Nadel-Epiliergerät

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 25. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Nadel-Epiliergeräte dienen als Instrumente zur Entfernung von Körperhaaren mitsamt Haarwurzeln. Dabei stellt die Nadelepilation eine sehr alte Methode dar, die sich bis heute als effektivstes Epilationsverfahren erwiesen hat. Dabei ist sie für alle Haartypen geeignet und kann auch an Muttermalen, an den Augenbrauen oder bei Tattoos angewendet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nadel-Epiliergerät?

Für die Nadelepilation gibt es drei Methoden. Zu diesen Methoden zählen die Thermolyse beziehungsweise Hochfrequenzelektrokoagulation, die Elektrolyse und die Blendmethode.

Die Elektroepilation wurde bereits im Jahre 1875 in den USA eingeführt. Sie ist die effektivste Methode zur vollständigen Entfernung von unerwünschtem Körperhaar. Mithilfe der Nadelepilation werden die Haarwurzeln in den Haarkanälen vollständig zerstört. Dabei ist die Beschaffenheit des Haares gleichgültig. Haarfarbe, Hautfarbe und Haarstärke spielen keine Rolle. Auch an kritischen Stellen wie Muttermalen, Augenbrauen oder Tattoos werden gute Ergebnisse erzielt.

Vor allem ist diese Methode im Vergleich zu anderen Verfahren sehr hautschonend. Bei der Behandlung werden die einzelnen Haare nicht gleichzeitig, sondern nacheinander entfernt. Das Epiliergerät zur Nadelepilation arbeitet auf der Grundlage von elektrischem Strom. Bei der eigentlichen Behandlung wird eine sehr feine Sonde (Nadel), die auf die Haarstärke und Follikeltiefe abgestimmt ist, in den Haarkanal des Haarfollikels eingeführt. Durch Anwendung von Gleich- oder Wechselstrom wird die Haarwurzel vollständig zerstört.

Nach der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA gehört die Nadelepilation als einzige Methode zur Kategorie "Dauerhafte Haarentfernung" ("Permanent Hair Removal"). Bei allen anderen Methoden kann keine dauerhafte Haarentfernung erreicht werden. Bei der Lasermethode ist maximal eine dauerhafte Haarreduzierung möglich.

Formen, Arten & Typen

Für die Nadelepilation gibt es drei Methoden. Zu diesen Methoden zählen die Thermolyse beziehungsweise Hochfrequenzelektrokoagulation, die Elektrolyse und die Blendmethode. Bei allen drei Verfahren wird eine sehr dünne Sonde aus Chirurgenstahl eingesetzt, die einen kurzen Stromimpuls in den Haarkanal leitet. Mithilfe dieses Stromstoßes kommt es je nach Methode zu einer Erhitzung, zur Bildung von Natronlauge oder zur Kombination beider Anwendungen. Welches Verfahren angewendet wird, hängt ab von der individuellen Behaarungssituation, der Schmerzempfindlichkeit und der jeweiligen Hautreaktion.

In Deutschland wird die Thermolyse nur noch selten durchgeführt, weil die Nadel hier mindestens zwei Minuten im Follikel verbleiben muss, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Häufiger finden die Elektrolyse und das Blendverfahren Anwendung.

Das Blendverfahren stellt eine Kombination aus Thermolyse und Elektrolyse dar. Bei der Thermolyse wird hochfrequenter Wechselstrom zur Erhitzung des entsprechenden Haarkanals eingesetzt. Nach kurzzeitiger starker Erwärmung findet eine Koagulation der Proteine im Bereich der Haarwurzel statt. Damit ist eine vollständige Zerstörung der Haarwurzel möglich.

Bei der Elektrolyse wird mithilfe von Gleichstrom Natronlauge erzeugt, welche ebenfalls zur Kaogulation von körpereigenen Proteinen im Haarwurzelbereich führt. Die Behandlung eines Haarkanals dauert bei dieser Methode rund eine Sekunde. Die Blendmethode stellt eine Kombination beider Verfahren dar. In diesem Fall werden abwechselnd Wechsel- und Gleichstrom in den zu behandelnden Bereich geleitet, wobei sowohl eine Behandlung mit Hitze als auch mit Natronlauge stattfindet. Durch die erwärmte Natronlauge kann die Elektroepilation noch effektiver wirken. Die Behandlung eines Haarfollikels dauert hier ca. 10 bis 20 Sekunden. Im Gegensatz zu anderen Epilationsverfahren kann die Elektroepilation bei allen Haartypen eingesetzt werden und liefert bessere Ergebnisse.

Aufbau & Funktionsweise

Alle dauerhaften Epilationsverfahren wie die Laser- oder Elektroepilation können nur erfolgreich sein, wenn sich die Haare in der Wachstumsphase befinden. Es gibt drei Phasen des Haarwachstums. Daher ist eine mehrmalige Anwendung des Verfahrens notwendig, um eine vollständige Haarentfernung zu erreichen.

Die drei Phasen des Haarwachstums werden eingeteilt in Anagenphase, Katagenphase und Telogenphase. In der Anagenphase befinden sich ca. 85 bis 90 Prozent aller Körperhaare. Diese Phase dauert zwei bis sechs Jahre und zeichnet sich durch das Anlegen einer neuen Haarwurzel aus. Die Katagenphase ist von Verkümmern der vorhanden Haarwurzel gekennzeichnet und dauert nur zwei bis drei Wochen. Das Haar fällt aus, aber die Anlage bleibt vorhanden. Nur ein Prozent aller Körperhaare befindet sich in dieser Phase. In einer dritten Phase, der Telogenphase, regenerieren sich Haarpapille und Haarfollikel wieder. Es bildet sich neues Haar. Dieser Zyklus dauert dann zwei bis vier Monate.

Nur unter Beachtung dieser Wachstumsphasen kann eine erfolgreiche vollständige Haarepilation durchgeführt werden. Das gilt auch für die Elektroepilation. So ist es beispielsweise in der Katagenphase schwierig, den entsprechenden Haarkanal zu finden. Die Behandlung muss mehrfach durchgeführt werden.


Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Die Körperhaarentfernung findet in vielen Kulturen bereits seit vielen Jahrhunderten statt. Eine spezielle medizinische Bedeutung besitzt sie nicht, obwohl oft behauptet wird, sie aus hygienischen Gründen durchzuführen. Das mag in Einzelfällen zutreffen. Jedoch spielen für die Körperhaarentfernung im Allgemeinen und für die Epilation im Besonderen ästhetische und kulturelle Gründe eine größere Rolle.

Beim Menschen hat das Haar im Gegensatz zum Tier seine biologische Bedeutung verloren. Der Körper ist nur noch teilweise behaart und kann auch ohne Haar gut auskommen. Schon frühzeitig wurde die Körperhaarentfernung aus rituellen Gründen durchgeführt. Sie signalisierte oft die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen wie Militär oder Klerus. Außerdem entwickelte sich die Ganzhaarentfernung teils zu einem Schönheitsideal und übt so psychischen Druck auf Menschen mit starker Behaarung aus. Insgesamt hat die Körperhaarentfernung medizinisch jedoch keine Bedeutung.

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