Xanthelasma


Medizinische Qualitätssicherung am 21. Mai 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Xanthelasmen sind zwar harmlos, können aber den Betroffenen trotzdem schwer zu schaffen machen. Die Ablagerungen unter der Haut befinden sich meist an gut sichtbarer Stelle und sind daher ein ästhetisches Problem. Menschen, die Xanthelasmen auf ihrer Haut feststellen, sollten unbedingt sofort ihren Arzt aufsuchen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Xanthelasma?

Xanthelasmen sind gelbliche, manchmal auch rötliche fetthaltige Knötchen in der Haut der Augenlider. Sie tauchen symmetrisch am Innenwinkel der Ober- und Unterlider auf. In den meisten Fällen sind die Oberlider betroffen. Die scharf umrissenen Fettablagerungen sind meist weich (Schaumzellen), bestehen zum größten Teil aus Cholesterin und lassen sich mit etwas Druck verschieben. Die darüber befindliche Haut lässt die Lipid-Ablagerungen durchscheinen.

Obwohl sie nicht ansteckend sind und ihrem Träger keine weiteren Probleme bereiten, lassen die meisten Menschen sie sich chirurgisch entfernen. Die unschönen Fett-Knötchen werden durch eine Störung des Fettstoffwechsels verursacht, die angeboren oder erworben sein kann. Sie tritt meist erst ab dem 40. Lebensjahr auf. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Beim Entstehen von Xanthelasmen wird das überschüssige Fett (meist Cholesterin), in Form von Schaumzellen unter der Hautoberfläche gespeichert. Die Zellen sind eigentlich Makrophagen (Fresszellen) des Immunsystems. Bei Patienten mit Xanthelasmen findet der behandelnde Arzt meist noch zusätzlich einen erhöhten Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus, eine alkoholbedingte Leberzirrhose oder Bauchspeicheldrüsen-Entzündung vor (hyperlipidämische Xanthelasmen).

Allerdings können auch Menschen ohne krankhaft erhöhte Blutfettwerte unter Xanthelasmen leiden (normolipidämische Xanthelasmen). Ob die Neigung zu Xanthelasmen vererbt werden kann, ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Patienten mit Xanthelasmen, die keinen zu hohen Cholesterinspiegel haben, werden von der medizinischen Forschung dennoch als Risikogruppe eingeschätzt: Sie sind gefährdeter, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu entwickeln als Menschen ohne die unschönen subkutanen Fett-Knötchen. Sie erleiden 50 Prozent mehr Herzinfarkte als andere Menschen. Außerdem geht die Forschung davon aus, dass sie eine erhöhte Neigung haben, Cholesterin in die Wände der Blutgefäße einzulagern (Arteriosklerose). Außerdem kann bei ihnen eine primäre biliäre Leberzirrhose vorliegen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Xanthelasmen sind schmerzfrei und mit keinen weiteren Krankheitssymptomen verbunden. Daher werden sie auch als rein kosmetisches Problem angesehen: Die Kosten für ihre Entfernung werden nur von den privaten Krankenkassen übernommen. Die von den Betroffenen als seelisch belastend empfundenen Fetteinlagerungen tauchen mitunter sogar innerhalb kurzer Zeit auf (eruptive Xanthelasmen).

Mitunter findet der Betroffene sie auch noch an anderen Stellen seines Körpers wieder (Sehnenscheiden und Streck-Seiten von Ellbogen, Kniegelenken, Hinterbacken). Dort werden sie Xanthome genannt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Patienten mit Xanthelasmen sollten zuerst ihre Blutwerte überprüfen lassen, um herauszufinden, ob ihre Fettablagerungen durch eine Fettstoffwechselstörung bedingt sind. Der Arzt stellt Cholesterinwerte, Blutzucker, Schilddrüsen und Harnsäurewerte fest. Bei positivem Befund wird die Grunderkrankung behandelt.

Trotz Therapie bilden sich die unschönen Fett-Bläschen meist nicht von allein zurück. Es können sich im Lauf der Zeit sogar immer mehr Xanthelasmen an den Augenlidern bilden. Außerdem können schon vorhandene noch höher und breiter werden. In seltenen Fällen können sie das dauerhafte Herabhängen des Augenlids verursachen (Ptosis).

Komplikationen

Xanthelasmen sind normalerweise nicht mit Komplikationen verbunden. Für viele Betroffene stellen sie allerdings ein kosmetisches Problem dar, das behandelt werden muss. Erfolgt keine Behandlung, etwa, weil die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, hat dies für die betroffene Person oftmals seelische Beschwerden zur Folge.

