Medizinische Psychologie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Medizinische Psychologie beschäftigt sich mit dem Phänomen Krankheit und Gesundheit. Sie fragt nach der Krankheitsentstehung. Die psychologische Therapie dient der Krankheitsbewältigung und interagiert mit anderen medizinischen Fachgebieten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Medizinische Psychologie?

Medizinische Psychologie
Die Medizinische Psychologie beschäftigt sich mit dem Phänomen Krankheit und Gesundheit. Sie fragt nach der Krankheitsentstehung und ist eine anwendungsorientierte Teildisziplin der Psychologie.

Die Medizinische Psychologie ist eine selbständige und anwendungsorientierte Teildisziplin der Psychologie, die innerhalb der Humanmedizin agiert und eng mit der Klinischen Psychologie verwandt ist. Das Fachgebiet ist in der Lehre und Forschung sowie in der Patientenversorgung strukturell und inhaltlich als Institut, Abteilung und personell vertreten.

Diese Teildisziplin ist neben der Medizinischen Soziologie nach der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) ein Pflichtfach im vorklinischen Abschnitt des Medizinstudiums. Die 1979 gegründete „Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie“ (DGMP) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft für die in dieser Fachrichtung tätigen Psychologen und Mediziner.

Behandlungen & Therapien

Im Vordergrund steht die Arzt-Patienten-Beziehung. Weitere wichtige Themen sind die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, die Krankheitsverarbeitung, Lebensqualität, Prävention, Gesundheitsförderung, Rehabilitation, Entwicklungspsychologie, Verhaltensforschung, Sozialpsychologie, medizinische Intervention, psychosoziale Versorgungsforschung und die psychobiologischen Zusammenhänge.

Um den richtigen Therapieansatz zu finden, definiert die Medizinische Psychologie im ersten Schritt den Begriff Krankheit, mit dem das Vorliegen von Symptomen bezeichnet wird, die zu einer Abweichung des psychologischen Gleichgewichts führen. Auch die Abweichung von einer Norm (Regelgröße) wird als Krankheit definiert, die zu äußeren oder inneren Schädigungen führen kann. Abweichungen von einer Organfunktion, einer Regelgröße, einer Organstruktur oder einem psychologischen Gleichgewicht sind schwer zu diagnostizieren. Die Medizinische Psychologie fragt im zweiten Schritt nach der Gesundheit. Eine Person ist gesund, wenn sie sich im psychischen und physischen Gleichgewicht befindet.

Ihr soziales Umfeld und ihre Lebensbedingungen erlauben ihr, ihre Zielvorstellungen nach den eigenen Möglichkeiten zu verwirklichen. Es besteht ein subjektives und objektives Wohlbefinden. Die Medizinische Psychologie spielt eine wichtige Rolle in der ärztlichen Ausbildung und fragt nach den Zusammenhängen zwischen physiologischen und psychologischen Prozessen, um die daraus resultierenden klinischen Prozesse besser zu verstehen. Die elementare Erkenntnis dieses Fachgebiets ist, dass Gesundheit mehr bedeutet als das bloße Fehlen von Krankheit. Die Medizinische Psychologie ist eng verbunden mit der Medizinischen Soziologie. Die Idealnorm ist der angestrebte Sollwert, während die therapeutische Norm die Alltagstauglichkeit und die Behandlungsbedürftigkeit bei nicht normalen Zuständen sieht.

Laut statistischer Norm ist normal, was durchschnittlich ist. Der Patient erlebt seine Krankheit subjektiv als Einschränkung (Kontinuum) seines Handlungsvermögens und Wohlbefindens. Die Wahrnehmung entsteht aus der Körperhaltung und Körperbewegung (Propriozeption), aus den inneren Organen (Viszerozeption) und aus einem Schmerzzustand (Nozizeption) heraus. Als Oberbegriff für die Wahrnehmung von Vorgängen im Körperinneren dient die Interozeption. Symptome werden durch emotionale, kognitive und motivationale Variablen beeinflusst. Die Lebensqualität hängt davon ab, wie hoch das Individuum diese einschätzt. Tatsächlich kann ein Krankheitszustand vorliegen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit der subjektiven Krankheitstheorie, die der Betroffene aus den Symptomen entwickelt.

