Lärmempfindlichkeit


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 22. Oktober 2018
Kategorie: Krankheiten

Lärmempfindlichkeit ist eine hohe Sensibilität gegen Alltagsgeräuschen, die für gesunde Menschen keine Probleme darstellen. Sie ist häufig Resultat eines Traumas, Stress oder einer anderen Verletzung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lärmempfindlichkeit?

Lärmempfindlichkeit (Hyperakusis) ist eine Störung, die eine Übersensibilität für bestimmte Frequenzbereiche von Umgebungsgeräuschen mit sich bringt.

Einer Person, die an Lärmempfindlichkeit leidet, empfindet alltägliche Geräusche als schwer erträglich und sehr laut, mit denen andere Personen keinerlei Probleme haben. Lärmempfindlichkeit kann das Produkt einer Verletzung des Hörorgans oder des Innenohrs sein. Auch andere Störungen in den Nervenbahnen zwischen Ohr und Gehirn können als Ursache in Erwägung gezogen werden.

Es kann auch eine Störung des Nervensystems oder des Gehirns angenommen werden. In diesem Fall wäre die Lärmempfindlichkeit ein rein neurologisches Problem und beeinträchtigt von der Rezeption und Verarbeitung des Gehirns.

Ernste Formen der Lärmempfindlichkeit sind sehr selten, doch schwächere Formen betreffen viele Menschen. Sie sind nicht selten das Resultat einer längeren Krankheit, Stress oder verwandten Traumata wie Tinnitus.

Ursachen

Die verbreitetste Ursache von Lärmempfindlichkeit ist die Konfrontation mit extrem hohen Dezibelwerten. Bei manchen Menschen setzt die Lärmempfindlichkeit ganz plötzlich ein, zum Beispiel nach dem Abfeuern einer Waffe, einem Unfall (Autounfall mit Airbag), sehr lauten Geräuschen, der Einnahme von Drogen, die das Empfindungsvermögen stimulieren, einer Borreliose-Erkrankung, der Menière-Krankheit, einer kraniomandibulären Dysfunktion, einer Kopfverletzung oder Operation.

Andere Menschen wiederum werden mit einer Lärmempfindlichkeit geboren, entwickeln eine Bogengangsdehiszenz, haben eine längere Krankheitsgeschichte mit Ohrinfektionen oder stammen aus einer Familie, in der Hörprobleme verbreitet sind. Lärmempfindlichkeit ist eine überaus häufige Nebenwirkung des Langzeitmissbrauch von Phencyclidin.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Gesteigerte Lärmempfindlichkeit - auch Hyperakusis genannt - kann sich in Aggressionen, Reizbarkeit oder gestressten Nerven äußern. Es kommt aus verschiedenen Gründen zu einer verstärkten Empfindlichkeit gegenüber alltäglichen Geräuschen. Diese können üblicherweise weggeblendet werden. Bei akuter Lärmempfindlichkeit sind die Geräusche aber so vordringlich, dass der Betroffene sich von ihnen überrollt fühlt.

Durch den Umstand, dass Menschen normalerweise den gewohnten Lärmpegel teilweise ausblenden können, wird ersichtlich, dass Lärmempfindlichkeit ein subjektives Empfinden ist. Eine erhöhte Lärmempfindlichkeit kann den Wegfall der üblicherweise funktionierenden Filterungsmöglichkeiten im Gehirn bedeuten. Gesteigerte Lärmempfindlichkeit kann auch durch einen erhöhten Lärmpegel entstehen.

Die Symptomlage ist bei beiden Ursachen die gleiche. Es kommt zu einer störenden Wahrnehmung von Lärm. In Folge dieser verstärkten Wahrnehmung sind die Betroffenen überreizt, verärgert, aggressiv oder gestresst. Der Zustand kann vorübergehend sein oder anhalten. Halten die Symptome der Lärmempfindlichkeit an, sollte der Betroffene medizinischen Rat suchen.

Anhaltende Lärmempfindlichkeit kann die Betroffenen schreckhafter machen. Es kann zu Kopf- oder Ohrenschmerzen kommen. In einem oder beiden Ohren kann ein Tinnitus entstehen. In krassen Fällen kann eine Lärmschwerhörigkeit entstehen. Dies ist beispielsweise nach häufigen Beschallungen mit zu lauter Musik oder einem Knalltrauma der Fall. Beim Registrieren der Symptome einer erhöhten Lärmempfindlichkeit sollten die Betroffenen nach Möglichkeit die Ursachen abstellen.

