Atemnot

Letzte Aktualisierung am 21. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Atemnot, Luftnot oder Dyspnoe ist eine erschwerte Atemtätigkeit, die als unangenehm empfunden wird. Die Symptome und Folgen können in ihrer Wahrnehmung sehr unterschiedlich sein. Atemnot, die nur unter Belastung vorkommt, wird als Belastungsdyspnoe bezeichnet. Ebenso gibt es eine Sprechdyspnoe, bei der bereits das Sprechen durch eine starke Atemnot begleitet wird. Die Extremform ist aber wohl die Ruhedyspnoe, die teilweise mit einer Orthopnoe nur mit Atemhilfsmuskulatur gebessert werden kann.

Atemnot wird, anders als Luftmangel, als Lebensbedrohung aktuter Stufe empfunden, wobei diese Aussage immer in einem subjektiven Kontext selbst erlebt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Atemnot?

Die Behandlung der Atemnot richtet sich nach dem individuellen Krankheitsbild. Für chronische Erkrankungen wie Asthma gibt es weitere Methoden, so etwa den bekannten Inhalator zur Lockerung und Öffnung der Atemwege.

Als Atemnot wird ein Zustand bezeichnet, in dem der Patient kaum noch die Atemluft einatmen kann, die er zwingend braucht.

In der medizinischen Fachsprache wird der Zustand als Dyspnoe bezeichnet. Bei der Atemnot empfindet der Patient meist Todesangst, da er das Gefühl bekommt, er müsse ersticken.

Zur Atemnot kann es durch Belastung kommen, sie kann aber auch vermehrt in sitzender oder liegender Haltung auftreten. Gelegentlich handelt es sich um eine Form der Atemnot, die vor allem beim Sprechen Probleme bereitet.

Ursachen

Alle Krankheiten, die zu einer Verminderung der Sauerstoffaufnahme oder krankhaften Verabreitung durch die Atmungsorgane führen, sind als Ursache für die Atemnot zu betrachten. Allerdings können auch psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen.

Als Ursache für eine Atemnot kommen aber hauptsächlich alle Erkrankungen der Lungen und des Herzmuskels in Frage. Beide sind unter anderem für die Versorgung des Körpers mit lebensnotwendigem Sauerstoff zuständig. Typische Erkrankungen der Lunge sind Asthma oder entzündliche Reaktionen wie die Lungenentzündung, in Frage kommen aber auch schwerwiegendere Erkrankungen wie Krebs. Die Atemnot ist häufig nur ein Teil eines weiteren Symptomkomplexes, wird vom Patienten aber als so unangenehm und bedrohlich empfunden, dass er sie in den Mittelpunkt stellt.

Eine Atemnot kann ich durch die Verstopfung der Atemwege entstehen. Bei schweren Erkältungen und Entzündungen der Atemwege bildet sich Schleim, der sich in den Atemwegen ablagert.

Eine solche Atemnot ist oft nur von kurzer Dauer, bis der Patient die Atemwege wieder freigehustet hat, stellt allerdings eine beängstigende Situation dar. Häufig wird in diesem Zusammenhang die Schwierigkeit des Atmens generell vom Patienten als Atemnot angesehen und bezeichnet.

Durch besondere Vorgänge in der Umgebung und der Psyche des Patienten kann es ebenfalls zur Atemnot kommen. Menschen, die unter Panikattacken leiden, verspüren in solchen Situationen häufig eine begleitende Atemnot. Extreme Angst ist grundsätzlich eine gefährliche Situation - besonders dann, wenn der Patient durch eine Krankengeschichte besonders anfällig für die Atemnot geworden ist.

Die geistige Wahrnehmung der Atemnot selbst, ist noch recht unerforscht, da die Atmung als einzige Vitalfunktion im Hirnstamm auch von kortikalen Impulsen und Signalen gesteuert wird.

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Diagnose & Verlauf

Um Ursachen einer Atemnot zu diagnostizieren, erfragt ein behandelnder Arzt in der Regel zunächst den Zeitpunkt einer erstmals verspürten Luftknappheit.

Auch Begleitumstände der Atemnot, Grunderkrankungen sowie eventuelle Medikamenteneinnahmen oder vorliegender Nikotinkonsum geben diagnostische Hinweise. Mögliche nachfolgende körperliche Untersuchungen umfassen (je nach Verdachtsdiagnose) beispielsweise das Abhören der Lunge und eine Blutanalyse. Außerdem können etwa Allergietests, Gewebeuntersuchungen, Bronchienspiegelungen oder Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden.

