Staphylokokken

Staphylokokken (lat. Staphylococcus) sind Bakterien die der Untergruppe der Kokken zugehören. Sie sehen rundlich bis weintraubenähnlich aus und sind unbeweglich. Sie wurden erstmals 1884 von Friedrich Julius Rosenbach nachgewiesen.

Was sind Staphylokokken?

Staphylokokken sind Krankheitserreger, die aufgrund ihrer erhöhten pH-Toleranz relativ unempfindlich gegen diverse Desinfektionsmittel und gegen Austrocknung sind.

Aus diesem Grund sind sie weit verbreitet und nur sehr schwer unschädlich zu machen. Sie entwickeln auch äußerst schnell eine Resistenz gegen Antibiotika, indem sich ihre genetische Struktur den Gegebenheiten ihrer Umwelt anpasst und so das Überleben garantiert.

Antibakterielle Wirkstoffe bleiben oft erfolglos, so dass sich in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen oft eine hohe Konzentration von Staphylokokken nachweisen lässt, die bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem auch zu Erkrankungen führt.

Einige Stämme dieser Bakterienart besitzen die Eigenschaft, sich sehr schnell ausbreiten zu können, was das Auftreten von epidemischen Krankheiten zur Folge hat.

Bedeutung & Funktion

Staphylokokken siedeln im Normalfall auf der Haut und auf den Schleimhäuten von Menschen und Tieren, ohne dass es zum Ausbruch einer Krankheit oder Krankheitssymptomen kommt. Ist der Körper aber infolge von Vorerkrankungen oder anderer Ursachen nicht mehr in der Lage, die Immunabwehr aufrecht zu erhalten, dann können Krankheiten und Infektionen auftreten, die durch die Staphylokokken bedingt sind.

So ist das Hauptreservoir für Staphylokokkeninfektionen der Mensch selber. Insbesondere bei Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind, bei Personen mit großflächigen, infektiösen Hauterkrankungen, bei Diabetikern und Personen aus der Drogenszene wurde eine vermehrte Besiedlung mit Staphylokokken festgestellt.

Aus der eigenen Besiedlung des Menschen mit Staphylokokken kann sich also eine Infektion entwickeln, wenn sich die Erreger auf andere Areale des Körpers, wie zum Beispiel den Rachen oder die Schleimhäute ausbreiten. Fremdinfektionen treten zumeist durch den Kontakt von Patient zu Patient oder durch den Kontakt zum Pflegepersonal oder den behandelnden Ärzten auf.

Die Ausgangspunkte solcher Fremdinfektionen liegen zumeist in Wundsekreten, Absonderungen der Atemwege, infektiösen Hautbereichen oder auch im Blut von infizierten Personen. Als Bakterienüberträger kommen auch medizinische Gerätschaften in Frage.

Besonders anfällig für Staphylokokkeninfektionen haben sich Patienten erwiesen, die an Diabetes mellitus leiden oder auf eine Dialyse angewiesen sind. Ist die Hautbarriere gegen das Eindringen von Krankheitskeimen aus irgendeinem Grund nicht mehr vollständig, so sind die Betroffenen ebenfalls für eine Ansteckung durch Staphylokokken besonders disponiert. Das ist zum Beispiel der Fall bei Hautverletzungen.

Auch das permanente Vorhandensein von Fremdkörpern führt zu einer erhöhten Infektionsgefahr, wie zum Beispiel beim Tragen von Venenkathetern oder bei Metalllegierungen von Gelenkersatz.

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Krankheiten

Eine weitere Erscheinungsform von Erkrankungen durch Staphylokokken sind Lebensmittelvergiftungen. Vor allen Dingen bei Fleisch und Milchprodukten ist die Entstehung von Giftstoffen durch die Abbauprodukte der Staphylokokken vorhanden und führt zu entsprechenden Vergiftungserscheinungen.

Bei Vergiftungen ist die Inkubationszeit bis zum Auftreten der Erscheinungen relativ kurz und beträgt nur einige Stunden, bei einer Infektion durch Staphylokokken kann sie 4-10 Tage betragen. Wenn ein Patient eine Kolonie dieser Keime in sich trägt, dann besteht die Möglichkeit, dass die Krankheit sich erst nach Monaten manifestiert.

Dieses Phänomen tritt beispielsweise auf, wenn nach einer Operation Staphylokokken im Körper verbleiben und erst durch andere Einflüsse wieder aktiv werden und sich im Organismus ausbreiten. Auf diese Weise können auch nach Monaten oder auch Jahren schwere Allgemeininfektionen oder Wundinfektionen ausbrechen.

Einige Beispiele für durch Staphylokokken hervorgerufene Krankheitsbilder sind Furunkel, Abszesse, Karbunkel, Wundinfektionen, Hirnhautentzündungen, Gelbsucht und Lungenentzündungen. In schweren Fällen kann eine solche Infektion in eine allgemeine Sepsis übergehen, die in jedem Fall lebensbedrohlich ist.

Das Toxic Shock Syndrome, kurz TTS genannt, ist ebenfalls eine Folge einer durch Staphylokokken hervorgerufenen Vergiftung. Bei TTS besteht die Gefahr, eine heftige Verlaufsform anzunehmen. TTS ist demnach eine äußerst gefährliche Krankheit.