Er legt sich über das Krankheitsbild, die Ursachen (Laienätiologie, Kausalattribution), den Krankheitsverlauf, die Konsequenzen und Behandlungsmethoden implizit (vorbewusst) eine Theorie zurecht. Die Medizinische Psychologie greift die subjektive Krankheitstheorie auf, weil sie das Verhalten und Erleben des Patienten beeinflusst. Die Palette reicht weit von der Hypochondrie bis zur Indolenz (Schmerzunempfindlichkeit). Symptome und Beschwerden werden von Patient und Arzt entsprechend dem Akteur-Beobachter-Unterschied verschieden zugeschrieben. Die medizinische Psychologie gestaltet die Ursachenzuschreibung effektiver, indem sie sich in das Gegenüber hineinversetzt.

Je geringer eine Person ihre Selbstwirksamkeitserwartung einschätzt, desto eher zeigen sich Verhaltensauffälligkeiten, wenn sie eine belastende Situation aus eigener Kraft bewältigen soll. Frauen leiden häufiger an Somatisierungsstörungen und Depressionen, während Männer psychische Belastungen seltener ansprechen und später Hilfe suchen; anhaltender Stress gilt bei beiden Geschlechtern als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zum Herzinfarkt.


Abgrenzung zu benachbarten Fächern

Die Medizinische Psychologie wird häufig mit Fächern verwechselt, die ähnlich klingen, aber anderes tun. Am nächsten steht ihr die Klinische Psychologie. Diese befasst sich mit der Entstehung, der Erkennung und der Behandlung psychischer Störungen und bildet die wissenschaftliche Grundlage der Psychotherapie. Die Medizinische Psychologie fragt demgegenüber allgemeiner danach, welche Rolle psychische und soziale Vorgänge bei Gesundheit und Krankheit überhaupt spielen, auch bei rein körperlichen Erkrankungen und beim Gesunden.

Von der Psychiatrie unterscheidet sie sich schon durch die Zuständigkeit: Die Psychiatrie ist ein ärztliches Fachgebiet mit eigener Facharztweiterbildung und behandelt psychische Erkrankungen, auch mit Medikamenten. Die Medizinische Psychologie behandelt in diesem Sinne nicht, sondern lehrt und forscht; ihre Erkenntnisse fließen in die Behandlung anderer Fächer ein.

Die Psychosomatik und die psychosomatische Medizin richten den Blick auf Krankheitsbilder, bei denen körperliche Beschwerden und seelisches Erleben besonders eng verflochten sind. Die Medizinische Psychologie liefert dafür die theoretischen Grundlagen, beschränkt sich aber nicht auf diese Krankheitsgruppe. Eng verwandt ist ferner die Medizinische Soziologie, die dieselben Fragen von der gesellschaftlichen Seite her stellt: nach sozialer Lage, Bildung, Beruf und Lebensumständen und deren Einfluss auf Krankheitshäufigkeit und Behandlungsverlauf. Beide Fächer werden im Medizinstudium meist gemeinsam unterrichtet.

Daneben stehen die Gesundheitspsychologie, die sich vorrangig mit gesundheitsförderlichem und gesundheitsschädlichem Verhalten befasst, sowie die Neuropsychologie, die Zusammenhänge zwischen Hirnfunktionen und Erleben oder Verhalten untersucht. Die Übergänge sind fließend, und viele Institute decken mehrere dieser Bereiche zugleich ab.

