Hausmittel gegen Angst

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 9. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Relativ viele Menschen haben irgendwelche Ängste, die Anderen erst einmal vielleicht sogar lächerlich erscheinen mögen. So gibt es beispielsweise Menschen, die panische Angst vor Spinnen haben. Und sogar welche, die zu viel Angst haben, die eigenen vier Wände zu verlassen. Im jetzigen Zeitalter gibt es jedoch für fast alle Angstleiden hilfreiche Mittel, Tipps und Tricks, die bei effektiv helfen können.

Inhaltsverzeichnis

Was hilft gegen Angst?

Als natürliches Hausmittel hat Baldriantee eine beruhigende Wirkung

Da psychologische Betreuung und konventionelle Medikamente nicht immer für jedermann erschwinglich waren, wurden zur Bekämpfung von Angst im Laufe der Zeit auch immer öfter einfachere Hausmittel angewandt. Auf diese Weise sparten Betroffene nicht nur die Kosten für einen Psychologen.

Sie kamen auch mit anderen betroffenen Menschen ins Gespräch. Das auch heute noch wohl bekannteste Hausmittel bzw. der bekannteste Tipp zur Angstbekämpfung ist das Mindern der vermeintlichen Gefahr. So sieht beispielsweise eine Spinne auch für Menschen mit entsprechender Angst gar nicht mehr so gefährlich aus, wenn man sich diese mit einem kleinen Hut vorstellt. Zudem kann die Vorstellung helfen, dass auch eine viel größere Spinne gegenwärtig sein könnte. Der

Vergleich der aktuellen Situation mit dem schlimmst möglichen Szenario kann also ebenfalls effektiv sein. Eine weitere Methode, Gefahren zu verharmlosen, ist Musik. Wenn im Hintergrund der Lieblingssong läuft, dann fühlen sich auch Menschen mit Angstzuständen oft stärker und ausgeglichener. Dies wiederum macht Mut.

In Angstsituation ist es für Betroffene besonders wichtig, gelassen zu bleiben und sich von niemandem zur Angstüberwindung drängen lassen. Allgemein lässt sich festhalten, dass das beste Hausmittel gegen Angst eine Stärkung der Willenskraft des Betroffenen ist. Solange dies nicht geschieht, gibt es oftmals keine Angstüberwindungen.

Schnelle Hilfe

Die Praxis hat gezeigt, dass es äußerst hilfreich ist, wenn Betroffene sich in einer Angstsituation an einen für sie sichereren Ort zurückziehen können. Ist die Angst zu heftig, sollte zunächst immer eine gewohnte Umgebung aufgesucht werden.

Dabei sollte solch ein Rückzug nie allein geschehen. Vielmehr ist eine Begleitperson wichtig, der ein gutes Verhältnis zum Betroffenen hat. Denn in dieser Situation sind Trost und Zuspruch wichtig. Was zur Auseinandersetzung mit Angstleiden ebenfalls wichtig ist, sind Gespräche mit Freunden bzw. Verwandten - über die vorhandenen Ängste. Natürlich sind diese Personen im Regelfall nicht so gut ausgebildet wie ein Psychologe.

Aber Freunde und Verwandte kennen die Ängste des Betroffenen eventuell bereits und können sich so besser auf diesen und seine Bedürfnisse einstellen. Ebenfalls empfehlenswert ist Sport. Bei körperlicher Aktivität werden Glückshormone freigesetzt, die Ängste oftmals in den gedanklichen Hintergrund schieben - eine wichtige psychische Entlastung.


Alternative Heilmittel

Helfen einfache Hausmittel nicht, bleibt immer auch die Möglichkeit alternativer Heilmittel. Das mit Abstand wohl bekannteste natürliche Heilmittel dafür ist der Baldriantee. Der Tee sorgt dafür, dass sein Trinker ruhiger und gelassener wird.

Zudem hat das Getränk eine leicht "berauschende" Wirkung, die in Angstzuständen hilfreich sein kann. Eine weitere Alternative zu konventionellen Medikamenten ist der Hopfen. Auch er wirkt beruhigend. Dabei setzt seine Wirkung sogar schneller ein als die des Baldrians.

Zudem ist Hopfen sehr appetitanregend. Essen wiederum setzt Glückshormone frei - ebenfalls förderlich gegen Ängste. Dank seiner beruhigenden Wirkung gilt auch das gegen viele Beschwerden eingesetzte Johanniskraut als mögliche alternative Heilmethode, wenn es um die Behandlung von Angstzuständen geht.

Der besondere Vorteil des Johanniskrauts: Bei seiner Anwendung treten im Regelfall keinerlei Nebenwirkungen oder Gewöhnungseffekte auf. Es kann also ohne jegliche Bedenken eingenommen werden. Ein weiteres bewährtes Mittel ist das Melissenkraut, das vor allem für Betroffene mit Magenleiden als Nebenerscheinung ihrer Angstzustände geeignet ist.

