Hochfrequenzablation

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei der Hochfrequenzablation handelt es sich um ein medizinisches Verfahren, bei dem definierte Gewebeareale durch hochfrequente Ströme infolge der Hitzeeinwirkung zerstört werden.

Die Verfahren werden hauptsächlich zur Zerstörung von Metastasen in der Leber und zur Behandlung von Vorhofflimmern eingesetzt. Die Hochfrequenzablation kann minimalinvasiv per Katheter ausgeführt werden und gilt deshalb als vergleichsweise schonend. Sie kann bei rezidivierenden Problemen im Bedarfsfall wiederholt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Hochfrequenzablation?

Die Hochfrequenzablation wird auch als Radiofrequenz- oder Thermoablation bezeichnet. Durch einen Applikator oder Katheter werden Elektroden in unmittelbare Nähe des zu zerstörenden Gewebes platziert und durch einen hochfrequenten Strom von etwa 460 bis 480 Kilohertz erhitzt.

Die Leistungsaufnahme an den Elektroden hängt vom Gerät und vom Anwendungsgebiet ab: Bei der Ablation von Tumoren und Metastasen arbeiten die Systeme mit bis zu etwa 200 Watt, bei der Ablation im Herzen mit deutlich geringerer Leistung. Durch die Hitzeeinwirkung entstehen relativ scharf abgegrenzte Areale von zerstörtem Gewebe (Hitzenekrosen), das vom körpereigenen Stoffwechsel weiter abgebaut werden kann und im Falle von Verödungen in einem der Herzvorhöfe seine elektrische Leitfähigkeit und sein elektrisches Initiierungspotenzial verliert. Die Hochfrequenzablation wird normalerweise unter Verwendung minimalinvasiver Techniken durchgeführt.

Das bietet den Vorteil der Wiederholbarkeit bei nicht zufriedenstellendem Ergebnis oder bei rezidivierenden Problemen. Bei der Bekämpfung von Metastasen in der Leber wird deutlich weniger wertvolles funktionales Lebergewebe entfernt als bei herkömmlichen chirurgischen Eingriffen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Hochfrequenzablation kommt hauptsächlich in zwei völlig verschiedenen Anwendungsgebieten zum Einsatz. Es handelt sich einerseits um onkologische Anwendungen, die hauptsächlich der Bekämpfung von Metastasen dienen und andererseits um eine kardiologische Behandlungsmethode des sogenannten Vorhofflimmerns.

In der Krebsmedizin wird die Thermoablation weniger zur Zerstörung eines Primärtumors genutzt als vielmehr für die Nekrotisierung von Metastasen, falls der Primärtumor zu der Klasse von Tumoren gehört, die metastasieren können. Es liegen umfangreiche Erfahrungen für die Zerstörung von Metastasen in der Leber und in den Wirbelkörpern vor – meist als Begleittherapie zu Chemo- und Strahlentherapie. Ob die Hochfrequenzablation gegenüber offenen chirurgischen Eingriffen Vorteile bietet, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die minimalinvasive Zerstörung von in der Leber abgesiedelten Metastasen durch die Thermoablation geringere Schäden am intakten Lebergewebe hervorruft als offene chirurgische Eingriffe. Bei den chirurgischen Eingriffen ist es unvermeidlich, dass mehr funktional gesundes Lebergewebe entfernt wird als dies bei der Radiofrequenzablation der Fall ist. Das Ziel der Ablation in der Onkologie besteht darin, die Metastasen an weiterem Wachstum zu hindern und sie zum Absterben zu bringen. Beim Einsatz der Hochfrequenzablation in der Kardiologie geht es weniger um die Zerstörung von Gewebe als vielmehr darum, bestimmte Herzmuskelzellen in ihren elektrophysiologischen Eigenschaften nachhaltig so zu verändern, dass sie elektrische Reize zur Kontraktion der Vorhöfe weder weiterleiten noch erzeugen können.

