Pityriasis circinata

Pityriasis circinata ist eine seltene Hauterkrankung, die aufgrund der sichtbaren Veränderungen jedoch häufig beim Patienten für Panik sorgt. Ihre Symptome ähneln anderen Krankheiten, so dass ein Arztbesuch unabdingbar ist, um Klarheit zu verschaffen, was die Ursache ist. Pityriasis circinata ist in Amerika, Afrika und Australien beschrieben worden, kommt aber auch sehr selten in Europa vor. Nur wenig ist über diese Krankheit wirklich bekannt, und die medizinische Literatur erwähnt sie nur wenig. Einige Mediziner sind der Auffassung, es handele sich nur um Symptome einer anderen, ernsteren Krankheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pityriasis circinata?

Pityriasis circinata, in der Literatur auch unter dem Namen Pityriasis rotunda bekannt, ist eine typische Hautveränderung, deren Ursache noch nicht vollständig verstanden wird. Sie kann demzufolge viral oder bakteriell hervorgerufen werden. Sie wird allgemein als allergische Reaktion verstanden, aber einige Forscher vertreten den Ansatz, dass auch ernst, organische Ursachen existieren.

Eine klinische Studie konnte zwei Typen von Pityriasis circinata klassifizieren. Typus I tritt vor allem bei afrikanischen und schwarz-amerikanischen Männern im Alter von 60 Jahren auf. Die Hautveränderungen sind dabei mit weiteren organischen Krankheiten verbunden. Typus II tritt im Gegensatz dazu bei jungen Männern unter 40 auf. Hier konnten die Mediziner bislang keine Hinweise auf parallele Erkrankungen finden. Jedoch zeigte sich eine Häufung von Pityriasis circinata unter Verwandten.

Ursachen

Die Ursachen sind bislang unbekannt. In Frage kommen virale, bakterielle oder genetische Ursachen. Studien belegen eine Verbindung des Typs I zu Leberkrebs und Magenkrebs. Auch Herzbeschwerden und anderes Organversagen wird als Ursache in der medizinischen Literatur diskutiert. Dies kann ein Hinweis auf einen gestörten Metabolismus sein, bei dem durch Organversagen bestimmte Proteine nicht mehr richtig im Blutkreislauf verteilt werden.

Dadurch wird die Haut angreifbar gegenüber der Außenwelt. Typ II ist jedoch mit keinen Krankheiten assoziiert. Die Häufung in Familien könnte ein Hinweis auf eine genetische Ursache sein. Einige Forscher vertreten auch die Meinung, Pityriasis circinata ließe sich auf eine mangelhafte oder falsche Ernährung zurückführen.

Zwar haben viele Studien gezeigt, dass Pityriasis circinata mit anderen Erkrankungen einhergeht, aber eine genaue Verbindung ist bislang noch nicht hinreichend belegt. Die meisten Mediziner schließen jedoch eine ansteckende Krankheit aus. Ein Virus konnte bislang nicht isoliert werden. Auch ist eine sexuelle Übertragung nicht nachgewiesen, wie dies bei der ähnlich verlaufenden Syphilis der Fall ist.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Pityriasis circinata umfasst verschiedene Symptome. Es kommt zu Hautveränderungen, die sich in Ausschlägen zeigen. Diese sind vor allem an den Beinen, Rumpf und Armen zu finden. Der Ausschlag ist oft kreisrund und hebt sich von der umgebenden Haut ab.

Die Oberfläche ist schuppig und die darunter liegende Haut verdunkelt sich, so dass die runden Hautveränderungen sehr leicht sichtbar sind. Die Stellen jucken und sind leicht entzündlich. Die Symptome können im Laufe der Zeit auch an anderen Körperteilen auftreten. Patienten berichten, dass sie während der Krankheit auch ein generelles Unwohlsein verspürten.

Die medizinische Literatur erwähnt insbesondere Kopfschmerzen und Migräne, aber auch einen rauen Hals und folgenden Halsschmerzen. Bei Ausbildung der Hautveränderungen ließ sich auch Fieber nachweisen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Arzt kann eine Diagnose Pityriasis circinata leicht anhand der sichtbaren Hautveränderungen stellen. Um ein Verwechseln mit anderen Krankheiten zu vermeiden, wird er Bluttests durchführen. Syphilispatienten besitzen ähnliche Symptome, so dass er mithilfe dieser Tests diese Krankheit ausschließen kann.

In einem fortgeschritteneren Stadium wird auch eine Biopsie des Hautgewebes im Labor durchgeführt. Da einige Mediziner Pityriasis circinata mit inneren Organkrankheiten verbinden, wird der Arzt zur Sicherheit auch eine Überweisung des Patienten an einen Internisten veranlassen, der Klarheit darüber verschaffen kann, ob eventuell Magen- oder Leberkrebs vorliegt. Auch Herzuntersuchungen werden durchgeführt.

Komplikationen

Bei der Pityriasis circinata leiden die Betroffenen an einer Reihe verschiedener Hautbeschwerden. In erster Linie kommt es dabei zu Ausschlägen auf der Haut und im Allgemeinen zu Veränderungen auf der Haut. Diese wirken sich sehr negativ auf die Ästhetik des Betroffenen aus und können diese deutlich verringern. Es kommt dabei zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl.

Vor allem bei Kindern kann es aufgrund der Pityriasis circinata zu starken Hänseleien oder auch zu Mobbing kommen, sodass diese an psychischen Beschwerden oder an Depressionen erkranken. Auch ein allgemeines Unwohlsein tritt durch die Krankheit auf. Die Patienten leiden dabei an Fieber und an starken Halsschmerzen.

