Nosokomiale Infektion

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Krankheiten Nosokomiale Infektion

Um zu verstehen, was eine nosokomiale Infektion bedeutet, muss sich der Laie zuerst die Wortbedeutung aus dem Altgriechischen vor Augen führen. "Nosos" heißt dabei "Krankheit" und "komein" bedeutet "Pflegen" und das Wort "Nosokomeion" steht für die altgriechischen Räumlichkeiten von Heilstätten. Eine nosokomiale Infektion bedeutet also nichts anderes als eine Krankenhausinfektion.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine nosokomiale Infektion?

Nosokomiale Infektion
Eine nosokomiale Infektion löst die unterschiedlichsten Krankheitsbilder aus. Auf Intensivstationen fällt besonders die sogenannte "Beatmungs-assoziierte Pneumonie" auf, die auf deutschen Intensivstationen mit rund vier Fällen je 1.000 invasiven Beatmungstagen die häufigste Infektion der Intensivmedizin ist.
© auremar – stock.adobe.com

Nosokomiale Infektionen stellen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ein zunehmendes Problem dar und machen einen Großteil aller schwerwiegenden Komplikationen dort aus.

Die Qualität der pflegerischen und medizinischen Versorgung für den Patienten leidet stark unter der Zunahme von nosokomialen Infektionen und die Liegezeit der Patienten verlängert sich im Durchschnitt um bis zu vier Tage, was zu großen finanziellen Einbußen in den Kliniken führt, die nach "Fallpauschalen" abrechnen müssen.

In Deutschland erkranken nach Schätzungen jedes Jahr etwa 400.000 bis 600.000 Menschen an einer nosokomialen Infektion; 10.000 bis 20.000 von ihnen sterben daran. Diese Zahlen sind Hochrechnungen aus Stichprobenerhebungen und gehen je nach Erhebungsmethode weit auseinander, eine bundesweite Vollerfassung gibt es nicht. Ein Teil der beteiligten Erreger ist bereits gegen viele gängige Antibiotika resistent. Dazu gehören multiresistente Staphylococcus aureus-Stämme (MRSA) oder besonders schwer behandelbare E.-coli- und Klebsiella-Stämme.

Häufige Erreger sind daneben Clostridioides difficile, das nach einer Antibiotikabehandlung schwere Durchfälle auslösen kann, sowie Pseudomonas aeruginosa, Enterokokken und ESBL-bildende Darmbakterien. Resistent bedeutet dabei nicht unbehandelbar: Solche Keime sprechen auf die üblichen Antibiotika nicht mehr an, für die meisten stehen jedoch Ausweichpräparate zur Verfügung, die nach einer Erregerbestimmung im Labor ausgewählt werden; bei einzelnen hochresistenten Erregern sind die Behandlungsmöglichkeiten allerdings stark eingeschränkt.

Ursachen

Obwohl in Deutschland das Infektionsschutzgesetz vorsieht, dass Krankenhäuser, Dialyseeinrichtungen, Arztpraxen und Tageskliniken nach den neuesten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen eine nosokomiale Infektion zu verhüten haben, unterliegen diese Einrichtungen der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt; wie engmaschig sie in der Praxis stattfindet, ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Es existieren für diesen Zweck Leitlinien der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut, sowie Empfehlungen für Resistenzen und Therapien, die von Krankenhäusern beachtet werden müssen, um die Verteilung von resistenten Krankheitserregern durch eine nosokomiale Infektion zu verhindern.

Die Verbreitung von Krankenhauskeimen erfolgt in vielen Fällen durch menschlichen Kontakt, weswegen die Händedesinfektion beim Betreten und Verlassen des Raums zwingend ist. Auch die qualifizierte Reinigung und Desinfektion aller Räumlichkeiten ist unbedingt notwendig, besonders im OP-Bereich, um eine nosokomiale Infektion zu vermeiden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Nosokomiale Infektionen können je nach befallenem Körperbereich unterschiedliche Symptome hervorrufen. Zu den häufigsten allgemeinen Symptomen zählen Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Schmerzen und Eiterbildung an Gelenken oder Operationswunden.

