Hornhautentzündung

Bei der auch als Keratitis bezeichneten Hornhautentzündung handelt es sich um eine entzündliche Veränderung der Hornhaut des Auges. Sie geht mit Schmerzen, vermindertem Tränenfluss, einer erhöhten Empfindlichkeit gegen Licht und einer Reduzierung des Sehvermögens einher. In den meisten Fällen heilt die Hornhautentzündung ohne Folgen aus – unterbleibt eine Behandlung allerdings über längere Zeit, kann sogar eine Transplantation notwendig werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hornhautentzündung?

Die Hornhaut des Auges ist in normalen Zustand ein aus mehreren Schichten bestehendes klares Gewebe. Ihre Entzündung kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Der Grad dieser Hornhautentzündung variiert von Fall zu Fall, erstreckt sich lediglich auf eine oder auch auf mehrere Schichten der Hornhaut.

Im Falle einer Beschränkung auf die Oberfläche ist sie vor allem durch eine leichte Trübung gekennzeichnet. Diese Trübung wird dichter, je mehr Schichten betroffen sind. Da sich der Zustand der Hornhaut maßgeblich auf das Sehvermögen auswirkt, ist eine rechtzeitige Behandlung der Erkrankung zwingend notwendig.

Nur so lässt sich eine folgenreiche Narbenbildung oder Hornhautablösung verhindern und ein komplikationsloses Abheilen der Hornhautentzündung ermöglichen.

Ursachen

Typische Auslöser der Hornhautentzündung sind durch Bakterien oder Viren verursachte Infektionen, Pilzbefall, erbliche Veranlagung und Verletzungen des Auges. Darüber hinaus aber kann die Entzündung auch als Begleiterscheinung einer Grunderkrankung wie etwa Diabetes mellitus oder einer HIV-Infektion in Erscheinung treten.

Vorsicht im Umgang mit anderen Menschen ist immer dann geboten, wenn die Hornhautentzündung durch eine Infektion ausgelöst wurde: Eine Übertragung der jeweiligen Erreger ist möglich. In Zusammenhang mit einer solchen Entzündung stehen oftmals A-Streptokokken, Pseudomonas, Staphylokokken oder Chlamydien.

Auch Herpes- oder Adenoviren sind dafür bekannt, eine entzündliche Veränderung der Hornhaut hervorzurufen. Seltener hingegen ist der Befall mit Pilzen. Neben den bereits genannten Ursachen kann die Hornhautentzündung auch durch trockene Augen, eine Verätzung oder den Einfluss von UV-Strahlen hervorgerufen werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Zuge einer Hornhautentzündung können eine Reihe verschiedener Symptome auftreten. Sie variieren stark je nach der konkreten Ursache der Keratitis und können von unterschiedlicher Intensität sein. Ein typisches Anzeichen der Hornhautentzündung sind starke Augenschmerzen. Diese gehen in der Regel mit einem eingeschränkten Sehvermögen und einem stärker lichtempfindlichen Auge einher.

Blickt der Betroffene direkt ins Licht, nehmen die Beschwerden markant zu. Charakteristisch für eine Keratitis ist auch ein andauerndes Fremdkörpergefühl im betroffenen Auge. Dadurch kneifen die Betroffenen das Auge oftmals reflexartig zu. Es kommt zu einem Lidkrampf (Blepharospasmus). Damit einher gehen auch ein starkes Tränenträufeln und eventuell auch wässriger oder eitriger Sekretfluss.

Das Auge ist zumeist deutlich gerötet. Während zu Beginn der Erkrankung nur eine Trübung im Auge zu sehen ist, ist im fortgeschrittenen Stadium eine besonders markante Rötung zu erkennen. In einigen Fällen sind auch Gewebeschäden oder Geschwülste auf der Hornhaut sichtbar. Im Falle einer erblich bedingten Hornhautentzündung (Keratitus bullosa) kann es dazu kommen, dass sich die Augenhornhaut blasenförmig abhebt. Es besteht die Gefahr, dass diese Bläschen platzen, wodurch sie zu weiteren Schmerzen führen können.

Diagnose & Verlauf

Da die Hornhautentzündung in aller Regel mit Schmerzen, einer Minderung des Sehvermögens und deutlich vermindertem Tränenfluss verbunden ist, suchen die meisten Menschen binnen kürzester Zeit einen Arzt auf. Dies ist aufgrund der mit einer länger andauernden Nichtbehandlung verbundenen Folgen ein wichtiger und unerlässlicher Schritt.

Zur Diagnosestellung bedient sich der Mediziner unterschiedlicher Untersuchungsmethoden. Der Anfangsverdacht ergibt sich dabei zunächst aus der Befragung des Patienten und der Symptomatik der Erkrankung. Mithilfe der speziellen Beleuchtung einer Stablampe wird das Auge sodann einer eingehenden Betrachtung unterzogen, welche Veränderungen im Inneren des Augapfels erkennbar macht.