Es kann zur Entstehung von sozialen Ängsten und Depressionen kommen – Probleme, die Wohlbefinden und Lebensqualität dauerhaft einschränken. Ernste psychische Beschwerden sind vor allem bei einer spontanen Neubildung oder einer Ausbreitung der Fetteinlagerungen auf weitere Körperregionen möglich. Körperliche Beschwerden können auftreten, wenn der Betroffene die Xanthelasmen aufkratzt oder unsachgemäß behandelt.

Bestimmte Kosmetika können Hautreizungen hervorrufen und unter Umständen auch Auswirkungen auf die Fetteinlagerungen haben. Bei der operativen Behandlung besteht immer das Risiko von Narben und Verwachsungen. Zudem können Blutungen und Wundheilungsstörungen auftreten. Auch bei der Anwendung von Trichloressigsäure können Narben zurückbleiben.

Befindet sich das Xanthelasmen im Bereich der Augen, kann es zu einem Ektropium kommen. Die Laserbehandlung kann Narben zurücklassen und zu Verbrennungen führen. Zudem können Empfindungsstörungen im betroffenen Bereich auftreten. Auch allergische Reaktionen sind je nach Art der Behandlung möglich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Veränderungen des Hautbildes sollte ein Arzt die optischen Unregelmäßigkeiten kontrollieren. Treten sie plötzlich und unvermittelt auf, sind sie oftmals ein Hinweis auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Da es Risiken für Komplikationen gibt, ist bei einer Zunahme der Beschwerden oder bei anhaltenden Unstimmigkeiten ein Arzt zu konsultieren. Wenngleich die Xanthelasma aus medizinischer Sicht keinen Krankheitswert zeigen, sollten andere Hauterkrankungen ausgeschlossen werden. Dies geht nur, wenn der Betroffene zur Abklärung der Ursache die Zusammenarbeit mit einem Arzt sucht. Bilden sich Knötchen oder zeigen sich Verfärbungen der Haut, ist dies in vielen Fällen als Warnsignal des Organismus zu verstehen.

Häufig kommt es zu Veränderungen im Bereich der Augenlider. Dies kann unangenehm sein und zu einem optischen Makel führen. Die Rücksprache mit einem Arzt ist anzuraten, wenn aufgrund der Veränderungen des Hautbildes Zustände der seelischen oder emotionalen Belastung entstehen. Kommt es zu starken Gefühlen der Scham oder zeigt sich ein Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben, ist ein Arztbesuch nötig. Bei Ängsten, der Abnahme der kognitiven Leistungen oder einer gedrückten Stimmung benötigt der Betroffene Hilfe. Zeigen sich vegetative Störungen, eine innere Unruhe oder kommt es zu einem nicht enden wollenden Grübeln, ist ein Arztbesuch zu empfehlen.

Therapie & Behandlung

Da die Xanthelasmen auch nach der Behandlung der Grunderkrankung meist nicht verschwinden, empfiehlt sich ihre operative Entfernung. Je nach Lage und Größe der Knötchen werden sie mithilfe der Elektrokauterisation, Kryochirurgie, Lasertechnologie, chirurgischen Exzision und des Auftragens von Trichloressigsäure beseitigt.

Die Exzision hat den Nachteil, dass meist Narben zurückbleiben und die Operationsstelle längere Zeit stark gerötet ist. Da die lästigen Fett-Knötchen meist später an derselben Stelle wieder auftauchen, ist der operative Eingriff meist nur dann sinnvoll, wenn der Patient zugleich noch eine Oberlid-Straffung vornehmen lässt. Die am häufigsten angewandte und erfolgreichste Methode ist das Lasern der Xanthelasmen.

Dabei werden Erbiumlaser, CO2, Farbstoff und Argonlaser eingesetzt. Sie hinterlassen keine sichtbaren Narben. Die gelaserte Hautpartie ist meist schon nach wenigen Tagen verheilt. Spätestens nach der zweiten Behandlung sind die Xanthelasmen endgültig verschwunden und tauchen auch nicht wieder auf. Der einzige Nachteil des Laserns besteht darin, dass an der behandelten Stelle bei manchen Patienten später Hypo- und Hyper-Pigmentierungen auftreten können.

Das Auftragen von 50-prozentiger Trichloressigsäure hat den Nachteil, dass es ebenfalls Narben hinterlässt. In seltenen Fällen kann es sogar zu einem Ektropium kommen (nach außen umgebogener Lidrand). Ein normaler chirurgischer Eingriff kann - falls an der Xanthelasmen-Stelle zu wenig Haut vorhanden ist - dazu führen, dass das Augenlid nicht mehr geschlossen werden kann. Außerdem kann eine (sichtbare) Narben-Schrumpfung auftreten.

