Saugwürmer

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Saugwürmern handelt es sich um eine Klasse von Plattwürmern. Sie zählen zu den Parasiten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Saugwürmer?

Saugwuermer
Saugwürmer verteilen sich beinahe über den gesamten Erdball.
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Saugwürmer (Trematoda) stellen eine Klasse der Plattwürmer (Plathelminthes) dar.

Die Würmer führen eine parasitäre Lebensweise und umfassen ca. 6000 unterschiedliche Arten.

Ein typisches Merkmal der Saugwürmer bildet ihre blatt- oder walzenförmige Körperform. Außerdem verfügen die Parasiten über zwei Saugnäpfe, die als Haftorgane dienen.

Bekannte Saugwürmer sind zum Beispiel der Pärchenegel, der Darmegel, der Lungenegel und der Große Leberegel.

Einige Saugwürmer verfügen über die Fähigkeit, neben Schweinen, Rindern, Hunden und Katzen auch den Menschen zu befallen und bei ihm Krankheiten auszulösen.

Bei den meisten Saugwurmarten handelt es sich um Zwitter. So verfügen die Tiere sowohl über männliche als auch über weibliche Geschlechtsorgane. Als Hermaphroditen haben sie die Fähigkeit, sich gegenseitig zu befruchten sowie sich selbst zu befruchten. Eine Ausnahme bilden die Pärchenegel (Schistosoma): Sie sind die einzige Gruppe getrenntgeschlechtlich lebender Saugwürmer.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Saugwürmer verteilen sich beinahe über den gesamten Erdball. Sie zeigen sich bevorzugt an den Stellen, an denen sie ihre Wirtstiere finden. So leben ausgewachsene Saugwürmer in zahlreichen Wirbeltierarten. Die ersten Zwischenwirte des Saugwurms bilden stets Schnecken. Als zweite Wirtsform können Fische oder Gliederfüßler (Arthropoden) dienen. Als Endwirt fungiert eine Wirbeltierart ohne feste Zuordnung.

Aufgrund der Fressgewohnheiten seiner Wirte kommt der Saugwurm Fasciola hepatica zumeist in Endwirten wie Schafen und Rindern vor. Es ist aber auch durchaus möglich, dass er Menschen befällt.

Die Länge der Saugwürmer schwankt zwischen 0,2 und 165 Millimetern. Die Egel haben meist eine Körperform, die flach und lang ist. Manchmal ist sie auch gedrungen. Dagegen verfügen Adernegel und Pärchenegel über einen beinahe runden Querschnitt. Der Verdauungstrakt der Saugwürmer endet blind.

Darüber hinaus sind sie mit spezialisierten Sinnesorganen ausgestattet. Am vorderen Körperende besitzt der Saugwurm einen Mundsaugnapf. Weiterhin gibt es einen Bauchsaugnapf. Mit ihren muskulären Saugnäpfen verfügen die meisten Saugwürmer über die Fähigkeit, sich an bestimmte Andockstellen des Wirtskörpers zu heften.

Die meisten Saugwurmarten durchlaufen zwei frei bewegliche Larvenstadien von kurzer Dauer. Das erste Lebensstadium der Saugwurmlarven wird als Wimpernlarve oder Miracidium bezeichnet. Das Miracidium besitzt ein Haarkleid und weist auf die ursprünglichen Verwandten der Plattwürmer, die Turbellarien hin.

Sämtliche Saugwürmer stellen Endoparasiten dar. Ihre Lebenszyklen gelten als komplex. So brauchen die Parasiten für ihren Lebenszyklus prinzipiell verschiedene Wirtsarten. Die Saugwurmeier scheidet der Wirtskörper meist mit dem Kot aus. Leben die Saugwürmer im Wasser, kommt es bei ihnen zum Schlüpfen von Miracidien (Flimmerlarven). Das Miracidium treibt bis zum Aufbrauchen seiner Energiereserven im Wasser umher. Hat die Flimmerlarve Glück, findet sie eine Schnecke, die sich für ihre Weiterentwicklung eignet.

