Schwarzkümmel

Der so genannte Echte Schwarzkümmel (lat. Nigella sativa) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und hat entgegen seiner Bezeichnung weder etwas mit dem bekannten Gewürz Kümmel noch mit dem Kreuzkümmel zu tun. Bekannt ist der Schwarzkümmel vor allem im islamischen Kulturkreis, da seine gesundheitsfördernden Eigenschaften bereits im Koran Erwähnung finden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Schwarzkümmel

Die Herkunftsgebiete der Pflanze sind der Irak, die Türkei und Westasien.

Botanisch handelt es sich beim Schwarzkümmel um eine einjährige Pflanze mit einer Höhe von etwa 15 bis 50 cm. Die Pflanze ist leicht behaart und hat einen Stängel, der im oberen Bereich eine charakteristische Streifung aufweist. Die Blätter sind gefiedert und besitzen spitze Enden.

Rund um den Blütenstempel finden sich einreihige Blütenblätter. Diese sind oval und kurzlebig. Die Pflanze besitzt zehn Honigblätter und zahlreiche Staubblätter. Die Früchte sind geschlossen und aufgebläht, die Samen dreikantig und runzlig. Die Herkunftsgebiete der Pflanze sind der Irak, die Türkei und Westasien. Vorkommen finden sich jedoch auch in Indien, Afrika und Europa.

Wirkung & Anwendung

Die Produkte aus Schwarzkümmel sind vielfältig, ebenso ihre Anwendung und Wirkung. Seit Jahrtausenden ist der Schwarzkümmel als Gewürz und als Heilmittel im Einsatz. Geschmacklich erinnert er an den herkömmlichen Kümmel. Die schwarzen Samen, die an angebrannten Sesam erinnern, findet man oft auf Fladenbrot. Die Samen sind pur erhältlich oder gemahlen. Auch das ausgepresste Öl gehört zu den üblichen Darreichungsformen.

Durch den ausgezeichneten nussigen Geschmack des Schwarzkümmels eignet sich dieser hervorragend zur Verfeinerung vieler Salate und Speisen und kann auch einfach auf Brot geträufelt als Alternative zu Streichfetten genossen werden. Für die Zubereitung veganer Speisen wird Schwarzkümmelpulver auch als Ei-Ersatz verwendet. Auch im kosmetischen Bereich sind Produkte auf der Basis von Schwarzkümmelöl erhältlich, etwa für die Haut und die Haare als Cremes und Spülungen oder als Badezusätze.

Die für die Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe sind ätherische Substanzen, die ausgleichend und stabilisierend auf den Körper wirken. Ferner enthält die ausgepresste Masse des Schwarzkümmels 21 Prozent hochwertiges Eiweiß (Aminosäuren) und einen Fettanteil von 35 Prozent. Diese Fette bestehen zu einem überwiegenden Teil (60 %) aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die für das Immunsystem unabdingbar sind.

Zudem sind Phytosterole und Vitamine enthalten. Die Linolen- und Gamma-Linolsäuren tragen zur Synthese der immunregulierenden Stoffe wie zum Beispiel dem Prostaglandin bei. Sie stabilisieren die Zellmembranen. Das Prostaglandin ist eine hormonähnliche Substanz, die eine entzündungshemmende Wirkung besitzt. Immunreaktionen, die die Auslöser chronischer Erkrankungen sein können, können so unterbunden werden. Auch die Bildung gesunder Zellen wird durch das Schwarzkümmelöl gefördert.

Im Koran wird dem Schwarzkümmel nachgesagt, ein Allheilmittel zu sein, das nur gegen den Tod nicht helfe, sonst aber gegen alles. Seit einigen Jahrzehnten beschäftigt auch die Wissenschaft mit dieser interessanten Wirkung des Schwarzkümmels auf die Gesundheit. Die dem Schwarzkümmel nachgesagten Wirkungen konnten teilweise belegt, aber nicht vollständig erklärt werden. Wirksam soll der Schwarzkümmel gegen Schmerzen sein, er soll durch seine antibakterielle Wirkung Entzündungen hemmen können, Pilze und Viren bekämpfen, vor Oxidation und Strahlung schützen, Krämpfe lösen, Interferon induzieren sowie Leber und Nieren schützen.

Auch gegen Diabetes und Bluthochdruck kann er eingesetzt werden. Ein weiterer Einsatzbereich soll die Drogenentwöhnung sein und die Bekämpfung von Krankheiten, die durch den Virus Helicobacter pylori entstehen. Vorbeugend soll der Schwarzkümmel gegen epileptische Anfälle helfen. Und sogar eine Wirkung gegen Krebs schreibt man ihm zu, da er einen Tumor-Nekrose-Faktor hemmen können soll.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Es konnte in Studien gezeigt werden, dass die Ausbreitung von Krebszellen eingeschränkt werden kann, wenn der Patient regelmäßig Schwarzkümmel zu sich nimmt. Mediziner des Cancer Immuno-Biology Lab in South Carolina (USA) konnten nachweisen, dass der Schwarzkümmel eine anregende Wirkung auf die neutrophilen Granulozyten hat.

Es handelt sich dabei um weiße Blutkörperchen, die im Körper für die Bekämpfung eventuell auftretender Krebszellen zuständig sind. Der Schwarzkümmel stimuliert die Bildung von Knochenmark und unterstützt das Immunsystem. Durch die Steigerung der Interferon-Spiegel werden die Zellen vor schädlichen Einflüssen geschützt.

Empfohlen wird eine Dosis von 3 x täglich 1 Teelöffel Schwarzkümmelöl. Eine Verbesserung des allgemeinen Befindens soll nach wenigen Tagen spürbar sein. Auch äußerlich kann das Öl gegen Hauterkrankungen wie Akne oder Schuppenflechte helfen. Ferner zeigt sich eine heilsame Wirkung bei Schlaflosigkeit und sogar Kinder mit Hyperaktivität können von Schwarzkümmel profitieren.

In der Tiermedizin kommt der Schwarzkümmel bei Groß- und Kleintieren zum Einsatz. Katzen vertragen das Öl hingegen nicht unbedingt bei innerlicher Anwendung. Hundeliebhaber, die ihre Hunde nicht mit chemischen Mitteln gegen Parasiten behandeln wollen, schwören hingegen auf die Wirkung des Schwarzkümmels. Bekannt ist das Schwarzkümmelöl besonders für seine Wirkung gegen Zecken, die sich durch wenige Tropfen im Fell entfalten soll. Einige Tropfen des Öls als Futterzusatz sollen bewirken, dass die Haut des Hundes für Parasiten nicht mehr gut riecht und sie in der Folge den Hund meiden.

Aber auch bei Allergien gegen Futterbestandteile oder Umwelteinflüsse ist das Öl im Einsatz. Die Prostaglandine, die das Schwarzkümmelöl im Körper bilden hilft, können zur Senkung der allergischen Reaktionen führen. Äußerlich angewendet, soll das Öl auch bei kleineren Verletzungen helfen können. Pferdefreunde benutzen das Öl unter anderem auch für die Zahnpflege ihrer Tiere.

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Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 26. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

qadir kommentierte am 25.03.2016

Kann man Schwarzkümmelöl bei Epilepsie einnehmen?