Das bei älteren Menschen relativ häufig beobachtete Vorhofflimmern kommt meist dadurch zustande, dass Herzmuskelzellen im linken Vorhof nahe der Einmündung der Pulmonalvenen unkoordinierte elektrische Signale, die von den Lungenvenen ausgehen, weiterleiten und die Vorhöfe zu arrhythmischen und sehr schnellen Kontraktionen veranlassen. Sie ignorieren dabei die elektrischen Impulse, die der Sinusknoten, der Haupttaktgeber im rechten Vorhof, aussendet. Das Ziel der Hochfrequenzablation zur Bekämpfung des Vorhofflimmerns besteht darin, das Herzmuskelgewebe rund um die Einmündungen der Pulmonalvenen elektrisch inaktiv zu machen.

Das entspricht in etwa einer elektrischen Isolierung der Einmündungen der Lungenvenen im linken Vorhof (Pulmonalvenenisolation). Während das Ziel der Thermoablation in der Onkologie in der Zerstörung kranken Gewebes (Metastasen) besteht, liegen die Ziele der Hochfrequenzablation zur Behandlung des Vorhofflimmerns in der nachhaltigen elektrophysiologischen Veränderung prinzipiell gesunder Herzmuskelzellen. Die besonderen Vorteile einer minimalinvasiven Thermoablation gegenüber einem chirurgischen Eingriff liegen in der Wiederholbarkeit der Ablation bei ungenügendem Ergebnis oder bei der Ausbildung von Rezidiven.

Der Hochfrequenzablation bei Vorhofflimmern steht die sogenannte Kryoablation gegenüber, bei der die Ablation nicht durch Hitze-, sondern durch Kälteeinwirkungen erreicht wird. Der Hauptvorteil der Kryoablation gegenüber der Thermoablation besteht darin, dass bei der Kryoablation das betreffende Gewebe vorgekühlt werden kann. Die elektrophysiologischen Wirkungen können dann gemessen und überprüft werden. Falls der erwartete Effekt nicht eintritt, kann der Eingriff abgebrochen werden und nach Temperaturangleichung ist das Gewebe wieder voll funktionsfähig.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die direkten Risiken, die mit einer minimalinvasiven Hochfrequenzablation zur Bekämpfung von Metastasen verbunden sind, werden als gering eingeschätzt. Sie liegen unter denen eines herkömmlichen chirurgischen Eingriffs. Möglich sind aber auch bei diesem Eingriff Blutungen, Infektionen sowie Verletzungen benachbarter Organe. Die größte „Gefahr“ besteht darin, dass die angestrebten Ziele nicht bei der ersten Behandlung erreicht werden oder dass sich Rezidive zeigen.

In den meisten Fällen ist dann eine problemlose Wiederholung der Thermoablation möglich. Die Behandlung von Vorhofflimmern durch eine Radiofrequenzablation beispielsweise im linken Vorhof gilt ebenfalls als vergleichsweise risikoarm. Allerdings sind höhere technische Risiken vorhanden, weil es beispielsweise eine geplante elektrische Isolierung der Pulmonalvenen erforderlich macht, dass ein Katheter über eine Leistenvene bis in den rechten Vorhof vorgeschoben wird und anschließend die Scheidewand zwischen den beiden Vorhöfen durchstoßen werden muss, um in den linken Vorhof in die Nähe der Einmündungen der vier Lungenvenen zu gelangen.

Die Hauptrisiken bestehen bei dieser Behandlung weniger in der Durchführung der Ablation als vielmehr darin, den Herzkatheter an den Einsatzort im linken Vorhof zu bugsieren. Mögliche Komplikationen sind sich bildende Blutgerinnsel, die thrombotische Ereignisse hervorrufen können, sowie Verletzungen des Herzbeutels oder der Speiseröhre. Auch können an der Eintrittsstelle des Herzkatheters in die Leistenvene starke Blutungen auftreten. Obige Verletzungsrisiken werden minimiert, wenn der Eingriff durch einen erfahrenen Arzt durchgeführt wird.