Infektionen mit multiresistenten Keimen wie MRSA verursachen ebenfalls Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl; da sie auf herkömmliche Antibiotika nicht ansprechen, bessern sich die Beschwerden unter der zuerst begonnenen Behandlung jedoch oft nicht. Im schlimmsten Fall können diese Erreger in die Blutbahn gelangen und eine lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen.

Patienten, die mit einem Blasenkatheter versorgt werden, erleiden vielfach eine Blasenentzündung, da Infekterreger über den Katheterschlauch in die Blase aufsteigen können. Der Infekt kann sich durch Fieber oder Schmerzen im Rücken äußern. Eine der häufigsten Komplikationen während eines Krankenhausaufenthalts ist eine katheterassoziierte Infektion.

Bakterien oder Pilze wandern von der Haut entlang eines Gefäßkatheters in das Gefäß und lösen dort Entzündungen aus. Nosokomiale Infektionen äußern sich auch durch Husten, Fieber, Schmerzen in der Brust und Atemnot. Dies sind häufig Anzeichen für eine Lungenentzündung. Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Wärme und vor allem Eiterbildung deuten auf eine Wundinfektion nach einer Operation hin.

Diagnose & Verlauf

Eine nosokomiale Infektion löst die unterschiedlichsten Krankheitsbilder aus. Auf Intensivstationen fällt besonders die sogenannte "Beatmungs-assoziierte Pneumonie" auf, die auf deutschen Intensivstationen mit rund vier Fällen je 1.000 invasiven Beatmungstagen die häufigste Infektion der Intensivmedizin ist.

Eine weitere nosokomiale Infektion ist die "Katheter-assoziierte Harnwegsinfektion". Sie gehört zusammen mit den Wundinfektionen nach Operationen und den Infektionen der unteren Atemwege zu den drei häufigsten nosokomialen Infektionen in Deutschland. Eine gefürchtete Komplikation von solchen Harnwegsinfektionen ist eine Generalisierung der Keime von den Harnwegen in den ganzen Körper, was zu einer Sepsis, beziehungsweise einem septischen Schock führen kann.

Eine weitere Möglichkeit, sich eine nosokomiale Infektion zuzuziehen, sind Venenkatheter, die bei vielen Patienten jedoch unabdingbar sind — sei es für eine parenterale Nährstoffzufuhr oder die Gabe von Medikamenten. Sehr häufig anzutreffen sind auch Wundinfektionen, die nach Operationen auftreten, weil Keime in die ungeschützte Stelle eindringen.

Komplikationen

Die Komplikationen und der weitere Verlauf bei dieser Krankheit hängen in der Regel sehr stark von der genauen Infektion ab. Aus diesem Grund kann keine allgemeine Voraussage über den Verlauf gegeben werden. Allerdings kann es bei schweren Infektionen oder bei Blutvergiftungen zum Tode des Betroffenen kommen, insbesondere wenn die Behandlung zu spät einsetzt. Ein erheblicher Teil dieser Infektionen ließe sich durch konsequente Hygienemaßnahmen vermeiden.

Dabei leiden die Betroffenen in vielen Fällen auch an Infekten der Harnwege, sodass es zu brennenden Schmerzen beim Wasserlassen kommt. Auch Infekte und Entzündungen an Wunden treten häufig auf und können dabei die Wundheilung verzögern. Allerdings lassen sich all diese Beschwerden durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung häufig eingrenzen, sodass weitere Komplikationen ausbleiben.