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose von Lärmempfindlichkeit bezieht sich auf die Ausprägungen der Symptome und Anzeichen. Betroffene stören sich plötzlich an Geräuschen, die vorher unproblematisch waren oder die andere Menschen nicht stören.

Sie klagen womöglich über Schmerzen oder andere Irritationen. Betroffene haben eventuell ein gereiztes und rotes Trommelfell, oder ein Trommelfell, das locker oder sehr gespannt ist. Ein Ohrenarzt wird vermutlich Pegelgrenzen für Schmerzen und Unannehmlichkeiten auf beiden Seiten austesten. Bei diesem Verfahren wird mit sehr leisen Tönen begonnen, die graduell ansteigen und lauter werden. Wenn die Toleranzschwelle unter 90 dB für Geräusche und 95 dB für Stimmen fällt, wird in der Regel von einer akuten Lärmempfindlichkeit ausgegangen.

Die Sensibilität ist jedoch sehr individuell, es existiert kein objektiver Test für Lärmempfindlichkeit. Diese Tests sollten regelmäßig wiederholt werden, da die Ursachen und die Erscheinungen der Empfindlichkeit variieren können. Hier spielen häufig psychologische Faktoren wie Stress, Angst und Aufregung eine wichtige Rolle.

Komplikationen

Lärmempfindlichkeit kann verschiedene Komplikationen hervorrufen. Zunächst kann eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen Stress verursachen. Unmittelbar kann es zu Schlafstörungen und Viruserkrankungen kommen. Langfristig können Stresserkrankungen wie Magen- und Darmprobleme, Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen sowie Migräne und Spannungskopfschmerzen entstehen.

Darüber hinaus können sich bestehende Krankheiten wie Diabetes oder Neurodermitis verstärken, wodurch es zu weiteren Komplikationen kommen kann. Auch seelische Erkrankungen wie Burnout, Angststörungen und Depressionen können sich ausbilden. Ebenso erhöht sich die innere Unruhe und Nervosität. Bestehende Erkrankungen wie ADS und ADHS können verstärkt auftreten und weitere Komplikationen mit sich bringen.

Langfristig stellt eine ausgeprägte Lärmempfindlichkeit eine erhebliche Belastung für die Betroffenen dar, die weitere körperliche und psychische Probleme verursachen kann. Bei der Behandlung einer Lärmempfindlichkeit kann es ebenfalls zu Komplikationen kommen.

So können Schlafmittel und Medikamente zur Stressreduktion Nebenwirkungen hervorrufen, welche die vorhandenen Beschwerden auf Dauer noch verstärken. In Folge von Vermeidungsstrategien kann es außerdem zur sozialen Ausgrenzung kommen, wodurch sich das Wohlbefinden meist noch verschlechtert. Eine professionell unterstützte Behandlung ist bei Lärmempfindlichkeit also unerlässlich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Lärmempfindlichkeit ist oft harmlos und geht nach einiger Zeit von selbst zurück. Sollte die Überempfindlichkeit länger als einige Wochen bestehen bleiben oder im Verlauf sogar stärker werden, muss der Betroffene einen Mediziner aufsuchen. Insbesondere wenn die Lärmempfindlichkeit zu Kopfschmerzen, Reizbarkeit oder einem allgemeinen Unwohlsein führt, ist ein Arztbesuch angezeigt. Treten die Beschwerden unmittelbar nach einem Konzertbesuch oder einer anderen Situation auf, in welcher die Beteiligten einer hohen Lautstärke ausgesetzt waren, muss noch am selben Tag die Arztpraxis bzw. das Krankenhaus aufgesucht werden.

Grundsätzlich muss mit einer erhöhten Sensibilität des Hörvermögens zum Arzt gegangen werden, sobald sich dadurch seelische oder körperliche Beschwerden entwickeln. Personen, die eine lange Krankheitsgeschichte mit wiederholten Ohreninfektionen hinter sich haben, sprechen bei Anzeichen einer Lärmempfindlichkeit am besten mit dem zuständigen Arzt. Neben dem Hausarzt kann ein Ohrenarzt hinzugezogen werden. Begleitend dazu sind Verhaltenstherapie und Psychotherapie sinnvoll, immer abhängig von Ursache, Art und Ausprägung der Beschwerden.