Um in die Schnecke einzudringen, bohrt sich das Miracidium in deren Gewebe ein. Durch Metamorphose kommt es zu einer Umwandlung in einen Brutschlauch. In dieser Sporozyste findet durch Knospung die Entwicklung von Tochtersporozysten oder Redien (Stablarven) statt, die sich bis zur Mitteldarmdrüse der Schnecke vorwärts bewegen.

Aus den Stablarven entwickeln sich weitere Stablarven. Von diesen werden mit Schwanzlarven (Cercarien) neue Larvenformen hervorgebracht. Die Cercarien sind in der Lage, die Wirtsschnecke zu verlassen und einen neuen Zwischenwirt aufzusuchen. Meist handelt es sich dabei um Fische, von denen sie verschluckt werden. Mitunter kommt es bei den betroffenen Fischen durch die Parasiten zu deutlichen Veränderungen ihres Verhaltens.

Eine Ausnahme stellt die Saugwurmfamilie Fasciolidae dar. In dieser heften sich die Cercarien an Wasserpflanzen an. Dort bilden sie Zysten und entwickeln sich zur Metacercarie. Über die Nahrung können die Metacercarien in den Endwirt vordringen, zu denen Vögel oder Säugetiere zählen. Nach dem Aufbrechen der umhüllenden Zysten besiedeln die Jungwürmer in der Regel den Verdauungstrakt. Manche dringen aber auch bis in die Blutbahn, die Lunge oder die Leber vor. An diesen Stellen finden schließlich Geschlechtsreife und Paarung statt.


Krankheiten & Beschwerden

Die meisten Saugwürmer leben in den Tropen. Einige Arten können den Menschen befallen und verschiedene Erkrankungen bei ihm auslösen. Dazu gehören in erster Linie die Pärchenegel (Schistosomen), die in zahlreichen tropischen Ländern die Bilharziose (Schistosomiasis) hervorrufen. So besteht, WHO-Schätzungen zufolge, bei über 200 Millionen Menschen eine Infektion mit Schistosomen. Etwa 120 Millionen Betroffene leiden unter Krankheitssymptomen. Bei rund 20 Millionen Patienten hat der Parasitenbefall sogar ernsthafte Folgen. Ungefähr 20.000 Menschen versterben pro Jahr durch Bilharziose. In der Medizin wird zwischen der Darmbilharziose, der Leber-Milz-Bilharziose sowie der Blasenbilharziose unterschieden.

Bei einem Saugwurmbefall des Menschen im Wasser machen sich zunächst juckende Rötungen auf der Haut bemerkbar. Später leidet der Patient auch unter Fieber. Danach zeigen sich typische Bilharziosebeschwerden wie Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder blutiger Urin. Hält der Wurmbefall mehrere Jahre an, sind bindegewebige Veränderungen am Dickdarm sowie schwere Leberfunktionsstörungen möglich. Bei rechtzeitiger Therapie ist die Prognose der Bilharziose jedoch grundsätzlich positiv.

In gemäßigten Klimazonen wie Europa treten pathogene Saugwürmer aufgrund der umfangreichen Hygienemaßnahmen beim Menschen kaum auf. Bei Wildtieren und Nutztieren gibt es dagegen ausgeprägte Verwurmungen. Gelangen die Egel jedoch in den Körper des Menschen, richten sich die Beschwerden danach, welches Organ befallen wurde. So kommt es bei Egelerkrankungen der Leber oft zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Gelbsucht und Durchfall.

Die Behandlung von Erkrankungen mit Saugwürmern erfolgt mit speziellen Wurmmitteln (Anthelminthika), deren Auswahl und Dauer sich nach der Wurmart richtet. Die Arzneimittel greifen in den Stoffwechsel der Egel ein und töten sie ab, wodurch sie sich über den Stuhl ausscheiden lassen.

