Gesunde Ernährung durch Homegrowing

Die Corona-Pandemie hat uns auf uns selbst zurückgeworfen. Viele gewohnte Aktivitäten sind nicht mehr möglich. Die fundamentalen Einschränkungen bieten aber auch die Chance, kreativ zu sein, Neues zu entdecken und auszuprobieren. Viele besinnen sich wieder auf alte Handwerkstechniken und Handarbeiten. Auch das Thema Ernährung wird verstärkt diskutiert. Homeoffice und Bewegungsmangel durch eingeschränkte Möglichkeiten, Sport zu treiben, lassen die Pfunde leichter ansteigen. Doch das muss nicht sein. Bewegen kann man sich auch ohne Fitnessstudio und gesundes Gemüse für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung lässt sich zu Hause züchten. Das Wort der Stunde lautet daher Homegrowing.

Inhaltsverzeichnis

Zu jeder Jahreszeit eigenes und gesundes Gemüse ernten

Im eigenen Garten oder auf dem Balkon lassen sich mit Leichtigkeit Heilpflanzen und Kräuter anbauen. Diese können auch zu Pesto verarbeitet werden. Bei Pesto werden die Zutaten auf unterschiedliche Art zerkleinert. Das kann mit der Hilfe eines Mörsers oder dem Pürierstab erfolgen.
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Homegrowing wird oftmals mit dem illegalen Anbau von Haschisch in der eigenen Wohnung oder in illegalen Indoorplantagen in Verbindung gebracht. Davon sprechen wir hier ausdrücklich nicht. Wer trotzdem meint, Cannabis für den Eigenbedarf anbauen zu müssen, muss auch wissen, dass er sich in einer rechtlichen Grauzone bewegt.

Im Prinzip kann mit dem entsprechenden Equipment nahezu jede Pflanze in der heimischen Wohnung kultiviert werden. Anbieter für Zubehör und Technik findet man einige, beispielsweise unter dem Slogan: Growland - Dein Growshop für homegrow. Fürs Homegrowing gibt es geeignete Substrate, Bewässerungsanlagen, Dünger, Beleuchtung, Belüftung, Saatgut und viel weiteres Zubehör.

Doch man kann auch erst einmal kleiner anfangen. Entscheidend ist, wie beim Gärtnern überhaupt, der Enthusiasmus und die Leidenschaft. Nach der ersten eigenen Ernte ist man natürlich um so mehr beflügelt und möchte noch mehr ausprobieren. Und warum auch nicht? Der Experimentierfreude beim Homegrowing sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

Indoor-Gärtnern ist sinnvoll und für jedermann geeignet

Selbst angebaute Heilpflanzen haben unterschiedliche Anforderungen an ihre Standorte. Es ist daher sinnvoll, verschiedene Bereiche einzurichten.
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Kräuter und Gemüse selbst anzubauen ist ein sinnvolles Hobby für jedermann. Die eigene kleine Gärtnerei ist ein Quell der Freude. Die Arbeit macht Spaß, ist aber überschaubar. Dem Ergebnis der Mühe kann man praktisch beim Gedeihen zuschauen. Das geerntete Gemüse und die Kräuter schmecken natürlich auch viel besser als aus dem Supermarkt und biologisch einwandfrei sind sie auch, wenn wir entsprechend vorgegangen sind.

Indoor-Gärtnern ist mit Kindern spannend, die dabei gleich noch viel lernen können über die Herkunft unserer Lebensmittel. Homegrowing macht natürlich auch zu zweit Spaß. Man kann praktisch in einem kleinen Wettbewerb um die Wette Gemüse ziehen und schauen, wer am Ende die meisten Früchte erntet. Doch auch für Singles ist Homegrowing eine wunderbare Sache und eine tolle Tätigkeit, die einen das Alleinsein schnell vergessen lässt.

Ich habe zu wenig Platz, werden Sie vielleicht einwenden. Doch diese Ausrede gilt nicht, denn es gibt tolle Konzepte und Ideen, wie das Gärtnern in den eigenen vier Wänden auch auf wenig Platz möglich ist.

Fangen Sie klein an und steigern Sie die Erträge dann

Zwischen Mai und August beginnt der Schnittlauch zu blühen und entwickelt bis zu 50 Blüten von meist violetter Farbe.

Am besten man fängt mit den Gärtnern in den eigenen vier Wänden klein an und steigert dann den Anbau und die Erträge kontinuierlich. Kräuter- und Gemüseanbau, egal ab drinnen oder draußen, hat auch immer etwas mit "learning by doing" zu tun. Die kleinste Form des Indoor-Gärtnerns ist natürlich das Ziehen von Küchenkräutern auf der heimischen Fensterbank.

Kräuter haben auch den Vorteil, dass der Anbau nahezu mühelos gelingt und man schnell einen Erfolg sieht. Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Zitronenmelisse, Rosmarin, Kerbel, Oregano, Koriander, Kresse oder Schnittlauch sind nicht nur gesund, sondern sie schmecken auch ausgezeichnet, verfeinern und bereichern jede Mahlzeit wie schon ein einfaches Butterbrot und sie sehen noch dazu sehr dekorativ aus. Man braucht dafür nicht mehr als ein paar Blumentöpfe oder andere Pflanzgefäße, geeignete Erde und das entsprechende Saatgut.