Behandlung & Therapie

Auch wenn es bis heute keine invasive Methode gibt, eine Lärmempfindlichkeit chirurgisch zu korrigieren, existieren eine Reihe von Methoden, die den Betroffenen dabei helfen können, mit ihrer Störung zu leben und die Sensibilität gegenüber bestimmter Geräusche langsam zu reduzieren.

Diese Methoden beinhalten in den meisten Fällen eine Akustik-Therapie oder ein gezieltes Umlernen der Empfindung. Diese Therapien zielen darauf ab, die betroffene Person durch die Konfrontation mit bestimmten Geräuschen erneut an Umgebungsgeräusche zu gewöhnen und ihre psychologische und körperliche Reaktion darauf zu beeinflussen.

Die begleitete Verhaltenstherapie möchte hier die Einstellung und den Umgang des Patienten mit den Geräuschen beeinflussen. Die Akustik-Therapie hingegen reduziert in langsamen Schritten die Sensibilität. Zur Ausführung dieser Behandlung existieren spezielle Geräte, die durchgehende Geräusche produzieren.

Die Theorie geht hier davon aus, dass die regelmäßige Stimulation mit einem bestimmten Geräusch in einer sicheren Umgebung, den Patienten vorbereitet diesen Geräuschen auch im Alltag standzuhalten. Diese Therapie erzielt gute Erfolge, doch benötigt drei Monaten bis zu zwei Jahre um zu wirken.

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Aussicht & Prognose

Eine Lärmempfindlichkeit hat für die Betroffenen meist keine größeren Einschränkungen zur Folge. Je nach Ausprägung des Leidens kann es bereits genügen, Ohrstöpsel zu tragen oder bauliche Veränderungen an der Wohnung vorzunehmen. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, laute und störende Geräusche zu vermeiden. Geschieht dies ausreichend, ist die Prognose relativ gut. Die Betroffenen können ihrem Beruf ohne große Einschränkungen nachgehen und auch Hobbys weiterhin ausüben.

Bei einer plötzlich auftretenden Lärmempfindlichkeit, wie sie beispielsweise durch ein Knalltrauma zustande kommen kann, entsteht häufig großer Stress, der medikamentös behandelt werden muss. Die Lebenserwartung wird durch eine Lärmempfindlichkeit nicht reduziert. Die Betroffenen sollten darauf achten, dass sie laute Geräusche weitestgehend einschränken. Liegt dem Leiden eine seelische Erkrankung zugrunde, muss diese zunächst behandelt werden. In der Folge verbessert sich oftmals auch die Lärmempfindlichkeit.

Bei anhaltenden Beschwerden, die das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen, sind unter Umständen größere Veränderungen im Alltag notwendig. Der Betroffene muss unter Umständen den Beruf oder sogar den Wohnort wechseln, um der ständigen Lärmbelastung zu entgehen. Die Lärmempfindlichkeit stellt in diesem Fall eine große Belastung dar, welche die Lebensqualität erheblich reduziert.

Vorbeugung

Viele Menschen beschreiben das Einsetzen der Lärmempfindlichkeit als Resultat eines Traumas. Folglich sollte sich vor der Konfrontation mit hohen Dezibelwerten geschützt werden. Dies gilt beispielsweise beim Besuch eines Konzertes oder dem Proben beim lauten Musizieren. Ansonsten gilt eine frühe Diagnose und Behandlung der Lärmempfindlichkeit, damit sich die Sensibilität nicht noch verstärkt.

Das können Sie selbst tun

Eine Lärmempfindlichkeit sollte zunächst von einem Arzt untersucht werden. Gemeinsam mit dem Mediziner können dann Maßnahmen erarbeitet werden, durch die sich die Beschwerden in vielen Fällen reduzieren lassen. Eine zwischenzeitliche Lärmempfindlichkeit, etwa durch Stress oder Krankheit, kann mit einer Reihe von Hilfsmitteln behandelt werden.

