Venenentzündung
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 31. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Venenentzündung ist eine Erkrankung des Blutgefäßsystems. Aus der Bezeichnung Thrombophlebitis mit der Endung -itis ist ersichtlich, dass es sich um entzündliche Vorgänge handelt, die verschiedene Altersgruppen betreffen können.
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Was ist eine Venenentzündung?
Unter einer Venenentzündung oder Thrombophlebitis wird eine Entzündung der Blutgefäße, vorrangig der Venen verstanden. Die krankhaften Prozesse bei einer Venenentzündung betreffen meist nicht die tief liegenden Venen, sondern eher die oberflächlichen Bereiche.
Außerdem ist eine Venenentzündung dadurch charakterisiert, dass die Entzündungsareale nicht die komplette Vene betreffen, sondern örtlich eingegrenzt auftreten. Venen sind Blutgefäße, die das Blut zum Herzen hin transportieren und durch eine Entstehung von Zusammenballungen verschiedener Eiweiße des Blutes und der Blutplättchen (Thrombozyten) durch ein Gerinnsel teilweise oder ganz verschlossen werden können. Diese Verklumpungen, die fachlich exakt als Thrombus bezeichnet werden, können zu entzündlichen Veränderungen an den Oberflächenvenen führen.
Ursachen
Darüber hinaus führen Schädigungen an den Strukturen der Innenwände der Venen zu einer Venenentzündung. Einige Menschen leiden unter einer abnormal hohen Neigung zu einer vorzeitigen Blutgerinnung. Diese kann durch Störungen des Gerinnungssystems hervorgerufen werden und ein Risiko für eine vorschnelle Bildung von Gerinnseln sein.
Nach operativen Eingriffen, Geburten, durch eine Schwäche der Venenwände oder Unfällen sowie in Folge von Erkrankungen, die durch Entzündungen gekennzeichnet sind sowie durch bestehende Tumoren kann eine Venenentzündung begründet sein.
Krankheitsverlauf
Bei einer Venenentzündung sind unterschiedliche Formen des Verlaufs bemerkbar. Die Venenentzündung ist eine Erkrankung, die überwiegend Frauen betrifft und sich in der Ausprägung von Krampfadern zeigt oder sich als typische Entzündungszeichen in einer bislang gesunden Vene darstellt.
Diese Anzeichen sind zunächst eher insoweit charakteristisch, dass die Betroffenen zu Beginn nur unter leichten Beschwerden leiden. Neben schmerzhaften Symptomen im Bereich der betroffenen Vene treten bei einer Venenentzündung je nach Stadium mehr oder weniger starke Rötungen, Schwellungen und Wärmebildungen in der jeweiligen Region auf.
Bildet sich ein Blutgerinnsel, das so groß ist, dass die Vene verschlossen wird, dann entsteht eine sogenannte Venenthrombose. Das entsprechende Areal wird hart, die Haut spannt sich und ist beim manuellen Tasten sehr schmerzempfindlich. Da sich der Thrombus lösen und zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie führen kann, ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Treten dabei Atemnot, Brustschmerzen oder eine ausgeprägte Kreislaufschwäche auf, wählen Betroffene oder Anwesende den Notruf 112.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Mediziner unterscheiden zwei Arten der Venenentzündung. Der Ort der Entzündung kann entweder an der Oberfläche oder tief liegen. Je nach Ausgestaltung ergeben sich unterschiedliche Symptome. In der Fachsprache wird die Entzündung an der Oberfläche als Thrombophlebitis bezeichnet, der Verschluss einer tiefen Vene durch ein Gerinnsel dagegen als Phlebothrombose. Die Phlebothrombose ist damit streng genommen keine Entzündung, sondern ein Gefäßverschluss. Schmerzen treten schon bei kleinen Muskelbelastungen auf.
Statistisch gesehen sind vorwiegend die Beine von einer Venenentzündung betroffen. Die oberflächliche Venenentzündung äußert sich in einer Rötung der Haut. Häufig ist die betreffende Stelle warm. Es kann auch juckender Ausschlag auftreten. Berührt man die Oberfläche leicht, stellt sich ein Schmerz ein. Liegt eine bakterielle Infektion für die Venenentzündung vor, leiden Patienten meist zusätzlich unter Fieber.
Die tief liegende Form, die Phlebothrombose, tritt meist im Bein und Becken zutage. Dort entstehen Schmerzen und Spannungsgefühle. Kennzeichnend ist eine bläuliche Färbung der Haut. Die Gefäße kommen auffallend hervor. Schwellungen lassen sich im Gegensatz zur oberflächlichen Entzündung ausmachen.
