Angiographie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Angiographie ist ein radiologisches Verfahren zur Darstellung der Gefäße des menschlichen Organismus. Im Rahmen einer angiographischen Untersuchung lassen sich die venösen und arteriellen Blutbahnen sowie die Lymphgefäße mit Hilfe von Röntgen, Magnetresonanz- bzw. Computertomographie abbilden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Angiographie?

Angiographie
Angiographie ist die Darstellung von Gefäßen, meist Blutgefäßen mittels diagnostischer Bildgebungsverfahren, beispielsweise Röntgen oder Magnetresonanztomografie (MRT). Hierzu wird häufig ein Kontrastmittel in das Blutgefäß injiziert.

Als Angiographie wird ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung der menschlichen Gefäße und deren Veränderungen (u.a. Engstellen) bezeichnet; die klassische Kathetertechnik unter Anwendung von Kontrastmitteln ist minimal-invasiv, CT- und Magnetresonanzangiographie kommen dagegen ohne Katheter aus.

Standardmäßig wird eine Angiographie als sogenannte Digitale Subtraktionsangiographie durchgeführt. Daneben stehen die CT-Angiographie, Magnetresonanzangiographie oder zur bildgebenden Darstellung des Augenhintergrunds die Indocyaningrün-Angiographie zur Verfügung.

Im Rahmen der unterschiedlichen angiographischen Untersuchungsverfahren können die Venen (Phlebographie), die Arterien (Arteriographie), die Lymphgefäße (Lymphographie), die Herzkranzgefäße (Koronarangiographie), Krampfadern (Varikographie) sowie Gefäßprothesen dargestellt werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zur Darstellung der Gefäße wird bei der konventionellen Angiographie eine zumeist in C-Bogen-Anordnung angebrachte Röntgenröhre mit Bildverstärker eingesetzt. Während der Angiographie wird der C-Bogen am bzw. um den Patienten geführt, um eine Aufnahme der Gefäße aus verschiedenen Perspektiven zu gewährleisten.

Im Vorfeld der Untersuchung wird dem Betroffenen ein Lokalanästhetikum verabreicht, um anschließend eine Punktionsnadel schmerzfrei in die zu untersuchende Arterie bzw. Vene einführen zu können. Über die Punktionsnadel wird zunächst ein flexibler, schmaler Führungsdraht mit weicher Spitze eingebracht, um dann mit Hilfe des Drahtes einen Katheter an die zu untersuchende Stelle im Gefäß zu platzieren. Ein über den Katheter injiziertes Kontrastmittel dient der Visualisierung und Beurteilbarkeit des Blutgefäßes.

Während der Injektion des Kontrastmittels werden mit der Röntgenröhre in kurzen Intervallen elektronische Aufnahmen der zu beurteilenden Region angefertigt, die im Anschluss mit dem Computer so nachbearbeitet werden, dass lediglich die interessierenden Blutgefäße dargestellt werden (Digitale Subtraktionsangiographie). Demgegenüber wird das Kontrastmittel bei einer CT-Angiographie nicht direkt in den zu untersuchenden Gefäßbereich, sondern in die Armvene injiziert.

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Die Angiographie ist ein radiologisches Verfahren zur Darstellung der Gefäße des menschlichen Organismus.

Die MR-Angiographie liefert dreidimensionale Bilder und kann mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt werden. Ein Vorteil gegenüber der konventionellen röntgenologischen Gefäßdarstellung ist, dass die MR-Angiographie ohne Katheter und ohne Röntgenstrahlung auskommt. Eine Angiographie dient als wichtiges Instrument der Diagnoseabsicherung bei Gefäßerkrankungen. So kommt eine Angiographie bei Veränderungen der arteriellen Gefäße wie Arteriosklerose und deren Sekundärerkrankungen (Stenosen, periphere arterielle Verschlusskrankheit), bei akuten Verschlüssen (u.a. Herzinfarkt), Aneurysmen (Gefäßaussackung), Fehlbildungen sowie Verletzungen von Gefäßen zum Einsatz.