Ohrstöpsel oder Ohrenschützer etwa, filtern störende Geräusche zuverlässig und schnell aus. Auf lange Sicht können diese Mittel die Lärmempfindlichkeit jedoch noch verstärken. Darum sollte die hohe Geräuschsensibilität ursächlich behandelt werden. Bewährt hat sich beispielsweise eine Akustik-Therapie oder ein gezieltes Umlernen der Empfindungen und Reaktionen auf Geräusche. Im Rahmen dieser Therapien werden die Umgebungsgeräusche mit positiven Reizen verknüpft, wodurch sich langfristig die psychologische und körperliche Reaktion darauf reguliert. Begleitend dazu bietet sich eine Verhaltenstherapie an, die den Umgang des Patienten mit den Geräuschen schult.

Zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung, sollte die alltägliche Geräuschbelastung so gut wie möglich reduziert werden. Hier bietet sich eine Dämmung der Wände ebenso an wie ein aufklärendes Gespräch mit lauten Nachbarn oder Arbeitskollegen. Zuletzt kann auch ein Umzug in eine ruhigere Gegend oder ein Jobwechsel helfen.

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Sabsi kommentierte am 27.03.2014

Seit einigen Jahren leide ich sehr unter meiner Überempfindlichkeit. Vermutlich wurde es durch Nachbarn ausgelöst, die über mir wohnten. Ich zog zweimal um, aber es verstärkt sich immer mehr. Sozusagen vom Regen in die Traufe. In jeder Wohnung war es lauter als in der davor. Es raubt mir fast jede Lust am Leben. Meine jetzige Wohnung habe ich gekauft und bin vertraglich an sie gebunden. Ich bekomme Angstzustände, beinahe Weinkrämpfe, Pulsrasen, Herzrasen und einen steigenden Hass auf meine Nachbarn. Ich fühle mich in die Ecke gedrängt. Zusätzlich bekomme ich Allergien gegen Kälte, Zugluft und Schimmelpilze. Diese Dinge treten immer dann auf, wenn ich die Nachbarn höre. Wenn das jemand kennt und einen guten Therapievorschlag hat, wäre ich sehr dankbar für jeden Hinweis.

Tammi kommentierte am 14.05.2014

An Sabsi:
Diese Erfahrungen kenne ich gut. Mir hat geholfen, als ich erkannt habe, dass die Lärmempfindlichkeit von traumatischen Erlebnissen in der Kindheit kommt. Da habe ich in einer Traumatherapie daran gearbeitet und bin seitdem sehr viel fürsorglicher mit mir, wenn mir etwas Lautes (oder anderes) Angst macht. Das erleichtert die Belastung schon um einiges.
Dir wünsche ich ganz viel Mut und Kraft! LG Tammi.

masie kommentierte am 15.06.2014

Ich kenne das sehr gut. Ich wohne an einer Landstraße, die seit Einführung der Maut von etwa 900 LKW täglich befahren wird. Hinzu kommen noch unzählige Pendler nach Berlin. Am Tag sind es insgesamt etwa 8000 Fahrzeuge. Als wir dort bauten, war alles ruhig. Ich bin an dieses Haus durch Kredite und ähnliches gebunden. Mein Garten war mein ganzer Stolz und meine Quelle der Entspannung. Das ist nun vorbei. Ich werde fast wahnsinnig und bin so wütend wenn die LKW vorbeirasen. Nachts kann ich nur noch mit Ohrenstöpseln schlafen. Mir wurden meine Lebensqualität und mein Lebensmut genommen. Ich habe eine Psychotherapie begonnen und mache bald eine Kur. Ich hoffe, ich bekomme dort Hilfe und lerne mit den Umständen umzugehen.

