Kaiserschnitt

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Obwohl Kaiserschnitt oder Schnittentbindung genannt, hat der Eingriff nichts mit den einstigen gekrönten Häuptern zu tun. Die Bezeichnung Kaiserschnitt oder Sectio caesarea stammt vielmehr von dem lateinischen Wort caedere, was soviel wie schneiden bedeutet, dessen Ableitung uns bereits verrät, dass es sich bei diesem operativen Eingriff um eine Schnittentbindung handelt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kaiserschnitt?

Kaiserschnitt
Bei einem Kaiserschnitt kommt das Kind, unter Umgehung der natürlichen Wege, durch Schnitt aus dem Leib der Mutter.

Dieser korrekte Begriff hat sich in den letzten Jahren auch weitgehend durchgesetzt. Er besagt ganz richtig, dass das Kind unter Umgehung der natürlichen Wege durch Schnitt aus dem Leib der Mutter entwickelt wird.

Die Geschichte der Schnittentbindung reicht weit in die Antike zurück. Angeblich war sie schon den alten Ägyptern bekannt. Auch im jüdischen Schrifttum wird von einem Wendeschnitt an der lebenden Frau berichtet. Und wie uns durch Justinian bekannt ist, ordnete der römische König Numa Pompilius (715-673 vor unserer Zeit) an, dass keine Frau, die unter der Geburt gestorben ist, beerdigt werden dürfe, ohne vorher durch Schnitt entbunden zu sein.

Bis ins Mittelalter hinein fehlt jede exakte Überlieferung. Die erste Schnittentbindung in Deutschland wird dem Wittenberger Chirurgen Jeremias Trautmann im Jahre 1610 zugeschrieben, wobei die Frau allerdings starb. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts war der Kaiserschnitt ein sehr großes Wagnis und mit einer hohen Sterblichkeit verbunden.

Geschichte & Entwicklung

Der Kaiserschnitt, auch Sectio caesarea genannt, hat eine lange und vielschichtige Geschichte. Bereits im antiken Rom wurde der Kaiserschnitt praktiziert, jedoch nur post mortem, also nach dem Tod der Mutter, um das Leben des Kindes zu retten. Ein frühes Beispiel findet sich in der römischen Gesetzgebung: Die Lex Caesarea ordnete an, dass eine Frau, die während der Geburt starb, aufgeschnitten werden musste, um das Kind zu retten.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war der Kaiserschnitt meist eine Verzweiflungsmaßnahme, die nur selten die Mutter überlebte. Dies lag an fehlenden antiseptischen Verfahren und unzureichender medizinischer Kenntnis. Überliefert ist ein Eingriff, den der Sauschneider Jakob Nufer im Jahr 1500 in der Schweiz an seiner eigenen Frau vorgenommen haben soll und den Mutter und Kind überlebt haben sollen. Belegt ist dieser Bericht allerdings nicht; er wurde erst rund achtzig Jahre später niedergeschrieben.

Erst im 19. Jahrhundert führten die Einführung von Narkosemitteln und die antiseptischen Verfahren, wie sie Ärzte wie Ignaz Semmelweis und Joseph Lister begründeten, zu einer deutlichen Senkung der Sterblichkeit bei Kaiserschnitten. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Kaiserschnitt durch Fortschritte in der Anästhesie, Chirurgie und Antibiotikatherapie zu einem relativ sicheren Verfahren. Die Entwicklung der modernen Medizin hat dazu beigetragen, dass der Kaiserschnitt heute weltweit eine häufig durchgeführte Operation ist, die in vielen Fällen das Leben von Mutter und Kind rettet.

Einsatz & Indikation

Ein Kaiserschnitt wird aus verschiedenen medizinischen Gründen durchgeführt und kann entweder geplant oder notfallmäßig erforderlich sein. Zu den häufigsten Gründen gehört die falsche Lage des Kindes, beispielsweise eine Beckenendlage, bei der das Kind mit den Füßen oder dem Gesäß voran liegt. Auch Mehrlingsschwangerschaften können eine Indikation für einen Kaiserschnitt sein, um Komplikationen während der vaginalen Geburt zu vermeiden.

