Zahnspange
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 5. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Zahnspange ist ein Hilfsmittel aus der Zahnmedizin, das bei der Korrektur von Fehlstellungen der Zähne und/oder des Kiefers eingesetzt wird. Je nach genauem Einsatzgebiet existieren verschiedene Modelle der auch Zahnklammern genannten Apparaturen. Sie werden entweder vom Zahnarzt oder von einem speziell ausgebildeten Kieferorthopäden angebracht.
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Was ist eine Zahnspange?
Zahnspangen, auch als Zahnklammern oder abkürzend Klammern bekannt, werden in der Zahnmedizin eingesetzt, um Fehlstellungen der Zähne oder des Kiefers zu korrigieren.
Die dazu verwendeten Apparaturen werden entweder fest oder herausnehmbar im Mund getragen, wodurch auf Dauer eine Korrektur der Zahnstellung oder auch des Kiefers erreicht werden kann. Meist werden Zahnspangen von Jugendlichen getragen, die sich noch im Wachstum befinden, da dies positiv für eine Verbesserung der Zahn- und Kieferstellung genutzt werden kann.
Durchschnittlich dauert die Behandlung mit einer Zahnspange zwei bis vier Jahre, abhängig von der individuellen Entwicklung und der Art der anfänglichen Fehlstellung. Die Kosten dafür werden bei Minderjährigen oftmals vollständig von der Krankenkasse übernommen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Fehlstellung ausgeprägt genug ist: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nur ab den kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) 3 bis 5 und in der Regel nur bis zum 18. Geburtstag. Der Eigenanteil beträgt 20 Prozent; befinden sich mindestens zwei Kinder einer Familie gleichzeitig in kieferorthopädischer Behandlung, sinkt er für das zweite und jedes weitere Kind auf 10 Prozent. Er wird zunächst selbst gezahlt und nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung erstattet.
Die kieferorthopädischen Indikationsgruppen sind ein Bewertungsschema, das als Anlage zur Richtlinie für die kieferorthopädische Behandlung festgelegt ist. Es kennt elf Befundgruppen, die jeweils mit einem Kurzbuchstaben bezeichnet werden – von der kraniofazialen Anomalie über fehlende Zähne, Durchbruchstörungen, die sagittale Stufe zwischen den Kiefern nach hinten oder nach vorn, den offenen und den tiefen Biss, Abweichungen der Bisslage zur Seite und den Kreuzbiss bis zum Engstand und zum Platzmangel. Innerhalb jeder Gruppe wird der Befund einem Grad zwischen 1 und 5 zugeordnet, bei den messbaren Abweichungen anhand von Millimeterwerten; die schwersten Anomalien sind von vornherein nur in den oberen Graden vorgesehen. Maßstab ist dabei die Frage, ob eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung die Funktion des Beißens, des Kauens, der Artikulation der Sprache oder eine andere Funktion wie die Nasenatmung, den Mundschluss oder die Gelenkfunktion erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht. Maßnahmen, die lediglich kosmetischen Zwecken dienen, gehören ausdrücklich nicht dazu. Von der Altersgrenze gibt es eine Ausnahme für Versicherte mit schweren Kieferanomalien, deren Ausmaß ein kombiniert kieferchirurgisches und kieferorthopädisches Vorgehen erfordert; gemeint sind angeborene Fehlbildungen des Gesichts und der Kiefer, skelettale Dysgnathien und verletzungsbedingte Kieferfehlstellungen.
Geschichte
Die Geschichte der Zahnspange reicht bis in die Antike zurück. Schon die alten Ägypter verwendeten primitive Vorrichtungen, um Zähne zu korrigieren. Archäologen fanden Mumien mit Drähten aus Tierdarm, die um die Zähne gewickelt waren. Auch die Griechen und Römer beschäftigten sich mit der Zahnkorrektur. Der römische Arzt Aulus Cornelius Celsus beschrieb im 1. Jahrhundert nach Christus Techniken, um Zähne manuell in eine bessere Position zu bringen.