Das Fach im Medizinstudium

Für angehende Ärztinnen und Ärzte ist die Medizinische Psychologie eines der ersten Fächer, in denen es nicht um Organe geht, sondern um Menschen. Unterrichtet wird der Stoff im vorklinischen Abschnitt, gemeinsam mit der Medizinischen Soziologie, und er ist Gegenstand der ersten ärztlichen Prüfung.

Vermittelt werden zunächst die Grundlagen: Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Emotion und Motivation, dazu Entwicklung über die Lebensspanne und das Verhalten in Gruppen. Darauf baut der eigentliche medizinische Teil auf: wie Menschen Beschwerden bemerken und deuten, warum der eine früh zum Arzt geht und der andere spät, wie sich eine chronische Erkrankung auf Selbstbild und Alltag auswirkt, was Menschen dabei hilft, mit einer Diagnose zurechtzukommen.

Einen eigenen Platz nimmt das Einüben der ärztlichen Gesprächsführung ein. Gearbeitet wird dabei häufig mit geschulten Schauspielern, die eine Patientenrolle übernehmen, sowie mit Videoaufzeichnungen, die anschließend gemeinsam besprochen werden. Der Gedanke dahinter ist einfach: Das Gespräch ist die häufigste ärztliche Tätigkeit überhaupt, und es lässt sich ebenso lernen wie eine Untersuchungstechnik. Hinzu kommen Grundbegriffe der Forschungsmethodik, weil Ärzte Studienergebnisse lesen und einordnen können müssen.

Modelle und Grundbegriffe des Fachs

Den Rahmen des Fachs bildet das biopsychosoziale Krankheitsmodell, das auf George L. Engel zurückgeht. Es tritt der Vorstellung entgegen, Krankheit lasse sich vollständig als Störung von Organen und Molekülen beschreiben, und stellt ihr eine Betrachtung auf mehreren Ebenen gegenüber: körperliche Vorgänge, seelisches Erleben und soziale Lebensumstände wirken zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Der Verlauf einer Erkrankung hängt danach nicht allein von ihrer biologischen Schwere ab, sondern auch davon, wie ein Mensch sie erlebt und in welchen Verhältnissen er lebt. Die Fachgesellschaft des Gebiets benennt genau diese biopsychosozialen Aspekte von Gesundheit und Krankheit als ihren Gegenstand.

Ein zweiter Grundpfeiler ist das Verständnis von Belastung und Bewältigung. Nach dem transaktionalen Stressmodell, das mit dem Namen Richard Lazarus verbunden ist, entsteht Stress nicht durch das Ereignis selbst, sondern durch dessen Bewertung: Erst die Einschätzung, dass eine Anforderung die eigenen Möglichkeiten übersteigt, macht sie zur Belastung. In einem zweiten Schritt prüft der Betroffene, welche Mittel ihm zur Verfügung stehen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Bewältigungsformen, die in der Fachsprache Coping heißen: das Verändern der Situation selbst, das Verändern des eigenen Umgangs mit ihr, das Suchen von Unterstützung, aber auch Vermeidung und Verleugnung. Keine dieser Formen ist an sich gut oder schlecht; entscheidend ist, ob sie zur Lage passt.

Ergänzend hat der Begriff der Salutogenese Eingang gefunden, der auf Aaron Antonovsky zurückgeht. Er kehrt die übliche Frage um und fragt nicht, was Menschen krank macht, sondern was sie gesund erhält. Im Mittelpunkt steht dabei ein Grundvertrauen, das eigene Leben verstehen, bewältigen und als sinnvoll erleben zu können.

Für das Verständnis von Beschwerden ist die Gate-Control-Theorie des Schmerzes wichtig, die auf Ronald Melzack und Patrick Wall zurückgeht. Nach ihr wird die Schmerzweiterleitung im Rückenmark gleichsam durch ein Tor geregelt, das von absteigenden Bahnen aus dem Gehirn geöffnet und geschlossen werden kann. Damit ließ sich erstmals erklären, weshalb Aufmerksamkeit, Stimmung und Erwartung die Schmerzstärke verändern, ohne dass sich an der Verletzung etwas ändert.