Ein weiterer häufiger Grund ist ein vorhergehender Kaiserschnitt. Obwohl eine vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt möglich ist, entscheiden sich viele Ärzte und Mütter aus Sicherheitsgründen für einen erneuten Kaiserschnitt. Plazentakomplikationen wie eine Placenta praevia, bei der die Plazenta den Geburtskanal blockiert, machen ebenfalls oft einen Kaiserschnitt notwendig.

Mütterliche Gesundheitsprobleme, wie schwere Präeklampsie oder Herzerkrankungen, können ebenfalls eine Indikation sein, da eine vaginale Geburt zu belastend sein könnte. Auch fetale Notlagen, wie eine akute Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff (fetale Hypoxie), erfordern oft einen sofortigen Kaiserschnitt, um das Leben des Kindes zu retten.

Ein Kaiserschnitt wird ebenfalls in Erwägung gezogen, wenn die Geburt nicht voranschreitet, das heißt, wenn die Wehen nicht stark genug sind oder der Muttermund sich nicht ausreichend öffnet. Schließlich gibt es auch Wunschkaiserschnitte, bei denen die Mutter ohne medizinische Indikation die operative Geburt wählt, oft aus Angst vor Schmerzen oder aus organisatorischen Gründen.

Vorteile & Nutzen

Ein Kaiserschnitt bietet mehrere Vorteile gegenüber der vaginalen Geburt, insbesondere in Situationen, die das Leben von Mutter und Kind gefährden könnten. Einer der Hauptvorteile ist die Möglichkeit, das Leben des Kindes zu retten, wenn Komplikationen auftreten, wie etwa eine Plazentaablösung, Plazenta praevia oder ein Nabelschnurvorfall, bei denen eine schnelle Geburt notwendig ist. In solchen Fällen kann ein Kaiserschnitt schneller und sicherer durchgeführt werden als eine vaginale Geburt.

Ein weiterer Vorteil ist die Verringerung des Risikos für das Kind bei einer Beckenendlage oder anderen ungünstigen Lagen. Bei Mehrlingsgeburten kann ein Kaiserschnitt ebenfalls helfen, Komplikationen zu vermeiden, die bei einer vaginalen Geburt mehrerer Kinder auftreten könnten. Für Frauen, die bereits einen Kaiserschnitt hatten, kann ein weiterer Kaiserschnitt das Risiko einer Gebärmutterruptur minimieren, die bei einer vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC) auftreten kann.

Für Mütter mit bestimmten gesundheitlichen Problemen, wie schwere Herzerkrankungen oder ein unkontrollierter Diabetes, kann ein Kaiserschnitt sicherer sein, da er eine kürzere und kontrolliertere Geburtszeit bietet. Auch in Fällen von schwerer Präeklampsie ist ein Kaiserschnitt oft die sicherste Option, um das Risiko für beide, Mutter und Kind, zu minimieren.

Schließlich kann ein Kaiserschnitt bei geplanten Eingriffen eine gewisse Planbarkeit und Kontrolle bieten, was einigen Frauen psychologische Sicherheit gibt, besonders bei Angst vor der vaginalen Geburt oder bei traumatischen vorherigen Geburtserfahrungen.

Wann wird ein Kaiserschnitt angewendet?

Erst die Einführung der Asepsis, die verbesserte Nahttechnik und die Verlegung des Eröffnungsabschnittes aus dem Gebärmutterkörper zum Gebärmutterhals konnten seine Gefährlichkeit so weit herabmindern, dass er heute keine höhere Mortalität hervorruft als andere aseptische Operationen der Bauchhöhle auch.

Eine Schnittentbindung muss unter anderem in folgenden Fällen vorgenommen werden: bei Bestehen eines Missverhältnisses zwischen kindlichem Kopf und mütterlichem Becken, bei wegverlegenden Tumoren, ungünstiger Lage und Einstellung des Kindes, drohender Zerreißung der Gebärmutter, oder wenn der Mutterkuchen vor dem Muttermund liegt. Außer diesen aufgezählten Fällen der mütterlichen Indikation machen auch kindliche Notlagen eine Schnittentbindung notwendig: ein Nabelschnurvorfall oder schlechte kindliche Herztöne. Hinzu kommt eine anhaltende Wehenschwäche, die den Fortgang der Geburt aufhält.

