Akne
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Krankheiten Akne
Eine der häufigsten Hauterkrankungen ist die Akne. Besonders in der Pubertät tritt diese Form von starker Pickelbildung auf und verschwindet meist wieder von allein ab dem 20. Lebensjahr.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist Akne?
Jeder Jugendliche entwickelt im Laufe der Pubertät Pickel, Mitesser und ein unreines Hautbild. Die Akne ist die verschärfte Form dieser natürlichen Bildung. Es handelt sich dabei primär um eine Erkrankung des Talgdrüsenfollikels, die im weiteren Verlauf zur Entzündung führt.
Zunächst bringt dieser nicht entzündliche Komedonen hervor, die lediglich aus ästhetischen Gründen störend sind. Mit der Zeit entwickeln sich allerdings entzündliche Effloreszenzen, beispielsweise Pusteln oder Knoten. Besonders häufig tritt die Akne im jugendlichen Alter auf, gelegentlich auch schon beim Neugeborenen und selten beim erwachsenen Menschen. Bei den ganz jungen Patienten unterscheidet der Mediziner die Acne neonatorum in den ersten drei Lebensmonaten von der Acne infantum, die zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat auftritt.
Typische Anzeichen für eine ausgeprägte Akne sind Pickel, Pusteln, Mitesser, entzündete Talgdrüsen und zum Teil auch eitrige Bläschen.
Ursachen
Die natürlich bedingte Akne entsteht dadurch, dass der Talgdrüsenfollikel zu viel Talg produziert. Daraus entwickelt sich zunächst ein Komedo. Psychische Faktoren wie Stresssituationen, aber auch körperlicher Stress zum Beispiel durch Rauchen können die Entstehung von Akne stark begünstigen. Sobald sich die ersten Komedonen gebildet haben, kommt das Bakterium Propionibacterium acnes ins Spiel. Es begünstigt die Entzündung der Mitesser und führt auf diese Weise zum typischen Erscheinungsbild der Erkrankung. Dieses Bakterium wurde im Jahr 2016 in Cutibacterium acnes umbenannt; in der heutigen Fachliteratur findet sich überwiegend der neue Name.
Entstehen kann eine Akne aber auch durch äußere Einflüsse. Diese Formen treten häufiger im Erwachsenen- und Neugeborenenalter auf, da sich bei Jugendlichen schneller eine natürlich bedingte Akne einstellt und äußere Einflüsse diese nur zusätzlich begünstigen. Durch übermäßige UV-Einstrahlung reagieren die Lipide, die beispielsweise in Sonnencreme enthalten sind, mit freien Radikalen der Haut und können zu einem akneiformen Hautbild führen. Diese als Mallorca-Akne oder Acne aestivalis bezeichnete Reaktion ist allerdings keine echte Akne, sondern eine Sonderform der Lichtdermatose; Mitesser fehlen dabei. Auch andere Kosmetika können zur Entstehung führen, wenn sie der Haut nicht genug Raum zum Atmen lassen.
In anderen Fällen sind chemische Stoffe an der Entstehung schuld. Medikamente, die Lithium oder Kortikosteroide enthalten, aber auch der direkte Kontakt mit Chlor oder Teer können eine Reaktion der Haut provozieren.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Welche Symptome sich einstellen, hängt von der Form der Akne ab, unter der ein Patient leidet. Bei der Acne comedonica, die vor allem bei Frauen zu beobachten ist, bilden sich offene und geschlossene Mitesser; die offenen werden als kleine schwarze Punkte sichtbar, die geschlossenen als weißliche Knötchen. Die Mitesser treten besonders häufig auf der Nase und am Kinn auf und gehen oftmals mit fettigem Hautglanz einher.
Es kommt bei dieser Form der Akne aber selten zu Entzündungen. Für die Acne papulo-pustulosa sind dagegen entzündete, mit Eiter gefüllte Pickel und rötliche Papeln typisch. Manchmal bilden sich auch kleine Knoten, die schmerzhaft werden können. Die Pickel und Pusteln befallen vorwiegend die Stirn, das Kinn und die Wangen.
Außerdem breiten sie sich oftmals auf dem Hals, der Brust und dem Rücken aus. Entzündete, mit Eiter gefüllte Pickel können nach dem Abheilen Narben hinterlassen. Dieses Risiko ist besonders groß, wenn die Patienten die Eiterpickel ausdrücken, was außerdem meist die Entzündung verschlimmert oder auf andere Hautstellen überträgt.
