Seifenrindenbaum

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 25. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der Seifenrindenbaum ist eine immergrüne Pflanze, die in zwei verschiedenen Arten in den warmen bis gemäßigten Gebieten Südamerikas vorkommt. Die saponinhaltige Rinde wird in den Anden traditionell als Seifenersatz verwendet. In der Volksmedizin kommen Extrakte des Seifenrindenbaums sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung.

Vorkommen & Anbau des Seifenrindenbaums

Der Seifenrindenbaum eignet sich hervorragend zur Herstellung einer breiten Palette von Produkten für den Haushalts- und Gesundheitsbereich. Von besonderer Bedeutung ist er als ökologisch abbaubarer Seifenersatz, der nicht nur in der Anwendung, sondern auch im Anbau äußerst umweltfreundlich ist.
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Der auch unter dem botanischen Namen Quillaja bekannte Seifenrindenbaum ist in Südamerika und dort insbesondere in Chile, Peru und Bolivien beheimatet. Er hat zwei Unterarten und zählt zu der Pflanzenordnung der Schmetterlingsblütenartigen. Der immergrüne Baum kann gut unter unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen gedeihen.

Deshalb kommt er sowohl in feuchtwarmen Gebieten als auch an trockenen Andenhängen bis zu einer Höhe von 2000 Meter über dem Meeresspiegel vor. Er wird zwischen 15 und 18 Metern hoch. Seine ovalen Blätter sind ledrig und spiralförmig an den Zweigen angeordnet. Dazwischen sitzen traubenförmig angeordnete zwittrige Blüten mit jeweils fünf Blütenblättern, aus denen sich nach der Befruchtung sternförmige Samenstände aus Balgfrüchten bilden.

Von wirtschaftlicher Bedeutung ist die namensgebende Rinde des Seifenrindenbaums, die einen hohen Gehalt an Saponinen aufweist und bereits frühzeitig kommerziell genutzt wurde. Heute wird der Seifenrindenbaum auch im Mittelmeerraum sowie in Indien und Kalifornien kultiviert.

Wirkung & Anwendung

Bei den Ureinwohnern Südamerikas wird der Seifenrindenbaum traditionell als Seifenersatz zur Körperreinigung und zum Waschen von Textilien verwendet. Dementsprechend wurde der botanische Name Quillaja von einem indigenen Begriff für Waschen abgeleitet. Die reinigende Wirkung des Seifenrindenbaums beruht auf den in der Rinde enthaltenden Saponinen.

Diese bilden einen stabilen seifenartigen Schaum, sobald sie mit Wasser verrührt werden. Bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird die auch Panamarinde genannte Rinde des Seifenrindenbaums nach Europa exportiert und dort zu kommerziellen Produkten weiterverarbeitet. Vertrieben wurden Mittel, die aus Seifenrinde hergestellt wurden, häufig auch unter den Bezeichnungen Seifenholz, Seifenwurzel, Waschrinde und Waschlaugenkraut.

In pulverisierter Form wird Seifenrinde noch heute als Waschmittel benutzt. Außerdem wird sie zu verschiedenen kosmetischen Produkten wie Duschgels und Shampoo weiterverarbeitet. Aufgrund der schaumbildenden Eigenschaften wird die Rinde des Seifenrindenbaums auch zur Herstellung von Löschschaum und als Zusatzstoff bei der Fotoentwicklung genutzt.

Als zugelassener Lebensmittelzusatzstoff wird Seifenrinde zum Aufschäumen von Getränken verwendet. Auch als Hilfsstoff für Impflösungen kommen Extrakte aus dem Seifenrindenbaum zum Einsatz. Darüber hinaus haben die Inhaltsstoffe des Seifenrindenbaums selbst auch eine nachweisbare medizinische Wirkung.

Bereits von den Ureinwohnern Südamerikas wurde die Pflanze deshalb zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und Hautkrankheiten verwendet. Innerlich angewendet wirkt Seifenrinde vor allem schleimlösend. Dadurch wird bei Erkältungen und grippalen Infekten sowie bei Asthma und Bronchitis der Auswurf gefördert,.