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die moderne Kieferorthopädie. Der französische Zahnarzt Pierre Fauchard, der als „Vater der modernen Zahnheilkunde“ gilt, entwarf ein Gerät namens „Bandeau“, das dem heutigen Konzept einer Zahnspange ähnelt. Es bestand aus einem Metallstreifen, der um die Zähne gelegt wurde, um ihre Position zu verändern.
Im 19. Jahrhundert kam es zu weiteren Entwicklungen. Der amerikanische Zahnarzt Edward Angle gilt als Begründer der modernen Kieferorthopädie. Er klassifizierte verschiedene Zahnfehlstellungen und erfand neue Geräte, darunter die erste wirkliche Zahnspange aus Draht und Gummibändern.
Im 20. Jahrhundert wurden Zahnspangen zunehmend populär und durch den Einsatz neuer Materialien wie Edelstahl und Kunststoff weiterentwickelt. Technologische Fortschritte führten zu unsichtbaren Zahnspangen, wie sie heute verwendet werden.
Vorteile & Nutzen
Zahnspangen bieten eine präzise und kontrollierte Möglichkeit, Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Ein wesentlicher Vorteil von Zahnspangen ist ihre Vielseitigkeit. Sie können sowohl bei einfachen als auch bei komplexen Fällen von Zahnfehlstellungen eingesetzt werden. Im Vergleich zu herausnehmbaren Alignern bieten feste Zahnspangen eine kontinuierliche Krafteinwirkung, was die Behandlung oft effektiver und schneller macht.
Ein weiterer Vorteil ist die Anpassungsfähigkeit. Moderne Zahnspangen können individuell auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Sie sind in der Lage, sowohl die Zähne als auch den Kiefer in die gewünschte Position zu bringen. Dies ist besonders bei komplizierten Fällen wichtig, bei denen nicht nur die Zähne, sondern auch der Kiefer korrigiert werden muss.
Festsitzende Zahnspangen sind außerdem zuverlässig. Da sie fest im Mund verankert sind, können sie nicht verloren gehen oder falsch getragen werden, was bei herausnehmbaren Alignern ein Problem darstellen kann. Dadurch wird sichergestellt, dass die Behandlung ununterbrochen fortgesetzt wird.
Ein weiterer Vorteil ist die Bandbreite an verfügbaren Materialien und Designs. Zahnspangen gibt es mittlerweile in ästhetisch ansprechenden Varianten wie Keramik oder lingualen Modellen, die weniger sichtbar sind und somit auch für kosmetisch bewusste Patienten eine attraktive Option darstellen.
Formen, Arten & Typen
Zahnspangen unterscheiden sich grob in festsitzende und herausnehmbare Modelle. Herausnehmbare Klammern werden entweder in den Ober- oder in den Unterkiefer eingesetzt und können beispielsweise beim Essen oder sportlichen Betätigungen entfernt werden, was von vielen Betroffenen als angenehm empfunden wird.
Allerdings muss hier darauf geachtet werden, dass die Zahnspange, wie vom Kieferorthopäden vorgeschrieben, täglich für eine bestimmte Stundenanzahl getragen wird; ansonsten kann der Erfolg der Therapie gefährdet sein.
Bei den festsitzenden Zahnspangen werden sogenannte Brackets fest auf den einzelnen Zähnen angebracht und mit einem Draht verbunden. So können die Zähne über einen Zeitraum von mehreren Monaten bzw. Jahren Stück für Stück in die gewünschte Position gedrückt werden.
Innerhalb dieser beiden Gruppen gibt es eine Reihe von Bauformen. Zu den herausnehmbaren Geräten zählen neben den Platten die funktionskieferorthopädischen Apparaturen wie Aktivator, Bionator oder Funktionsregler. Sie sind nicht verankert, sondern liegen locker im Mund und lenken die Kräfte der Kau- und Gesichtsmuskulatur so um, dass sich die Lage der Kiefer zueinander verändert. Eine Dehnschraube in einer Gaumenplatte verbreitert einen zu schmalen Oberkiefer; bei stärkerer Enge kann dafür auch ein fest verschraubtes Gerät verwendet werden, das die Gaumennaht öffnet. Als Verankerung außerhalb des Mundes dient die Außenspange, im Fachjargon Headgear genannt, die über ein Band im Nacken oder am Hinterkopf abgestützt und vor allem abends und nachts getragen wird. Bei den festsitzenden Apparaturen unterscheiden sich die Brackets vor allem im Material und in der Art, wie der Bogen gehalten wird: Neben den üblichen Metallbrackets gibt es zahnfarbene Varianten aus Keramik oder Kunststoff sowie selbstligierende Brackets mit einem kleinen Verschlussmechanismus anstelle der Gummiringe. Bei der Lingualtechnik sitzen die Brackets auf der Zungenseite der Zähne, sodass die Apparatur von außen nicht zu sehen ist.