Systematik und Verwandtschaft

Innerhalb der Plattwürmer stehen die Saugwürmer den Bandwürmern (Cestoda) am nächsten. Beide haben sich aus frei lebenden Vorfahren entwickelt, an die noch das bewimperte erste Larvenstadium erinnert. Die Klasse der Saugwürmer zerfällt in zwei sehr ungleiche Gruppen. Die Digenea umfassen den weitaus größten Teil der Arten und alle für den Menschen bedeutsamen Vertreter; kennzeichnend für sie ist der Wechsel zwischen mehreren Wirten und zugleich der Wechsel zwischen ungeschlechtlicher Vermehrung in der Schnecke und geschlechtlicher Fortpflanzung im Endwirt, dem die Gruppe ihren Namen verdankt. Die zweite Gruppe, die Aspidogastrea, ist artenarm, lebt überwiegend in Weichtieren und Fischen und hat für den Menschen keine Bedeutung.

Die Hautegel (Monogenea) wurden früher ebenfalls zu den Saugwürmern gestellt. Heute gelten sie als eigene Klasse: Sie leben als Außenparasiten auf der Haut und an den Kiemen von Fischen, durchlaufen nur einen einzigen Wirt und heften sich mit einem hakenbesetzten Haftorgan am Hinterende fest.

Verwirrend ist die deutsche Bezeichnung „Egel“. Sie kommt in den Namen zahlreicher Saugwürmer vor – Leberegel, Lungenegel, Darmegel, Pärchenegel –, bezeichnet aber auch den Blutegel, der zu den Ringelwürmern gehört und mit den Saugwürmern nicht näher verwandt ist. Gemeinsam ist beiden lediglich die saugende Lebensweise, nicht die Abstammung.

Körperbau und Stoffwechsel

Saugwürmer besitzen keine Leibeshöhle; der Raum zwischen Haut und inneren Organen ist mit einem lockeren Füllgewebe ausgefüllt. Sie haben weder Blutgefäße noch Atmungsorgane. Sauerstoff und Nährstoffe müssen deshalb von Zelle zu Zelle durch den Körper hindurch wandern – und genau darin liegt der Grund für die flache Gestalt der meisten Arten: Sie hält die Wege kurz.

Die Körperoberfläche ist ein sogenanntes Tegument, eine lebende Schicht ohne Zellgrenzen, die von tiefer liegenden Zellkörpern versorgt wird. Sie ist zugleich Schutzhülle und Aufnahmefläche für gelöste Nährstoffe und bewahrt den Wurm davor, von den Verdauungsenzymen seines Wirts angegriffen zu werden. Bei den Pärchenegeln, die in der Blutbahn leben, ist sie besonders ausgebildet und für das lange Überleben des Wurms entscheidend.

Der Verdauungskanal beginnt am Mundsaugnapf, geht in einen muskulösen Schlund über und teilt sich anschließend in zwei blind endende Schenkel. Da ein Darmausgang fehlt, werden unverdauliche Reste über die Mundöffnung wieder abgegeben. Das Nervensystem besteht aus einem Nervenknotenpaar am Vorderende und daraus hervorgehenden Längssträngen. Ausgeprägte Sinnesorgane finden sich vor allem bei den frei schwimmenden Larvenstadien, die auf Licht und auf Reizstoffe ihrer künftigen Wirte reagieren.

Im Darm und in der Blutbahn ihrer Wirte steht wenig Sauerstoff zur Verfügung. Die Energiegewinnung erfolgt daher überwiegend durch den Abbau von Kohlenhydraten ohne Sauerstoff; entsprechend legen die Würmer große Zuckervorräte an. Die Geschlechtsorgane nehmen einen erheblichen Teil des Körpers ein – bei einem Parasiten, dessen Nachkommen erst mehrere Wirte durchlaufen müssen, ist die Eiproduktion die entscheidende Leistung.

