Penisatrophie

Letzte Aktualisierung am 29. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Der Penis ist der Inbegriff der Männlichkeit. Auch wenn die meisten Frauen der Größe des besten Stückes des Mannes (im Gegensatz zu seiner Funktionsfähigkeit) nur sekundäre Bedeutung beimessen, projizieren Männer ihren Selbstwert sehr wohl in die Länge und den Umfang ihres Geschlechtsteiles. Penisatrophie kann sehr stark ihre Lebensqualität einschränken, aber – welch gute Nachricht – es gibt Therapiemöglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Penisatrophie?

Unter dem Wort Atrophie wird der krankhafte Gewebeschwund am männlichen Geschlechtsorgan verstanden. Das Wort „atrophia“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Abmagerung“ oder „Auszehrung“. Wenn bei der Penisatrophie der Penis schrumpft, hat das mit der Reduktion des Penisgewebe zu tun - sehr oft mit einer Einschränkung der Penisfunktion einhergehend.

Normalerweise kommt es erst in fortgeschrittenem Alter zu Atrophie: Männer über sechzig sind öfter davon betroffen als jüngere Männer. Das heißt aber nicht, dass nicht auch jüngere Männer eine Veränderung in Größe und Form ihres Penis bemerken können. Oft passt sich der Penis in seiner Form und Größe den äußeren Gegebenheiten an.

Jeder Mann kennt diese Veränderungen aufgrund von Hitze und Kälte oder starker beziehungsweise schwacher Durchblutung, die jedoch alle nichts mit echter Penisatrophie zu tun haben. Auch die Anhäufung oder Verminderung von Körperfett können die Größe des Penis scheinbar verändern, seine eigentliche Größe bleibt aber dennoch immer dieselbe, er ist also nicht von Atrophie betroffen.

Ursachen

Penisatrophie kann in vielen Ursachen begründet sein:

Männer mit Kreislaufproblemen haben oft auch Probleme mit ihren Erektionen, da das Blut, das die Schwellkörper füllen sollte, bezüglich Druck und Menge nicht adäquat vorhanden ist.

  • Niedriger Testosteronspiegel: Männer mit deutlich reduziertem Testosteronspiegel leiden öfter an Penisatrophie als andere Männer. Auch eine Verkleinerung der Hoden kommt im gleichen Atemzug vor. Der Testosteronspiegel sinkt aufgrund von höherem Alter, Chemotherapie, systemischen Erkrankungen oder von Strahlentherapie, besonders wenn sie gegen Prostatakrebs eingesetzt wird.
  • Gewebskrankheiten wie die Peyronie-Krankheit (Schmerzen bei Erektionen, extreme Krümmung des Penis), die das Umgebungsgewebe des Penis beeinflusst, können ebenso oft in einer Verkleinerung, einer extremen Krümmung des Penis oder in einem Verlust der Erektionsfähigkeit resultieren.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome sind äußerlich sofort zu erkennen: Der Penis ist mehr oder weniger stark verkleinert in Relation zu seinem früheren Zustand. Oft ist damit auch die Funktionsfähigkeit (sexuelle Betätigung, Erektion) eingeschränkt. Sehr selten gibt es Einschränkungen oder Beschwerden beim Wasserlassen.

Die Beschwerden sind zwar körperlicher Natur, die Auswirkungen auf die Psyche jedoch sehr viel gravierender und sehr viel einschränkender, was die Lebensqualität des Mannes betrifft. Oft kommt es zur Vereinsamung aufgrund von Scham, auf eine Einstellung sexueller Aktivitäten und einem Verlust des Selbstwertgefühls. Aus diesen Gründen ist es sehr wichtig, so schnell als möglich Hilfe zu suchen.

