Kardiotokographie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Kardiotokographie – besser bekannt als CTG – gehört heute zu den verbreiteten Untersuchungen während einer Schwangerschaft, ohne in den Mutterschafts-Richtlinien als Routinemaßnahme vorgesehen zu sein. Meist wird die Kardiotokographie ab etwa der 30. Schwangerschaftswoche durchgeführt, während der Geburt kommt sie routinemäßig zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kardiotokographie?

Kardiotokographie
Die Kardiotokographie (CTG) wird eingesetzt, um die Wehentätigkeit der Mutter und die Herztöne des Kindes vor und während einer Geburt überwachen zu können.

Die Kardiotokographie (CTG) wird eingesetzt, um die Wehentätigkeit der Mutter und vor allem die Herztöne des Kindes schon vor, aber gerade auch während einer Geburt überwachen zu können.

Das Herz eines ungeborenen Kindes schlägt im Normalfall etwa 110 bis 160 Mal in der Minute. Es gibt bestimmte Faktoren, die zu einer kurzzeitigen Beeinflussung von Rhythmus und Frequenz des Herzschlags führen. Eine Kardiotokographie ist deshalb auch immer eine Momentaufnahme, denn Schlaf und Bewegung beeinflussen die Herztätigkeit des Ungeborenen. Schwankungen bei der Kardiotokographie sind normal, auch und vor allem unter der Geburt, denn Wehen beeinflussen die Herztätigkeit des Kindes ebenfalls.

Das heißt, dass Schwankungen für sich genommen noch nicht bedeuten, dass die Gesundheit des Ungeborenen in Gefahr ist; ob eine Aufzeichnung auffällig ist, entscheidet erst die ärztliche Beurteilung. In der Regel dauert die Kardiotokographie ungefähr 30 Minuten. In dieser Zeit können meist gute Messungen erfolgen, bei Auffälligkeiten wird die Messdauer oft bis auf 60 Minuten verlängert. Der Arzt oder auch die Hebamme kann mit Hilfe der CTG-Kurven erkennen, ob eine ausreichende Versorgung des Kindes mit Sauerstoff vorhanden ist.

Bei Auffälligkeiten kommt es in der Regel zu weiteren Untersuchungen, damit der Gesundheitszustand des Kindes überprüft werden kann. Bei so genannten Risikoschwangerschaften wird die Kardiotokographie oft schon vor der 30. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Geschichte & Entwicklung

Die Kardiotokographie (CTG) wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelt, um die fetale Herzfrequenz und die Wehentätigkeit der Mutter während der Schwangerschaft und Geburt zu überwachen. Ihre Wurzeln reichen jedoch bis ins 19. Jahrhundert zurück, als erste Versuche unternommen wurden, den fetalen Herzschlag akustisch zu erfassen.

Die erste bedeutende Entwicklung erfolgte durch Edward H. Hon, der in den 1950er-Jahren in den USA ein Gerät zur kontinuierlichen Aufzeichnung der fetalen Herzfrequenz entwickelte. Hon erkannte, dass Veränderungen in der Herzfrequenz Hinweise auf eine fetale Hypoxie geben könnten. Zeitgleich arbeiteten auch europäische Forscher wie Konrad Hammacher an ähnlichen Technologien.

In den 1960er-Jahren wurde die Methode durch die Einführung elektronischer Herzfrequenzmessung weiterentwickelt. Mit der Verbindung von Herzfrequenzaufzeichnung und Wehenmessung entstand die moderne Kardiotokographie. In den 1970er-Jahren wurde das CTG zunehmend standardisiert und fand breite klinische Anwendung.

Seither wurden zahlreiche Verbesserungen eingeführt, darunter computergestützte CTG-Analysen, drahtlose Systeme und Algorithmen zur besseren Interpretation der Herzfrequenzmuster. Trotz seiner Verbreitung bleibt die CTG-Bewertung bis heute ein umstrittenes Thema, da Fehlinterpretationen zu unnötigen Interventionen führen können.