Wie Saugwürmer krank machen

Der Schaden, den Saugwürmer anrichten, entsteht auf sehr unterschiedliche Weise. Der Große Leberegel wandert nach dem Durchbruch durch die Darmwand quer durch das Lebergewebe, bevor er sich in den Gallenwegen niederlässt. In dieser Wanderungsphase entstehen Blutungen und Gewebeschäden, später eine anhaltende Reizung der Gallengänge mit Vernarbung. Lungenegel siedeln sich im Lungengewebe an und lösen dort langwierige Entzündungen aus, die im Erscheinungsbild einer Tuberkulose ähneln können.

Bei der Bilharziose stammt der eigentliche Schaden dagegen nicht von den Würmern, sondern von ihren Eiern. Die erwachsenen Pärchenegel leben paarweise in kleinen Venen – das schlankere Weibchen liegt in einer Längsfalte des Männchens – und werden vom Immunsystem weitgehend in Ruhe gelassen. Ein Teil der abgelegten Eier gelangt jedoch nicht in den Darm oder in die Harnblase, sondern bleibt im Gewebe stecken. Um jedes einzelne Ei bildet die Abwehr des Wirts einen Entzündungsknoten, der später vernarbt. Erst die Summe dieser unzähligen kleinen Narben führt zu den schweren Spätfolgen: In der Leber entsteht ein bindegewebiger Umbau, der den Blutfluss in der Pfortader staut – daraus erklären sich die Milzvergrößerung und die gefürchteten Blutungen aus erweiterten Venen der Speiseröhre. In der Blasenwand führt die Vernarbung zu Verkalkung und Schrumpfung; eine über Jahre bestehende Blasenbilharziose gilt zudem als Risikofaktor für Blasenkrebs.

Dass Pärchenegel jahrelang unbehelligt in der Blutbahn überdauern können, beruht auf einer wirkungsvollen Tarnung: Sie lagern Moleküle ihres Wirts in ihre Oberfläche ein und werden dadurch von dessen Abwehr nur unzureichend als fremd erkannt.

Nachweis und Diagnostik

Der sicherste Nachweis ist der Fund der Eier. Je nach Art werden sie im Stuhl oder im Urin gesucht; bei der Blasenbilharziose wird der Urin über einen feinen Filter gegeben und dieser anschließend unter dem Mikroskop betrachtet. Die Eier der einzelnen Arten lassen sich gut unterscheiden, weil sie kennzeichnende Stacheln tragen – beim Erreger der Blasenbilharziose sitzt der Stachel am Ende des Eies, bei einem der Erreger der Darmbilharziose seitlich.

Der Eiernachweis hat allerdings Grenzen. In den ersten Wochen und Monaten nach der Ansteckung sind die Würmer noch nicht geschlechtsreif, es werden also noch keine Eier ausgeschieden; beim Großen Leberegel dauert diese Zeitspanne besonders lange, weil der Wurm zunächst durch das Lebergewebe wandert. In dieser Phase stützt sich die Diagnose auf den Nachweis von Antikörpern im Blut und auf eine Vermehrung der eosinophilen weißen Blutkörperchen im Blutbild. Antikörper bleiben nach einer Behandlung noch lange nachweisbar und sagen daher nichts darüber aus, ob noch lebende Würmer vorhanden sind.

Ergänzend zeigen Ultraschall und Schnittbildverfahren die Folgeschäden: die bindegewebigen Umbauten der Leber, die verdickte Blasenwand oder Veränderungen der Gallenwege. Bei Reisenden, die sich in einem Bilharziosegebiet im Süßwasser aufgehalten haben, gilt eine Untersuchung auch ohne Beschwerden als sinnvoll, denn die Erkrankung verläuft über lange Zeit unauffällig.