Kutscher kommentierte am 12.09.2014

An Sabsi:
Wir könnten Zwillinge sein. Bei uns im Haus ist es auch so. Die Leute, die unter uns wohnen, haben scheinbar keine Türklinken und die über uns gewohnt haben, haben von morgens bis abends rumgetrampelt. Dazu hatten die ein Schreikind, welches auch sehr oft mitten in der Nacht Alarm gemacht hat. Ich bin den ganzen Tag arbeitsbedingt Lärm ausgesetzt. Ich arbeite als Busfahrer und gerade der Schülerverkehr hat es in sich. Bei mir ist es zur Zeit so, dass ich am liebsten nur noch schlafen möchte. Dumpfe, klappernde und polternde Geräusche bringen in Sekunden meine Blutdruck in die Höhe. Dazu kommen dann noch Panik- und Angstatacken und manchmal kurze Übelkeit.
Das mit den Pulsrasen hatte ich gestern erst wieder. Ein Geräusch vom neuen Nachbarn und ruckzuck war mein Ruhepuls auf 95. Das ist, wie du selber weißt, sehr unangenehm.
Ganz schlimm ist es, wenn die dunkle Jahreszeit kommt. Ich helfe mir dann mit Johanniskrautkapseln und wenn es dann mal wieder richtig doll zuschlägt, nehme ich in der Mitte des Tages nochmal ein Lasea. Der Vorteil dabei ist, dass ich davon nicht müde werde und auch keine Abhängigkeit entsteht. Leider dauert es ein paar Tage, bis die Wirkung einsetzt. Bis dahin helfe ich mir mit guten Ohrenstöpseln und schlafe wann immer es geht. Es macht mir aber große Angst, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Ich bin ansonsten ein gesunder Mensch. Bis auf meinen Tinitus, der mich nach mehreren Hörstürzen seit Jahren begleitet.

verena kommentierte am 25.09.2014

Meine Tochter hat Probleme in der Schule, wegen des Lärms, der von den anderen Kindern ausgeht. Sie hat eine Hörschallschwäche. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.

fdnugtu kommentierte am 27.01.2015

Ich leide seit Jahren unter Partylärm von Nachbarn. Zuerst als Mieter, jetzt sogar noch als Eigentümer. Ich habe Angst vor Sommerparties meiner Nachbarn. Auch Kreissägen machen mir Angst.

Bergziege kommentierte am 18.07.2015

Ich bin zufällig auf diese Seite gelangt und bin ganz schön überrascht, dass es auch anderen so geht wie mir. Ich habe jahrelang extremen Partylärm von meinem Nachbarn ertragen. Das ging oft bis 4 Uhr morgens, nicht selten mehrmals in der Woche. Ich habe gefühlte tausendmal um Rücksicht gebeten, war dabei viel zu höflich. Das hat den Nachbarn überhaupt in keiner Weise veranlasst, sein Verhalten zu ändern. Und dann kam der Hörsturz und seitdem reagiere ich extrem empfindlich auf jeglichen Lärm von diesem Nachbarn. Um meine Gesundheit zu schützen, erstatte ich nun sofort Anzeige bei erneuten Ruhestörungen. Leider ist meine Gesundheit nun stark angeschlagen.

sagor kommentierte am 21.10.2015

Ich bin allergisch auf Geräusche von Wohnungsnachbarn, ebenso auf Verkehrslärm, dem ich ausgesetzt bin. Ich befürchte und stelle fest, dass die ganze Sache mehr und mehr meine Gesundheit angreift. Den Wohnort zu wechseln ist schwierig. Auch ich fühle mich in die Enge gedrängt, der Situation ausgeliefert. Ich versuchte schon mit psychologischer Hilfe eine Einstellungsänderung herbeizuführen. Das geht nicht so einfach. Bei mir ist das jahrzehntealt und eingeübt. Dabei betrübt mich, dass ein sogenannter normaler Mensch den Geräuschpegel, den ich als problematisch empfinde, problemlos bewältigen könnte. Weiss jemand was zu tun ist?

EIIis kommentierte am 08.11.2015

Bei mir im Haus ist auf dem Dach ein Imbissluftabzug installiert. Dieser rattert, vibriert, zischt und saust wie ein Luftpresshammer. Das Gerät ist so groß wie eine Waschmaschine und der Lärm dementsprechend kaum auszuhalten. Mit einem Einlenken des Vermieters und des Imbissbetreibers ist nicht zu rechnen. Vor drei Tagen traten dann die ersten Folgen auf. Ich empfand das Öffnen einer Chipstüte als so unangenehm und laut, als ob mir jemand auf meinen Kopf schlug. Ich hielt mir die Ohren für eine Minute zu und es wurde wieder besser.
Mittlerweile ist einfach alles zu laut für mich. Wobei ich annehme, dass es etwas mit meiner Koffeinaufnahme zu tun hat. Vermeide ich koffeinhaltige Getränke, beruhigt sich die Lärmbelästigung. Kann diese Annahme richtig sein?