Bei jeder Penisveränderung sollte ohne falsche Scham der Hausarzt und in späterer Folge ein Urologe zu Rate gezogen werden. Eine Penisatrophie ist kein Grund zum Verzweifeln, es gibt Mittel und Wege, die Beschwerden zu lindern und zu überwinden. Fast immer ist neben der schulmedizinischen Versorgung eine alternativmedizinische Zusatzbehandlung oder eine psychologische Unterstützung sinnvoll.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei einem äußerlich derart schnell sichtbaren Krankheitsverlauf, nämlich dem Schrumpfen des Penis, bedarf es keiner Beschreibung der Diagnosemöglichkeiten. Es geht vielmehr um Ursachenfeststellung als um Diagnose und entsprechend kann eine Behandlung festgelegt werden. Wie weiter unten beschrieben, variieren Therapien stets bezüglich der Ursache.

Komplikationen

In der Regel stellt die Penisatrophie keine besondere gesundheitliche Einschränkung dar, sodass auch die Lebenserwartung des Patienten nicht krankheitsbedingt eingeschränkt wird. Der Betroffene kann damit ein völlig gewöhnliches Leben durchleben. Allerdings kann es durch den verkürzten Penis zu schwerwiegenden psychischen Beschwerden kommen, sodass die Patienten an Depressionen oder an anderen psychischen Beschwerden erkranken.

Nicht selten leiden die Betroffenen dabei an einem verringerten Selbstwertgefühl und weiterhin auch an Minderwertigkeitskomplexen. Vor allem im Kindesalter kann es dabei zu Mobbing und zu Hänseleien kommen, die die Lebensqualität deutlich einschränken. Allerdings führt die Penisatrophie auch im Erwachsenenalter zu starken Beschwerden, sodass ein Geschlechtsverkehr kaum möglich ist. Dies kann zu Spannungen mit dem eigenen Partner führen.

In vielen Fällen kann die Penisatrophie nicht behandelt werden. Ebenso schämen sich die meisten Patienten für diese Krankheit und vermeiden daher den Gang zum Arzt. Eventuell kann die Länge des Penis mit Hilfe von Hormonen erhöht werden. Allerdings kann dabei kein positiver Krankheitsverlauf garantiert werden. Weitere Komplikationen oder andere besondere Beschwerden treten bei der Penisatrophie in der Regel nicht ein.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Veränderungen an den männlichen Geschlechtsorganen sollten grundsätzlich ärztlich untersucht werden. Handlungsbedarf besteht insbesonderem dann, wenn sie über eine längere Zeit anhalten oder an Umfang und Intensität zunehmen. Stellen sich Unregelmäßigkeiten in verschiedenen Formen ein, wird zur Abklärung der Ursache eine umfangreiche Untersuchung benötigt. Beschwerden beim Wasserlassen, Störungen der Erektion oder während des sexuellen Aktes sind mit einem Arzt zu besprechen.

Kann die Erektion auch in Situationen ohne eine andere Person nicht aufrecht erhalten werden, ist eine Kontrolluntersuchung angezeigt. Bei optischen Veränderungen des Gewebes sowie bei Veränderungen der Größe des Penis besteht Anlass zur Besorgnis. Damit sich keine Folgeschäden entwickeln, ist ein Arztbesuch anzuraten. Unwohlsein, ein Krankheitsgefühl sowie allgemeine Unzufriedenheit sind Hinweise einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Es besteht Handlungsbedarf. Kommt es zu einem verminderten Selbstwertgefühl, dem Verlust der Lebensfreude sowie einem sozialen Rückzug, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Depressive Verstimmungen, Teilnahmslosigkeit und eine Gewichtsveränderung weisen auf gesundheitliche Störungen hin. Ein Arzt wird benötigt, damit es zu keiner weiteren Verschlechterung des Wohlbefindens kommt. Partnerschaftsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, allgemeine Funktionsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizite sind Warnhinweise des Organismus. Ihnen sollte nachgegangen werden, damit ein Behandlungsplan erstellt werden kann. Anhaltende Emotionen wie Scham, Angst oder Ekel führen zu weiteren Problemen. Damit keine psychischen Erkrankungen entstehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlung & Therapie

Wie die Penisatrophie behandelt wird, hängt von der Ursache ab, die sofort abgeklärt werden muss. Es sei allen Männern, die einen Verlust an Penisgewebe beobachten, angeraten, sich mit einem Experten in Verbindung zu setzen. Um den Blutfluss wieder anzuregen, muss eine Veränderung des Lebensstiles erfolgen wie etwa Gewichtsverlust oder gesunde Ernährung.