In seltenen Fällen kommt es zur Acne conglobata, von der Männer öfter betroffen sind als Frauen. Bei dieser Form der Hauterkrankung leiden die Patienten unter hochentzündlichen Knoten, die bis zu zwei Zentimeter groß werden können und sich oftmals zu tiefen Abszessen entwickeln.
Verlauf
Die pubertäre Akne entsteht bei Mädchen meist mit Beginn des 12. bis 13. Lebensjahres, bei Jungen tritt die Akne meist ein bis zwei Jahre später auf, hält dann aber auch dementsprechend länger an.
Erste Anzeichen sind typischerweise Mitesser, zu denen im weiteren Verlauf eitrige Pickel hinzukommen. Aber auch eine allgemein fettige Haut, sowie fettigere Haare deuten auf eine Akne-Erkrankung hin.
In der Regel muss eine pubertäre Akne nicht vom Arzt behandelt werden, sondern kann durch Sauberkeit und Gesichtshygiene günstig beeinflusst werden. Lange Zeit galt dabei häufiges und gründliches Waschen als wichtigste Maßnahme. Heute wird stattdessen eine milde, nicht austrocknende Reinigung ein- bis zweimal täglich empfohlen, da zu häufiges Waschen die Haut reizt und die Talgproduktion sogar anregen kann.
Manchmal kommt es jedoch auch zu schweren Formen der Akne, wobei nicht nur das Gesicht, sondern auch Rücken, Brust und Gesäß stark von Pickeln und Mitessern befallen sein können. Hierbei ist es günstig, diese extreme Form der Akne von einem Hautarzt behandeln zu lassen, um Narben weitestgehend vorzubeugen.
Komplikationen
Akne tritt vor allem bei Jugendlichen auf, die sich gerade im Alter der Pubertät befinden. In diesem Alter kann die Akne relativ stark ausgebreitet sein. Diese Krankheit muss nicht unbedingt behandelt werden, da sie keine gesundheitsschädliche Situation darstellt. Sollte sich der Patient damit allerdings unwohl fühlen, so kann die Akne auch mit Medikamenten behandelt werden.
In den meisten Fällen verschwindet die Akne auch von alleine. Hier kann die Zeitspanne der Heilung allerdings relativ groß sein. In anderen Fällen kann sich die Akne auch verschlechtern und dabei starke Narben auf der Haut hinterlassen. Wenn die Akne durch einen Arzt behandelt wird, so erfolgt die Behandlung meistens mit Medikamenten oder mit einer Creme beziehungsweise einer Salbe.
Bei Medikamenten gibt es einige Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder eine allgemeine trockene Haut. Wer Salben und Cremes gegen die Akne nutzt, wird auch oft an einer trockenen und rissigen Haut leiden, da diese der Haut das Fett entziehen. Bei einer sehr stark ausgeprägten Akne kann die Krankheit auch zu psychischen Problemen führen.
Dazu zählt ein allgemeines Unwohlsein oder Depressionen, die aufgrund von schlechter und unreiner Haut entstehen. Diese können durch Vorfälle auf der Arbeit oder in der Schule weiter verstärkt werden. In den meisten Fällen findet die Akne einen positiven Krankheitsverlauf.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Eine Akne-Erkrankung in der Pubertät ist normal. Diese weitverbreitete Hauterkrankung kann jedoch verschiedene Formen annehmen und mehrere Stadien durchlaufen. Bereits Neugeborene und Kleinkinder können von bestimmten Akne-Formen betroffen sein.
Bei leichter verlaufenden Akne-Formen sind Besuche beim Dermatologen nicht unbedingt notwendig. Diese sollten jedoch erfolgen, wenn die Betroffenen unter der Akne-Erkrankung leiden. Bei manchen Menschen bleibt die Akne bis ins Erwachsenenalter bestehen. Auch das stellt einen Grund dar, zum Dermatologen zu gehen.
Beim Hautarzt wird zunächst festgestellt, wie ausgeprägt die Haut betroffen ist und um welche Form der Akne es sich handelt. Ohne diese Feststellung kann die Behandlung nicht greifen. Eine Akne kann berufsbedingt auftreten oder durch Medikamente ausgelöst werden. Eine Akne inversa, eine Chlorakne oder eine alkoholbedingte Akne muss anders behandelt werden als eine gewöhnliche Pubertäts-Akne. Zudem können bei Akne hormonelle Ursachen vorliegen, die ebenfalls behandlungsbedürftig sein können. Dafür sind Gynäkologen oder Andrologen zuständig.
