Kombinationstherapie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Kombinationstherapie ist das Gegenteil der Monotherapie und bezeichnet einen Behandlungsweg, der gleichzeitig mehrere verschiedene Therapierichtungen oder Wirkstoffe umfasst, um zur selben Zeit gegen mehrere Faktoren einer Krankheit vorgehen zu können.

Vor allem für die Behandlung von HIV-Patienten spielt die Kombinationstherapie eine Rolle, wobei in diesem Fall von einer hochaktiven, antiretroviralen Therapie die Rede ist, die die Vermehrung der Viren so weit unterdrückt, dass die Progression der Erkrankung aufgehalten oder zumindest verzögert wird und so das Leben der Patienten verlängern kann. Je nach Anwendungsgebiet können Kombinationstherapien mit mehr Nebenwirkungen verbunden sein als Monotherapien; in anderen Fällen – etwa bei der Behandlung des Bluthochdrucks – erlaubt gerade die Kombination niedriger dosierter Einzelwirkstoffe eine bessere Verträglichkeit. In jedem Fall müssen die einzelnen Wirkstoffe vorab genauestens auf ihre Wechselwirkungen und ihre allgemeine Kombinierbarkeit getestet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kombinationstherapie?

Kombinationstherapie
Die Kombinationstherapie ist eine Behandlungsform, die gleichzeitig mehr als einem Therapieprinzip folgt. Meist handelt es sich dabei um medikamentöse Behandlungen, die auf mehr als nur einen Wirkstoff ausgerichtet sind.

Die Medizin versteht unter der Kombinationstherapie eine Behandlungsform, die gleichzeitig mehr als einem Therapieprinzip folgt. Meist handelt es sich dabei um medikamentöse Behandlungen, die auf mehr als nur einen Wirkstoff ausgerichtet sind. Diese Art der Medikamentengabe kann zwei verschiedene Medikamente umgreifen oder einem Kombinationspräparat entsprechen, das mehr als einen Wirkstoff trägt.

Das Gegenteil einer solchen Behandlungsform wird als Monotherapie bezeichnet und beschränkt sich auf einen Wirkstoff. Kombinationstherapien lassen sich in mehrere Unterformen differenzieren. Die bekanntesten sind die Triple- und die Quadruple-Therapie. Während bei der Triple-Therapie drei Arzneistoffe zum Einsatz kommen, beinhaltet die Quadruple-Therapie gleichzeitig vier Wirkstoffe. Für die erste Gruppe ist die Helicobacter-pylori-Eradikation zur möglichst vollständigen Beseitigung des Helicobacter-Bakteriums eines der bekanntesten Beispiele.

Daneben ist auch die lebensverlängernde HIV-Therapie zuweilen eine Triple- und teilweise sogar eine Quadruple-Therapie. Der größte Vorteil jeder Kombinationstherapie besteht in der gleichzeitigen Einwirkung auf verschiedene Krankheitsparameter. Ein möglicher Nachteil liegt, verglichen mit der Monotherapie, andererseits in zusätzlichen Neben- und Wechselwirkungen der beteiligten Wirkstoffe.

Funktion, Wirkung & Ziele

Mit einer Kombinationstherapie lassen sich gleichzeitig mehrere Faktoren einer Krankheit positiv beeinflussen. Welche Medikamente im Zuge einer solchen Maßnahme kombiniert werden können, entscheidet die jeweilige Krankheit, aber auch die Wechsel- und Nebenwirkungen der einzelnen Arzneimittel sind hierbei von Bedeutung.

Die Kombinationstherapie spielt in der gegenwärtigen Medizin insbesondere eine Rolle bei der Behandlung von HIV-Patienten. Die wirksamste Behandlungsform gegen das HI-Virus entspricht gegenwärtig einer hochaktiven antiretroviralen Therapie, die auf mindestens drei verschiedene Wirkstoffe setzt. Alle diese Wirkstoffe sind antiretroviral, hemmen also die Vermehrung der Viren; sie werden heute häufig in einer einzigen Tablette zusammengefasst. Lange Zeit wurden dazu zwei nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer mit einem nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmer oder mit Proteasehemmern kombiniert. Nach heutigem Kenntnisstand wird als dritter Wirkstoff meist ein Integrase-Hemmer eingesetzt.

Bei den Proteasehemmern wird die Wirksamkeit oft zusätzlich über eine Boosterung angehoben. Die antiretrovirale Kombination kann die Vermehrung der Viren so weit begrenzen, dass sich HIV im Blut fortan nicht mehr nachweisen lässt und das Leben der Patienten durch eine dauerhafte, wenn auch nicht immer vollständige Wiederherstellung der Immunfunktionen verlängert werden kann. Aus dem Körper verschwindet das Virus dadurch allerdings nicht. Viele typische Symptome von HIV gehen im Zuge der Therapie zurück und das Risiko für eine Progression der Erkrankung wird minimiert.