Bläschenbildung, Wucherung, Hornhautablösung und –verletzung sowie auch Trübungen können eindeutig identifiziert werden. Auch die als Schirmer-Test bezeichnete Untersuchung, mit welcher sich der Tränenfluss bestimmen lässt, kann zur Diagnosestellung beitragen. Ein Abstrich der Bindehaut gibt dem Arzt zudem Aufschluss darüber, ob es sich um eine infektiöse Hornhautentzündung handelt und welcher Erreger diese ausgelöst hat

Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, ist mit einer folgenlosen Ausheilung zu rechnen. Erfolgt jedoch über einen längeren Zeitraum keine Behandlung, kann die Hornhautentzündung weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen und unter Umständen sogar eine Transplantation erforderlich machen.

Komplikationen

Durch die Hornhautentzündung kommt es in den meisten Fällen zu Schmerzen am Auge. Diese Schmerzen treten auch in Form von Ruheschmerzen auf und können damit den Alltag des Betroffenen sehr negativ beeinflussen. Nicht selten kommt es dadurch zu einer Reizbarkeit und zu psychischen Beschwerden und Depressionen. Ruheschmerzen können ebenfalls nachts zu Schlafbeschwerden führen.

Weiterhin wirkt sich die Hornhautentzündung auch negativ auf die Sehstärke des Betroffenen aus. Im schlimmsten Falle kann der Patient vollständig erblinden. Auch die Lichtempfindlichkeit des Auges steigt an. Die Augen sind trocken und der Tränenfluss ist stark verringert. Dies kann zu Komplikationen führen, wenn sich ein Fremdkörper im Auge befindet und kein ausreichender Tränenfluss zur Verfügung steht. Die Hornhaut wird durch die Entzündung in der Regel getrübt.

Bei der Behandlung treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Die Hornhautentzündung wird mit Hilfe von Antibiotika und anderen Medikamenten behandelt und führt relativ schnell zu einem Erfolg. Weiterhin sind eventuell Augentropfen notwendig, um die Entzündung zu behandeln. Die Krankheit wirkt sich nicht auf die Lebenserwartung des Patienten aus. Nach der Behandlung verschwinden die Beschwerden in der Regel komplett.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen und Augenschmerzen auftreten, liegt womöglich eine Hornhautentzündung zugrunde. Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn die Beschwerden länger als einige Tage bestehen bleiben. Sollten sich weitere Anzeichen einer Hornhautentzündung einstellen, wird am besten umgehend der Augenarzt konsultiert. Kontaktlinsenträger sollten die Kontaktlinsen sofort herausnehmen und die Augen vor weiteren Reizungen schützen. Spätestens, wenn eine weiße oder graue Trübung auf der Hornhaut-Oberfläche bemerkt wird, ist ärztlicher Rat gefragt.

Weitere Warnzeichen sind eitriger Ausfluss und ein zunehmendes Druckgefühl im Bereich der Augen. Damit keine weiteren Komplikationen auftreten, muss mit diesen Symptomen umgehend zum Arzt gegangen werden. Bei akuten Beschwerden, zum Beispiel, wenn die Sehkraft nach dem Aufwachen stark eingeschränkt ist, sollte der Betroffene den Rettungsdienst rufen. Besonders gefährdet sind Personen, die an einer Immunschwäche leiden oder kürzlich an einer Vireninfektion erkrankt sind. Auch Diabetes, Pilzinfektionen und bakterielle Erkrankungen sind mögliche Auslöser. Wer zu diesen Risikogruppen gehört, sollte mit genannten Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen. Neben dem Hausarzt ist der Augenarzt der richtige Ansprechpartner.

Behandlung & Therapie

In welcher Form die Behandlung der Hornhautentzündung erfolgt, hängt wesentlich von der jeweiligen Ursache der Erkrankung ab. So werden im Falle der infektiösen Entzündung beispielsweise Medikamente verabreicht, die speziell auf den im Einzelfall ausfindig gemachten Erreger abgestimmt sind.

Dies garantiert einen maximalen Behandlungserfolg binnen kürzester Zeit. Typischerweise werden im Zusammenhang mit Bakterien Antibiotika wie etwa Tetracycline verschrieben, Virostatika hingegen dienen der Bekämpfung von Viren. Einer Infektion mit Pilzen sollte weiterhin mit der Verabreichung von Antimykotika begegnet werden.

Anders gestaltet sich die Behandlung, ist der Auslöser der Hornhautentzündung die mit einem verminderten Tränenfluss verbundene Trockenheit der Augen. Hier empfiehlt es sich, auf spezielle Massagen des Lidrands zu setzen und die Beschwerden gegebenenfalls mithilfe einer Tränenersatzflüssigkeit zu lindern.