Die physiologische Akne, die gehäuft bei pubertierenden Jugendlichen auftritt, kann mit handelsüblichen Cremes, Lotionen und Reinigungsfluids selbst behandelt werden. Kommt es jedoch zu ausgeprägten Verlaufsformen mit eitrigen Entzündungen und Furunkelbildung, ist ein Arztbesuch ratsam. Dies ist schon vor dem Hintergrund einer möglichen Narbenbildung sinnvoll. Jede Form der Akne verlangt nach anderen Behandlungsstrategien.
Behandlung & Therapie
Alle Fälle der Akne, die über die leichte Form hinausgehen, müssen vom Dermatologen (Hautarzt) behandelt werden. Die medikamentöse Behandlung setzt sich zum Ziel, die Bildung neuer Mitesser zu verhindern, die Entzündung zu heilen und den Verhornungsvorgang im Talgdrüsenfollikel positiv zu beeinflussen.
Zunächst wird eine Creme verschrieben, die mit Alpha-Hydroxy-Säuren versetzt ist. Diese wirken komedolytisch und lösen die ersten Mitesser auf. Sie wirken sich außerdem auch gegen deren Neubildung aus. In der Regel muss mindestens drei Monate mit der Creme behandelt werden. Als Mittel der ersten Wahl gelten heute allerdings äußerlich anzuwendende Retinoide wie Adapalen sowie Benzoylperoxid, die deutlich zuverlässiger gegen Mitesser wirken als Alpha-Hydroxy-Säuren.
Gleichzeitig können Antibiotika verabreicht werden, um die Bakterien auf der Haut zu bekämpfen, die für die Akne mitverantwortlich sind. Sie werden entweder ebenfalls als Creme aufgetragen oder in Tablettenform eingenommen. Antibiotika werden heute nur zeitlich begrenzt und grundsätzlich in Kombination mit Benzoylperoxid oder einem Retinoid eingesetzt, um die Entstehung widerstandsfähiger Bakterien zu vermeiden.
Daneben gibt es noch viele andere Behandlungsmethoden, die auf ähnliche Weise arbeiten. Bei besonders schweren oder therapieresistenten Verlaufsformen wird zudem der Wirkstoff Isotretinoin in Tablettenform eingesetzt, der als einziges Aknemedikament alle Entstehungsfaktoren zugleich beeinflusst. Wegen seiner stark fruchtschädigenden Wirkung ist dabei eine zuverlässige Schwangerschaftsverhütung zwingend erforderlich.
Bei Frauen kann es helfen, zusätzlich Hormone zu verabreichen. Meist produzieren betroffene Frauen zu viele Androgene, was die Akne begünstigen kann. Daher erhalten sie gezielt eine Therapie mit weiblichen Hormonen, um die Akne nach und nach zu lindern.
Aussicht & Prognose
In den meisten Fällen verläuft die Akne milde, d.h. die Symptome sind nicht besonders stark ausgeprägt. In diesen Fällen klingt die Akne nach Abschluss der Pubertät und der Stabilisierung des Hormonhaushalts von selbst ab, Narben bleiben nicht zurück.
Bleibt die Akne bis in das Erwachsenenalter bestehen, so ist die Prognose ungünstiger. Sichtbare, tiefe Narben bleiben in der Regel zurück. Zwar können die Narben reduziert werden, dennoch wird die Haut nicht gänzlich narbenfrei aussehen, was mitunter psychische Probleme bei den Betroffenen verursachen kann. Körperliche Beeinträchtigungen hat der Patient ansonsten nicht zu befürchten. Selten besteht eine Akne über das vierzigste Lebensjahr hinaus - die Prognose ist damit insgesamt günstig.
Bei der Akne inversa (eine besonders schwere Form der Akne) können die Hautveränderungen die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Früher wurde die Akne inversa als Sonderform der Akne eingeordnet. Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich dabei jedoch um eine eigenständige chronisch-entzündliche Erkrankung der Terminalhaarfollikel, die auch als Hidradenitis suppurativa bezeichnet wird und mit der gewöhnlichen Akne nur den Namen gemeinsam hat. Betroffene sollten die Akne in regelmäßigen Abständen von einem Dermatologen behandeln lassen. Bei regelmäßigen Kontrollen und Behandlungen ist die Prognose auch bei der Akne inversa günstig.