Eventuelle Atembeschwerden werden gelindert und die Genesung beschleunigt. Darauf spielt auch die volkstümliche Bezeichnung Hustenwurzel an. Außerdem hat Seifenrinde sowohl auf den Stoffwechsel als auch auf die Verdauung eine anregende Wirkung. Deshalb können Seifenrindenextrakte auch als leichtes Abführmittel eingesetzt werden.

Äußerlich angewendet eignen sich Auszüge aus dem Seifenrindenbaum zur Behandlung von Psoriasis, Ekzemen, Erkrankungen der Kopfhaut, Fußpilz sowie verschiedenen anderen Hauterkrankungen. Dabei zeigt die Seifenrinde auch eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Darüber hinaus werden Extrakte aus dem Seifenrindenbaum zur Herstellung von Mundwasser verwendet.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der Seifenrindenbaum eignet sich hervorragend zur Herstellung einer breiten Palette von Produkten für den Haushalts- und Gesundheitsbereich. Von besonderer Bedeutung ist er als ökologisch abbaubarer Seifenersatz, der nicht nur in der Anwendung, sondern auch im Anbau äußerst umweltfreundlich ist.

Dadurch kann er problemlos großflächig im Haushalt eingesetzt werden, insbesondere bei der Wäschereinigung. Waschmittel auf Seifenrindenbasis gelten als besonders farb- und faserschonend. Da die Seifenrinde auch sehr hautfreundlich ist, sind daraus hergestellte Pflegeprodukte wie Flüssigseifen, Duschgels und Haarpflegemittel nicht nur ökologisch sinnvoll.

Sie eignen sich überdies auch zur Pflege besonders empfindlicher Haut. Bereits bestehende Hautprobleme wie beispielsweise Schuppen und trockene Haut können dadurch verbessert und einer Verschlimmerung vorgebeugt werden. Dies gilt auch für die aus Seifenrinde hergestellten Medizinprodukte, die äußerlich angewendet werden.

Neben verschiedenen Waschlösungen und Salben ist besonders Mundwasser auf Seifenrindenbasis im Bereich Vorbeugung sinnvoll. Durch die antibakteriellen Wirkung der Seifenrinde werden schädliche Keime zurückgedrängt und die Mundflora normalisiert. Dadurch können Mundprobleme wie Zahnfleischbluten und Parodontose vermieden werden.

In Form von Zahnpulver kann Seifenrinde auch Karies entgegenwirken. Innerlich angewendet sind Seifenbaumextrakte ebenfalls ein mildes Naturheilmittel, dass nicht nur bei akuten Erkrankungen eingesetzt werden kann. Dadurch, dass die Verdauung reguliert und der Stuhlgang aufgelockert wird, kann Blähungen und Bauchschmerzen entgegengewirkt werden.

Die stoffwechselfördernde und harntreibende Wirkung kann dazu beitragen, dass Beschwerden aufgrund bestehender Erkrankungen abgemildert werden oder solche Erkrankungen gar nicht erst entstehen. Im Fall von chronischer Bronchitis und Asthma sorgen Seifenrindenbaumextrakte dafür, dass die Atmung erleichtert wird.

Selbst für milde Vaginalspülungen eignet sich Seifenrinde. Allerdings gilt es zu beachten, dass Produkte auf Seifenrindenbaumbasis nicht für alle Personen geeignet sind. Gelegentlich kann es bei der äußeren Anwendung zu allergischen Hautreaktionen kommen. Wenn Seifenrinde in größeren Mengen aufgenommen wird, sind Störungen des Verdauungssystems nicht auszuschließen. Es können Magenbeschwerden, Durchfälle und Blasenreizungen auftreten.

Auch Schwindelgefühle können auftreten. Nach dem Absetzen der seifenrindenhaltigen Präparate legen sich die Beschwerden jedoch in der Regel rasch wieder. Außerdem sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Hausmitteln bekannt. Gegenanzeigen bestehen ebenfalls keine.


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