Sonnenstich

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein Sonnenstich oder Insolation ist ein, häufig durch lang anhaltende und intensive Sonnenbestrahlung, Hitzeschaden. Dabei kann es zu starken Reizungen der Hirnhäute kommen, die sich unter der Schädeldecke befinden. Typische Symptome sind Übelkeit, Kopfschmerzen, ein heißer Kopf und Schwindel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich lässt sich nicht allein durch Sonnencreme verhindern, sondern bedarf weitergehenden Sonnenschutz.

Bei einem Sonnenstich, Ictus solis, Heliosis oder Insolation entsteht ein Hitzeschaden, der zumeist durch eine intensive und lang anhaltende Sonnenbestrahlung von Hals, Nacken und Kopf hervorgerufen wird.

Insbesondere kommt es bei einem Sonnentsich zu Hirnhautreizungen, die in ihrer Folge für typische Beschwerden und Symptome sorgen.

Besonders Menschen und Kinder, die lange am Strand oder in der Natur der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, bekommen häufig einen Sonnenstich.

Auch Menschen mit heller Haut und geringem Haarwuchs, sowie ältere Menschen, erleiden häufiger einen Sonnenstich.

Ursachen

Wie bereits kurz angemerkt, ist die Ursache für einen Sonnenstich zumeist die direkte und lang anhaltende Bestrahlung des Kopfes, des Nackens oder des Halses durch die Sonne. Dabeo kommt es zu einer Reizung der Hirnhäute (Meningen), die sich unter der Schädeldecke befinden.

Besonders empfindlich sind ältere Menschen und Menschen mit wenig Haaren, die sich durch einen ungeschützten Kopf lange in der Sonne aufhalten. Dies kommt zumeist am Strand, im Freibad oder bei Sportaktivitäten vor. Ebenso erleiden Kinder, durch ihre vergleichsweise dünneren Schädelknochen und leichtem Haar häufiger einen Hitzeschlag.

Symptome, Beschwerden & Beschwerden

Ob im Urlaub oder zu Hause, jeder möchte die schönste Zeit des Jahres so lang als möglich genießen. Endlich scheint die Sonne, und dabei wird schnell vergessen, welche Auswirkungen die intensive Sonneneinstrahlung haben kann. Treten nach einem Aufenthalt im Freien an einem warmen Sonnentag Übelkeit mit Erbrechen, Schwindel und Kreislaufprobleme auf, kann es sich um einen Sonnenstich handeln.

Hier sind besonders Kinder und Personen mit Glatze oder wenigen Haaren betroffen, besonders wenn sie die Sonne ohne Kopfbedeckung genossen haben. Typische Anzeichen sind ein rotes Gesicht, heißer Kopf und Nackenschmerzen beziehungsweise ein steifer Nacken. Fieber und Schüttelfrost sowie auch die anderen Symptome treten erst nach dem Sommertag auf, meist erst ein paar Stunden später.

Bei einem schweren Sonnenstich sind auch Bewusstseinsstörungen möglich. Bei Kleinkindern können hohes Fieber und auffallende Blässe auftreten. Möglich ist eine Entzündung der Hirnhäute, der Meningitis. In schwersten Fällen treten Schädigungen im Gehirn ein, die bis zum Koma führen. Dabei sollte beachtet werden, dass auch weiße Flächen wie Schnee gefährlich sind, da diese das Sonnenlicht reflektieren. Da Sonnenstich-Symptome auch bei anderen Krankheiten zutreffen, sollte überlegt werden, ob ein langer Aufenthalt in der Sonne den Beschwerden wirklich vorangegangen ist.

Krankheitsverlauf

Im Verlauf eines Sonnenstichs setzen die typischen Symptome, wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel erst einige Stunden nach der intensiven Sonneneinstrahlung ein. In aller Regel verschwinden die Symptome und Beschwerden nach kurzer Zeit wieder von allein, wenn der Kopf durch Kühlung, Schatten oder Kopfbedeckung von der Sonne fern gehalten wird.

Dennoch kann es im Rahmen eines Sonnenstichs auch zu Komplikationen kommen. Vor allem starke Bewusstseinsstörungen oder gar Bewusstlosigkeit können vorkommen. Ebenso können in ganz schweren Fällen Hirnödeme entstehen, der im schlimmsten Fall zu einem Druckanstieg im Gehirn führt.

Da es hierbei zu Atemstillstand, Krampfanfällen oder gar Koma kommen kann, ist die Behandlung durch einen Notarzt bzw. schnelle medizinische Hilfe anzuraten.