Einsatz & Indikation

Eine Kardiotokographie (CTG) wird in der Schwangerschaft und während der Geburt eingesetzt, um die fetale Herzfrequenz und die Wehentätigkeit der Mutter zu überwachen. Sie kann routinemäßig oder aus medizinischer Notwendigkeit erfolgen.

In der Schwangerschaft wird das CTG bei Risikoschwangerschaften regelmäßig durchgeführt, z. B. bei Bluthochdruck, Diabetes, Mehrlingsschwangerschaften oder Verdacht auf Wachstumsverzögerung des Fetus. Bei unauffälligen Schwangerschaften ist eine regelmäßige CTG-Kontrolle nicht zwingend erforderlich, kann aber im letzten Trimester zur Überprüfung des fetalen Wohlbefindens angewendet werden.

Während der Geburt ist das CTG essenziell, um Anzeichen einer fetalen Hypoxie (Sauerstoffmangel) frühzeitig zu erkennen. Es wird vor allem bei eingeleiteten Geburten, auffälligen Wehenverläufen, Frühgeburten oder mütterlichen Erkrankungen kontinuierlich eingesetzt. Auch wenn der Fetus bereits Stressanzeichen zeigt oder eine Geburt per Kaiserschnitt geplant ist, wird das CTG zur Überwachung genutzt.

Eine CTG-Überwachung wird notwendig, wenn es Hinweise auf Wehenanomalien, auffällige Kindsbewegungen, vaginale Blutungen oder vorzeitige Wehen gibt. In Hochrisikosituationen wie einer Plazentainsuffizienz ist sie ein wichtiges Überwachungsinstrument, um den Zustand des Kindes einzuschätzen und geburtshilfliche Entscheidungen zu treffen. Einen Nabelschnurvorfall selbst weist das CTG nicht nach; es zeigt nur dessen Folgen für die kindliche Herzfrequenz.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei der Kardiotokographie wird gleichzeitig die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes sowie die Wehentätigkeit der Mutter aufgezeichnet.

Die werdende Mutter sollte während der Untersuchung möglichst auf der Seite liegen oder in einem dafür vorgesehenen Stuhl sitzen. Bei der Kardiotokographie wird um den Bauch der Schwangeren ein Gurt mit zwei Messfühlern gelegt. Einigen Frauen mag es so vorkommen, als sei der Bauchgurt zu eng angelegt. Allerdings ist das notwendig, damit ein Verrutschen der Messfühler vermieden wird. Die Messfühler befinden sich unter dem Bauchgurt und sind mit dem CTG-Gerät verbunden.

Ein Messfühler zeichnet dabei die Herzfrequenz des Kindes, der andere Messfühler die Spannungen der Bauchdecke (mögliche Wehen) auf. Eine besondere Variante der Kardiotokographie ist die so genannte Kineto-Kardiotokographie (K-CTG). Bei ihr werden neben den Herztönen des Kindes und der Wehentätigkeit der Schwangeren auch die Kindsbewegungen aufgezeichnet. Das soll dem Arzt eine frühere Einschätzung des kindlichen Wohlbefindens ermöglichen.

Die Kardiotokographie dient vor allem dazu, den Normalzustand eines ungeborenen Kindes zu bestätigen. Für sich genommen reicht sie dafür allerdings nicht aus, kann aber ab der 30. Schwangerschaftswoche erste Anhaltspunkte zum Gesundheitszustand des Babys geben. Wenn in den CTG-Kurven keine Auffälligkeiten beobachtet werden, spricht das dafür, dass das Kind zum Zeitpunkt der Messung ausreichend Sauerstoff erhält.

Weiterhin stellt der Arzt die Schnelligkeit des Herzschlags beim Kind fest, bei Sauerstoffmangel kann die Herzfrequenz absinken. Vor allem die Vermeidung von Folgeschäden aufgrund eines längeren Sauerstoffdefizites beim ungeborenen Kind ist der Zweck einer Kardiotokographie.