Physikalisches Prinzip und Technik

Die Hochfrequenzablation nutzt dasselbe physikalische Prinzip wie die seit langem gebräuchliche Hochfrequenzchirurgie: Ein Wechselstrom fließt durch das Gewebe und versetzt die geladenen Teilchen darin in Schwingung. Die dabei entstehende Reibungswärme erhitzt das Gewebe unmittelbar an der Elektrodenspitze. Die Elektrode selbst wirkt dabei nicht als Heizelement, sondern gibt lediglich den Strom ab; erwärmt wird das Gewebe, nicht das Instrument.

Entscheidend ist die hohe Frequenz. Wechselströme oberhalb einiger hunderttausend Schwingungen je Sekunde regen Nerven- und Muskelzellen nicht mehr zu einer Erregung an. Der Strom kann deshalb durch den Körper fließen, ohne Muskelzuckungen oder Herzrhythmusstörungen auszulösen – ein Umstand, ohne den eine Anwendung im Herzen undenkbar wäre.

Die meisten Systeme arbeiten monopolar. Der Strom tritt an der aktiven Elektrode im Zielgewebe aus, verteilt sich im Körper und wird über eine großflächige Neutralelektrode abgeleitet, die auf der Haut aufgeklebt wird, meist am Oberschenkel. Weil die Stromdichte nur an der kleinen aktiven Elektrode hoch genug ist, um Gewebe zu erhitzen, entsteht die Nekrose ausschließlich dort. Eine schlecht haftende oder zu kleine Neutralelektrode kann dagegen zu Verbrennungen der Haut führen, weshalb ihr korrekter Sitz vor jedem Eingriff kontrolliert wird. Bipolare Anordnungen, bei denen der Strom zwischen zwei eng benachbarten Elektroden fließt, kommen ohne Neutralelektrode aus.

Wie groß das zerstörte Areal ausfällt, hängt von der Bauform des Applikators, der eingebrachten Energie und der Beschaffenheit des Gewebes ab. Für größere Herde stehen Applikatoren zur Verfügung, die schirmartig mehrere Zinken entfalten oder intern gekühlt werden. Die Kühlung soll verhindern, dass das Gewebe unmittelbar an der Spitze austrocknet und verkohlt, denn ausgetrocknetes Gewebe leitet den Strom schlecht und begrenzt damit die weitere Ausbreitung der Wärme.

Ablauf der Behandlung

Vor einer Thermoablation an der Leber steht eine Bildgebung, meist eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie. Sie klärt Lage, Zahl und Größe der Herde und damit auch, ob sich jeder einzelne Herd sicher erreichen lässt und ob empfindliche Nachbarstrukturen wie Gallenwege, Darmschlingen oder das Zwerchfell im Weg liegen. Kontrolliert werden außerdem Blutbild und Blutgerinnung, weil eine Punktion der Leber bei gestörter Gerinnung mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist. Gerinnungshemmende Medikamente werden vor dem Eingriff nach ärztlicher Anweisung angepasst.

Der Eingriff selbst erfolgt am häufigsten perkutan, also durch die Haut hindurch. Der Applikator wird unter Sicht im Ultraschall oder in der Computertomographie bis in den Herd vorgeschoben. Je nach Aufwand geschieht das in örtlicher Betäubung mit einer Sedierung oder in Vollnarkose. Alternativ kann die Ablation im Rahmen einer Bauchspiegelung oder während einer offenen Operation vorgenommen werden, etwa wenn ohnehin ein anderer Eingriff ansteht oder der Herd von außen nicht sicher zu treffen ist. Nach der Energieabgabe wird der Stichkanal beim Zurückziehen der Elektrode häufig ebenfalls verödet, um eine Blutung zu vermeiden und um zu verhindern, dass Tumorzellen entlang des Kanals verschleppt werden.