Diana kommentierte am 31.05.2016

Ich habe in den letzten Jahren eine zunehmende Sensibilität und intensive Wahrnehmung gegenüber Nachbarschaftslärm bei mir festgestellt. Dies ruft bei mir regelrechte Zornattacken und Aggression hervor. Allgemein habe ich starke Konzentrationsschwächen bei Lärm um mich herum. Das betraf oft auch die Arbeitssituation im Büro, bis ich auf Grund eines Stellenwechsels ein Einzelbüro bekam. Ich arbeite an Strategien meinen Fokus von dem Lärm abzuwenden und wichtigen Dingen zuzuwenden, was mir derzeit noch sehr schwer fällt.

Romina kommentierte am 08.08.2016

Es tröstet mich doch sehr, dass es so viele Menschen gibt, die die gleichen Lärmprobleme mit Nachbarn haben. Bei mir fing es vor zwölf Jahren an, nachts laute Musik durch einen Nachbarn im Haus und Spielplatzkrach. Besonders nerven mich schreiende und kreischende Kinder. Reagiere auch oft zu nervig auf Geräusche aus den Nachbarwohnungen. Mittlerweile reagiere ich mit Flucht, Gereiztheit, Wut und Aggressivität. Aber auch Baulärm, Fluglärm und Autobahnlärm nerven mich. Arbeite im Großraumbüro und meine Kollegen nerven mich auch immer mehr. Versuche so oft wie möglich Ruhe in den Tag oder die Nacht zu bringen. Weiß aber nicht, ob das manchmal auch zu viel Ruhe sein könnte.

Gabi kommentierte am 22.09.2016

Aufgrund eines schweren Traumas leide ich seit über drei Jahren unter meinem Umgebungslärm von Kollegen, Nachbarn und sehr stark unter dem Verkehrslärm. Seit längerem stelle ich fest, dass ich dadurch immer aggressiver werde und deshalb sehr oft weine und wütend bin. Laut Psychologin bin ich nach drei Jahren intensiver Therapie austherapiert. Auch Gehörschutz bringt nur wenig Besserung. Was kann man noch tun? Gibt es Selbsthilfegruppen?

Hella kommentierte am 21.02.2017

Ich habe große Probleme mit dem sogenannten Infraschall, welcher anscheinend bei mir im Mehrfamilienhaus von Umnwälzpumpen aus den Gasthermen stammt, oder von Waschmaschinen, Subwoofern - wenn der Sinus entsprechend eingestellt ist. Ich bin am verzeifeln, kann nur noch mit Schlafmitteln ein wenig Ruhe finden. Mein Bett habe ich bereits vom Boden abgekoppelt und Trittschall-Dämm-Elemente untergelegt, allerdings nicht sonderlich hilfreich. Ich bin wahrscheinlich schon so sensibilisiert, dass eine kleine Schwingung aussreicht um mich ausrasten zu lassen. Wer weiß hier Hilfe? Gibt es gesetzliche Möglichkeiten auf den Hauseigentümer einzuwirken?

Barbara kommentierte am 05.03.2017

@Hella: Ich habe deinen Kommentar gelesen. Ich habe ähnliche Probleme, allerdings weiß ich nicht wo die Geräusche, die ich höre, herkommen. Deshalb die Frage an dich, wie du herausgefunden hast, dass es sich um Infraschall handelt? Und woher weißt du, dass mit der Umwälzpumpe? Konntest du dies messen?

Daniel kommentierte am 03.04.2017

Scheinbar bin ich doch nicht alleine mit diesem Problem.
Ich lebe seit über 15 Jahren mit dieser Sache. Angefangen hat das Ganze mit einer Wohnung an einer stark befahrenen Straße. Ich kann heute selber nicht mehr glauben, dass ich es dort drei Jahre ausgehalten habe. Das war der Anfang der Sensibilität. Danach dreimal umgezogen, immer ruhigere Wohnungen, am Schluss ein Haus "sehr ruhig", welches ich nun wieder verkaufe. Bei der Arbeit stört die Lasertrommel des Druckers, welche extrem hohe Töne von sich gibt. Schlafe meist mit Ohrenstöpseln, besonders wenn ich einen gestressten Tag hatte, komme ich sonst nicht zur Ruhe. Hat jemand Erfahrung mit "Erdbrummen", dieses sehr tiefe Geräusch ist durchdringend und kann bei mir nur mit Wachsstöpseln einigermaßen gedämmt werden. Tritt unregelmässig auf zwei- bis viermal im Jahr, für ein paar Tage oder Wochen.