In der Regel hängt der Einsatz der Kardiotokographie vom Schwangerschaftsverlauf ab. Zwar fordern die Mutterschafts-Richtlinien ein CTG nicht zwingend, dennoch wird es von den meisten Ärzten ab der 30. Schwangerschaftswoche routinemäßig durchgeführt. Die Abstände richten sich dann meist nach dem Rhythmus der Vorsorgetermine. Liegt eine Risikoschwangerschaft vor, dann kann die Kardiotokographie deutlich früher zum Einsatz kommen; die Mutterschafts-Richtlinien sehen eine erste Indikation frühestens ab der 26. Schwangerschaftswoche vor, etwa bei drohender Frühgeburt.

Dies ist zum Beispiel bei Mehrlingsschwangerschaften, Schwangerschaftsdiabetes oder auch vorzeitigen Wehen der Fall. Unter der Geburt gehört das CTG generell zu den standardmäßigen Untersuchungen. Mit der Kardiotokographie während der Geburt wird vorrangig die Sauerstoffversorgung des Kindes überwacht, damit ein notwendiges rechtzeitiges Handeln möglich ist (z. B. kurze Unterbrechung der Geburt bei sinkender Herzfrequenz des Kindes).


Vorteile & Nutzen

Die Kardiotokographie bietet mehrere Vorteile gegenüber anderen Untersuchungsmethoden in der pränatalen Diagnostik und Geburtshilfe. Ihr größter Vorteil ist die gleichzeitige Überwachung der fetalen Herzfrequenz und der mütterlichen Wehentätigkeit in Echtzeit. Dadurch können Veränderungen im Herzschlag des Kindes frühzeitig erkannt und mit den Wehen in Verbindung gebracht werden, was eine schnelle Reaktion auf mögliche Komplikationen ermöglicht.

Im Vergleich zur manuellen Herztonüberwachung mit einem Pinard-Stethoskop ist das CTG objektiver und kontinuierlich, sodass auch kurze, kritische Veränderungen der Herzfrequenz registriert werden. Es kann zudem dokumentiert werden, was eine spätere Auswertung ermöglicht.

Gegenüber Ultraschall-Doppleruntersuchungen, die nur eine Momentaufnahme liefern, bietet das CTG eine dynamische Langzeitüberwachung. Dies ist besonders wichtig, wenn der Verdacht auf fetale Hypoxie oder Plazentainsuffizienz besteht.

Ein weiterer Vorteil ist die nicht-invasive Anwendung des äußeren CTGs, das ohne Eingriff in den Körper von Mutter und Kind durchgeführt werden kann. Bei Bedarf kann auch ein internes CTG mittels einer Elektrode am fetalen Kopf eingesetzt werden, um noch genauere Werte zu erhalten.

Insgesamt soll die CTG-Überwachung eine frühzeitige Intervention bei auffälligen Befunden ermöglichen und so Geburtskomplikationen und einen Sauerstoffmangel des Babys abwenden. Dass die kontinuierliche Überwachung zugleich häufiger zu Kaiserschnitten und vaginal-operativen Entbindungen führt, gilt als ihr wesentlicher Nachteil.

Durchführung & Ablauf

Bei einer Kardiotokographie wird der Zustand des Fetus kontinuierlich überwacht, indem sowohl die Herzfrequenz des Kindes als auch die Wehentätigkeit der Mutter aufgezeichnet werden. Zunächst wird die Mutter in eine bequeme, meist liegende Position gebracht, sodass der Bauch gut zugänglich ist. Anschließend werden zwei Sensoren mit Gel auf die Haut aufgetragen. Einer dieser Sensoren misst mit Hilfe eines Ultraschalltransducers die fetale Herzfrequenz, während der andere Sensor, meist in Form eines Druckmessers, die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur erfasst.