Wird die Infektion früh erkannt und mit einem wirksamen Mittel behandelt, überstehen viele Patienten sie ohne bleibende Folgen. Die Behandlung erfolgt meistens mit Hilfe von Antibiotika, deren Auswahl sich nach dem nachgewiesenen Erreger richtet. Bei multiresistenten Erregern, bei einer Sepsis oder bei einem ohnehin schwer kranken Patienten kann die Infektion jedoch auch tödlich verlaufen oder Spätfolgen an Organen hinterlassen. Weiterhin ist der Patient in aller Regel auf einen längeren Aufenthalt im Krankenhaus angewiesen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine nosokomiale Infektion ist eine gefährliche Infektion, da der Körper des Patienten wahrscheinlich durch die bestehende Erkrankung geschwächt ist, die ihn initial ins Krankenhaus gebracht hat. Weiterhin können die Krankheitserreger je nach Art gegen gängige Wirkstoffe resistent sein, sodass das zuerst gewählte Antibiotikum nicht anschlägt und wertvolle Zeit verstreicht, bis ein wirksames Mittel gefunden ist. Dennoch gehört eine nosokomiale Infektion in die Hände eines Arztes, was aber meistens schon dadurch gegeben ist, dass sich Symptome der Infektion zeigen, während der Patient noch im Krankenhaus ist. Das ist der bestmögliche Fall, denn dadurch wird die Infektion zeitnah erkannt und eine Behandlung kann in die Wege geleitet werden. Außerdem steht der Betroffene unter ständiger ärztlicher Aufsicht und somit kann bei einer Verschlechterung seines Zustandes schnell eingegriffen werden.

Treten hingegen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus Anzeichen einer Infektion auf, sollte sich der Patient umgehend an den Arzt wenden. Insbesondere bei Symptomen unmittelbar nach einer Operation spricht auch nichts dagegen, sich deswegen in die Notaufnahme zu begeben. Es kann sich zwar um eine nosokomiale Infektion handeln, aber auch um eine Infektion der OP-Wunden mit einem Krankheitserreger, der keine Resistenz gegen gängige Wirkstoffe entwickelt hat. In jedem Fall muss der Arzt die Ursache abklären und die Infektion schnell behandeln, da der Körper des Patienten jetzt noch sehr schwach ist.

Die gefürchtete Verlaufsform ist die Sepsis – sie ist ein Notfall, bei dem jede Stunde zählt. Warnzeichen sind hohes Fieber mit Schüttelfrost oder umgekehrt eine auffällig niedrige Körpertemperatur, Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit, ein sehr schneller Puls, beschleunigte Atmung oder Atemnot, kaum noch Urinausscheidung sowie eine fahle, fleckige oder marmorierte Haut. Treten solche Zeichen zu Hause auf – etwa nach der Entlassung oder nach einer Operation –, ist umgehend der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 zu alarmieren. Abzuwarten, ob sich die Beschwerden von selbst bessern, ist hier gefährlich.

Behandlung & Therapie

Um eine nosokomiale Infektion effektiv mit den richtigen Antibiotika behandeln zu können, sind mikrobiologische Untersuchungen unabdingbar. Hierfür werden die geeigneten Proben entnommen, auf Nährmedien aufgebracht und auf die Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika untersucht.

Die nosokomiale Infektion wird nach dem sogenannten "Antibiogramm" behandelt, wobei in dringenden Fällen bereits vor dem Vorliegen des Ergebnisses Antibiotikakombinationen verabreicht werden. Beim Verdacht auf eine Lungenentzündung spült der Arzt die Lunge mit Kochsalzlösung aus und saugt das gewonnene Sekret wieder ab, er gewinnt damit die sogenannte "Bronchiallavage", in der sich im positiven Falle die krankheitsauslösenden Bakterien befinden.

Um Harnwegsinfektionen festzustellen, bedarf es einer Urinprobe, die sofort auf einen Nährboden aufgebracht und bebrütet wird. "Katheter-assoziierte Veneninfektionen" können schnell zu einer Sepsis führen, die mittels einer "Blutkultur" nachweisbar ist.

