen, wenn aus der Brustwarze ein Sekret austritt. Auch Knötchen oder andere Verdickungen im Bereich der Brust können auf Brustzysten hindeuten und sollten untersucht werden.
Auch leichte Schmerzen in der Brust sollten vom Mediziner untersucht werden. In der Regel kann die Untersuchung bei einem Allgemeinarzt oder bei einem Frauenarzt durchgeführt werden. Eine weitere Behandlung ist nicht in jedem Fall notwendig. Die Brustzysten können entfernt werden. Bei akuten Beschwerden kann dabei auch das Krankenhaus aufgesucht werden. Dort ist die Diagnose der Brustzysten mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung relativ einfach.
Behandlung & Therapie
Die Therapie von Brustzysten hängt entscheidend von den Beschwerden sowie der Ausprägung der Zysten ab. Simple einzelne Zysten bilden sich häufig spontan zurück. Verschwindet die Zyste nicht von allein und schmerzt, kann sie von dem Arzt punktiert werden. Dies bedeutet, dass ihr Inhalt mit einer dünnen Nadel abgesaugt wird.
Nach einer gewissen Zeit wird der Arzt die einst betroffene Brust erneut untersuchen, da sich neue Zysten gebildet haben können. Besteht eine Neigung zur Bildung von Zysten, kann der Frauenarzt die Einnahme der Anti-Baby-Pille empfehlen. Diese unterdrückt den hormonellen Zyklus, sodass auch die Neigung zur Zystenbildung reduziert wird. Ob diese Behandlungsmethode sinnvoll ist, muss der Frauenarzt mit der Patientin individuell beurteilen.
Hierbei wird er die persönlichen Bedürfnisse der betreffenden Frau sowie die potenziellen medizinischen Risiken in Betracht ziehen. Zysten, welche nach der Menopause im Rahmen einer Hormontherapie auftreten oder fortbestehen, bilden sich meist zurück, sobald die Hormone abgesetzt worden sind.
Bei einer sogenannten Fettgewebsnekrose hängt die Behandlung von den jeweiligen Begleitumständen ab. Wenn sie vernarbt, treten normalerweise keine Probleme auf. Auch eine Ölzyste oder Milchzyste kann von dem Arzt punktiert werden. Brustzysten des Typs Milchzyste besitzen die Fähigkeit, sich spontan zurückzubilden.
Aussicht & Prognose
Die Prognose von Brustzysten ist gut. Störende Zysten können punktiert und in seltenen Fällen auch operativ entfernt werden. Verläuft der Eingriff reibungslos, tritt mit der Entnahme der Zysten die Heilung des Patienten ein.
Nach einigen Wochen der Genesung und Erholung wird der Patient im Normalfall als geheilt entlassen. Dennoch besteht die Möglichkeit einer Wiederkehr der Brustzysten. Bei vielen Patienten kann es jederzeit zu einem Rückfall kommen und neue Zysten entstehen in der Brust. Wichtig ist daher eine regelmäßige Kontrolluntersuchung, um die Bildung neuer Zysten möglichst schnell entdecken zu können.
Unbehandelte Brustzysten nehmen dagegen keinen bösartigen Verlauf und müssen nicht entfernt werden, solange sie sich im Ultraschall eindeutig als einfache Zysten darstellen. Sie können über Jahre unverändert bestehen bleiben, sich von selbst zurückbilden oder sich nach einer Punktion erneut füllen.
Nach den Wechseljahren verschwinden Brustzysten meist von allein, sofern keine Hormone eingenommen werden. Abklärungsbedürftig bleibt jede Zyste, die rasch wächst, blutigen Inhalt hat oder solide Anteile aufweist.
Vorbeugung
Es gibt keine generellen Maßnahmen, um Brustzysten vorzubeugen. Bei einer Ertastung von Veränderungen in der Brust sollten diese jedoch medizinisch abgeklärt werden, um schwerwiegende Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Weitere Vorbeugungsmaßnahmen für Brustzysten existieren bisher nicht.
Nachsorge
Ob und welche Nachsorge bei Brustzysten sinnvoll und notwendig ist, hängt von der Art der Zysten und dem Krankheitsverlauf ab. Gutartige Zysten können im Rahmen einer Operation entfernt werden. Die Nachsorge konzentriert sich darauf, etwaige Wunden nach den Vorgaben des Arztes zu pflegen und auf ungewöhnliche Symptome zu achten. Direkt nach dem Eingriff ist es wichtig, den Körper zu schonen.
In den ersten Tagen nach der Operation sollten außerdem Sport und anstrengende körperliche Arbeit vermieden werden. Die Kontrolluntersuchungen finden nach einer Operation üblicherweise alle sechs Monate statt. Brustzysten, die sich von selbst zurückgebildet haben, bedürfen keiner Nachsorge, insofern der Patient keine entsprechende Krankengeschichte hat.
Ergibt die feingewebliche Untersuchung ausnahmsweise einen bösartigen Befund, ist eine weitergehende Behandlung notwendig. Zur Nachsorge gehören regelmäßige Screenings, in denen sichergestellt wird, dass sich keine weiteren Zysten gebildet haben. Zudem müssen etwaige Begleiterscheinungen diagnostiziert und behandelt werden.
Die betroffenen Personen sollten zunächst alle drei Monate, dann alle sechs Monate und schließlich immer nach zwei Jahren zur Krebsvorsorge gehen, abhängig von der Ausprägung der Beschwerden und dem Alter des Patienten. Zuletzt muss nach einer Behandlung die Ursache ermittelt und behoben werden.
Das können Sie selbst tun
Bei Brustzysten ist die wichtigste Maßnahme der Gang zum Arzt. Der Mediziner kann die Ursache für die Zysten abklären und direkt eine geeignete Behandlung vorschlagen. Begleitend zur schulmedizinischen Therapie bieten sich verschiedene Selbsthilfe-Tipps und Hausmittel an.
Handelt es sich um eine einfache, harmlose Zyste, empfiehlt sich eine Umstellung der Essgewohnheiten. Durch den Verzicht auf stark zuckerhaltige oder fette Lebensmittel, Kuhmilch-Produkte und rotes Fleisch soll sich das Risiko weiterer Zysten senken lassen. Eine vorbeugende Wirkung wird Mandeln, Olivenöl, Spinat und anderen Lebensmitteln mit den Vitaminen A und E zugesprochen.
Auch Grünteeextrakt wird zur Linderung der oft begleitend auftretenden Schmerzen empfohlen. Durch regelmäßige Brustmassagen wird die Durchblutung angeregt, und kleinere Zysten (bis zu einer Größe von ca. zwei cm) können sich nach einiger Zeit zurückbilden. Gegen kleine Brustzysten werden auch chinesische Kräutermischungen sowie Akupunktur angeboten; ein Wirksamkeitsnachweis fehlt hierfür.
Etwaige Selbstmaßnahmen sollten mit dem zuständigen Arzt abgeklärt werden, damit es nicht zu Komplikationen kommt. Generell gilt: sollte die Brustzyste weiterhin bestehen bleiben oder plötzlich mit Beschwerden verbunden sein, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Quellen
- Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe.
ISBN: 9783131253446
- Kaufmann, M., Costa, S. D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie.
ISBN: 9783642209222
- Janni, W., Hancke, K., Fehm, T., et al. (Hrsg.): Facharztwissen Gynäkologie.
ISBN: 9783437239175
- Strowitzki, T., Ortmann, O. (Hrsg.): Klinische Endokrinologie für Frauenärzte.
ISBN: 9783662655160
- Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J. (Hrsg.): Duale Reihe Radiologie.
ISBN: 9783132444621