Der Verlauf von Atemnot hängt vornehmlich von deren Ursache ab. Eine akute Atemnot (wie beispielsweise bei allergischen Reaktionen) zeigt sich häufig intensiver als eine chronische Variante, die oft schleichend (zunächst lediglich unter körperlicher Belastung und im Verlauf zunehmend belastungsunabhängig) einsetzt.

Komplikationen

Atemnot deutet fast immer auf ein ernstes körperliches Leiden hin. Befindet sich der Patient ohnehin schon in einer Klinik, kann ihm bei Auftreten von Atemnot schnell geholfen werden. Setzt die Atemnot dagegen woanders ein, besteht das Risiko, dass der Betroffene selbst so sehr in Panik gerät, dass er sich selbst nicht mehr helfen kann.

Am hilfreichsten ist es natürlich, den Betroffenen zu beruhigen, da die Atemnot durch bewusst ruhige Atmung manchmal besser wird oder gar aufhört. Um das zu erreichen, ist aber meistens eine zweite Person notwendig, die den Betroffenen beruhigt und ihm versichert, dass Hilfe unterwegs ist. Ist der Auslöser der Atemnot eine schwere Ursache wie eine Allergie oder ein Herzleiden, kann es zum vollständigen Atemstillstand kommen. Ein weiteres hohes Risiko ist die Unterversorgung mit Sauerstoff, das dann relevant wird, wenn die Atemnot nicht nach kurzer Zeit von allein aufhört oder schlimmer wird. Zunächst wird der Betroffene ohnmächtig.

Schlimmstenfalls kann die Ursache der Atemnot aber nicht sofort behoben werden und es kann zu Schäden am Gehirn kommen, wenn der Betroffene keine Luft mehr bekommt. Bei Atemnot sollte also immer zuerst ein Notarzt gerufen werden, bevor der betroffene Mensch beruhigt wird. Am besten sollte er sich bei Atemnot auch nicht mehr bewegen und herumlaufen, sondern sich setzen, da das die Beruhigung fördert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einer regelmäßigen oder fortdauernden Atemnot über mehrere Tage, sollte ein Arzt konsultiert werden. Sobald Angehörigen auffällt, dass es während des Schlafs zu Atemstörungen kommt oder der Betroffene selbst mehrfach mit einem Gefühl des Luftmangels erwacht, ist das Aufsuchen eines Arztes als ratsam einzustufen. Eine einmalig auftretende Atemnot über einen begrenzten Zeitraum sollte in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge sein. Das wiederholte Auftreten weist jedoch auf größere Probleme hin.

Darüber hinaus führt eine andauernde Atemnot zu weiteren Komplikationen, die auch einen lebensbedrohlichen Charakter haben können. Der mangelnde Sauerstoffgehalt im Blut hat zur Folge, dass der gesamte Organismus und allem voran das Herz einer größeren Inanspruchnahme ausgesetzt ist. Eine kurzzeitige Atemnot ist vergleichbar mit einer körperlichen Verausgabung wie bei sportlichen Aktivitäten. Dies kann der gesunde Organismus problemlos bewältigen.

Tritt die Atemnot durch eine bestehende Erkrankung, wie eine Erkältung oder Entzündung im Nasen-Rachen-Raum auf, wird sie meist bei der Diagnosestellung und der Medikation der Grunderkrankung berücksichtigt. Ein Arzt ist in diesen Fällen erneut aufzusuchen, wenn sich die Symptome verschlechtern. Eine dauerhafte Atemnot, ohne das Bestehen einer Grunderkrankung kann ein Symptom für eine Vielzahl anderer Erkrankungen sein. Diese können die Lunge, das Herz oder den Nasen-Rachen-Raum betreffen und sollten untersucht werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Atemnot richtet sich nach dem individuellen Krankheitsbild.

Dementsprechend werden individuelle Maßnahmen ergriffen. Akute Erkrankungen der Atemwege, beispielsweise die Bronchitis, wird medikamentös behandelt und der Patient muss Situationen meiden, in denen es zur Atemnot kommen könnte. Für chronische Erkrankungen wie Asthma gibt es weitere Methoden, so etwa den bekannten Inhalator zur Lockerung und Öffnung der Atemwege.

Schleim sollte in jedem Fall möglichst abgehustet werden. Die Behandlung der psychisch bedingten Atemnot fällt ins Aufgabengebiet des Psychologen. Dieser kann herausfinden, woher die Atemnot kommt.