Ein weiterer Gegenstand des Fachs sind Placebo- und Noceboeffekte, also Wirkungen und Nebenwirkungen, die nicht auf den Wirkstoff, sondern auf Erwartung, Vorerfahrung und die Behandlungssituation zurückgehen. Sie sind kein Kunstfehler und keine Einbildung, sondern messbare Begleiterscheinungen jeder Behandlung. Ihre Kenntnis ist der Grund dafür, dass Aufklärungsgespräche darauf achten, Nebenwirkungen zwar vollständig, aber nicht in angsterzeugender Weise darzustellen.

Eng mit Belastung und Bewältigung verbunden ist die soziale Unterstützung, also das, was ein Mensch an praktischer Hilfe, an Rat und an Zuwendung aus seinem Umfeld erfährt. Untersucht wird dabei, auf welchem Weg sie wirkt: teils unmittelbar auf das Befinden, teils als Puffer, der die Folgen einer Belastung abmildert. Umgekehrt gilt Vereinsamung als eigenständige Belastung, die bei chronisch Kranken und bei alten Menschen besondere Aufmerksamkeit verlangt.

Das ärztliche Gespräch

Weil die Arzt-Patienten-Beziehung im Mittelpunkt des Fachs steht, ist das Gespräch selbst ein eigener Untersuchungsgegenstand. Untersucht wird, was Gespräche gelingen lässt und woran sie scheitern: wie früh ein Patient in seiner Schilderung unterbrochen wird, ob offene oder geschlossene Fragen gestellt werden, ob Fachwörter erklärt werden und ob am Ende geprüft wird, was tatsächlich angekommen ist.

Ein wiederkehrendes Thema ist die Beteiligung des Patienten an Entscheidungen. Dem älteren Bild, in dem der Arzt entscheidet und der Patient folgt, steht die gemeinsame Entscheidungsfindung gegenüber: Arzt und Patient tragen die Möglichkeiten zusammen, wägen Nutzen und Nachteile ab und entscheiden gemeinsam. Voraussetzung dafür ist eine verständliche Aufklärung über die Wahlmöglichkeiten, einschließlich der Möglichkeit, zunächst abzuwarten.

Eng damit hängt die Frage zusammen, warum Behandlungsempfehlungen oft nicht eingehalten werden. Die Medizinische Psychologie sieht die Ursachen selten in mangelndem Willen, sondern in Nebenwirkungen, in unverständlichen Anweisungen, in fehlender Überzeugung vom Nutzen und in der Schwierigkeit, dauerhaft an etwas zu denken, das keine spürbare Erleichterung bringt. Daraus folgt ein praktischer Rat an die Behandelnden: nachzufragen statt zu ermahnen.

Ein eigenes Feld ist das Überbringen schwerwiegender Nachrichten. Dafür sind Gesprächsleitfäden entwickelt worden, die den Ablauf ordnen: einen geeigneten Rahmen schaffen, zunächst erfragen, was der Patient bereits weiß und wie viel er wissen möchte, die Nachricht in klaren Worten und ohne Beschönigung mitteilen, Pausen zulassen, auf Gefühlsreaktionen eingehen und erst danach über das weitere Vorgehen sprechen. Auch die Belastung der Behandelnden selbst gehört zum Fach, etwa in Form von Fallbesprechungen und Supervision.

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Die Diagnose und Befunderhebung sind nicht einfach, denn die Diskrepanz zwischen dem subjektiven Krankheitsempfinden des Patienten und einer tatsächlich medizinisch festgestellten Erkrankung kann weit auseinandergehen (Dichotomie). Der Psychologe muss auf dem Weg zur Diagnose die vorliegenden Daten mit den Normen abgleichen, um festzustellen, ob den Beschwerden ein körperlicher Befund entspricht oder ob sie ohne einen solchen bestehen.