Auch Sprossen von Rettich, Mungobohnen, Rauke und Radieschen können auf diese Weise schnell und gut gezogen werden. Schon nach wenige Tagen werden sich die ersten grünen Spitzen zeigen. Machen Sie aber nicht den Fehler und säen Sie zu dicht. Dann nehmen sich die Pflänzchen nur gegenseitig den Platz weg. Doch mit Sprossen und Kräutern hat das Homegrowing noch längst nicht seine Grenzen erreicht.

Homegrowing ist ökologisch und absolut regional

Als Baustein einer ausgewogenen Ernährung ist die beliebte Tomate unverzichtbar. Die dreizehn Vitamine sowie die wertvollen Mineralstoffe und Ballaststoffe helfen dem Körper gesund zu bleiben.

Nichts könnte ökologischer sein, als das eigene Gemüse und Obst anzubauen und regionaler geht es auch nicht. Im Sommer sind dafür natürlich Garten, Balkon und Terrasse gut geeignet, doch auch im Herbst und Winter müssen Sie darauf nicht verzichten. Es gibt verschieden smarte Gartenkonzepte für Tomaten, Paprika, Radieschen, Salate, Gurken und Co.

Auch Erdbeeren oder Physalis lassen sich in der Wohnung züchten. Sogar der Anbau von Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch ist in Innenräumen möglich. Natürlich gibt es die ausgeklügeltsten Systeme, um sogar in fensterlosen Räumen und ganz ohne Erde Gemüse und Obst zu züchten. Doch wer zu sehr aufrüstet, stellt vielleicht den ökologischen Gedanken gleich wieder infrage. Wenn nämlich Wasser- und Energieverbrauch dadurch sehr hoch werden, stimmt mit dem Konzept etwas nicht. In welchem Umfang man zu Hause Gemüse anbauen kann, hat natürlich mit den räumlichen Gegebenheiten zu tun.

Doch auch wer wenig Platz hat, kann sich zwei Tomatenpflanzen, etwas Salat oder kleine Paprika und Chili züchten. Der Anbau von Gemüse in geschlossenen Räumen ist jedoch nicht ganz so leicht wie das Aussäen von Küchenkräutern. Und wer wirklich zum Selbstversorger werden will, wie allzu oft leichtfertig versprochen wird, müsste das Homegrowing schon in großem Stil und mit reichlich Platz forcieren. Er bräuchte einen eigenen Raum dafür oder wenigstens Platz, um einzelne Anbauzelte oder Boxen aufzustellen. Etwas handwerkliches Geschick ist dann ebenfalls von großem Nutzen.

Licht, Belüftung, Bewässerung und Temperatur

Pflanzen gedeihen nur durch Photosynthese. Im Freien spendet die Sonne das benötigte Licht. Für anspruchslosere Pflanzen könnte die Fensterbank vor einem von der Sonne beschienen Fenster auch im Winter ein geeigneter Platz sein, wenngleich auch andere Gegebenheiten stimmen müssen. In einem Crow-Room oder auch in einem Zelt müsste das Sonnenlicht jedoch künstlich simuliert werden.

Dafür braucht man LED, MH- oder HPS-Lampen, die möglichst höhenverstellbar sein sollten. Auch die Belüftung ist nicht unerheblich. Pflanzen brauchen Frischluft und Kohlendioxid und das lässt sich in geschlossenen Wohnräumen nur schwer realisieren. Wer in größerem Stil Homegrowing betreiben will, braucht daher ein entsprechendes Belüftungssystem oder auch einen Ventilator. Die Bewässerung von Pflanzen ist individuell.

Generell lieben Pflanzen eine hohe Luftfeuchtigkeit, was aber in geschlossenen Räumen zum Problem werden kann, etwa durch Schimmelbildung. Auch die Temperatur ist eine sensible Angelegenheit. Im Grunde benötigen Pflanzen sogar Temperaturschwankungen wie in der Natur.

Homegrowing: eine komplexe Angelegenheit

Homegrowing im großen Stil ist eine komplexe Angelegenheit. Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium müssen Obst und Gemüsepflanzen ebenfalls zugeführt werden, und zwar möglichst so, dass die Zufuhr dem Wachstumszyklus angepasst ist. Doch das soll Sie nicht entmutigen. Es geht, wie gesagt, alles auch kleiner. Homgrowing ist ein Vorhaben, mit dem man einfach anfangen und eigene Erfahrung sammeln muss.

Wenn sich der Winter neigt, kann man sehr gut und ohne großen Aufwand Gemüsepflanzen wie Tomaten oder Paprika auf der Fensterbank vorziehen und sie dann ins Freie setzen. Im Herbst haben Sie dann bestimmt genügend Anregungen, wie Sie das Gärtnern zu Hause fortsetzen können.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dipl.-Biol. Elke Löbel
Letzte Aktualisierung am: 23. April 2021

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