Ettenna kommentierte am 12.04.2017

Also ich bin schon einmal total erleichtert, dass ich nicht die Einzige mit diesem Problem bin, welches mich bereits über Jahre begleitet. Vor allem aber tritt es in meiner Wohnung auf. Von den Nachbarn bin ich total genervt, obwohl es derzeit recht ruhig ist. Das ändert sich jedoch jetzt, denn unter mir wurde eine Wohnung frei, die jetzt neu bezogen wird. Leider ist die gesamte Wohnanlage sehr hellhörig, so dass ich von unten alles mit bekomme. (Kindergeschrei, Fernseher, Telefonate etc.). Zudem wurde bei uns ein neuer Kinderspielplatz errichtet. Und obwohl ich Kinder sehr gerne habe, stört mich das Geschrei enorm. Ich rede mir ein, dass es doch nicht so schlimm ist, doch dies nützt nichts. Ich steigere mich derart hinein, dass ich bei jedem Geräusch bereits zusammenzucke. Da ich jetzt nicht weiß, wer unter mir einzieht, ist das eine enorme Anspannung für mich. Wenn ich mit meiner Familie oder mit Freunden darüber rede, verstehen die mich jedoch nicht. Die denken, dass ich hysterisch bin. Bin ich vielleicht auch, doch ich kann es nicht abstellen. Doch ich weiß jetzt, dass es durch einen Schicksalsschlag in der Kindheit dazu kommen konnte. Lange habe ich darüber gerätselt, warum ich so lärmempfindlich bin. Doch wie kann ich dem entgegenwirken? Hat jemand mit Erfahrung einen Tipp für mich? Soll ich zum Arzt gehen? Doch kann mir der wirklich helfen? Ich bin total verzweifelt und halte das nicht mehr lange aus.

Sonja kommentierte am 16.06.2017

Ich habe auch so meine Probleme mit dem ganzen Lärm. Ich arbeite in einem Großraumbüro, und telefoniere fast den ganzen Tag. Dadurch ist es schon alles sehr laut und stressig. Neuerdings fliegen die Flugzeuge hier vermehrt lang, und da man ja auch mal frische Luft reinlassen muss, werden die Fenster geöffnet, im Sommer durchgehend. Dadurch ist der Flugzeuglärm noch lauter, und man versteht am Telefon noch weniger, und wird dadurch gereizt. Ich merke es dann auch privat, dass ich mich dann zurückziehe, und wenig rede, und auch nicht mehr viel unternehme, da mir dass alles zu viel wird. Selbst meine Familie und Freunde fragen sich, warum ich nichts mehr unternehmen mag. Die einzige Abwechslung und die mir zwischendurch hilft, ist Sport, da geht meine Anspannung etwas zurück. Ohrstöpsel gehen bei mir nicht, da ich telefonieren muss. Ich werde warscheinlich erst einmal zum Arzt gehen müssen, und auf lange Sicht diesen Job hier an den Nagel hängen, und gegebenenfalls von zu Hause arbeiten. Meine Gesundheit ist mir wichtig.

Freecastle kommentierte am 12.07.2017

Ich bin auch eine Lärmgeplagte, bei mir schmeißen die Leute, in der Wohnung auf meiner Etage im Nachbarhaus, seit über vier Monaten Tag und Nacht die Türen, dazu poltert es und knallt, in Spitzenzeiten bis zu 50 mal in 24 Stunden. Gesprächsversuche nutzten nichts, im Gegenteil, wie hier Einige schon beschrieben haben, verschlimmerte sich dadurch auch hier die Lage. Eine Anwältin von einem Mieterverein ist eingeschaltet, da ich wie manch andere hier aber alleinstehend bin und keine Zeugen habe, kann sie nicht viel für mich tun. Auch ich bin nervlich am Ende, schlafe nur noch mit Unterbrechungen durch den Lärm und weiß mir nicht mehr zu helfen. Eine Schallschutzwand, die ich selbst bezahlen würde, wurde bereits vor Wochen beim Vermieter angefragt, er zögert die Entscheidung nur hinaus, warum auch immer. Ganz toll ist auch, dass die Störer, die miteinander verwandt sind (mindestens drei, wenn nicht vier Personen), eine Unterschriftenaktion gegen mich gestartet haben - nicht sie stören mit Lärm, sondern ich. Weil ich manchmal situativ gegenlärme, wird mir das nun negativ ausgelegt. Und sie kommen damit durch, da ich wie gesagt alleinstehend und sie mehrere Personen sind. Es ist schrecklich, so leben zu müssen, man kommt nie zur Ruhe. Ich hoffe, hier liest überhaupt noch jemand mit und mag Rückmeldung geben. Geteiltes Leid ist halbes Leid? Viele mitfühlende Grüße an alle Lärmgeplagten. Ich verstehe übrigens nicht, warum es kaum Selbsthilfegruppen gegen Lärm gibt; man könnte sich da so gut gegenseitig helfen und beistehen und gegebenenfalls Lärmzeuge füreinander sein.