Die Symptome einer oberflächlichen Venenentzündung klingen häufig nach einigen Tagen ab. Ob die Entzündung folgenlos ausgeheilt ist, klärt der Arzt, weil das Entzündungsgeschehen auf das tiefe Venensystem übergreifen kann. Schwere Fälle dauern länger und stehen oft im Zusammenhang mit Krampfadern. Auch eine Venenthrombose bedingt einen Schmerz über Wochen.
Komplikationen
Handelt es sich um eine gewöhnliche Venenentzündung, heilt diese Form der Thrombophlebitis häufig folgenlos ab. Komplikationen sind jedoch nicht selten. Besteht allerdings eine ausgeprägte Krampfader, muss meist eine operative Therapie erfolgen. Zu den größten Risiken der Venenentzündung bei oberflächlichen Venen gehört, dass das Entzündungsgeschehen auf das tiefer liegende Venensystem übergreift.
Wird dies in Mitleidenschaft gezogen, besteht die erhöhte Gefahr eines Blutgerinnsels, das Mediziner als Thrombose bezeichnen. Im Extremfall dringt das Blutgerinnsel via Blutweg bis zur Lunge vor, was dann eine Verstopfung von Gefäßen oder eine Lungenembolie zur Folge haben kann. Schlimmstenfalls endet diese mit dem Tod des Patienten.
Sehr selten gelangt ein Gerinnsel über eine angeborene Öffnung in der Herzscheidewand aus dem venösen in den arteriellen Kreislauf; dann sind auch ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt möglich. Um Komplikationen wie eine Lungenembolie zu vermeiden, ist es wichtig, die Entzündung der Venen rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln. Bei rund 30 Prozent aller Patienten, die unter einer oberflächlichen Venenentzündung leiden, erfolgt eine Beeinträchtigung des tiefen Venensystems.
Ebenfalls zu den gefährlichen Auswirkungen einer Venenentzündung zählt die Infektion der Venen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Infektion mit Bakterien. Sie zeigt sich häufig an den Einstichstellen von Dauerkanülen. Bemerkbar macht sie sich an Schüttelfrost und Fieber. Bei den meisten Patienten ist dann eine Behandlung in einem Krankenhaus erforderlich.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei einer Venenentzündung sollte der Patient immer einen Arzt aufsuchen. Obwohl es bei der Venenentzündung in einigen Fällen auch zu einer Selbstheilung kommen kann, sollte diese Krankheit immer durch einen Arzt behandelt werden, um weitere Komplikationen zu verhindern. Schon bei den ersten Anzeichen oder Symptomen der Erkrankung sollte der Betroffene daher einen Arzt kontaktieren. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung dieser Krankheit wirkt sich immer positiv auf den weiteren Verlauf der Beschwerden aus.
Ein Arzt ist bei der Venenentzündung dann zu kontaktieren, wenn der Betroffene an der Haut an einem Ausschlag leidet. Dieser ist meist auch mit einem Juckreiz verbunden und schmerzt auch. In schwerwiegenden Fällen kann es dabei auch zu Fieber oder zu anderen Anzeichen einer Entzündung kommen. Ebenso kann eine Blaufärbung der Haut auf die Venenentzündung hindeuten; sie gehört zeitnah ärztlich untersucht und nicht erst dann, wenn sie über längere Zeit bestehen bleibt. Die Krankheit kann von einem Allgemeinarzt in der Regel gut behandelt werden. Greift die Entzündung jedoch auf die tiefen Venen über, kann sich daraus eine lebensbedrohliche Lungenembolie entwickeln.
Treten plötzlich Atemnot, Brustschmerzen oder eine ausgeprägte Kreislaufschwäche auf, besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie. Betroffene oder Anwesende wählen dann sofort den Notruf 112. Für Beschwerden, die keine Lebensgefahr bedeuten, ist außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116 117 erreichbar.
Behandlung & Therapie
Bei der Therapie der Venenentzündung werden neben speziellen Arzneimitteln, welche die entzündlichen Vorgänge in der Vene hemmen, die Schmerzhaftigkeit lindern und als innere Anwendung gelten, gleichsam äußere Verfahren eingesetzt. Für die Reduzierung der Entzündung bei einer Venenentzündung kommt in diesem Bezug ein Zinkleimverband oder Verbände mit Heparinsalbe in Frage.
Darüber hinaus ist es therapeutisch wichtig, Kompressionsstrümpfe zu tragen, um den Blutrückfluss aus den Venen zu verbessern und zu unterstützen. Durch minimal invasive operative Eingriffe kann ein Blutgerinnsel beseitigt werden. Im Mittelpunkt der therapeutischen Versorgung, wozu auch die Nachbehandlung einer überstandenen Venenentzündung gehört, steht die Vermeidung einer Lungenembolie.