Aufbau, Funktion & Wirkungsweise
Die genaue Funktionsweise der einzelnen Zahnspangen hängt vom jeweiligen Modell ab. Herausnehmbare Klammern werden besonders dann eingesetzt, wenn sich der Patient noch im Zahnwechsel befindet.
Die sogenannten aktiven Platten lenken die Bewegung des Wachstums in die richtige Richtung und können im Kiefer so Platz für die bleibenden Zähne schaffen. Bei bereits bleibenden Zähnen können Zahnspangen mit aktiven Platten verwendet werden, die geringere Bewegungen verursachen und so die Stellung der Zähne positiv verändern.
Herausnehmbare Zahnspangen werden nach dem Anfertigen eines Gebiss- und Kieferabdrucks individuell angefertigt. Festsitzende Zahnspangen korrigieren die Stellung der Zähne mithilfe eines Drahtes, der mit den auf den einzelnen Zähnen sitzenden Brackets verbunden ist. Die Spannung des Drahtes kann nach und nach auf Wunsch vom Kieferorthopäden erhöht werden. So kann die Position der Zähne im Laufe der Zeit langsam verändert werden.
Festsitzende Zahnspangen können in jedem Lebensalter eingesetzt werden, denn die langsamen Positionsveränderungen sind auch bei Erwachsenen mit ausgewachsenen Kiefern möglich. Wird eine Zahnspange getragen, muss der Sitz dieser zusammen mit dem individuellen Fortschritt regelmäßig vom behandelnden Kieferorthopäden kontrolliert werden, um eine optimale Entwicklung zu gewährleisten.
Dass sich Zähne überhaupt verschieben lassen, liegt am Aufbau ihres Halteapparats. Die Wurzel steht nicht starr im Kiefer, sondern ist über die Fasern der Wurzelhaut federnd im Zahnfach aufgehängt. Wirkt über längere Zeit ein leichter Druck in eine Richtung, wird der Knochen auf der Druckseite abgebaut und auf der Gegenseite neu angelagert; der Zahn wandert mit diesem Umbau mit. Der Vorgang braucht Wochen, weshalb die Kräfte klein und möglichst gleichmäßig sein müssen. Stärkere Kräfte bewegen den Zahn nicht schneller, sondern pressen die Wurzelhaut zusammen, unterbrechen dort die Durchblutung und können die Wurzelspitze schädigen. Aus demselben Grund wird der Bogen nicht in einem Schritt, sondern in mehreren Stufen von dünnen, elastischen zu dickeren, formstabilen Drähten gewechselt. Das Ziehen oder Druckgefühl in den ersten Tagen nach dem Einsetzen und nach jeder Nachstellung ist die unmittelbare Folge dieses Umbaus und lässt üblicherweise von selbst wieder nach.
Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen
Zahnspangen werden in der Zahnheilkunde verwendet, um verschiedene Arten von Fehlstellungen der Zähne oder des Kiefers zu korrigieren. Insbesondere bei Jugendlichen kommen die mechanischen Apparaturen zum Einsatz, um vorliegende Fehlstellungen frühzeitig zu korrigieren.
Auf diese Weise lassen sich spätere chirurgische Eingriffe vermeiden, die zur Korrektur schwerer Fehlstellungen eventuell stattfinden müssten. Auch damit verbundene psychische Belastungen oder Probleme beim Sprechen oder Kauen, die mit einer Zahn- oder Kieferfehlstellung einhergehen könnten, können so frühzeitig vermieden werden. Ob die Behandlung mit einer Zahnspange notwendig ist, kann der behandelnde Zahnarzt oder Kieferorthopäde nach einer eingehenden Untersuchung feststellen.