In der Praxis kommt die Indikation meist gemischt vor, das heißt sowohl die mütterliche als auch die kindliche. Dem Geburtshelfer obliegt es, zu entscheiden, ob und wann eine Schnittentbindung vorgenommen wird. Er muss das Risiko abwägen, dass bei diesem operativen Eingriff für Mutter und Kind besteht, im Gegensatz zu anderen Entbindungen, beispielsweise Spontan-, Zangenentbindungen, Wendungen, die meist auch möglich sind, allerdings oft unter erhöhter Gefährdung des Kindes.

Ist ein Kaiserschnitt zu empfehlen?

Lange galt die Schnittentbindung als die für die Mutter gefährlichste geburtshilfliche Operation, und die Geburtshelfer gingen entsprechend zurückhaltend mit ihr um. Nach heutigem Kenntnisstand ist der Eingriff nicht gefährlicher als andere Operationen der Bauchhöhle; in Deutschland kommt inzwischen rund ein Drittel aller Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. Gegenüber einer komplikationslos verlaufenden vaginalen Geburt bleibt er für die Mutter dennoch der größere Eingriff.

Trotzdem hat die Schnittentbindung - zusammen mit anderen Verbesserungen in der Geburtshilfe - entscheidend dazu beigetragen, dass die Sterblichkeit der Mütter und Kinder unter der Geburt in den letzten Jahrzehnten wesentlich gesenkt werden konnte.

Durchführung & Ablauf

Ein Kaiserschnitt beginnt mit der Vorbereitung der Mutter im Operationssaal. Zunächst wird ein intravenöser Zugang gelegt, und die Mutter erhält eine Regionalanästhesie, meist eine Spinal- oder Epiduralanästhesie, um den Unterleib zu betäuben. In seltenen Fällen, wenn es sich um einen Notfall handelt oder die Anästhesie nicht ausreicht, wird eine Vollnarkose verwendet.

Sobald die Anästhesie wirkt, wird der Bauch der Mutter desinfiziert und steril abgedeckt. Der Chirurg macht einen horizontalen Schnitt im unteren Bauchbereich, etwa oberhalb der Schamhaargrenze, der sogenannte "Bikinischnitt". Dieser Zugang durch die Haut und das darunterliegende Gewebe ermöglicht das Erreichen der Gebärmutter. Manchmal wird ein vertikaler Schnitt verwendet, besonders in Notfällen.

Nach dem Durchtrennen der Haut und des Unterhautfetts sowie der Muskelschichten, erreicht der Chirurg die Gebärmutter. Ein kleiner horizontaler Schnitt wird in die Gebärmutterwand gemacht, um das Baby herauszuholen. Sobald das Baby entnommen ist, wird es von einem Geburtshelfer oder Kinderarzt untersucht und betreut.

Die Plazenta wird anschließend entfernt, und die Gebärmutter wird sorgfältig vernäht. Danach schließt der Chirurg die Schichten des Bauchgewebes und der Haut mit Nähten oder Klammern. Der gesamte Vorgang dauert in der Regel etwa 45 bis 60 Minuten. Nach dem Eingriff wird die Mutter in einen Aufwachraum gebracht, wo sie überwacht wird, bis die Anästhesie nachlässt und sie sich stabilisiert hat.

Gefahren & Risken

Ein Kaiserschnitt, obwohl eine häufige und in der Regel sichere Geburtsmethode, birgt wie jeder chirurgische Eingriff bestimmte Gefahren und Risiken sowohl für die Mutter als auch das Kind. Zu den möglichen Komplikationen für die Mutter zählen Infektionen der Wunde oder des Uterus, Blutungen, Blutgerinnsel in den Beinen oder der Lunge, Verletzungen benachbarter Organe wie der Blase oder des Darms, und Probleme mit der Anästhesie. Eine längere Erholungszeit im Vergleich zur vaginalen Geburt wird zudem als möglicher Faktor für postpartale Depressionen diskutiert.