Auch eine Lebensmittelvergiftung, hervorgerufen durch Staphylokokken, ist nicht zu unterschätzen, die Symptome treten relativ zeitnah auf und äußern sich in heftigen Bauchkrämpfen, Durchfall und exzessivem Erbrechen. Da Staphylokokken relativ hitzeresistent sind, werden sie oft bei der Wärmebehandlung von Lebensmitteln nicht vollständig abgetötet.

Wenn in einer medizinischen Einrichtung das Auftreten von epidemischen Krankheiten, die auf Staphylokokken zurückzuführen sind, festgestellt wird, so sind diese nach dem Bundesseuchenschutzgesetz meldepflichtig.

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 7. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

GinySE kommentierte am 03.09.2012

Bei mir wurden Staphylokokken im inneren Ohr festgestellt. Habe jetzt schon zwei verschiedene Antibiotikas bekommen aber nichts hilft. Meine Frage, darf ich trotz der Erkrankung weiterhin im Krankenhaus arbeiten? Ich bin dort als Reinigungskraft eingestellt, (ISO Zimmer, Intensivstation usw.)

Claudia kommentierte am 14.05.2013

Bei mir äußern sich die Bakterien seit Monaten als juckende Pickel auf der Haut, vor allem auf dem Bauch und auf den Oberschenkeln. Was kann man dagegen tun?

Andrea kommentierte am 18.06.2013

Bei mir wurden Staphylokokken in beiden inneren Ohren festgestellt und im linken Ohr habe ich seitdem noch ein Ohrensausen. Der Ohrenarzt hat mit einem roten Mittel desinfiziert und mir Triderm Creme verschrieben. Der Arzt meint, dass ansonsten nichts zu machen sei. Mit dem Tinnitus müsse ich klar kommen. Meine Frage ist, wie sind die Staphylokokken in meine Ohren gekommen? Ist es schlimm, deutet dies auf eine andere Krankheit hin und wie kann ich mein Ohrensausen los werden? Für Antworten wäre ich sehr dankbar.

Albrecht kommentierte am 05.12.2013

Ich hatte eine monatelange Infektion mit Fadenwürmern. Nun, nachdem diese abgeklungen ist, wurde durch eine Bronchoskopie MRSA bei mir nachgewiesen. Das ist eine Staphylokokkenart, die hauptsächlich in England auftritt.
Ich habe andauerndes Ohrensausen. Ich werde mit Avelox 400 mg behandelt und muss erhöhte Mengen (bis zu 40mg) Antihistamine (Ceterizin) zu mir nehmen. Da ich nicht im Krankenhaus war und zuvor 52 Jahre lang keine gesundheitlichen Probleme hatte, wurde die Quelle der Infektion als "öffentlich" eingestuft. Ich arbeite als Flugkapitän und komme seit Jahren mit sehr vielen Menschen in Berührung. Nun bin ich seit drei Monaten krankgeschrieben.

Peter Rudolph kommentierte am 14.04.2015

Im Forum wurde beschrieben, dass die Staphylokokken im Ohr nachgewiesen wurden. Bitte teilt mir mit, wie das offensichlich werden konnte (äußerlich erkennbar oder mit Ultraschall). Grüße Peter.

Alexgina kommentierte am 14.05.2015

Ich hatte es an meinem Bein, durch einen Mückenstich. Es ging relativ zügig. Ich hatte den Mückenstich bemerkt, etwas gekratzt und man konnte zusehen wie drastisch mein Bein anschwillte und heiß wurde, damals hatte ich es meiner Mutter gezeigt. Wir sind nachts zu einem Arzt in die Notfallpraxis gefahren, weil es mir zusehenst schlechter ging. Der hat aber abgewunken und gemeint, es sei nur eine allergische Reaktion. Wir sind dann wieder nach Hause und am nächsten Morgen lag ich kaum mehr ansprechbar im Bett. Im Krankenhaus wollten sie mir nach 3 Tagen mein Bein amputieren, meine Mutter hat sich damals (sie arbeitet selbst im Krankenhaus) strickt dagegen gewehrt, - zum Glück wurde zu Hause mein Bein alle halbe Stunde mit Antibiotika gertänkten Tüchern bewickelt und ich musste viele Medikamente schlucken. Nach zwei Wochen ging es mir wieder gut und ich bin meiner Mutter so dankbar, dass sie der OP nicht zugestimmt hat.

Raffael kommentierte am 11.07.2016

Ich wollte nur wissen, ob Staphylokokken aerob oder anaerob sind? Ich habe aber bisher keine Antwort gefunden.

Staphy kommentierte am 09.01.2017

Meine Erfahrung mit Staphylokokken war ein Ausschlag wie
große Pickel am Bauch. Diese liefen immer mehr zu einer
Fläche zusammen und waren wie eine Kruste, die nässte.
Behandelt habe ich das acht Tage lang konsequent mit dem
Beck Zapper, Ozonwasser, Silberwasser, Zeolith und
Brennesseltee mit Schwedenkräuter. Eingerieben habe ich
mit ozonisiertem Hanföl mit Zeolith, dazu Silberspray.
Einfach genial, der Hautarzt hat es mir nicht geglaubt.