Bei der Ablation im Herzen ist der Ablauf ein anderer. Ihr geht eine elektrophysiologische Untersuchung voraus: Über Katheter wird die elektrische Aktivität im Inneren des Herzens abgeleitet, um den Ursprung der Rhythmusstörung einzugrenzen. Moderne Anlagen erstellen dabei eine dreidimensionale Karte der Vorhofinnenfläche, auf der jeder abgegebene Energiepunkt markiert wird; das verringert zugleich den Bedarf an Röntgendurchleuchtung. Vor einer Ablation bei Vorhofflimmern wird in der Regel mit einer Ultraschalluntersuchung durch die Speiseröhre hindurch ausgeschlossen, dass sich im Vorhof bereits ein Gerinnsel gebildet hat, das bei der Manipulation mit dem Katheter verschleppt werden könnte.

Weitere Anwendungsgebiete

Über Leber und Herz hinaus wird die Hochfrequenzablation in mehreren Fachgebieten eingesetzt. In der Urologie und der interventionellen Radiologie dient sie der Behandlung kleiner Herde in der Niere, etwa bei einem Nierenzellkarzinom, wenn eine Operation nicht infrage kommt. Auf demselben Weg werden einzelne Rundherde in der Lunge behandelt. In der Endokrinologie kommt das Verfahren bei gutartigen Schilddrüsenknoten zum Einsatz, um deren Volumen zu verringern, ohne die Schilddrüse operativ entfernen zu müssen.

In der Gefäßmedizin dient die Radiofrequenzablation der Behandlung von Krampfadern. Ein Katheter wird dabei in die erkrankte Stammvene eingeführt und verödet deren Wand von innen, sodass sich das Gefäß verschließt und vom Körper abgebaut wird. In der Schmerzmedizin wird hochfrequenter Strom genutzt, um schmerzleitende Nervenfasern gezielt zu veröden, etwa an den kleinen Wirbelgelenken der Wirbelsäule oder bei einer Trigeminusneuralgie. In der Orthopädie ist die Ablation eines Osteoidosteoms, eines kleinen gutartigen Knochentumors, ein etabliertes Anwendungsgebiet. In der Gastroenterologie wird krankhaft verändertes Epithel der Speiseröhre flächig verödet, damit sich normale Schleimhaut nachbilden kann.

So verschieden diese Anwendungen sind, sie beruhen alle auf demselben Gedanken: Gewebe, das man nicht herausschneiden will oder kann, wird an Ort und Stelle zerstört und dem Körper zum Abbau überlassen.

Wann das Verfahren nicht geeignet ist

Ob eine Hochfrequenzablation infrage kommt, wird für jeden Patienten einzeln entschieden, in der Onkologie in der Regel in einer fachübergreifenden Tumorkonferenz. Gegen den Eingriff sprechen eine nicht beherrschbare Störung der Blutgerinnung und eine akute Infektion; bei fieberhaften Infekten wird der Termin üblicherweise verschoben. Auch eine Schwangerschaft steht dem Verfahren entgegen, solange es eine Röntgendurchleuchtung erfordert.

Fachlich bedeutsamer sind die Grenzen des Verfahrens selbst. Sehr große Herde lassen sich mit einer einzelnen Energieabgabe nicht vollständig erfassen; am Rand bleiben dann Zellnester zurück, aus denen ein Rezidiv hervorgehen kann. Liegt ein Herd unmittelbar an einem großen Blutgefäß, führt der vorbeiströmende Blutstrom die Wärme ab, sodass das Gewebe dort die nötige Temperatur nicht erreicht – ein Effekt, der in der Fachsprache als Wärmeableitungs- oder Kühlungseffekt bezeichnet wird. Herde in unmittelbarer Nachbarschaft von Gallengängen, Darmschlingen oder dem Zwerchfell sind ebenfalls problematisch, weil die Hitze diese Strukturen mitschädigen kann. In solchen Fällen wird geprüft, ob ein anderes Verfahren geeigneter ist.

Bei Rhythmusstörungen steht am Anfang die Abwägung, ob zunächst eine medikamentöse Behandlung versucht wird. Trägt der Patient einen Herzschrittmacher oder einen implantierten Defibrillator, ist das kein Ausschlussgrund, erfordert aber besondere Vorkehrungen, weil der hochfrequente Strom die Funktion solcher Geräte stören kann.