Ähnlich dieser Kombinationstherapie kommen auch bei der Helicobacter-pylori-Eradikation drei verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz. Meist wird im Zuge dieser Maßnahme Amoxicillin mit Clarithromycin und Protonenpumpeninhibitoren kombiniert, aber auch die Kombination von Amoxicillin, Metronidazol und Protonenpumpeninhibitoren ist denkbar. Ein dritter Weg ist die gleichzeitige Gabe von Metronidazol, Clarithromycin und Protonenpumpeninhibitoren. Lange galten solche Dreifachkombinationen als Standard; wegen der zunehmenden Unempfindlichkeit der Bakterien gegen Clarithromycin kommen heute häufig Vierfachkombinationen zum Einsatz. Neben diesen Kombinationstherapien wird zum Beispiel auch bei Epilepsie, bei Blutdruckerkrankungen oder Diabetes vom Typ 2 oft auf Kombinationstherapien zurückgegriffen.

Auch für Erkrankungen wie Hepatitis C, ADHS, Herzrhythmusstörungen und komplexe Tumore können sich Kombinationstherapien aber als sinnvoll erweisen. In der Regel gilt der Grundsatz: je komplexer und vielseitiger die Erkrankung, desto sinnvoller auch eine Therapieform mit mehreren Wirkstoffen, da gerade komplexe Erkrankungen im Normalfall vielerlei unterschiedliche Faktoren beinhalten, denen sich über einen einzigen Wirkstoff meist nicht ausreichend begegnen lässt.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Jede Kombinationstherapie ist nur unter genauer Beachtung von medikamentösen Wechselwirkungen durchzuführen. Außerdem können bei Kombinationstherapien mehr Nebenwirkungen auftreten als bei Monotherapien. Daher muss der behandelnde Arzt zusammen mit dem Patienten vorab das Verhältnis von Nutzen und Risiko für den Einzelfall ermitteln.

Bei der Triple-Therapie für HIV-Kranke ist der Nutzen in der Regel zum Beispiel deutlich höher angesiedelt als die Risiken. Die meisten Patienten vertragen die seit 1996 bestehende Therapiemethode über viele Jahre hinweg äußerst gut. Trotzdem können für diesen Behandlungsweg Nebenwirkungen wie Völlegefühl, Erbrechen oder Durchfall auftreten. Auch eine leichte Erhöhung der Leberwerte kann vorkommen, da den Medikamenten teilweise lebertoxische Eigenschaften innewohnen, die allerdings in nur äußerst seltenen Fällen tatsächliche Leberschäden verursachen.

Auch Nierenfunktionsstörungen sind denkbar und Neuropathien, Schlafstörungen sowie Alpträume können im Laufe der Behandlung eintreten. Allergien zählen zu den häufigeren Nebenwirkungen. Fettverteilungsstörungen waren vor allem unter den früher gebräuchlichen Wirkstoffen häufig; bei den heute eingesetzten Substanzen treten sie deutlich seltener auf. Die Liste dieser Nebenwirkungen lässt sich selbstverständlich nicht auf Kombinationstherapien zu anderen Krankheiten übertragen, die gänzlich andere Wirkstoffe und somit Auswirkungen auf den Körper umgreifen.

Die Aufzählung soll daher lediglich veranschaulichen, welche Nebenwirkungen bei einer Kombinationstherapie hinzukommen können. Gerade wenn eine Behandlung gegen Krankheitserreger über einen längeren Zeitraum läuft, können diese unempfindlich gegen einzelne der eingesetzten Wirkstoffe werden; die Kombination mehrerer Wirkstoffe soll das gerade erschweren. Daher wird permanent und für jeden kombinationstherapeutischen Weg nach anderen Wirkstoffen geforscht, die sich möglichst risikoarm miteinander kombinieren lassen.

Warum Wirkstoffe kombiniert werden

Hinter einer Kombination steht immer eine bestimmte Überlegung, und es lohnt sich, die gebräuchlichen voneinander zu trennen.

Am naheliegendsten ist der Angriff an mehreren Stellen zugleich. Viele Krankheiten entstehen nicht durch eine einzelne Störung, sondern durch ein Zusammenspiel mehrerer Vorgänge; ein Wirkstoff, der nur an einem einzigen Punkt eingreift, kann dann bestenfalls einen Teilerfolg erzielen.

Ein zweiter Grund ist die Verträglichkeit. Viele unerwünschte Wirkungen nehmen mit der Menge des Einzelwirkstoffs zu. Wer zwei Wirkstoffe in jeweils niedrigerer Menge einsetzt, kann daher denselben Effekt mitunter besser verträglich erreichen als mit einem einzigen, hoch ausgereizten Mittel. Bei der Behandlung des Bluthochdrucks wird gerade aus diesem Grund häufig früh kombiniert, weil die verschiedenen Wirkstoffgruppen an unterschiedlichen Stellen ansetzen und ihre Nebenwirkungen sich nicht einfach addieren.