Schlägt die Angst förmlich auf den Magen, ist es empfehlenswert, einen Melissentee zu trinken. Dieser beseitigt die Beschwerden oftmals schnell und schont zudem den Magen.

Die Vielzahl der hier kurz beschriebenen Mittel zeigt, dass es nicht in jedem Fall nötig ist, auf teure konventionelle Medikamente oder therapeutische Hilfe zurückzugreifen. Sollten die Angstbeschwerden allerdings zu große Ausmaße annehmen, ist der Rat eines Arztes wichtig.

7 wirksame Heilpflanzen gegen Angst

In der Phytotherapie werden verschiedene Heilpflanzen aufgrund ihrer potenziellen angstlösenden Eigenschaften geschätzt. Diese Pflanzen können als unterstützende Maßnahmen bei leichten bis mäßigen Angstzuständen verwendet werden, sollten aber niemals professionelle medizinische Beratung und Behandlung ersetzen. Hier sind sieben Heilpflanzen, die in der traditionellen Medizin gegen Angst eingesetzt werden:

  • Johanniskraut (Hypericum perforatum): Bekannt für seine antidepressiven Eigenschaften, wird Johanniskraut auch bei Angstzuständen eingesetzt. Es sollte mit Vorsicht verwendet werden, da es mit vielen Medikamenten interagieren kann.
  • Lavendel (Lavandula angustifolia): Lavendelöl wird häufig in der Aromatherapie zur Entspannung und zur Linderung von Angst verwendet. Studien deuten darauf hin, dass die Inhalation von Lavendelduft oder die orale Einnahme von Lavendelpräparaten angstlösend wirken kann.
  • Passionsblume (Passiflora incarnata): Traditionell verwendet, um Unruhe und Angst zu behandeln, hat Passionsblume beruhigende Eigenschaften, die helfen können, den Geist zu entspannen und den Schlaf zu verbessern.
  •  Kamille (Matricaria recutita): Kamille ist bekannt für ihre beruhigende Wirkung und wird oft als Tee gegen Angstzustände und Schlafprobleme eingesetzt.
  • Baldrian (Valeriana officinalis): Während Baldrian hauptsächlich als Schlafmittel bekannt ist, deuten einige Studien darauf hin, dass es auch angstlösende Effekte haben kann.
  • Ashwagandha (Schlafbeere, Withania somnifera): Eine adaptogene Pflanze, die in der Ayurvedischen Medizin verwendet wird, um Stress zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.
  • Melisse (Melissa officinalis): Melisse wird traditionell zur Beruhigung des Nervensystems und zur Linderung von Angst und Stress eingesetzt.

Bevor Sie Heilpflanzen gegen Angst verwenden, ist es wichtig, die Eignung und Dosierung mit einem Fachmann zu besprechen, besonders wenn Sie bereits Medikamente einnehmen oder unter einer chronischen Erkrankung leiden. Phytotherapeutische Mittel können nützlich sein, um die Symptome leichter Angstzustände zu lindern, doch bei schweren oder anhaltenden Angstsymptomen sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

7 wirksame Tipps bei Angst

Die Bewältigung von Angst kann durch eine Kombination aus Selbsthilfestrategien und Hausmitteln unterstützt werden. Diese Methoden zielen darauf ab, das Wohlbefinden zu fördern und das Stressniveau zu reduzieren, ohne sich dabei auf Heilpflanzen zu stützen:

  • Atemübungen: Tiefes, bewusstes Atmen kann helfen, den Körper zu entspannen und den Geist zu beruhigen. Techniken wie die Bauchatmung oder die 4-7-8-Atmung können besonders hilfreich sein.
  • Achtsamkeitsmeditation: Die Praxis der Achtsamkeit hilft, den Moment zu erleben, ohne zu urteilen. Dies kann die Angst verringern, indem es die Gedanken vom Sorgenzyklus ablenkt.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Bewegung setzt Endorphine frei, die natürlichen Stimmungsaufheller des Körpers, und kann das allgemeine Stressniveau senken.
  • Ausreichend Schlaf: Ein gesunder Schlafzyklus ist entscheidend für die emotionale Regulierung und Stressbewältigung. Gute Schlafhygiene praktizieren, wie einen regelmäßigen Schlafplan einzuhalten.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Vollkornprodukten und frischem Obst und Gemüse ist, kann das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.
  • Digitale Detox: Reduzieren Sie die Zeit, die Sie mit elektronischen Geräten verbringen, insbesondere vor dem Schlafengehen, um Überstimulation und Informationsüberflutung zu vermeiden.
  • Soziale Unterstützung: Sprechen Sie über Ihre Gefühle mit Freunden oder Familienmitgliedern. Soziale Interaktion kann Trost bieten und die Last von Sorgen verringern.

Diese Tipps und Hausmittel sind Teil eines ganzheitlichen Ansatzes zur Bewältigung von Angst. Sie können helfen, die Symptome zu lindern, aber sie ersetzen nicht die Notwendigkeit einer professionellen Behandlung bei schweren Angststörungen. Es ist wichtig, bei anhaltender oder schwerer Angst professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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