Thrombosen und Krampfadern sind typische Veränderungen der venösen Gefäße und können ebenfalls angiographisch dargestellt werden. Zudem kann eine Angiographie im Vorfeld von chirurgischen Eingriffen bei peripheren vaskulären Verschlusskrankheiten, insbesondere bei stark restringierter Gehstrecke (unter 200 Metern), bei einer ausgeprägten Verengung der hirnversorgenden Gefäße oder zur Abbildung der Gefäße des zu operierenden Organs (u.a. Leber) durchgeführt werden.

Darüber hinaus kann eine Angiographie dem Ausschluss oder Nachweis einer Nierenarterienstenose (Verengung der Arteria renalis) bei unkontrollierbarer Hypertonie (Bluthochdruck) dienen.


Risiken & Gefahren

Da eine Angiographie mit Kathetertechnik ein minimal-invasives Verfahren darstellt, sind bei regelrechter Durchführung schwerwiegende Komplikationen selten. Im Anschluss an die Untersuchung kann sich in seltenen Fällen an der Punktionsstelle ein Bluterguss manifestieren.

Beeinträchtigungen der Gefäßwände (u.a. Aneurysma) treten ebenfalls sehr selten auf. Äußerst selten werden bei ausgeprägten Veränderungen und/oder Verkalkungen in Kombination mit Stenosen, Blutgerinnseln oder Verschlüssen Verletzungen der Gefäße durch den Katheter oder Führungsdraht beobachtet. Darüber hinaus können bei einer im Vorfeld nicht festgestellten Empfindlichkeit gegenüber Jod als Reaktion auf das Kontrastmittel Niesen, Pruritus (Juckreiz), Hautausschlag oder Übelkeit sowie im ungünstigsten Fall schwere Reaktionen des Herz-Kreislaufsystems (anaphylaktischer Schock) auftreten.

Ferner sollte eine Angiographie nicht zum Einsatz kommen, wenn eine hämorrhagische Diathese (erhöhte Blutungsneigung) oder eine generalisierte Entzündung (u.a. Sepsis) vorliegt. Während eine Angiographie mit jodhaltigen Kontrastmitteln bei einer ausgeprägten Überempfindlichkeit wegen des erhöhten Risikos für einen anaphylaktischen Schock kontraindiziert ist, kann bei einer Kontrastmittelreaktion leichter Ausprägung medikamentös gegengesteuert werden, um eine möglichst komplikationsarme Angiographie zu ermöglichen.

Bei Fehlfunktionen der Schilddrüse ist eine Kontrolle der Stoffwechsellage des Organs im Vorfeld der angiographischen Untersuchung angezeigt, um ein Entgleisen zu vermeiden. Liegt eine Funktionsstörung der Nieren mit erhöhtem Kreatinin-Wert vor, sollten zur Reduzierung des Risikos für zusätzliche Funktionsbeeinträchtigungen (Kontrastmittelnephropathie) alternative Untersuchungsverfahren wie Doppler-Sonographie oder Kernspintomographie gegen eine Angiographie abgewogen werden. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass die konventionelle Angiographie und die CT-Angiographie mit Röntgenstrahlen arbeiten und daher mit einer Strahlenbelastung verbunden sind; Magnetresonanzangiographie und Doppler-Sonographie kommen ohne sie aus.

Geschichte & Entwicklung

Die Darstellung von Blutgefäßen im Röntgenbild wurde bereits kurz nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen erprobt. An Präparaten ließen sich die Gefäße füllen und abbilden; am lebenden Menschen fehlte jedoch zunächst ein Mittel, das den Blutstrom sichtbar macht, ohne ihn zu schädigen.