Bei kleineren Kindern kann ein Sonnenstich auch im schweren Verlauf zu einer Meningitis, als zur Hirnhautentzündung, führen. Um irreparable und lebensbedrohliche Folgen und Schäden zu vermeiden, sollte der Kopf immer vor einer langen und direkten Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen läuft ein Sonnenstich komplikationslos ab, wenn sich die betroffene Person rechtzeitig aus der Sonne entfernt. Die Beschwerden klingen dann in der Regel folgenlos ab. Hält sich der Betroffene jedoch zu lange in der Sonne auf, drohen erhebliche Folgeerscheinungen.

Eine mögliche Auswirkung bei einem schweren Sonnenstich sind Bewusstseinsstörungen. Dabei kann es zu einem Kreislaufkollaps und Bewusstlosigkeit kommen. Während manche Patienten sehr aufgedreht wirken, verhalten sich andere hingegen apathisch oder verwirrt. Tritt Bewusstlosigkeit ein, ist es wichtig, die betroffene Person in eine stabile Seitenlage zu bringen.

Zu den schwersten Komplikationen des Sonnenstichs gehört das Hirnödem. Von einem Hirnödem ist die Rede, wenn sich Flüssigkeit innerhalb des Hirngewebes ansammelt, was wiederum eine Druckerhöhung im Inneren des Schädels nach sich zieht. Infolgedessen droht ein Krampfanfall. Werden wichtige Steuerungsbereiche des Gehirns in Mitleidenschaft gezogen, besteht die Gefahr eines Atemstillstands. Ebenso ist ein Fall ins Koma möglich. Da es sich dabei um einen lebensgefährlichen Notfall handelt, muss sofort ein Notarzt verständigt werden.

Bei kleineren Kindern besteht das Risiko, dass der Sonnenstich eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslöst. Häufig erweisen sich die Anzeichen der Hirnhautentzündung bei Kindern als unklar. So leiden sie unter Einschlafstörungen, Bauchschmerzen, Berührungsempfindlichkeit oder Unwohlsein und vertragen weder Licht noch Geräusche. Mitunter treten auch Erbrechen, Krampfanfälle, Fieber und Verwirrtheit auf. Wichtig ist dann eine rasche ärztliche Untersuchung.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Erleidet der Betroffene durch die Einwirkung von Sonnenlicht gesundheitliche Unregelmäßigkeiten, sollte er sich ausreichend schützen. Ein Aufenthalt im Schatten, eine kühle Umgebung oder eine abkühlende Dusche können dabei helfen, vorhandene Beschwerden zu lindern. Stellt sich innerhalb kurzer Zeit eine Verbesserung ein, muss kein Arzt konsultiert werden. Unter Vermeidung einer direkten Sonneneinstrahlung kommt es nach wenigen Tagen im Normalfall zu einer Genesung. Halten die Unregelmäßigkeiten jedoch unvermindert an oder nehmen sie an Intensität zu, wird eine ärztliche Versorgung benötigt.

Bei Problemen der Funktionstätigkeit des Kreislaufs, Übelkeit und Erbrechen besteht Anlass zu Besorgnis. Fieber, Kopfschmerzen, Rötungen der Gesichtshaut oder Schüttelfrost sollten einem Arzt vorgestellt werden. Kommt es zu Schwindel, Problemen im Bereich des Nackens oder einem allgemeinen Unwohlsein, benötigt der Betroffene Hilfe.

Bei Unterbrechungen des Bewusstseins besteht akuter Handlungsbedarf. Eine Notfallambulanz ist schnellstmöglich aufzusuchen oder ein Rettungsdienst muss alarmiert werden. Ein Verlust des Bewusstseins ist alarmierend, da die Gefahr eines komatösen Zustandes besteht. In Zusammenarbeit mit einem Notarzt oder unter intensivmedizinischer Betreuung sind die erforderlichen Maßnahmen zu besprechen, damit keine Komplikationen auftreten. Es besteht bei einem akuten Sonnenstich das Risiko zu dauerhaften Schädigungen des Gedächtnis. Daher wird Hilfe benötigt, sobald sich Unregelmäßigkeiten der Gedächtnistätigkeit, der Koordination oder der Orientierung zeigen.