Medikamente gegen Gefäßerkrankungen können helfen, durch vermehrte Durchblutung das bereits verlorene Gewebe wieder aufzubauen. Männer mit niedrigem Testosteronspiegel können sich einer Hormontherapie unterziehen, wobei hier die Nebeneffekte nicht zu unterschätzen sind.

Was das Umgebungsgewebe betrifft, gibt es auch hier viele Behandlungsmöglichkeiten: Oft sind die Gabe von Vitamin E, der Einsatz von Implantaten oder die Wiederherstellung mittels plastischer Chirurgie eine große Unterstützung.

Der Penis kann von außen zusätzlich unterstützt und aufgebaut werden durch nährstoffreiche Peniscremes und Öle, die durch eine Vitaminformel das Penisgewebe dazu anregen, neue Zellen zu bilden. Diese Formel setzt sich zusammen aus den Vitaminen A, C, E, D und B sowie Aminosäuren, Antioxidantien und Feuchtigkeitsspendern.

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Vorbeugung

Ob der Penisatrophie wirklich vorgebeugt werden kann, ist unwahrscheinlich. Alterungsprozesse bedingen nun einmal Gewebsverschlechterung und Gewebsverlust. Doch auch ältere Männer müssen sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden, da neben Lebensstilveränderung sowohl Medikamente als auch die Chirurgie einen Beitrag leisten können.

Für jüngere Männer, die aufgrund von Krebs (Strahlen- und Chemotherapie) an Penisatrophie leiden, ist das Altersargument ein schwacher Trost, jedoch auch für sie gibt es Möglichkeiten der Hilfe. Effiziente Vorbeugung durch Krebsvorsorge ist in Bezug auf Verhinderung von Penisatrophie wahrscheinlich der einzig sinnvolle, gangbare Weg.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Penisatrophie ist häufig das Selbstbewusstsein des Betroffenen vermindert. Wichtig ist, private wie berufliche Erfolgserlebnisse aufzubauen und sich auf positive Elemente des Lebens zu konzentrieren. In Partnerschaften ist es hilfreich, wenn beide Partner offen und ehrlich miteinander über ihre Wahrnehmungen, Ängste und Gefühle sprechen. Andernfalls treten Komplikationen, Streitigkeiten oder Unstimmigkeiten auf, die zu einer Verschlechterung der allgemeinen Situation beitragen. Gemeinsam sollten hingegen Lösungen erarbeitet werden, so dass die Bedürfnisse aller Beteiligten bestmöglich gestillt werden können.

Betroffene einer Penisatrophie sollten sich bei sexuellen Funktionsstörungen mit alternativen sexuellen Praktiken beschäftigen. Die sexuelle Befriedigung kann auf verschiedenen Wegen außerhalb des gängigen Geschlechtsverkehrs eintreten. Daher kann eine Weiterentwicklung des bisher bekannten sexuellen Erlebens eine Verbesserung der Befindlichkeit für den Betroffenen wie auch den Partner bewirken. Zudem sollte der Patient vorhandene innere Stressoren abbauen. Durch die Nutzung von Entspannungsverfahren oder Wellnessprogrammen kann eine innere Balance und Harmonie hergestellt werden, die im Alltag als hilfreich wahrgenommen wird.

Der eigene Selbstwert sollte grundsätzlich nicht an der Geschlechtsfähigkeit oder an äußeren körperlichen Merkmalen gemessen werden. Fällt es dem Betroffenen schwer, dies eigenständig anzunehmen und zu fühlen, ist die Nutzung des psychotherapeutischen Angebots anzuraten. Kognitive Veränderungen und Bewusstwerdungsprozesse helfen, um mit der Penisatrophie ein erfülltes Leben zu genießen.

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004


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