In diesem Zuge kann auch entschieden werden, welches Spangenmodell sich für den individuellen Fall am besten eignet. Dabei sollte auch in Betracht gezogen werden, dass festsitzende Spangen zwar durch das dauerhafte Tragen unter Umständen einen besseren Erfolg versprechen, für den Betroffenen aber teilweise auch als unangenehm empfunden werden können. So lassen sich herausnehmbare Spangen beispielsweise besser reinigen und können so das Kariesrisiko durch Speisereste verringern. Bei der Wahl der richtigen Zahnspange kann der Kieferorthopäde behilflich sein.
Anwendung & Sicherheit
Die Anwendung von Zahnspangen beginnt mit einer gründlichen Diagnose durch einen Kieferorthopäden. Dazu gehören Röntgenaufnahmen, Abdrücke und digitale Scans, um die Zahnstellung und den Kiefer zu analysieren. Basierend auf diesen Daten wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Die Zahnspange, bestehend aus Brackets, Bändern und Drähten, wird dann präzise auf die Zähne aufgebracht. Während der Behandlung werden die Drähte regelmäßig angepasst, um kontinuierlich Druck auf die Zähne auszuüben und sie in die gewünschte Position zu bewegen.
Die Sicherheit von Zahnspangen ist hoch. Moderne Materialien wie Edelstahl, Keramik und spezielle Kunststoffe sind biokompatibel und hypoallergen, um Risiken wie Allergien oder Reizungen zu minimieren. Die Anwendung selbst erfolgt unter strengen hygienischen Bedingungen, um Infektionen vorzubeugen. Patienten müssen während der Behandlung jedoch eine gründliche Mundhygiene einhalten, da das Tragen von Zahnspangen das Risiko von Karies und Zahnfleischentzündungen erhöht.
Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Zahnspangen unterliegt strengen Standards. Sowohl die verwendeten Materialien als auch der Herstellungsprozess werden regelmäßig geprüft, um sicherzustellen, dass die Produkte sicher, langlebig und effektiv sind. Hersteller müssen sich an internationale Normen wie ISO 13485 halten, die spezifische Anforderungen für Medizinprodukte festlegen. Jede Zahnspange wird vor der Anwendung gründlich überprüft, um eine optimale Passform und Funktionalität zu gewährleisten.
Für die Planung sind bestimmte Unterlagen vorgeschrieben: Gebissmodelle beider Kiefer mit fixiertem Zusammenbiss samt Auswertung, eine Röntgendarstellung aller Zähne und Zahnkeime, für die einem strahlenreduzierten Verfahren wie der Panoramaschichtaufnahme der Vorzug gegeben werden soll, sowie je nach Fragestellung ein Fernröntgenseitenbild mit Durchzeichnung, eine Aufnahme der Hand zur Beurteilung des Knochenalters und Fotografien von vorn und im Profil. Der Behandlungsbeginn ist an den Zahnwechsel gekoppelt: In der Regel soll erst mit dem späten Wechselgebiss begonnen werden. Eine Frühbehandlung ist nur in eng umschriebenen Ausnahmefällen vorgesehen, etwa bei einem ausgeprägten Kreuzbiss oder einem starken Rückbiss; sie soll nicht vor dem vierten Lebensjahr beginnen und innerhalb von sechs Kalenderquartalen abgeschlossen sein. Für die frühe Behandlung einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte und anderer schwerer Fehlbildungen sieht die Richtlinie diese Fristen nicht vor. Ausdrücklich hervorgehoben wird die Mitarbeit: Dauer und Erfolg hängen wesentlich von ihr ab, und mangelnde Mundhygiene gefährdet die Durchführung der Behandlung. Zeigt sich trotz Aufklärung und Anleitung keine ausreichende Mitwirkung, muss das Behandlungsziel neu bestimmt und gegebenenfalls die Behandlung beendet werden. Der sichtbarste Schaden bei vernachlässigter Reinigung sind weißliche Entkalkungsflecken rund um die Brackets, die auch nach dem Abnehmen der Spange bestehen bleiben.