Behandlung & Therapie

Treten im Rahmen eines langes Sonnenbades die Symptome eines sehr heißen Kopfes, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen auf, so ist zumeist von einem Sonnenstich auszugehen. Um mögliche Komplikationen und Hirnschäden auszuschliessen ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Der behandelnde Arzt wird dann durch eine körperliche Untersuchung und Befragung andere Erkrankungen ausschliessen und einen Sonnenstich diagnostizieren. Die Behandlung bzw. Therapie eines Sonnenstich richtet sich dann nach dem Grad der Insolation.

Praktische Sofortmaßnahmen sind:

  • Verlegung des Betroffenen in den Schatten
  • Der Betroffene sollte mit Oberkörper und Kopf erhöht liegen
  • Nacken, Kopf und Hals wenn möglich durch kalte und feuchte Wickel oder Tücher kühlen
  • Bei Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit sofort einen Notarzt rufen


Vorbeugung

Einem Sonnenstich kann man sehr gut vorbeugen. Besonders durch geeigneten Kopfschutz oder Sonnenschirm lässt sich meist schon ein Sonnenstich verhinden. Besonders Kinder sollten im Sommer immer eine Kopfbedeckung tragen. Aber auch der Nacken und Hals sollte nicht der ständigen Sonneneinstrahlung ausgeliefert sein. Viel Flüssigkeit und geringe körperliche Anstrengung sind ebenso hilfreich.

Nachsorge

Ein Sonnenstich lässt sich in der Regel gut selbst behandeln. Primär ist es für den Betroffenen notwendig, die Sonne zu meiden und sich in den Schatten oder in einen kühlen Raum aufzuhalten. Die häufigsten Symptome, wie Kopfschmerzen und Überhitzung des Körpers, lassen sich lindern, indem man Kopf und Oberkörper erhöht lagert.

Hilfreich ist es auch, dem Betroffenen eine kühle Kompresse auf die Stirn und in den Nacken zu legen. Auch der Aufenthalt in einem abgedunkelten Raum kann die Beschwerden verbessern. Bei einem Sonnenstich ist es wichtig, dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Dadurch stabilisiert sich der Kreislauf des Betroffenen und verlorene Elektrolyte werden wieder aufgefüllt. Am besten eignen sich dafür Wasser und Tee.

Auch wasserhaltige Obstsorten wie Wassermelonen regeln den Flüssigkeitshaushalt des Betroffenen. Erleichterung in der Akutphase kann auch das Lutschen von Eiswürfeln bringen. Auf Kaffee und Alkohol sollte dagegen bei einem akuten Sonnenstich unbedingt verzichtet werden, um dem Körper nicht noch mehr Flüssigkeit zu entziehen.

Bei einem Sonnenstich braucht der Körper vor allem Ruhe. Jede Art von Stress sollte daher vermieden werden. Langes Fernsehen und Arbeiten am PC überanstrengt die Augen und sollte daher ebenso wie laute Geräusche in der Akutphase auf ein Minimum beschränkt werden.

Das können Sie selbst tun

Der Sonnenstich ist ein Phänomen, das mit Selbsthilfe gut behandelbar ist. Lediglich schwere Fälle machen den Arztbesuch notwendig. Wichtigste Maßnahme ist es, dass der Betroffene die Sonne sofort verlässt und sich an einen schattigen Ort oder in einen kühlen Raum begibt.

Gegen Kopfschmerzen und die Überhitzung hilft es besonders gut, Kopf und Oberkörper etwas erhöht zu lagern. Eine kühle Kompresse auf der Stirn und das Abdunkeln des Raumes können ebenfalls die Linderung der Symptome beschleunigen. Trinken ist bei einem Sonnenstich besonders wichtig. Es stabilisiert den Kreislauf und hilft, Flüssigkeit und Elektrolyte dem Körper wieder rasch zuzuführen. Wasser oder Tee sind hier ideal. Auf Alkohol und Kaffee sollte beim akuten Sonnenstich jedoch besser verzichtet werden. Wer keine Übelkeit verspürt, kann Flüssigkeit auch durch Obst wie Wassermelonen zuführen.

Ruhe ist beim Sonnenstich sehr wichtig. Er geht oft mit Gereiztheit einher, sodass Patienten am besten jeden Stress vermeiden. Laute Geräusche sind ebenso zu vermeiden wie eine Überanstrengung der Augen durch Fernseher oder die Arbeit am PC. Wer ein großes Hitzegefühl verspürt, kann sich kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen, ehe er sich in einem ruhigen Raum ausruht. Auch das Lutschen eines Eiswürfels bringt in der Akutphase oft zusätzliche Erleichterung für die Betroffenen.

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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