Der entscheidende Schritt gelang in den 1920er Jahren. Der portugiesische Neurologe Egas Moniz stellte 1927 erstmals die Hirngefäße eines lebenden Menschen dar, indem er ein Kontrastmittel in die Halsschlagader einbrachte; damit war die Zerebralangiographie begründet. Wenig später, im Jahr 1929, führte der deutsche Arzt Werner Forßmann im Selbstversuch einen dünnen Schlauch über eine Armvene bis in sein eigenes Herz und belegte mit einer Röntgenaufnahme, dass dies möglich war - der Beginn der Herzkatheteruntersuchung.

Zum breit einsetzbaren Verfahren machte die Angiographie eine Technik des schwedischen Radiologen Sven Ivar Seldinger. Er beschrieb 1953 ein Vorgehen, bei dem das Gefäß mit einer Nadel punktiert, durch die Nadel ein Führungsdraht eingelegt und über den liegenden Draht der Katheter eingeschoben wird. Weil das Gefäß dabei nicht chirurgisch freigelegt werden muss, ist die nach ihm benannte Seldinger-Technik bis heute die Grundlage nahezu aller Katheterverfahren.

Einen weiteren Einschnitt brachte die elektronische Bildverarbeitung. Bei der digitalen Subtraktionsangiographie wird vor der Kontrastmittelgabe eine Leeraufnahme angefertigt und rechnerisch von den späteren Bildern abgezogen; übrig bleibt allein das kontrastmittelgefüllte Gefäß, während Knochen und Weichteile aus dem Bild verschwinden. Das Verfahren setzte sich ab dem Ende der 1970er Jahre durch und ließ zu, mit deutlich geringeren Kontrastmittelmengen auszukommen. Später traten mit der CT-Angiographie und der Magnetresonanzangiographie Verfahren hinzu, die ohne Katheter arbeiten und die rein diagnostische Katheteruntersuchung bei vielen Fragestellungen abgelöst haben.

Vorbereitung und Ablauf aus Sicht des Patienten

Vor einer Katheterangiographie steht ein Aufklärungsgespräch, in dem Ablauf, Nutzen und Risiken erläutert werden und in das die Vorgeschichte des Patienten einfließt: frühere Kontrastmittelreaktionen, bekannte Allergien, Erkrankungen der Schilddrüse und der Nieren sowie die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente. Aus dem Blut werden vorab die Nieren- und Gerinnungswerte sowie die Schilddrüsenwerte bestimmt, weil jodhaltiges Kontrastmittel beide Organe belasten kann. Ob und wie lange der Patient nüchtern bleiben soll und wie mit blutverdünnenden Medikamenten zu verfahren ist, legt die untersuchende Abteilung fest.

Die Untersuchung findet in einem Röntgenraum statt, in dem Röntgenröhre und Bilddetektor einander an einem beweglichen Bogen gegenüberstehen. Der Patient liegt auf einem schmalen Tisch; die Punktionsstelle - meist in der Leiste, seltener am Handgelenk oder in der Ellenbeuge - wird rasiert, desinfiziert und steril abgedeckt. Betäubt wird lediglich die Haut über dem Gefäß. Die Gefäßwand und das Gefäßinnere selbst sind nicht schmerzempfindlich, sodass das Vorschieben des Katheters nicht zu spüren ist.

Deutlich wahrnehmbar ist dagegen die Kontrastmittelgabe. Viele Patienten beschreiben ein kurzes Wärmegefühl, das sich vom Injektionsort her ausbreitet, gelegentlich begleitet von einem metallischen Geschmack; diese Empfindungen klingen rasch wieder ab. Während der Aufnahmeserien wird der Patient gebeten, still zu liegen und kurz die Luft anzuhalten, weil schon geringe Bewegungen die Subtraktionsrechnung stören.

Nach dem Zurückziehen des Katheters wird die Punktionsstelle abgedrückt, bis die Blutung steht, und mit einem Druckverband versorgt; alternativ kommen Verschlusssysteme zum Einsatz, die das Gefäß von innen abdichten. Anschließend bleibt der Patient unter Beobachtung, weil sich Nachblutungen und Blutergüsse an der Punktionsstelle erst in den Stunden danach zeigen. Kontrolliert werden dabei auch Puls und Durchblutung des betroffenen Beins oder Arms. Zur Ausscheidung des Kontrastmittels über die Nieren wird auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet, soweit dem keine Herz- oder Nierenerkrankung entgegensteht.