Bedeutung für Nutz- und Wildtiere

Weit über den Menschen hinaus sind Saugwürmer für Tiere von Bedeutung. Der Große Leberegel gehört zu den wirtschaftlich wichtigsten Parasiten der Weidewirtschaft: Bei Schafen und Rindern führt der Befall zu Leistungseinbußen und Abmagerung, befallene Lebern müssen beim Schlachten verworfen werden. Die erste Zwischenwirtsschnecke lebt auf feuchten Böden, weshalb sich der Befall über die Entwässerung und die gezielte Nutzung nasser Weideflächen steuern lässt.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Abhängigkeit vom Zwischenwirt liefert der Kleine Leberegel. Seine Larven durchlaufen zunächst eine Landschnecke und gelangen mit deren Schleim zu Ameisen. Eine der Larven wandert im befallenen Insekt zum Nervenknoten und verändert dessen Verhalten: Bei kühlen Temperaturen verbeißt sich die Ameise an der Spitze eines Grashalms, statt in den Bau zurückzukehren, und wird so mit größerer Wahrscheinlichkeit von einem weidenden Schaf aufgenommen. Der Parasit steuert hier nicht den Endwirt, sondern das Verhalten des Zwischenwirts – ein Muster, das bei Saugwürmern mehrfach zu beobachten ist.

Vorbeugung

Weil alle Saugwürmer mindestens einen Zwischenwirt benötigen, lässt sich ihr Kreislauf an mehreren Stellen unterbrechen. In Gebieten mit Bilharziose ist der Kontakt mit stehendem oder langsam fließendem Süßwasser der entscheidende Punkt: Baden, Waten und Waschen in solchen Gewässern sollten unterbleiben, da die Larven aktiv durch die Haut eindringen. Abgekochtes oder gefiltertes Wasser ist unbedenklich.

Die übrigen für den Menschen bedeutsamen Saugwürmer werden über die Nahrung aufgenommen. Roher oder ungenügend erhitzter Süßwasserfisch überträgt Leberegel, die sich in den Gallenwegen ansiedeln; roh verzehrte Krebse und Krabben übertragen Lungenegel; roh gegessene Wasserpflanzen wie Brunnenkresse übertragen den Großen Leberegel. Ausreichendes Erhitzen zerstört die Dauerstadien zuverlässig.

Ebenso wichtig ist die Sanitärversorgung: Die Eier müssen ins Wasser gelangen, um die Wirtsschnecken zu erreichen. Wo Abwasser geordnet entsorgt wird, bricht der Kreislauf zusammen – das erklärt, warum Bilharziose und Leberegelbefall beim Menschen in Mitteleuropa praktisch verschwunden sind, während sie in Regionen ohne solche Einrichtungen verbreitet bleiben. In stark betroffenen Ländern werden zusätzlich die Wirtsschnecken bekämpft und Schulkinder in festen Abständen mit Praziquantel behandelt, um die Wurmlast in der Bevölkerung zu senken.

Geschichte

Der Erreger der Bilharziose wurde 1851 von dem deutschen Arzt Theodor Bilharz beschrieben, der in Kairo tätig war und die Würmer bei Untersuchungen Verstorbener in den Venen des Unterleibs fand. Nach ihm ist die Krankheit bis heute benannt, auch wenn die Bezeichnung Schistosomiasis inzwischen üblicher ist. Dass sich die Larven bei Wasserkontakt durch die Haut bohren, wurde erst deutlich später erkannt.

Der Lebenszyklus der Saugwürmer mit der Schnecke als erstem Zwischenwirt galt lange als unerklärlich, weil aus einem einzigen Ei am Ende zahlreiche Würmer hervorgehen. Aufgeklärt wurde er in den 1880er Jahren am Beispiel des Großen Leberegels, unabhängig voneinander durch den Zoologen Rudolf Leuckart in Leipzig und den Naturforscher Algernon Thomas in England. Damit war zugleich verstanden, warum Saugwürmer an feuchte Lebensräume gebunden sind.

Quellen

  • Mehlhorn, H.: Die Parasiten des Menschen.
    ISBN: 9783662653142
  • Lucius, R., Loos-Frank, B.: Biologie von Parasiten.
    ISBN: 9783662548615
  • Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
    ISBN: 9783437216428
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen.
    ISBN: 9783642171574

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