David kommentierte am 31.08.2017

Die Idee mit einer Selbsthilfegruppe finde ich super. In den meisten Fällen, so auch bei mir, ist die Ursache wohl psychischer Natur, also nervlich bedingt. Da ist es immer gut wenn man sich mit anderen Austauschen kann, die die gleichen Probleme haben und einen verstehen. Verständnis im Umfeld ist bei mir nämlich Fehlanzeige. Ich habe große Probleme mit dem ständigen Gehupe und generell lauten Geräuschen (Motorräder, Flugzeuge, aber auch das Summen von Fliegen). Andere sagen dann immer nur, aber das ist doch gar nicht so schlimm oder da kannst du eh nichts gegen machen. Und genau diese Hilflosigkeit verstärkt das Ganze noch. Ich bin dadurch extrem gereizt, kann schlecht schlafen und mich einfach nicht entspannen, weil ich geradezu auf das nächste Geräusch warte. Realistisch betrachtet, sind das alles Geräusche, die alltäglich sind, aber dieses Wissen lässt mich trotzdem nicht gelassener damit umgehen. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl als ob es ständig schlimmer wird.
Was mir Linderung verschafft ist eine Geräuschquelle, die ein ständiges, am besten monotones Hintergrundgeräusch erzeugt, wie ein Zimmerbrunnen oder der Fernseher. Am besten klappt bei mir der Fön, den habe ich teilweise eine halbe Stunde am Stück an. Das finde ich dann angenehem, weil der Rest ausgeblendet wird. Was mir echt große Angst macht, ist, dass meine Freundin ein Baby will. Was soll ich bloß machen, wenn ich den "Lärm" von meinem eigenen Kind nicht ertrage? Es tut auf jeden Fall sehr gut zu wissen, daß man nicht alleine ist. Das ist so ein bisschen wie mit Depressionen, da kann auch kaum jemand damit umgehen und die Betroffenen werden oft alleine gelassen. Auf die Rücksichtnahme der Mitmenschen kann man wohl nicht bauen, wie die Beispiele in den anderen Kommentaren deutlich zeigen.

A von B kommentierte am 13.11.2018

Ich habe, wohl durch massiven, langanhaltenden Stress ohne entsprechende Erholung, seit August ein leichtes Pfeifen im linken Ohr, daß kommt und wieder geht. Daneben ist etwas später auch eine Lärmempfindlichkeit hinzugetreten. Im Auto hörte ich beispielsweise Musik auf dem CD- & MP3 Player immer in der Lautstärke 10 (von 30). Jetzt muß ich bis auf 1 herunterdrehen, da es mir sonst schon zu laut ist. Das gleiche gilt für kleine Boxen, die mit dem Computer verbunden sind.

Auch empfinde ich das Telefonieren schon des Öfteren als störend und das Ohrenpfeifen kommt hernach sehr schnell wieder. Heißt dies, daß ich ab sofort nicht mehr normal Musik hören, in Diskotheken, auf Parties oder Veranstaltungen mit Livemusik gehen, oder viel Telefonieren kann?

Oder gibt es Hoffnung, nachdem das Ganze wohl durch zu viel erheblichen, dauerhaften Stress bis zu Burn-Out-Erscheinungen sowie Trauma, ohne Regeneration entstanden ist, bei einer entsprechenden tiefgreifenden Erholung, eventuell auch Psychotherapie, wieder vorbeigeht? Vielen Dank.