Die angiographischen Verfahren im Vergleich

Unter dem Oberbegriff Angiographie stehen heute mehrere Verfahren nebeneinander, die sich in Aufwand, Belastung und Aussagekraft unterscheiden.

Die Katheterangiographie mit digitaler Subtraktion liefert die feinste Auflösung und stellt den Blutfluss in seinem zeitlichen Verlauf dar. Sie zeigt also nicht nur, wo ein Gefäß verengt ist, sondern auch, wie sich das Blut an einer Engstelle vorbei verteilt und ob sich Umgehungskreisläufe gebildet haben. Zugleich ist sie die aufwendigste Form, weil sie eine Gefäßpunktion voraussetzt.

Die CT-Angiographie benötigt lediglich einen venösen Zugang am Arm. Sie erfasst in kurzer Zeit große Körperabschnitte und bildet neben dem Gefäß auch dessen Umgebung ab, was etwa bei Verletzungen oder bei der Planung von Eingriffen von Bedeutung ist. Ausgeprägte Verkalkungen der Gefäßwand können die Beurteilung des verbliebenen Innenraums allerdings erschweren, weil Kalk und Kontrastmittel im Bild ähnlich hell erscheinen.

Die Magnetresonanzangiographie arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen. Sie lässt sich mit einem gadoliniumhaltigen Kontrastmittel durchführen, in bestimmten Techniken auch ganz ohne Kontrastmittel, indem das strömende Blut selbst als Signalquelle genutzt wird. Sie ist zeitaufwendiger, verlangt ruhiges Liegen in einer engen Röhre und kommt bei bestimmten Implantaten nicht in Betracht.

Die Doppler- und Duplexsonographie schließlich ist weder mit Röntgenstrahlen noch mit Kontrastmittel verbunden und beliebig wiederholbar. Sie eignet sich besonders für oberflächennahe Gefäße wie die Hals- und Beinarterien sowie für Verlaufskontrollen, hängt aber stärker als die übrigen Verfahren von der Erfahrung des Untersuchers ab und stößt bei tief gelegenen Gefäßen sowie bei Überlagerung durch Darmluft an Grenzen.

Welches Verfahren gewählt wird, richtet sich nach der Fragestellung, nach den Begleiterkrankungen und danach, ob in derselben Sitzung behandelt werden soll. In der Regel steht heute ein Verfahren ohne Gefäßpunktion am Anfang; die Katheterangiographie wird vorgezogen, wenn ihre Auflösung benötigt wird oder wenn ohnehin ein Eingriff geplant ist.

Von der Diagnostik zur Behandlung

Der Katheter, der zur Darstellung eines Gefäßes eingeführt wird, kann zugleich als Arbeitskanal dienen. Aus dieser Möglichkeit ist ein eigenes Arbeitsgebiet hervorgegangen, die interventionelle Radiologie, deren Eingriffe unter angiographischer Sicht ablaufen.

Am bekanntesten ist die Aufdehnung einer Engstelle mit einem Ballon, der über den Draht in die Verengung geschoben und dort entfaltet wird. Damit sich das Gefäß nicht erneut verschließt, wird häufig eine feine Gefäßstütze eingesetzt, ein Stent. An den Herzkranzgefäßen geschieht dies im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung und kann sich unmittelbar an die Darstellung anschließen.

Umgekehrt lassen sich Gefäße über den Katheter auch gezielt verschließen. Das kommt bei Blutungen in Betracht, die auf anderem Weg schwer zu erreichen sind, ferner bei Gefäßfehlbildungen und bei bestimmten Geschwülsten, deren Blutzufuhr vor einer Operation vermindert werden soll. Bei einer Aussackung der Bauchschlagader kann über die Leistengefäße eine ummantelte Gefäßstütze eingebracht werden, die die Aussackung von innen überbrückt.