Die Ultraschallsonde sendet Schallwellen aus, die vom Herz des Fetus reflektiert werden, wodurch die Herzfrequenz in Echtzeit angezeigt wird. Gleichzeitig zeichnet der Drucksensor die Intensität und Häufigkeit der Wehen auf, sodass ein graphischer Verlauf beider Parameter entsteht. Das CTG-Gerät speichert die Daten, sodass die Werte über einen längeren Zeitraum hinweg analysiert werden können.

Während der Untersuchung überwacht das medizinische Personal kontinuierlich die Diagramme, um Veränderungen oder Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Bei Bedarf kann die Mutter gebeten werden, ihre Position zu verändern oder tief durchzuatmen, um die Messwerte zu stabilisieren. Die gesamte Untersuchung dauert in der Regel etwa 30 Minuten, kann jedoch bei Bedarf auch verlängert werden, um ein umfassendes Bild des fetalen Zustands zu erhalten.

Risken & Nebenwirkungen

Zwar ist es umstritten, ob das ungeborene Kind die Kardiotokographie tatsächlich bemerkt, allerdings gibt es bislang keine klaren Hinweise zu negativen Auswirkungen auf Kind und Mutter. Das wesentliche Risiko liegt nicht in der Messung selbst, sondern in ihrer Deutung: Auffällig wirkende Aufzeichnungen können zu Eingriffen führen, die sich im Nachhinein als unnötig erweisen.

Viele Mütter bemerken jedoch, dass sich ihr Ungeborenes während eines CTGs oft anders verhält, als sonst. Es gibt Kinder, die während der Kardiotokographie unruhig werden und sich wegdrehen wollen, andere wiederum werden ganz ruhig. Bei Unsicherheiten sollten sich werdende Mütter an Hebamme oder Frauenarzt wenden.

Wie bei einer Ultraschalluntersuchung basiert das CTG auf Ultraschallwellen. Diese werden aber nicht in ein Bild, sondern in Kurven umgewandelt, welche dann die Herztöne des Kindes zeigen. Schädlicher als eine Ultraschalluntersuchung mit Bildgebung ist ein CTG deshalb nicht.

Alternativen

Wenn eine Kardiotokographie nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, gibt es verschiedene alternative Verfahren zur Überwachung des fetalen Wohlbefindens und der Wehentätigkeit.

Eine verbreitete Methode ist die Doppler-Ultraschall-Untersuchung, die eine Momentaufnahme der fetalen Herzfrequenz liefert. Hierbei wird der Blutfluss in der Nabelschnur, der Plazenta und den fetalen Gefäßen untersucht, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung sicherzustellen. Diese Methode ist besonders bei Verdacht auf eine Plazentainsuffizienz oder Wachstumsverzögerungen des Fetus wichtig.

Ein weiteres Verfahren ist das fetale Elektrokardiogramm (fEKG), das die elektrische Aktivität des fetalen Herzens misst. Es liefert genauere Daten zur Herzfunktion als ein herkömmliches CTG, ist jedoch invasiv und wird nur in speziellen Fällen angewendet.

Die Akustische Herztonüberwachung mit einem Pinard-Stethoskop oder einem Handdoppler ist eine nicht-technische Methode, die vor allem bei Hausgeburten oder in ressourcenarmen Gebieten eingesetzt wird. Sie erfordert jedoch Erfahrung und liefert keine kontinuierliche Aufzeichnung.

Zur Überprüfung der fetalen Gesundheit kann auch ein Biophysikalisches Profil (BPP) genutzt werden, das neben der Herzfrequenz auch die fetalen Bewegungen, Muskelspannung, Atembewegungen und Fruchtwassermenge per Ultraschall bewertet. Diese Methode bietet eine umfassendere Beurteilung, wenn das CTG nicht auswertbar oder nicht durchführbar ist.

Grenzen der Aussagekraft

So verbreitet die Kardiotokographie ist, so wichtig ist das Wissen um ihre Grenzen. Sie misst nicht die Sauerstoffversorgung des Kindes, sondern dessen Herzfrequenz; auf die Versorgung wird daraus nur geschlossen. Zwischen dem Messwert und der Frage, die er beantworten soll, liegt also ein Deutungsschritt – und in ihm liegen die meisten Schwierigkeiten des Verfahrens.

