Würmer im Darm


Medizinische Qualitätssicherung am 7. Mai 2020 von Dr. med. Nonnenmacher

Ein Parasitenbefall in Form von Würmern, die es in zahlreichen verschiedenen Arten gibt, kommt recht häufig vor. Weltweit sollen an die zwei Milliarden Menschen betroffen sein. Die WHO schätzt, dass circa 200.000 Personen jährlich an den Schmarotzern sterben. Die am weitesten verbreiteten Wurmarten sind der Band-, Spul- und Madenwurm. Teilweise werden sie gar nicht oder sehr spät bemerkt.

Inhaltsverzeichnis

Infektionsquellen

Bandwürmer leben als Parasiten im Darm des Menschen. Jede Art kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen, wobei nur wenige Arten für den Menschen zur Gefahr werden könne. Im Bild, der Kopf eines Bandwurmes. Klicken, um zu vergrößern.

Verunreinigte Speisen und Lebensmittel sowie der Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gegartem Fleisch stellen die Hauptquellen einer Infektion dar.

Diese kann jedoch gleichfalls über diverse andere Objekte wie Tiere, Türklinken und Spielzeug oder die Luft erfolgen. Auf diesen Wegen gelangen die Eier der Kleinstlebewesen in den Körper des Menschen. Sie siedeln sich im Darm an und ernähren sich vom Nahrungsbrei. Nach etwa sechs bis acht Wochen haben sich die Parasiten zu geschlechtsreifen Würmern entwickelt.

Symptome bei Wurmbefall

Anzeichen für Würmer im Darm können unter anderem Bauchschmerzen, Erbrechen, leichtes Fieber, Übelkeit und wässriger Durchfall sein. Da diese Beschwerden gleichfalls Symptome für unzählige Erkrankungen sind, erregen sie bei den Ärzten nicht immer sofort den Verdacht auf einen Wurmbefall. Zu den eindeutigeren Anzeichen zählen:

Einzig, wenn Würmer oder deren Eier im Kot gesichtet werden, ist ein Befall zu 100 Prozent sicher. Kleinere Kinder stecken sich am leichtesten an, besonders, wenn sie häufig ihre Finger in den Mund nehmen, beispielsweise beim Daumenlutschen.

Feststellung von Würmern im Darm durch den Arzt

Albendazol wird zu den Anthelminthika gezählt. Bei diesen handelt es sich um Medikamente, die zur Behandlung von Wurminfektionen eingesetzt werden.

In der Regel fordert ein Mediziner bei Verdacht auf Wurmbefall eine Kotprobe an. Weiterhin kann eine Blutuntersuchung auf eine Erhöhung der eosinophilen Granulozyten erfolgen. So wird beispielsweise der Fuchsbandwurm bei 85 Prozent der betroffenen Menschen über Antikörper im Blut nachgewiesen. Eine einfache Methode, die Eier von Spulwürmern zu erkennen, ist die vorübergehende Anbringung eines Klebestreifens am Darmausgang. Diese kleben daran fest und können vom Arzt unter dem Mikroskop entdeckt werden.

Verschiedene Wurmarten

Madenwürmer: Sie gehören ebenso wie Trichinen und Spulwürmer zu den Fadenwürmern. Letztere sind auch in Deutschland weit verbreitet. Madenwürmer werden bis zu zwölf Millimeter lang und siedeln sich im Dünn- und Dickdarm sowie Wurmfortsatz an. Diese Wurmart legt ihre Eier nachts um den Anus herum ab, was den häufigen Juckreiz in den späten Abendstunden auslöst. Oftmals kratzen sich Betroffene und direkt nach dem Aufstehen werden Gegenstände berührt. Auf diese Art und Weise breiten sich die Madenwürmer schnell in der Familie aus. Die Erstaufnahme erfolgt meist über verseuchtes Gemüse.

Rinder- und Schweinebandwurm: Die Infektion findet vor allem durch den Verzehr von rohem oder nicht garem Fleisch statt, wobei die Larven der Würmer aufgenommen werden. Im Darm reifen sie zum kompletten Parasiten mit Kopf, Halsteil und Gliedern heran. Da ausschließlich Letztere mit dem Stuhl ausgeschieden werden, wird diese Bandwurmart dort nur selten entdeckt. Dies erschwert die Diagnose ebenso wie sehr geringe Anzeichen für den Befall. Der Verdacht auf einen Bandwurmbefall verstärkt sich zum Beispiel, wenn sich Appetitlosigkeit mit Heißhunger abwechselt und trotz regelmäßigem Essen eine Gewichtsabnahme feststellbar ist.

Hunde-/Fuchsbandwurm: Sie zählen zu den gefährlichsten Parasiten im Körper eines Menschen. Die Eier können durch den Kontakt mit infizierten Katzen, Hunden und Füchsen aufgenommen werden. Darüber hinaus, wenn ungewaschene Waldfrüchte, die mit Fuchsausscheidungen verunreinigt sind, gegessen werden. Die Entwicklung der Hunde- bzw. Fuchsbandwurmeier zu Larven findet im Darm statt. Von dort aus können sie über die Blutgefäße in Organe wie die Leber oder die Lunge gelangen. Die Dauer der Inkubationszeit liegt bei einigen Wochen bis mehrere Jahre.