Beim Schlaganfall durch den Verschluss einer großen Hirnarterie besteht die Möglichkeit, das Blutgerinnsel mit einem Katheter mechanisch zu entfernen. Alle diese Eingriffe setzen die angiographische Darstellung der Gefäße voraus; Diagnostik und Behandlung gehen hier ineinander über.

Angiographie einzelner Körperregionen

Die Bezeichnung wechselt mit dem untersuchten Gefäßgebiet, und mit ihm wechseln auch Zugang und Fragestellung.

Die Koronarangiographie stellt die Herzkranzgefäße dar. Der Katheter wird von der Leiste oder vom Handgelenk aus bis zum Abgang der Kranzgefäße aus der Hauptschlagader geführt; das Kontrastmittel wird dort abgegeben. Gefragt wird nach Engstellen und Verschlüssen, die eine Koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt verursachen.

Die Zerebralangiographie betrifft die hirnversorgenden Gefäße. Sie kommt vor allem bei Aneurysmen, bei Gefäßfehlbildungen und bei der Abklärung eines Schlaganfalls zum Einsatz; für Verlaufskontrollen werden hier bevorzugt die CT- und die Magnetresonanzangiographie genutzt.

Die Angiographie der Becken- und Beinarterien dient der Beurteilung der Durchblutung bei einer arteriellen Verschlusskrankheit und der Planung einer Aufdehnung oder einer Bypassoperation. In den Nierenarterien wird nach einer Verengung gesucht, die einen Bluthochdruck unterhalten kann.

Die Pulmonalisangiographie stellt die Lungenarterien dar. Sie diente früher dem Nachweis einer Lungenembolie, wird für diese Frage heute aber überwiegend durch die CT-Angiographie ersetzt. In der Leber wiederum werden die Gefäße vor Eingriffen dargestellt, unter anderem um Geschwülste über ihre zuführenden Arterien gezielt zu behandeln.

Grenzen und Fehlerquellen

Auch eine technisch einwandfreie Angiographie bildet nicht alles ab. Das Röntgenverfahren zeigt den mit Kontrastmittel gefüllten Innenraum des Gefäßes, nicht aber die Gefäßwand selbst. Eine Ablagerung, die sich nach außen ausdehnt, ohne den Innenraum einzuengen, bleibt daher unauffällig. Für die Beurteilung der Wand stehen andere Verfahren zur Verfügung, etwa der intravaskuläre Ultraschall.

Weil ein Schattenbild entsteht, hängt die Beurteilung einer Engstelle von der Blickrichtung ab: Eine ovale Verengung kann in der einen Ebene deutlich, in der senkrecht dazu stehenden kaum erkennbar sein. Aus diesem Grund werden Aufnahmen aus mehreren Richtungen angefertigt. Bewegt sich der Patient während einer Serie, versagt die Subtraktionsrechnung; es entstehen helle und dunkle Doppelkonturen, die einen Befund vortäuschen können.

Schließlich gibt eine Verengung im Bild nicht ohne Weiteres an, wie stark die Durchblutung tatsächlich beeinträchtigt ist. Ob eine Engstelle die Versorgung des nachgeschalteten Gewebes mindert, wird deshalb an den Beschwerden des Patienten und an ergänzenden Messungen beurteilt und nicht allein am Bild.

Quellen

  • Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J.: Radiologie.
    ISBN: 9783131253248
  • Kauffmann, G. W., Sauer, R. (Hrsg.): Radiologie.
    ISBN: 9783437414176
  • Debus, E. S., Gross-Fengels, W. (Hrsg.): Operative und interventionelle Gefäßmedizin.
    ISBN: 9783662533789
  • Hoffmann, U., Weiss, N., Czihal, M., Mühlberg, K. S., Freisinger, E. (Hrsg.): Klinische Angiologie.
    ISBN: 9783662608807
  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629321

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