Die erste Grenze ist zeitlicher Art. Eine Aufzeichnung beschreibt den Zustand während der Messung. Ein unauffälliges Ergebnis ist deshalb keine Zusage für die folgenden Stunden oder Tage, und ebenso wenig lässt sich aus einer einzelnen guten Aufzeichnung schließen, dass eine Überwachung entbehrlich wäre.

Die zweite Grenze betrifft die Zuordnung von Befund und Gefährdung. Das Verfahren spricht eher zu häufig an: Es kennzeichnet viele Kinder als auffällig, denen es tatsächlich gut geht. Diese Eigenschaft ist erwünscht, solange es darum geht, keine Gefährdung zu übersehen, sie erzeugt aber zwangsläufig Befunde, die sich im Nachhinein als harmlos erweisen. Weil jeder auffällige Befund unter der Geburt eine Entscheidung nach sich zieht, ist dies der Punkt, an dem die kontinuierliche Überwachung mit einer höheren Rate an operativen Entbindungen erkauft wird.

Eine dritte Grenze ist die Beurteilerabhängigkeit. Dieselbe Kurve wird von verschiedenen Fachleuten nicht immer gleich eingestuft, und derselbe Betrachter kommt zu unterschiedlichen Zeitpunkten nicht zwingend zum selben Urteil. Einheitliche Kriterien und computergestützte Auswertungen sollen diese Streuung verringern; die abschließende Bewertung bleibt gleichwohl eine ärztliche und hebammengeleitete Entscheidung, in die der übrige Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt einfließt.

Hinzu kommen technische Fehlerquellen. Verrutscht der Messfühler oder dreht sich das Kind, bricht die Aufzeichnung ab oder wird lückenhaft. Bei sehr kräftigen Schwangeren, bei viel Fruchtwasser und bei sehr lebhaften Kindern ist ein stabiles Signal schwerer zu gewinnen. Besondere Aufmerksamkeit verlangt eine Verwechslung, die im Gerät selbst angelegt ist: Liegt die kindliche Herzfrequenz niedrig und der mütterliche Puls hoch, kann das Gerät statt des Kindes die Mutter aufzeichnen, ohne dass dies auf den ersten Blick auffällt. Ein gleichzeitiger Blick auf den mütterlichen Puls schließt diesen Irrtum aus.

Schließlich hat die Aufzeichnung auch praktische Folgen für den Geburtsverlauf. Wer angeschlossen ist, bewegt sich weniger, obwohl Bewegung und Haltungswechsel den Fortgang der Geburt unterstützen können. Drahtlose Geräte und wasserfeste Ausführungen mildern diesen Nachteil, sind aber nicht überall verfügbar.

Aus diesen Gründen ist die Kardiotokographie in der Schwangerschaft fachlich nicht als anlasslose Routineuntersuchung vorgesehen, sondern an eine Fragestellung gebunden – auch wenn sie in der Praxis, wie weiter oben beschrieben, vielfach regelmäßig eingesetzt wird. Unter der Geburt bleibt sie das Verfahren der Wahl zur Überwachung, wird dort aber nicht allein betrachtet: Der Gesamteindruck vom Zustand der Mutter, der Geburtsfortschritt und – bei unklarem Befund – die gezielte Abklärung durch eine Mikroblutuntersuchung gehören ebenso zur Beurteilung wie die Kurve selbst.

Quellen

  • Kaisenberg, C. von, Klaritsch, P., Hösli-Krais, I. (Hrsg.): Die Geburtshilfe.
    ISBN: 9783662635056
  • Kainer, F. (Hrsg.): Facharztwissen Geburtsmedizin.
    ISBN: 9783437210976
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783132411012
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783437211348
  • Gembruch, U., Hecher, K., Steiner, H. (Hrsg.): Ultraschalldiagnostik in Geburtshilfe und Gynäkologie.
    ISBN: 9783662673720

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