Nachsorge und Verlaufskontrolle

Nach einer perkutanen Ablation an der Leber bleiben Patienten üblicherweise für eine kurze stationäre Beobachtung in der Klinik. Kontrolliert werden Kreislauf, Blutbild und die Einstichstelle; eine Ultraschall- oder Schnittbilduntersuchung dient dem Ausschluss einer Blutung oder eines Lufteintritts in den Brustkorb.

Häufig treten in den Tagen nach dem Eingriff Beschwerden auf, die zusammenfassend als Postablationssyndrom bezeichnet werden: Abgeschlagenheit, leicht erhöhte Temperatur, Übelkeit und ein dumpfer Schmerz in der behandelten Region. Sie sind Ausdruck der Abbauvorgänge im zerstörten Gewebe und klingen in der Regel von selbst ab. Abzugrenzen ist davon eine Infektion, die durch anhaltend hohes Fieber und einen zunehmend schlechten Allgemeinzustand auffallen würde.

Die eigentliche Erfolgskontrolle erfolgt bildgebend. Weil abgestorbenes Gewebe zunächst liegen bleibt und im Bild nicht kleiner wird, beurteilt man nicht die Größe des Areals, sondern seine Durchblutung: Vollständig abladiertes Gewebe nimmt kein Kontrastmittel mehr auf. Eine erste Kontrolle findet meist kurz nach dem Eingriff statt, weitere folgen in festgelegten Abständen, um ein Wiederauftreten am Rand des behandelten Areals früh zu erkennen. Zeigt sich verbliebenes vitales Gewebe, kann die Ablation wiederholt werden – ein Vorteil, den offene Eingriffe in dieser Form nicht bieten.

Nach einer Ablation im Herzen schließt sich eine Phase an, in der erneut Rhythmusstörungen auftreten können, ohne dass dies bereits als Scheitern der Behandlung zu werten wäre; das behandelte Gewebe vernarbt erst im Verlauf. In dieser Zeit wird die gerinnungshemmende Behandlung fortgeführt, und der Herzrhythmus wird mit dem Elektrokardiogramm sowie mit Langzeitaufzeichnungen überwacht. Ob die Gerinnungshemmung später beendet werden kann, richtet sich nach dem individuellen Risiko für einen Schlaganfall und nicht allein danach, ob der Eingriff erfolgreich war.

Geschichte und Entwicklung

Die Nutzung hochfrequenten Wechselstroms zum Schneiden und Veröden von Gewebe gehört seit den Anfängen der Elektrochirurgie zum festen Bestand der Operationstechnik. Die gezielte Zerstörung umschriebener Areale tief im Körperinneren wurde jedoch erst möglich, als sich Katheter und Applikatoren bildgesteuert an den Zielort bringen ließen.

In der Kardiologie wurden für die Katheterablation zunächst Gleichstromschocks abgegeben. Dieses Vorgehen war schlecht steuerbar und mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden; es wurde durch die feiner dosierbare Hochfrequenzenergie abgelöst. Später kamen die elektroanatomischen Kartierungssysteme hinzu, mit denen sich die Lage jedes abgegebenen Energiepunktes darstellen und lückenlos aneinanderreihen lässt.

In der Onkologie entwickelte sich die Thermoablation aus der interventionellen Radiologie. Der Fortschritt bestand hier weniger im Prinzip als in den Applikatoren: gekühlte Elektroden, entfaltbare Systeme und die gleichzeitige Anwendung mehrerer Sonden vergrößerten das Areal, das sich in einer Sitzung sicher behandeln lässt. Parallel dazu entstanden verwandte Verfahren, die dieselbe Aufgabe mit anderer Energieform lösen – die Ablation mit Mikrowellen, mit Laserlicht, mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall sowie die bereits erwähnte Anwendung von Kälte.

Quellen

  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Pinger, S.: Repetitorium Kardiologie.
    ISBN: 9783769136876
  • Erbel, R., Haude, M., Plicht, B.: Herzkatheter-Manual.
    ISBN: 9783769113129
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J. (Hrsg.): Duale Reihe Radiologie.
    ISBN: 9783132444621

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