Der dritte Grund betrifft die Widerstandsfähigkeit von Krankheitserregern und entarteten Zellen. Unter der Einwirkung eines einzigen Wirkstoffs setzen sich diejenigen Erreger durch, die zufällig unempfindlich gegen ihn sind; aus wenigen überlebenden Erregern kann so eine gegen das Mittel widerstandsfähige Population entstehen. Die Unempfindlichkeit entwickelt also der Erreger und nicht der behandelte Mensch. Wirken mehrere Substanzen mit verschiedenen Angriffspunkten gleichzeitig, müsste ein Erreger zufällig gegen alle zugleich unempfindlich sein, um zu überleben – ein sehr viel unwahrscheinlicheres Ereignis. Genau darin liegt der Sinn der Kombination bei HIV, bei der Tuberkulose und bei zahlreichen weiteren Infektionen.

Schließlich kann ein Wirkstoff die Aufgabe haben, einen anderen zu unterstützen, etwa indem er dessen Abbau im Körper verlangsamt und ihn dadurch länger wirksam hält, oder indem er einer bekannten Nebenwirkung des Partners entgegenwirkt.

Kombinationstherapie bei Infektionskrankheiten

Bei Infektionskrankheiten hat sich die Kombination dort durchgesetzt, wo eine Behandlung mit einem einzelnen Mittel regelmäßig an der Resistenzbildung gescheitert ist.

Die Behandlung der Tuberkulose ist dafür das klassische Beispiel. Sie wird von Beginn an mit mehreren Antibiotika gleichzeitig geführt und über viele Monate fortgesetzt. Beides hat denselben Hintergrund: Die Erreger vermehren sich langsam, überdauern teilweise in schlecht durchbluteten Herden, und eine zu kurze oder zu schmale Behandlung züchtet widerstandsfähige Stämme heran. Ein vorzeitiger Abbruch ist deshalb nicht nur für den Betroffenen nachteilig, sondern schafft Erreger, die für andere gefährlicher sind.

Bei der Lepra hat die Umstellung auf eine Mehrfachbehandlung seit den 1980er Jahren die Behandlung entscheidend verbessert, nachdem die zuvor übliche Einzelbehandlung zunehmend an unempfindlichen Erregern scheiterte. Bei der Malaria werden heute überwiegend Kombinationen auf Grundlage der Artemisinin-Wirkstoffe eingesetzt, ausdrücklich mit dem Ziel, den schnell wirksamen Bestandteil vor der Entstehung von Unempfindlichkeit zu schützen.

Auch bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen wie einer Sepsis wird zunächst breit kombiniert, weil der Erreger zu Behandlungsbeginn noch nicht bekannt ist. Sobald die Laborergebnisse vorliegen, wird die Behandlung gezielt auf das wirksamste Mittel eingeengt. Diese Verschmälerung ist ein wichtiger Teil des Vorgehens, denn eine dauerhaft breite Kombination belastet den Patienten unnötig und fördert Resistenzen dort, wo sie nicht nötig gewesen wäre.

Kombinationstherapie in der Krebsbehandlung

In der Behandlung von Krebserkrankungen ist die Kombination der Regelfall. Sie zeigt sich dabei auf zwei Ebenen.

Innerhalb der medikamentösen Behandlung werden mehrere Wirkstoffe zu einem Schema zusammengefasst. Ausgewählt werden sie so, dass sie an unterschiedlichen Stellen der Zellteilung eingreifen und dass sich ihre unerwünschten Wirkungen möglichst nicht auf dasselbe Organ richten. Ein Mittel, das vor allem das Knochenmark belastet, wird also eher mit einem kombiniert, dessen Nebenwirkungen andere Gewebe betreffen. Zwischen den Behandlungsabschnitten liegen Erholungsphasen, in denen sich das gesunde Gewebe regenerieren kann. Auch hier spielt die Widerstandsfähigkeit eine Rolle: Tumorzellen sind untereinander nicht gleich, und unter einem einzigen Wirkstoff können sich die unempfindlichen Zellen durchsetzen.

Auf der zweiten Ebene werden ganze Behandlungsverfahren miteinander verbunden. Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Wirkstoffe und die Immuntherapie werden zu einem gemeinsamen Behandlungsplan zusammengeführt; man spricht dann von einem multimodalen Vorgehen. Eine medikamentöse Behandlung kann dabei vor einer Operation stehen, um den Tumor zu verkleinern, oder nach ihr, um verbliebene Zellen zu erfassen. Welche Bausteine in welcher Reihenfolge zusammenkommen, wird bei Krebserkrankungen in einer gemeinsamen Besprechung mehrerer Fachrichtungen festgelegt. Ergänzend gehört die Behandlung von Begleitbeschwerden dazu, etwa durch Schmerztherapie oder Maßnahmen der Palliativmedizin.