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Vorbeugung

Dem Auftauchen von Xanthelasmen kann der Patient nicht vorbeugen, da die genauen Faktoren, die dazu führen, von der medizinischen Forschung noch nicht hundertprozentig geklärt sind. Allerdings kann eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte einen ersten Hinweis auf eine eventuell vorhandene Blutfett-Störung geben. Bei positivem Befund empfiehlt sich eine Ernährungsumstellung auf fettarme Kost mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren. Lipidsenker sorgen zusätzlich für einen normalen Blutfettspiegel.

Eine Reduktionsdiät kann ebenfalls dazu beitragen, dass der Lipid-Haushalt besser reguliert wird. Mit einer gesünderen Lebensweise kann der Patient wenigstens das Risiko des Auftretens von Xanthelasmen etwas verringern. Statt der Lipidsenker kann er auch Allium sativum in den Potenzen D2 bis D6 einnehmen (von den D6 Tropfen 2-mal täglich 10). Auch Artischocken-Extrakt und Artischocken-Presssaft helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Nachsorge

Hautauffälligkeiten wie Xanthelasmen lassen sich chirurgisch problemlos entfernen. Eine örtliche Betäubung sorgt dafür, dass die Patienten eine weitestgehend schmerzfreie Behandlung genießen. Der Eingriff nimmt etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch. Anschließend können Betroffene sofort ihren gewöhnlichen Aktivitäten nachgehen.

Allerdings ist darauf zu achten, mindestens sechs Wochen nach der Behandlung auf eine längere Wärmeeinwirkung wie Sauna oder Solarium zu verzichten. Lange und andauernde Sonneneinstrahlungen gilt es ebenso zu vermeiden. Für die Nachsorge von Xanthelasmen verordnet der Mediziner eine antibiotische Salbe. Eine Wundheilung ist ohne Naht möglich.

Ein Termin zum Fäden ziehen ist dementsprechend nicht notwendig. Patienten sind bereits ein bis zwei Tage nach der Behandlung wieder arbeits- und gesellschaftsfähig. Da das Rückfallrisiko äußerst hoch ist, zählt eine gesunde Ernährung zur Nachsorge. Es ist empfehlenswert, auf eine gemüsereiche-, obstreiche-, und ballaststoffreiche Kost umzustellen. Darüber hinaus ist es ratsam, das Rauchen aufzugeben.

Nikotin erhöht das Risiko erneut an Xanthelasmen zu leiden. Im Regelfall beraten die behandelnden Ärzte im Voraus, was bei der Nachsorge zu beachten ist und wie diese aussieht. Da es verschiedene Möglichkeiten gibt ein Xanthelasma zu entfernen, verändert sich dementsprechend ebenfalls die Art der Nachsorge.

Das können Sie selbst tun

Die Xanthelasma führen zu ästhetischen Unregelmäßigkeiten und damit zu einer emotionalen Herausforderung für die Betroffenen. Hilfreich ist im Alltag ein stabiles und gesundes Selbstbewusstsein. Dieses schützt vor Phasen der starken Befindlichkeit und kann bei der Bewältigung der Erkrankung ein wichtiger Stützpfeiler sein.

Die Beschwerden verbessern sich, wenn sich das körpereigene Gewicht im Normalbereich des BMI befindet. Übergewicht und eine fetthaltige oder übermäßig süße Ernährung sind daher zu vermeiden. Gleichzeitig sollte eine ausreichende Bewegung stattfinden, da diese den Stoffwechsel anregt und dazu beiträgt, vorhandenes Übergewicht abzubauen. Emotionale wie körperliche Stressoren führen zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation, da sie eine zusätzliche Belastung für den gesamten Organismus darstellen. Daher ist der Alltag auf vorhandene Stressauslöser zu überprüfen und nach Möglichkeit sollte insbesondere anhaltender sowie negativ empfundener Stress abgebaut werden. Häufig helfen kognitive Trainings, um den Umgang mit alltäglichen Herausforderungen besser handhaben zu können.

Die Belastung des Herzens ist insgesamt zu verringern. Eine attraktive Freizeitgestaltung und die Konzentration auf Tätigkeiten, die zu einer Verbesserung des Wohlbefindens beitragen, sind daher anzuraten. Bei vielen Betroffenen hilft die Veränderung des Kleidungsstils das Tragen von weiter und lockerer Kleidung zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität. Dadurch können selbst empfundene Problemzonen kaschiert werden.

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Harth, W., Gieler, U.: Psychosomatische Dermatologie. Springer, Heidelberg 2006
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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