Zudem besteht die Gefahr von Adhäsionen: Narbengewebe, das sich nach der Operation bildet und benachbarte Organe miteinander verklebt. Das kann bei späteren Schwangerschaften und Eingriffen Komplikationen verursachen, unter anderem Fehllagen des Mutterkuchens. Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, haben bei nachfolgenden Schwangerschaften ein erhöhtes Risiko für einen erneuten Kaiserschnitt.

Für das Neugeborene können Atemprobleme, insbesondere bei geplanten Kaiserschnitten vor der 39. Schwangerschaftswoche, ein Risiko darstellen, da die Lungenentwicklung noch nicht abgeschlossen sein könnte. Auch Schnittverletzungen sind, obwohl selten, möglich.

Es ist wichtig, dass die Entscheidung für einen Kaiserschnitt sorgfältig abgewogen wird, unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation der Mutter, der Position und des Zustands des Babys sowie anderer individueller Faktoren.

Alternativen

Wenn ein Kaiserschnitt nicht möglich oder nicht erwünscht ist, gibt es alternative Verfahren zur Geburtshilfe, die in Abhängigkeit von den spezifischen Umständen der Schwangerschaft und des Geburtsverlaufs angewendet werden können.

Eine wichtige Alternative ist die operative vaginale Entbindung, bei der Instrumente wie eine Geburtszange (Forceps) oder ein Vakuumextraktor verwendet werden. Diese Methoden können bei Problemen während der letzten Phase der Geburt, wie einer langen Austreibungsphase oder bei Anzeichen von fetaler Not, eingesetzt werden. Die Geburtszange wird um den Kopf des Babys gelegt, um es durch den Geburtskanal zu führen, während der Vakuumextraktor einen Saugbecher verwendet, der am Kopf des Babys haftet, um es herauszuziehen.

Eine weitere Alternative ist die äußere Wendung, eine manuelle Methode zur Drehung des Babys aus der Beckenendlage in die Kopfposition. Diese Technik wird in der Regel zwischen der 36. und 38. Schwangerschaftswoche durchgeführt und kann in vielen Fällen eine vaginale Geburt ermöglichen.

Induktion der Wehen ist ebenfalls eine Möglichkeit, insbesondere wenn es medizinische Gründe gibt, die eine schnellere Geburt notwendig machen. Dabei werden Medikamente wie Oxytocin oder Prostaglandine verwendet, um die Wehen zu starten oder zu verstärken.

Bei bestimmten Komplikationen kann eine intensive Überwachung und Unterstützung der natürlichen Geburt durch ein spezialisiertes Team von Geburtshelfern und Hebammen notwendig sein. Diese Fachleute können Techniken anwenden, um die Geburt zu erleichtern und die Sicherheit von Mutter und Kind zu gewährleisten. In einigen Fällen können alternative Positionen oder Techniken wie die Wassergeburt genutzt werden, um die natürlichen Geburtsprozesse zu unterstützen.

Nachsorge & Erholung

Nach einem Kaiserschnitt ist die Mutter zugleich Wöchnerin und frisch Operierte. Aus dieser doppelten Lage ergibt sich die Nachsorge: Sie folgt einerseits dem gewöhnlichen Verlauf des Wochenbetts, andererseits den Regeln nach einem Baucheingriff.

In den ersten Stunden wird die Mutter überwacht, bis Kreislauf und Wirkung der Anästhesie stabil sind. Ein Blasenkatheter, wie er bei dem Eingriff üblicherweise gelegt wird, bleibt zunächst liegen und wird entfernt, sobald die Betäubung nachgelassen hat. Zur Schmerzbehandlung stehen Mittel zur Verfügung, die mit dem Stillen vereinbar sind; eine ausreichende Schmerzlinderung gilt als Voraussetzung dafür, dass die Frau sich früh wieder bewegen und ihr Kind versorgen kann.