Feste Kombinationspräparate und freie Kombination

Ob mehrere Wirkstoffe in einer einzigen Tablette stecken oder getrennt eingenommen werden, ist keine Nebensächlichkeit.

Für das feste Kombinationspräparat spricht vor allem die Zahl der einzunehmenden Tabletten. Je weniger davon täglich fällig sind und je einfacher der Einnahmeplan ist, desto zuverlässiger wird eine Behandlung tatsächlich durchgeführt – ein Punkt, der bei dauerhaften Behandlungen wie der gegen HIV oder gegen Bluthochdruck erheblich zu Buche schlägt. Zudem lässt sich ein einzelner Bestandteil nicht versehentlich weglassen, was gerade bei Infektionen der Resistenzbildung vorbeugt.

Dagegen steht ein handfester Nachteil: Ein fester Bestandteil lässt sich nicht für sich allein anpassen. Verträgt jemand einen der Wirkstoffe schlecht, muss das gesamte Präparat gewechselt werden, und es ist schwerer zu erkennen, welcher Bestandteil die Beschwerden verursacht hat. Deshalb wird häufig zunächst mit getrennten Präparaten eingestellt und erst nach stabiler Einstellung auf eine feste Kombination umgestellt. Aus demselben Grund sind feste Kombinationen dort wenig geeignet, wo die Menge eines Bestandteils regelmäßig nachjustiert werden muss.

Kombination über die Arzneimittel hinaus

Der Begriff der Kombinationstherapie beschränkt sich nicht auf Medikamente. Gemeint ist allgemein, dass eine Behandlung mehr als einem Therapieprinzip folgt, und das schließt nichtmedikamentöse Bausteine ein. Beim Diabetes vom Typ 2 stehen Ernährungsumstellung und Bewegung gleichrangig neben der medikamentösen Behandlung. Bei der Depression gilt die Verbindung von Psychotherapie und Antidepressiva gerade bei schwereren Verläufen als übliches Vorgehen. In der Rehabilitation nach einem Schlaganfall greifen Übungsbehandlung, Sprachtherapie, Hilfsmittelversorgung und Arzneimittel ineinander. Auch hier gilt der Grundgedanke: Was aus mehreren Ursachen entsteht, lässt sich selten über einen einzigen Zugang behandeln.

Wechselwirkungen und Grenzen

Mit jedem zusätzlichen Wirkstoff steigt die Zahl möglicher Wechselwirkungen, und zwar nicht gleichmäßig, sondern überproportional. Grob lassen sich zwei Arten unterscheiden. Bei der einen beeinflusst ein Wirkstoff, wie ein anderer aufgenommen, in der Leber umgebaut oder über die Niere ausgeschieden wird; der Partner wirkt dann stärker oder schwächer als vorgesehen, obwohl an ihm selbst nichts verändert wurde. Bei der anderen wirken zwei Substanzen in dieselbe Richtung: Mehrere blutdrucksenkende Mittel können den Blutdruck zu weit absenken, mehrere gerinnungshemmende Mittel die Blutungsneigung übermäßig erhöhen.

Wechselwirkungen entstehen nicht nur zwischen verordneten Arzneimitteln. Auch frei verkäufliche Mittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate können eingreifen; Johanniskraut etwa beschleunigt den Abbau zahlreicher Arzneistoffe und kann deren Wirkung dadurch erheblich abschwächen, und Grapefruitsaft wirkt bei bestimmten Wirkstoffen in die entgegengesetzte Richtung. Für die Behandlung ist es deshalb wesentlich, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte von allen eingenommenen Präparaten wissen. Ein vollständiger Medikationsplan, der auch selbst gekaufte Mittel aufführt, ist dafür das gebräuchliche Hilfsmittel; die Apotheke kann Kombinationen zusätzlich prüfen.

Daraus ergeben sich die Grenzen des Vorgehens. Eine Kombination ist nicht schon deshalb besser, weil sie mehr Wirkstoffe enthält. Jeder zusätzliche Bestandteil braucht einen eigenen Grund, und mit der Zahl der Präparate wachsen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und die Gefahr von Einnahmefehlern. Besonders bei älteren Menschen, die wegen mehrerer Erkrankungen gleichzeitig behandelt werden, gilt daher als Grundsatz, den Bestand an Arzneimitteln regelmäßig zu überprüfen und Mittel abzusetzen, deren Grund entfallen ist. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet sich nach Diagnose, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit – und damit im ärztlichen Gespräch, nicht nach einem allgemeinen Schema.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443488

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