Anschließend wird eine individuell auf den Patienten angepasste Therapie entwickelt, die ihm helfen soll, Atemnot künftig zu meiden, indem er das zugrundeliegende Problem in den Griff bekommt.

Aussicht & Prognose

Atemnot kann aufgrund von vielen verschiedenen Ursachen auftreten, weswegen hier keine universellen Aussichten und Komplikationen genannt werden können. In der Regel führt Atemnot beim Menschen zu einem starken Gefühl der Angst. Häufig kommt der Gedanke an den Tod durch ersticken, wodurch die Lebensqualität stark verringert wird. Auch Stress kann in manchen Situationen zur Atemnot führen. Falls die Atemnot daher vor allem in stressigen Situationen auftritt, helfen Gespräche beim Psychologen und ein Atemtraining, um auch in Stresssituationen nicht aus dem Konzept zu geraten.

In vielen Fällen deutet die Atemnot auf andere Schwierigkeiten hin und kommt vor allem im höheren Alter vor. So kann die Atemnot ein Zeichen für Herzprobleme oder Lungenprobleme sein. Sollte die Atemnot daher oft auftreten und zu großen Schwierigkeiten beim Atmen führen, muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Die Behandlung selbst erfolgt entweder mit Hilfe von Medikamenten oder operativ. Oft wird die Behandlung auch vorbeugend durchgeführt, falls zum Beispiel die Gefahr eines Herzinfarktes besteht. Sollte eine akute Atemnot auftreten, so muss umgehend der Notarzt gerufen werden. Wird das Symptom nicht richtig behandelt, kann es im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Vor allem Raucher sind oft von Atemnot betroffen. Das Symptom kann eingeschränkt werden, indem das Rauchen aufgegeben wird.

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Vorbeugung

Einer Atemnot kann man nur bedingt vorbeugen. Oft resultiert sie aus einem Zustand, zu dessen Entstehung der Patient nichts beigetragen hat. Grundsätzlich gilt: Situationen, in denen es verstärkt zur Atemnot kommt, sind zu meiden.

Vorbeugende Mittel müssen immer richtig eingenommen werden. Größeren Belastungen sollte man grundsätzlich aus dem Weg gehen.

Bei der psychisch bedingten Atemnot ist es wichtig für den Patienten, Situationen zu meiden, in denen das Symptom auftritt. Erst, wenn er weiß, dass er die Atemnot bekämpfen kann, sollte er sich wieder solchen Belastungen aussetzen.

In jedem Fall ist die Behandlung durch einen vertrauenswürdigen Psychologen wichtig.

Das können Sie selbst tun

Akute Atemnot ist eine bedrohliche Situation für Betroffene. Aufgrund dessen sollten diese vermieden werden. Verfügen Menschen über entsprechende Arzneimittel, sind diese regelmäßig und frühzeitig einzunehmen. Nur so wird das Risiko für akute Atemnot gesenkt.

Tritt trotzdem eine akute Atemnot ein, helfen einige Sofortmaßnahmen. Betroffenen Menschen wird empfohlen, sich ruhig zu verhalten und das Akutmedikament zu inhalieren. Ferner ist es ratsam, das Fenster zu öffnen, wenn der Betroffene sich in der Wohnung aufhält. Darüber hinaus können atemerleichternde Positionen Abhilfe schaffen. Dazu zählt der Kutschersitz, sowie der Stand mit Aufstützen. In akuten Notfällen hilft ebenso die Lippenbremse.

Beim Kutschersitz müssen Betroffene sich setzen und den Oberkörper nach vorne beugen. Anschließend werden die Ellenbogen auf die Knie gestützt. Hierbei entlastet der Brustkorb, was das Atmen leichter fallen lässt.

Beim Stand mit Aufstützen entlastet der Brustkorb ebenfalls. Hierbei müssen die Patienten sich nach vorne beugen und die Arme auf ein Treppengeländer oder auf die Knie stützen.

Bei der Lippenbremse wird der Atemstrom abgebremst. Diese Methode lässt einen leichten Gegendruck entstehen, wobei die Bronchien erweitert werden. Betroffene sollten durch ihre locker aufeinander liegenden Lippen ausatmen. Das Atmen muss langsam und ruhig erfolgen. Vom Pressen wird abgeraten: Ein Atemgeräusch sollte nicht entstehen.

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kühn, D., Luxem, J., Runggaldier, K. (Hrsg.): Rettungsdienst heute. Urban & Fischer, München 2010
  • Silbernagl, S. et al.: Taschenatlas Physiologie. Thieme, Stuttgart 2007


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