Weiterhin gilt: Zeigt sich die Hornhautentzündung lediglich als leidliche Begleiterscheinung einer Grunderkrankung, so ist die Therapie dieser Erkrankung von äußerster Wichtigkeit.

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Aussicht & Prognose

Eine genaue Aussicht und Prognose bei einer vorliegenden Hornhautentzündung zu geben ist sehr schwer, da dieses Krankheitsbild in unterschiedlichen Schweregraden auftritt. Ein weiterer Faktor, der die Prognose stark beeinflusst, ist der Auslöser der Entzündung. Je früher eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird, desto kürzer ist die Krankheitsdauer bzw. das Risiko auf weitere Komplikationen.

Im Normalfall lässt sich eine Hornhautentzündung sehr gut und effektiv behandeln, sodass innerhalb weniger Tage eine deutliche Besserung zu erwarten ist. Bei schwereren Infektionen kann die Heilungsdauer bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Eine ärztliche bzw. medikamentöse Behandlung ist bei einer Hornhautentzündung notwendig, da andernfalls dauerhafte Folgeschäden entstehen können.

Im schlimmsten Fall droht eine permanente Beschädigung der Hornhaut, mit vollständiger Erblindung auf dem betroffenen Auge. Die Sehkraft könnte selbst durch einen operativen Eingriff nicht wiederhergestellt werden.

Vorbeugung

Der Entstehung einer Hornhautentzündung kann aufgrund der Vielseitigkeit ihrer Ursachen nur in geringem Maße entgegengewirkt werden. Als hilfreich erweist es sich, auf die Einhaltung bestimmter Verhaltensweisen - wie etwa die regelmäßige Reinigung von Kontaktlinsen und deren Behältnisse sowie auch den Schutz der Augen vor direkter Sonneneinstrahlung - zu beachten. Sollte typische Risikofaktoren vorliegen, ist darüber hinaus auch eine in regelmäßigen Abständen wahrgenommene Untersuchung der Augen zu empfehlen.

Nachsorge

Im Anschluss an die Hornhautentzündung ist eine engmaschige ärztliche Betreuung wichtig. Der Patient sollte nach einigen Tagen den Arzt konsultieren, damit eventuell auftretende Komplikationen umgehend erkannt und behandelt werden können. In der Folgezeit sollte regelmäßig der Augenarzt aufgesucht werden, insbesondere bei chronischen oder schweren Entzündungen, die mit starken Beschwerden verbunden sind.

Im Fall einer schweren Hornhautentzündung sollte das Auge zu Beginn zwei bis dreimal pro Woche überprüft werden, da ein hohes Risiko für Komplikationen besteht. Darüber hinaus sind einige Verhaltensregeln zu beachten. An dem betroffenen Auge darf nicht gerieben oder herumgedrückt werden.

Auch äußerliche Reize in Form von kalter Zugluft, Staub oder direkter Sonneneinstrahlung gilt es zu vermeiden, indem das Auge mit einer medizinischen Augenklappe oder einem anderen Hilfsmittel geschützt wird. Patienten, die ihre Augen beruflich größeren Belastungen aussetzen, sollten sich zunächst krankschreiben lassen.

Die verordneten Medikamente sind weiterhin nach Vorschrift zu verwenden, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist. Sollten unerwartete Beschwerden auftreten, zum Beispiel eine plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens oder starke Schmerzen im Bereich der Entzündung, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Bei leichten Beschwerden kann der nächste Kontrolltermin abgewartet werden.

Das können Sie selbst tun

Wurde die Hornhautentzündung durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen verursacht, muss der Patient verstärkt auf Hygiene achten. Viele Menschen greifen sich regelmäßig ins Gesicht oder reiben sich die Augen. Diese meist harmlosen Gesten können aber dazu führen, dass Krankheitserreger, die sich auf den Hände befinden, ins Auge gelangen und dort eine Infektion auslösen oder verstärken. Betroffene sollten sich deshalb regelmäßig gründlich die Hände waschen und ihre Gestik kontrollieren. Wer Kontaktlinsen nutzt, sollte mit seinem Arzt abklären, ob diese trotz Keratitis getragen werden dürfen oder ob auf eine Brille zurückgegriffen werden muss.

Entzündet sich die Hornhaut, weil das Auge zuwenig natürliche Tränenflüssigkeit produziert, kann auf künstliche Tränen ausgewichen werden. Darüber hinaus sollten Personen, die an trockenen Augen leiden und am Bildschirm arbeiten, regelmäßig Pausen einlegen und dabei heftig blinzeln, was die Tränenproduktion anregt. Außerdem sollte auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit am Arbeitsplatz und zuhause geachtet werden. Oft hilft es bereits, große Schalen mit Wasser aufzustellen und regelmäßig zu lüften. Bei längeren Flügen können Thermalwassersprays aus der Apotheke, die auch im Handtaschenformat erhältlich sind und meist mit in die Kabine dürfen, für Linderung sorgen.

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 26. September 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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