Vorbeugung
Der Akne lässt sich nur bedingt vorbeugen. Da sie sich aus einem Zusammenspiel innerer körperlicher Zusammenhänge ergibt, auf die der Mensch selbst kaum einen Einfluss hat, kann er nur äußere Ursachen möglichst vermeiden. So sollte das Rauchen von Zigaretten grundsätzlich vermieden werden, außerdem kann eine ausgewogene Ernährung helfen, die Gesundheit der Haut zu erhalten. Kosmetika sollten nach dem Tragen immer gründlich entfernt werden, um der Haut die Atmung zu ermöglichen. Pickel dürfen nie ausgedrückt werden, andernfalls breitet sich die Akne aus.
Nachsorge
Nachdem eine Akne austherapiert ist, können verschiedene Umstände eine Nachsorge erforderlich machen. Viele Betroffene behalten Narben zurück, die sie als unästhetisch empfinden oder die ihnen gar handfeste Probleme bereiten. Die Verfärbung der Narben (bei hellem Teint meist rötlich) verschwindet nach einigen Monaten von allein. Schwerere Narben bilden jedoch zusätzlich Vertiefungen oder Erhebungen.
Je nach Schweregrad und Leidensdruck bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Behandlung an, um solche Narben abzuschwächen oder gar zu beseitigen. Gerade die sanften Therapiemethoden können von den Betroffenen selbst mit Hilfe von Hausmitteln oder freiverkäuflichen Produkten angewendet werden. Hautärzten und professionellen Kosmetikern stehen Mittel zur Verfügung, mit denen schneller deutliche Ergebnisse erzielbar sind.
Diese greifen allerdings zunächst das Hautgewebe stärker an, und machen es dadurch für unerwünschte Effekte wie Entzündungen oder Verfärbungen anfällig. Daher sollten Methoden wie Abschleifung, Lasertherapie oder TCA-Peelings nur von Fachpersonal und unter ärztlicher Begleitung durchgeführt werden.
Da Akne grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten kann, ist auch nach einer erfolgreichen Therapie ein Wiederauftreten möglich. Betroffene sollten in Hinblick auf ihre Ernährung und Körperhygiene weiterhin dieselben Prinzipien beachten, die zur Vorbeugung und Behandlung der Akne dienlich sind.
Das können Sie selbst tun
Eine Akne muss nicht unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Meistens lassen sich die Pickel durch die richtige Hautpflege und einige Hausmittel selbstständig reduzieren.
Zunächst empfiehlt es sich, die betroffenen Körperstellen mehrmals täglich mit einem frischen Waschlappen zu reinigen. Vor der Anwendung von Cremes empfehlen sich pflegende Dampfbäder mit Zusätzen aus Rosmarin, Kamille oder Meersalz. Auch Honig und Quark helfen bei Akne und versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und Mineralstoffen. Damit sich die Akne nicht weiter ausbreitet, sollten die Pickel möglichst nicht betastet oder ausgedrückt werden. Entzündete oder aufgeplatzte Mitesser werden am besten mit alkoholischem Gesichtswasser desinfiziert. Außerdem sollte auf stark fetthaltige Cremes und Peelings verzichtet werden, um weitere Hautreizungen zu vermeiden.
Zeigen diese Maßnahmen keinen Effekt, hilft unter Umständen auch die Pille. Das Präparat kann zur Besserung des Hautbilds beitragen, als Mittel gegen Akne sollte es jedoch nur in Rücksprache mit dem Frauenarzt eingesetzt werden.
Zuletzt hilft auch eine gesunde Lebensweise. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf reduzieren Akne und tragen langfristig zu einem reinen Hautbild bei.
Quellen
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
ISBN: 9783662495445
- Moll, I. (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie.
ISBN: 9783132446045
- Sterry, W. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Dermatologie.
ISBN: 9783132452534
- Plewig, G., Melnik, B., Chen, W.: Acne and Rosacea.
ISBN: 9783319492735
- Rassner, G.: Dermatologie. Lehrbuch und Atlas.
ISBN: 9783437293436