Besonders gefährlich ist hier eine nosokomiale Infektion mit Candida-Arten oder Staphylococcus aureus, die eine hohe Letalität zur Folge hat. Die typische Wundinfektion nach Operationen lässt sich mit einem Abstrich von der betreffenden Stelle nachweisen, besonders oft siedeln hier Staphylococcus aureus und die multiresistenten Vertreter dieser Art.


Aussicht & Prognose

Die Prognose der Krankenhausinfektion muss nach den individuellen Gegebenheiten bewertet werden. Die Ursache des Infekts sowie die Krankheitserreger müssen geklärt sein, um den weiteren Verlauf einschätzen zu können. Darüber hinaus ist der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen bei der Stellung der Gesamtprognose ebenfalls zu berücksichtigen.

Naturgemäß befinden sich Menschen in einem Krankenhaus, auf Pflegestationen oder unter intensivmedizinischer Betreuung, da sie bereits eine Grunderkrankung erlitten haben und ein geschwächtes Immunsystem aufweisen. Dies erschwert oftmals die Behandlungsmöglichkeiten und verschlechtert den weiteren Verlauf. Bei Risikopatienten können daher bereits zumeist harmlose Keime zu schweren gesundheitlichen Folgen führen. Es ist daher möglich, dass sich bei einer nosokomialen Infektion ein lebensbedrohlicher Zustand entwickelt. Wie viele Menschen in Deutschland jährlich an einer Krankenhausinfektion sterben, lässt sich nur schätzen; die Angaben reichen von 10.000 bis 20.000 Todesfällen pro Jahr. Oftmals ist der Organismus derart geschwächt, dass er sich gegen Infektionen aller Art nicht mehr ausreichend zur Wehr setzen kann.

Die Prognose ist erheblich besser, wenn der Betroffene ein grundsätzlich gesundes und stabiles Immunsystem hat und seine Grunderkrankung als wenig besorgniserregend eingestuft werden kann. Bei einem gesunden Lebenswandel, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichender Schonung kann eine Genesung erreicht werden. Notwendig ist dafür darüber hinaus die Bestimmung des nachgewiesenen Keimes sowie eine ausreichende medikamentöse Therapie.

Vorbeugung

Da es nicht die eine nosokomiale Infektion gibt, wird jedem Krankheitsbild speziell vorgebeugt. Die "Beatmungs-assoziierte Pneumonie" erfordert eine strenge Händehygiene vor jeder Tätigkeit am Beatmungssystem sowie eine halbaufrechte Liegeposition des Patienten im 30°-Winkel.

Da bei Venenkathetern oft eine außenseitige Kolonisation der Katheterspitze die nosokomiale Infektion auslöst, gibt es Katheter, die mit Antibiotika imprägniert sind. Eine nosokomiale Infektion der Harnwege entsteht manchmal gar nicht erst, wenn statt einer Langzeiturinableitung Einmalkatheter verwendet werden. Ziel ist es, nosokomiale Infektionen wie in den Niederlanden so weit wie möglich auch in Deutschland zurückzudrängen und ein besseres Verständnis für Hygiene beim Krankenhauspersonal zu schaffen.

Nachsorge

Bei der nosokomialen Infektion handelt es sich um eine Infektion, die durch so genannte Krankenhauskeime entsteht. Häufig sind diese Erreger gegenüber Antibiotika multiresistent. Die Akuttherapie gestaltet sich schwierig und es können je nach Infektion Langzeitfolgen für den Patienten nicht ausgeschlossen werden. Die Nachsorge der nosokomialen Infektion gestaltet sich daher schwierig.

Einerseits muss abgeklärt werden, ob die akute Erkrankung ausgeheilt werden konnte und mit bestimmten starken Medikamenten die Erreger nachhaltig aus dem Körper des Patienten verschwunden sind. Andererseits müssen Spätfolgen an Organen oder im Stoffwechsel berücksichtigt werden. Auch sind langfristig bestehende Nachwirkungen durch die eingesetzten Medikamente zu behandeln und in der Nachsorge zu versorgen.