Da in diesem Moment sein psychisches, physisches und soziales Empfinden aus dem Gleichgewicht geraten ist, liegt bereits eine Erkrankung im psychologischen Sinn vor, die behandelt werden muss. Die Datenerhebung selbst gestaltet sich dagegen einfach, da der Arzt den Patienten nach seiner vorliegenden Krankheitsgeschichte (Anamnese) befragt, ihn einer physiologischen Untersuchung unterzieht, sein Verhalten beobachtet und moderne technische Hilfsmittel wie die bildgebende Diagnostik zu Rate zieht. Anschließend fasst er identifizierte Symptome zu Syndromen zusammen, die zu einem abschließenden Befund führen. Multiaxiale Klassifikationssysteme ermöglichen eine nach Kriterien orientierte, operationale und kategoriale Diagnostik.

Die Kodierung der Befunde erfolgt nach einem Klassifikationsschlüssel, der die Dokumentation erleichtert. Die ICD (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) deckt in ihren Kapiteln mehrere tausend Krankheiten ab. Für psychische Störungen tritt daneben ein dreiachsiges System, das neben der klinischen Diagnose soziale Funktionseinschränkungen und abnorme psychosoziale Situationen erfasst. Es wird ein praktischer und beschreibender (atheoretisch, deskriptiv) Ansatz verfolgt, mit dem die Einteilung entsprechend der Symptome und nicht hinsichtlich der Ätiologie erfolgt. Seit 2022 gilt mit der ICD-11 eine überarbeitete Fassung, die in Deutschland schrittweise eingeführt wird.

Die 5-achsige DSM-IV-TR-Klassifikation listete als Diagnostisches und Statistisches Manual die psychischen Störungen auf, die eingeteilt wurden nach klinischen Befunden, psychosozialen Problemen, medizinischen Krankheitsfaktoren, Persönlichkeitsstörungen und der globalen Beurteilung des Funktionsniveaus. Seit 2013 gilt mit dem DSM-5 eine Neufassung, die das fünfachsige System aufgegeben hat. Das Fazit aus diesen Klassifikationen lautet dahingehend, dass der objektive Befund durch den Psychologen und das subjektive Befinden des Patienten divergieren können. Nach dieser Einteilung gibt es gesunde Kranke, die sich subjektiv als gesund empfinden, aber objektiv nach einem gesicherten Befund krank sind. Die zweite Gruppe sind kranke Gesunde, die das subjektive Empfinden haben, sich krank zu fühlen, tatsächlich aber gesund sind, da die physiologische und psychologische Untersuchung keinen gesicherten Befund feststellen konnte.

Bei der Therapie spielen die Lebenssituation, die Verhaltenserwartungen und das soziale Umfeld eine große Rolle. Psychiatrische Erkrankungen unterliegen nach wie vor einer Diskriminierung. Psychisch erkrankte Personen werden von ihrem Umfeld oft nicht ernst genommen und bei Fehlzeiten im Beruf als Drückeberger und Faulpelze eingestuft. Ihre Erkrankung wird ihnen als Charakterschwäche und fehlende Disziplin ausgelegt. Diese Einstellung wirkt sich nachhaltig auf die Therapie und das Selbstwertgefühl der Patienten aus.

Quellen

  • Faller, H., Mehnert-Theuerkauf, A. (Hrsg.): Medizinische Psychologie und Soziologie.
    ISBN: 9783662705032
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Falkai, P., Wittchen, H.-U. (Hrsg.): Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen.
    ISBN: 9783801732172
  • Michalak, J., Heidenreich, T., Williams, J. M. G.: Achtsamkeit.
    ISBN: 9783801730406
  • Karnath, H.-O., Goldenberg, G., Ziegler, W. (Hrsg.): Klinische Neuropsychologie - Kognitive Neurologie.
    ISBN: 9783132447073

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