Saugwürmer: Sie kommen zwar insbesondere in Afrika, Südamerika und Asien vor, gelangen jedoch oftmals durch Urlaubsreisende auch nach Europa. Ihre Larven entwickeln sich in Süßwasserschnecken, die sich in Flüssen, Seen und Pfützen befinden. Über die Haut des Menschen gelangen sie in die Leber, wo sie heranreifen. Von dort aus wandern sie in den Darm oder auch die Blase. Die Saugwürmer legen ihre Eier in diese Organe. Über Urin sowie Stuhl finden sie den Weg in unsere Gewässer und sorgen für Neuinfizierungen.

Wenn Kinder von Madenwürmern betroffen sind

Blasses Aussehen ist durchaus nicht immer das Zeichen einer echten Blutarmut, sondern oft nur ein Hinweis auf ein anderes Grundleiden, z.B. auf eine Verwurmung bzw. Würmer.

Experten schätzen, dass die Hälfte aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben von den Parasiten befallen wird.

Besonders häufig betrifft es Kinder in einem Alter von fünf bis zehn Jahren (siehe auch: Würmer im Stuhl bei Kindern). Werden Würmer über einen längeren Zeitraum nicht diagnostiziert, stecken sich oft auch weitere Familienmitglieder an.

Unsere Jüngsten infizieren sich unter anderem in öffentlichen Sandkästen, über Spielzeug oder Nahrungsmittel. Die Wurmeier gelangen über den Mund schnell in den Darm. Dort entwickeln sich in den Schleimhäuten Würmer mit einer Länge von circa drei bis zwölf Millimetern.

Neben dem zuvor bereits erwähnten Afterjucken zeigen sich betroffene Kinder teilweise

  • unkonzentriert,
  • unausgeschlafen,
  • schlecht gelaunt und
  • weinerlich.

Zu ernsten Problemen kommt es äußerst selten. Trotzdem stellt in Deutschland ein Wurmbefall ein Tabuthema dar, über das nur ungern gesprochen wird. Meldepflichtig ist die Erkrankung nicht. In einem Haushalt können die Eier im Hausstaub, an Kleidung oder Bettlaken haften. Sie sind außerhalb des Körpers etwa 20 Tage lebensfähig.

Da unsere Jüngsten sich oftmals immer wieder selbst infizieren, sind strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten. Das gilt für die gesamte Familie. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife gehört ebenso dazu wie das Kurzschneiden der Fingernägel. Darüber hinaus sollten Unter- und Bettwäsche täglich gewechselt werden.

Welcher Arzt ist zuständig?

Zuständig bei Verdacht auf Wurmbefall ist der Hausarzt. Grundsätzlich ist jeder Allgemeinmediziner in der Lage, die Diagnose zu stellen und die erforderlichen Medikamente unter Berücksichtigung von Alter, Schwangerschaft oder Stillzeit zu indizieren. Die Mehrzahl der Arzneimittel ist rezeptpflichtig, meist wird ein Anthelminthikum (Wurmmittel) verschrieben. Es vergiftet die Parasiten und sorgt dafür, dass diese ausgeschieden werden. Generell sollte die Behandlung über mehrere Wochen wiederholt werden, denn das Wurmgift tötet die Larven nicht ab.

Wer von Parasiten aus den Tropen befallen ist, sollte in Absprache mit dem Hausarzt sicherheitshalber ein spezielles Institut für Tropen- und Infektionskrankheiten aufsuchen. Manche Wurmarten siedeln sich unter der Haut an. In diesem Fall kann ein Chirurg oder Dermatologe die Kleinstlebewesen entfernen. Ersterer ist außerdem zuständig, wenn sich zum Beispiel Hundebandwurmherde im Körper befinden, die herausoperiert werden müssen. Haben sich Parasiten im Auge eingenistet, kann der Augenarzt weiterhelfen.

Hausmittel gegen Würmer

Es gibt einige Gemüsesorten und Früchte, die auf natürlichem Weg helfen, die Parasiten zu vertreiben. Vor allem als Begleitung für eine medikamentöse Behandlung stellen natürliche Mittel eine sinnvolle Unterstützung dar. So hilft roher Knoblauch mit seinen schwefelhaltigen Aminosäuren beim Vertreiben von Würmern im Darm.

Gleiches gilt für Grapefruitkern-Extrakt, der jedoch für Kleinkinder, stillende und werdende Mütter nicht geeignet ist. Zum Abtöten der Eier tragen frische Karotten, die viel Beta-Carotin enthalten, bei. Der sehr unangenehme Juckreiz am After lässt sich mit Sitzbädern in Salzwasser lindern. Auch das Einreiben mit Vaseline, die geruchlos und wasserunlöslich ist, vermindert die lästige Nebenerscheinung.

Quellen

  • Bornhöft, G.: Pathologie Kompakt. Springer, Berlin 1997
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Ringelmann, R., Heym, B.: Parasiten des Menschen. Protozoen, Helminthen und Arthropoden Krankheit, Diagnose und Therapie. Steinkopff, Berlin 2015

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