Alternativen
Es gibt mehrere Alternativen zu Zahnspangen, die bei der Korrektur von Zahnfehlstellungen eingesetzt werden können, insbesondere wenn der Gebrauch von herkömmlichen Zahnspangen nicht möglich ist oder andere Vorlieben bestehen.
Eine der beliebtesten Alternativen sind Aligner. Diese durchsichtigen, herausnehmbaren Schienen werden speziell angefertigt, um die Zähne schrittweise in die richtige Position zu bringen. Sie sind nahezu unsichtbar und eignen sich besonders für Erwachsene, die eine diskrete Behandlung bevorzugen. Aligner müssen täglich getragen und alle paar Wochen gewechselt werden, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Eine weitere Alternative sind Veneers, die vor allem bei ästhetischen Problemen angewendet werden. Dabei handelt es sich um dünne Keramik- oder Kunststoffschalen, die auf die Vorderseite der Zähne geklebt werden, um das Aussehen zu verbessern. Veneers sind jedoch keine echte Alternative für komplexe Fehlstellungen, sondern eher für kosmetische Korrekturen.
In bestimmten Fällen kann eine kieferorthopädische Chirurgie erforderlich sein, insbesondere wenn die Fehlstellung stark ausgeprägt ist und durch Zahnspangen allein nicht korrigiert werden kann. Diese Methode kann in Kombination mit Zahnspangen oder Alignern angewendet werden, um die Kieferstellung zu korrigieren.
Schließlich gibt es Retainer, die nach einer Zahnspangenbehandlung verwendet werden, um die Zähne in ihrer neuen Position zu halten. Diese Geräte sind weniger invasiv und können herausnehmbar oder fest eingesetzt werden.
Der Retainer ist damit streng genommen keine Alternative zur Zahnspange, sondern deren Abschluss: Er gehört zur Retentionsphase, die auf die eigentliche Korrektur folgt. Sie ist nötig, weil die Fasern des Zahnhalteapparats und die umgebenden Weichteile noch längere Zeit zurückwirken und die Zähne sonst dazu neigen, in ihre Ausgangsstellung zurückzuwandern. Die Retention zählt deshalb zur Behandlung: Entsprechende Maßnahmen sind bis zu zwei Jahren nach dem Ende des Kalenderquartals, für das die letzte Abschlagszahlung geleistet worden ist, Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung, längstens bis zum Abschluss der Behandlung einschließlich der Retention. Ein festsitzender Retainer hinter den Unterkieferfrontzähnen ist dabei nur bei einem entsprechenden Befund in diesem Bereich vorgesehen. Den Abschluss der Behandlung einschließlich der Retention bestätigt der Zahnarzt schriftlich. Für die Wahl zwischen den übrigen Möglichkeiten gilt außerdem eine wirtschaftliche Vorgabe: Stehen mehrere Behandlungsarten zur Verfügung, die den gleichen Erfolg versprechen, soll diejenige vorgesehen werden, die auf Dauer am wirtschaftlichsten ist. Wer eine ästhetisch aufwendigere Variante wie zahnfarbene Brackets, die Lingualtechnik oder durchsichtige Schienen wünscht, trägt die Mehrkosten daher in der Regel selbst.
Quellen
- Kahl-Nieke, B.: Einführung in die Kieferorthopädie.
ISBN: 9783769136319
- Hellwig, E., Schäfer, E., Klimek, J., Attin, T.: Einführung in die Zahnerhaltung.
ISBN: 9783769137842
- Wolf, H. F., Rateitschak-Plüss, E. M., Rateitschak, K. H.: Parodontologie.
ISBN: 9783131698032
- Schwenzer, N., Ehrenfeld, M. (Hrsg.): Zahnärztliche Chirurgie.
ISBN: 9783132430327
- Kern, M., Wolfart, S., Heydecke, G., Witkowski, S.: Curriculum Prothetik.
ISBN: 9783868675726