Ein Schwerpunkt der ersten Tage liegt auf der frühen Mobilisation. Aufstehen und Umhergehen, sobald es der Zustand erlaubt, dienen der Vorbeugung von Thrombosen und Blutgerinnseln, die nach einer Operation und nach einer Geburt gleichermaßen häufiger auftreten. Unterstützend kommen Kompressionsstrümpfe und, je nach Risikolage, gerinnungshemmende Mittel zum Einsatz. Auch die Atmung und die Darmtätigkeit kommen nach einem Baucheingriff langsamer wieder in Gang, weshalb der Kostaufbau schrittweise erfolgt.

Stillen ist nach einem Kaiserschnitt möglich. Wo der Zustand von Mutter und Kind es zulässt, wird das Neugeborene bereits im Operationssaal oder kurz danach an die Brust gelegt. Weil das Kind auf der Narbe zu liegen käme, werden häufig Positionen gewählt, die den Bauch aussparen. Dass der Milcheinschuss nach einem geplanten Kaiserschnitt gelegentlich etwas später einsetzt, gilt als bekannter Umstand, dem sich mit Anlegen und Hebammenbegleitung begegnen lässt.

Die Wunde wird in den ersten Tagen regelmäßig kontrolliert. Fäden oder Klammern werden nach einigen Tagen entfernt, sofern nicht selbstauflösendes Material verwendet wurde. Zeichen einer Wundinfektion – zunehmende Rötung, Schwellung, Überwärmung, Nässen der Naht oder Fieber – sind ein Grund, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, ebenso plötzlich einsetzende starke Blutungen, einseitige Schmerzen oder Schwellungen im Bein und Atemnot.

Die Narbe verläuft in der Regel quer oberhalb des Schamhaaransatzes und ist später nur wenig sichtbar. In der Umgebung besteht häufig über Monate ein Taubheitsgefühl, weil bei dem Schnitt kleine Hautnerven durchtrennt werden; es bildet sich meist allmählich zurück. Ein Ziehen oder ein derber Wulst im Narbenbereich in den ersten Monaten ist nicht ungewöhnlich.

Für die Zeit nach der Entlassung wird empfohlen, schweres Heben und starke Belastung der Bauchdecke einige Wochen lang zu meiden. Rückbildungsgymnastik wird auch nach einem Kaiserschnitt angeraten, allerdings erst nach ärztlicher Freigabe und mit Rücksicht auf die Narbe. Der Wochenfluss tritt wie nach einer vaginalen Geburt auf, da sich die Wundfläche in der Gebärmutter auch nach einem Kaiserschnitt zurückbildet.

Nicht zu unterschätzen ist die seelische Verarbeitung, besonders nach einem ungeplanten oder unter Zeitdruck durchgeführten Eingriff. Manche Frauen erleben den Verlauf als Bruch mit ihren Vorstellungen von der Geburt oder erinnern sich nur lückenhaft daran. Ein Nachgespräch über den Grund der Entscheidung und den Ablauf gehört deshalb zur Nachsorge; bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder belastenden Erinnerungen stehen Hebammen, Frauenärzte und besondere Beratungsangebote zur Verfügung.

Für eine weitere Schwangerschaft wird ein zeitlicher Abstand empfohlen, damit die Narbe an der Gebärmutter ausheilen kann. Sie sollte in einer Folgeschwangerschaft ärztlich im Blick behalten werden; ob eine vaginale Geburt danach möglich ist, wird im Einzelfall abgewogen und hängt unter anderem von der Schnittführung an der Gebärmutter und vom Grund des ersten Kaiserschnitts ab.

Quellen

  • Kaisenberg, C. von, Klaritsch, P., Hösli-Krais, I. (Hrsg.): Die Geburtshilfe.
    ISBN: 9783662635056
  • Kainer, F. (Hrsg.): Facharztwissen Geburtsmedizin.
    ISBN: 9783437210976
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783132411012
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783437211348
  • Larsen, R.: Anästhesie.
    ISBN: 9783437225123

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