Lange Zeit wurde bei frischen Thrombosen der tiefen Beinvenen, besonders im Oberschenkel, strikte Bettruhe verordnet. Heute wird stattdessen eine frühe Mobilisation unter Kompression bevorzugt, weil sich das Risiko einer Lungenembolie durch Liegen nicht senken lässt. Wie viel Bewegung im Einzelfall möglich ist, legt der Arzt in Abhängigkeit vom Stadium der Venenentzündung fest.
Vorbeugung
Um einer Venenentzündung vorzubeugen, ist es sinnvoll, Übergewicht zu vermeiden und möglichst viel körperliche Bewegung zu betreiben. Der Genuss von Nikotin und Alkohol sollte eingeschränkt oder gemieden werden und bei einigen Medikamenten, wie der Anti-Baby-Pille, sollte eine regelmäßige Kontrolluntersuchung erfolgen.
Eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit sowie eine Vorbeugung mit Heparin nach operativen Eingriffen sind ebenfalls eine gute Prophylaxe gegen eine Venenentzündung. Grundsätzlich werden Patienten, die mit einem hohen Risiko leben, eine weitere Thrombose auszubilden, ebenfalls mit dem Gerinnungshemmer Heparin vorbeugend behandelt. In den Sommermonaten ist es neben einer reichlichen Aufnahme von Flüssigkeit ebenfalls wichtig, sich zu bewegen und zu gehen.
Nachsorge
Welche Nachsorge nach einer Venenentzündung nötig ist, richtet sich danach, wie ausgeprägt die Entzündung war und ob das tiefe Venensystem mitbetroffen war. Der Arzt legt fest, welche Kontrolluntersuchungen erforderlich sind. Je früher die Venenentzündung allerdings erkannt wird, desto besser ist in der Regel auch der weitere Verlauf der Erkrankung. Betroffene sollten daher idealerweise schon bei den ersten Symptomen und Anzeichen einen Arzt aufsuchen.
Viele der Betroffenen sind auf die Einnahme von verschiedenen Medikamenten angewiesen. Hierbei ist immer auf eine regelmäßige Einnahme und auch auf eine richtige Dosierung zu achten, um den Beschwerden richtig und dauerhaft entgegenzuwirken. Ergänzend sollten die Betroffenen Kompressionsstrümpfe tragen, um die Abheilung der Venenentzündung zu unterstützen.
Bei Unklarheiten, Fragen oder bei Nebenwirkungen sollte zuerst ein Arzt konsultiert werden. Der Betroffene sollte sich bei dieser Krankheit nicht überanstrengen; wie viel Schonung und wie viel Bewegung angebracht sind, legt der Arzt fest. Auch die Unterstützung und die Hilfe der eigenen Familie kann dabei sehr hilfreich sein und die Beschwerden lindern. Bei rechtzeitiger Behandlung verläuft eine oberflächliche Venenentzündung meist günstig. Greift sie jedoch auf die tiefen Venen über, kann sich daraus eine lebensbedrohliche Lungenembolie entwickeln.
Das können Sie selbst tun
Es gibt einige Hausmittel, die bei einer Venenentzündung hilfreich sein können. Sie ersetzen die ärztliche Behandlung nicht, sondern kommen ergänzend und nach ärztlicher Abklärung in Betracht, weil sich hinter einer Venenentzündung auch ein Gerinnsel im tiefen Venensystem verbergen kann. Hausmittel, die zur Kühlung und Rückbildung der Entzündung eingesetzt werden können, sind beispielsweise Quarkwickel. Es sollte dafür kalter Quark fingerdick auf ein Wickeltuch oder auch Quark pur auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Solche Wickel haben eine abschwellende und entzündungshemmende Wirkung.
Aber nicht nur Quark, auch medizinischer Alkohol und Apfelessig können zur wohltuenden Kühlung bei einer Venenentzündung verwendet werden. Zunächst sollten sie aber mit Wasser verdünnt werden. In der verdünnten Flüssigkeit werden dann Tücher getränkt und um die betroffenen Stellen gewickelt. Die Wirkung ist sehr entspannend und lindert die Beschwerden der Venenentzündung merklich. Zudem kann auch Lehm als lindernde Lehmpackung angewendet werden. Der Lehm hat eine besonders entzündungshemmende sowie abschwellende Wirkung. Er sollte mit Wasser vermischt werden, bis er zu einer Paste wird und dann fingerdick auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.
Da bei der Venenentzündung viele kleinere Blutgerinnsel gebildet werden, sollte möglichst verhindert werden, dass diese größer werden. Dies kann durch eine Beschleunigung der Blutzirkulation gelingen. Hierbei helfen die Anwendung von Kompressionsverbänden oder Stützstrümpfen. Auch sollte nach Möglichkeit mehr Bewegung in den Alltag eingebracht werden. Am besten eignen sich bei der Venenentzündung leichtes Gehen, Schwimmen, Radfahren und Walken.
Quellen
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