Auch Schmerzen im Kopf oder ein dauerhaftes Jucken der Haut können dabei auftreten und wirkt sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus. Darüber hinaus kann die Pityriasis circinata allerdings auf Beschwerden der inneren Organe hindeuten, sodass auch diese untersucht werden müssen.

Die Behandlung dieser Krankheit erfolgt mit Hilfe von Medikamenten. Dabei kommt es nicht zu Komplikationen. Allerdings sind die Betroffenen auf eine langwierige Behandlung angewiesen, um alle Beschwerden der Krankheit vollständig zu behandeln.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einer Veränderung oder Auffälligkeit des Hautbildes sollte ein Arzt zur Begutachtung der Beschwerden aufgesucht werden. Entwickeln sich Ausschläge, Geschwüre, Juckreiz oder offene Wunden, wird eine Abklärung der Ursache benötigt, damit ein Behandlungsplan zur Linderung der Symptome erstellt werden kann. Charakteristisch für die Pityriasis circinata sind kreisrunde Ausschläge. Diese befinden sich im Normalfall an den Armen, Beinen oder am Rumpf. Eine schuppige Haut, Verfärbungen oder ein allgemeines Unwohlsein sollten untersucht und behandelt werden.

Breiten sich die Auffälligkeiten aus oder nehmen sie an Intensität zu, ist ein Arztbesuch notwendig. Kommt es darüber hinaus zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Halsweh oder einem Engegefühl im Rachen, wird ebenfalls ein Arzt benötigt. Eine erhöhte Körpertemperatur, Beeinträchtigungen der Lautgebung oder Konzentrations- sowie Aufmerksamkeitsdefizite sind mit einem Arzt zu besprechen. Wird aufgrund der Beschwerden die Nahrungsaufnahme verweigert oder zeigt sich eine ungewollte Gewichtsabnahme, benötigt der Betroffene eine medizinische Versorgung.

Bei einer Migräne oder der Entwicklung von psychischen Problemen ist ein Arzt zu konsultieren. Ein Rückzugsverhalten, vermindertes Selbstwertgefühl, eine Abnahme des Wohlbefindens sowie eine Teilnahmslosigkeit im Alltag weisen auf gesundheitliche Probleme hin. Zeigen sich vermehrt zwischenmenschliche Unregelmäßigkeiten, Konflikte oder leidet der Betroffene unter den Hautveränderungen, ist ein Arzt aufzusuchen.

Behandlung & Therapie

Da die Ursache der Krankheit noch nicht bekannt ist, existiert auch keine Behandlungsform. Mediziner versuchen deswegen, die Hautstellen direkt zu behandeln. Nach einer erfolgreichen Diagnose des Pityriasis circinata folgen Untersuchungen auf Leber- und Magenkrebs oder andere Erkrankungen im Körper. Die Haut selber kann vom Arzt den Symptomen nach behandelt werden.

Der Arzt wird vor allem entzündungshemmende Mittel anwenden und auch den Juckreiz stillen. Bislang werden vor allem Mittel eingesetzt, die auch bei ähnlich gelagerten Symptomen positive Resultate gezeigt haben. Dazu gehört Salicylsäure und Mittel auf Milchsäurebasis. Laugen, wie sie auch Seifenwasser darstellen, werden von vielen Patienten als unangenehm empfunden und reizen die erkrankte Haut.

Der Arzt kann alternative Reinigungspräparate verschreiben. Bei größeren Hautveränderungen werden Antihistamine verschrieben, die ebenfalls positive Wirkungen gezeigt haben. Eine vollständige Behandlung ist derzeit nicht möglich. Auch nach Abebben der Hauterscheinungen können diese in seltenen Fällen nach einiger Zeit wieder auftreten. Die Hautveränderungen bilden sich nach drei bis zwölf Wochen wieder zurück.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Es ist schwierig, eine Vorbeugung zu empfehlen, wenn die Ursachen von Pityriasis circinata noch unbekannt sind. Generell beugt eine gesunde Lebensweise und Ernährung vielen Krankheiten vor. Regelmäßiger Sport und tägliche, sanfte Reinigung der Haut. Pityriasis circinata ist nach derzeitigem Erkenntnisstand eher Symptom für ernste, innere Organerkrankungen, vor allem bei Männern über 60 Jahre. Ein gesunder Körper beugt hier besonders vor. Junge Männer, die Pityriasis circinata in ihrem Verwandtenkreis haben, müssen ihre Haut regelmäßig kontrollieren und beim Atzt Bluttests machen.

Das können Sie selbst tun

In der Regel kann die Pityriasis circinata nicht durch Maßnahmen der Selbsthilfe behandelt werden, sodass der Betroffene immer auf eine ärztliche Behandlung angewiesen ist, um die Symptome und Beschwerden dieser Krankheit einzuschränken.

Die Krankheit ist leider nicht weitgehend erforscht, sodass die Behandlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind. Die Pityriasis circinata erfordert jedoch regelmäßige Kontrollen und Blutuntersuchungen, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Auch die Einnahme von Antihistaminika kann die Beschwerden lindern und sollte regelmäßig durchgeführt werden. Ebenso sollten bei Pityriasis circinata regelmäßige Krebsuntersuchungen durchgeführt werden, um Krebs in der Leber oder im Magen schon frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. Ob es durch die Krankheit zu einer verringerten Lebenserwartung kommt, kann nicht im Allgemeinen vorhergesagt werden. In den meisten Fällen verschwinden die Hautbeschwerden jedoch wieder nach einigen Wochen.

Sollte es durch die Pityriasis circinata zu psychischen Verstimmungen oder zu Depressionen kommen, so helfen häufig Gespräche mit Freunden und der Familie, wobei sich auch der Kontakt zu anderen Betroffenen der Erkrankung als sehr sinnvoll erweisen kann. Dabei kommt es häufig zu einem Austausch an Informationen.

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 29. September 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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