Der behandelnde Facharzt wird in regelmäßigen Abständen die Blutparameter und vitalen Funktionen sowie auch die Organfunktion des von der Infektion betroffen gewesenen Organs beziehungsweise der Organe kontrollieren. Bei der nosokomialen Infektion kann es zu Spätfolgen kommen, beispielsweise der Beeinträchtigung der Herz- oder Lungenfunktion. Diese Komplikationen müssen ausgeschlossen werden und bedürfen einer strengen Überwachung im Bereich der Nachsorge.

Auch ist eine gewisse Erholungszeit nach der akuten Behandlung für den Patienten unabdingbar. Hier sollte der Facharzt entsprechend beraten und sich für den Patienten und dessen Fragen genügend Zeit nehmen.

Das können Sie selbst tun

Eine nosokomiale Infektion ist kein Fall für eine Selbstbehandlung und kein Fall für Abwarten: Welches Mittel gegen den Erreger wirkt, lässt sich nur über eine Untersuchung im Labor klären, und die Betroffenen sind durch ihre Grunderkrankung meist ohnehin geschwächt. Was Patienten selbst tun können, betrifft daher vor allem den Umgang mit der verordneten Therapie und mit dem Ansteckungsrisiko.

Das Wichtigste ist, ein verordnetes Antibiotikum genau in der verordneten Dosierung und über die gesamte verordnete Dauer einzunehmen – auch dann, wenn die Beschwerden schon nach wenigen Tagen nachlassen. Ein eigenmächtig abgebrochenes oder unregelmäßig eingenommenes Antibiotikum begünstigt Rückfälle und einen Behandlungsmisserfolg. Ob die Behandlung verkürzt werden kann, entscheidet der Arzt – nicht der Patient in Eigenregie. Nebenwirkungen, insbesondere neu auftretende Durchfälle, gehören dem behandelnden Arzt gemeldet und nicht in Eigenregie mit Mitteln aus der Hausapotheke behandelt.

Bei jedem weiteren Arztkontakt – in einer Praxis, beim Zahnarzt, in der Notaufnahme oder bei einer erneuten Aufnahme ins Krankenhaus – sollten Betroffene von sich aus den zurückliegenden Krankenhausaufenthalt und einen bekannten Erregernachweis wie MRSA nennen. Ein solcher Nachweis steht im Entlassungsbrief oder in einem gesonderten Ausweis, den man zu Terminen mitnehmen sollte. Nur so kann die Praxis die passenden Schutzmaßnahmen treffen und von vornherein ein wirksames Mittel auswählen.

Zu Hause hilft eine konsequente Körperhygiene, den Keim nicht weiterzugeben: gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen, eigene Handtücher und Waschlappen, Wäsche und Bettzeug bei mindestens 60 Grad waschen, Verbände nur mit frisch gewaschenen Händen wechseln. Besonders zu schützen sind Angehörige mit offenen Wunden, mit einem Katheter oder mit geschwächter Abwehr.

Körperliche Schonung, ausreichend Schlaf, genügend Trinken sowie der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten unterstützen die Genesung. Nahrungsergänzungs- oder Naturheilmittel ersetzen die Antibiotikatherapie nicht; wer sie zusätzlich einnehmen möchte, sollte das mit dem behandelnden Arzt absprechen, da manche Präparate die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.

Verschlechtert sich der Zustand, kommt Fieber hinzu, rötet oder nässt eine Wunde erneut oder bessern sich die Beschwerden unter der Behandlung nicht, gehört das umgehend ärztlich abgeklärt – durch den Hausarzt, die behandelnde Klinik oder außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117. Bei den oben genannten Warnzeichen einer Sepsis ist dagegen sofort die 112 zu wählen.

Quellen

  • Kramer, A., Assadian, O., Exner, M., et al. (Hrsg.): Krankenhaus- und Praxishygiene.
    ISBN: 9783437223136
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Hof, H., Schlüter, D. (Hrsg.): Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie.
    ISBN: 9783132443174

Das könnte Sie auch interessieren