Mucinosis follicularis
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bei der Mucinosis follicularis handelt es sich um eine Erkrankung der Haut, bei der die Follikel der Haare verhärten. Die Mucinosis follicularis wird auch mit den Synonymen Pinkus-Alopezie oder Alopecia mucinosa bezeichnet. Die Haarfollikel sind mit den Fingern spürbar. Umgangssprachlich wird die Mucinosis follicularis häufig mit der Reibeisenhaut (Keratosis pilaris) verwechselt; dabei handelt es sich jedoch um eine andere Erkrankung.
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Was ist eine Mucinosis follicularis?
Die Mucinosis follicularis ist entweder symptomatischer oder idiopathischer Natur. Kennzeichnend für die Mucinosis follicularis sind Einlagerungen von Muzin im Inneren der Talgdrüsen der Haut. Die Einlagerungen treten im intraepithelialen Bereich auf und betreffen im überwiegenden Teil der Fälle auch die Wände der Haarfollikel.
Im weiteren Verlauf der Mucinosis follicularis erleiden die betroffenen Personen eine Alopezie, die mit Vernarbungen der erkrankten Bereiche der Haut einhergeht. Innerhalb Europas tritt die Mucinosis follicularis vergleichsweise selten auf; die deutlich häufigere Reibeisenhaut ist davon abzugrenzen. Der Erstbeschreiber der Mucinosis follicularis war Kreibich, der die Krankheit 1904 wissenschaftlich beschrieb.
Ursachen
Diese Substanzen lagern sich anschließend ab. Im Rahmen von histologischen Analysen von Follikeln der Haare zeigen sich entsprechende Anomalien, die auf eine Degeneration hinweisen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Grundsätzlich differenzieren Ärzte in zwei verschiedene Typen der Mucinosis follicularis: Bei der ersten Form handelt es sich um eine akut verlaufende Ausprägung der Krankheit. Die Mucinosis follicularis tritt in diesem Fall akut im subkutanen Bereich auf und ist gutartig. Auf der Haut der betroffenen Patienten zeigen sich die typischen Herde, die mit teigigen Substanzen gefüllt sind. Zudem weisen die Bereiche eine Alopezie auf.
Beim zweiten Typ der Mucinosis follicularis handelt es sich um eine Ausprägung mit chronischem Verlauf. Sie tritt vor allem bei Erwachsenen auf und ist deutlich häufiger mit einem Lymphom der Haut verbunden. Auch wenn die Hautveränderung selbst gutartig ist, muss deshalb in jedem Fall nach einer solchen Grunderkrankung gesucht und über Jahre nachkontrolliert werden. Die Herde sind in der Regel keratotisch und weisen verschiedene Formen auf. Im überwiegenden Teil der Fälle treten die Papeln dieser Form der Mucinosis follicularis an den Gliedmaßen der erkrankten Personen auf. Auch der Stamm ist unter Umständen von der Erkrankung betroffen.
Zusätzlich tritt die Mucinosis follicularis in manchen Fällen im Zusammenhang mit bösartigen Lymphomen auf. Dabei liegt ebenfalls ein chronischer Verlauf der Mucinosis follicularis vor. Hier ähneln die Symptome eher denen einer speziellen Mycosis fungoides, die vor allem die Follikel der Haare betrifft. Trotz ihres Namens ist die Mycosis fungoides keine Pilzerkrankung, sondern ein Lymphom der Haut. In diesen Fällen ist die Mucinosis follicularis kein bloßes paraneoplastisches Begleitphänomen, sondern Ausdruck des Lymphoms selbst.
Die Mucinosis follicularis ist grundsätzlich durch oft juckende Herde gekennzeichnet. In den erkrankten Bereichen gehen die vorhandenen Haare verloren. Zudem zeigen sich in zahlreichen Fällen typische Papeln mit klarer Abgrenzung von der umgebenden Haut. Die Herde sind leicht erhaben und weisen üblicherweise eine mehr oder weniger starke Rötung auf. Die Krankheit zeigt sich im überwiegenden Teil der Fälle auf der kranialen Seite des Körpers.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Eine Vielzahl von Personen beobachtet Symptome der Mucinosis follicularis bei sich und konsultiert mit dem entsprechenden Beschwerdebild bestenfalls einen Dermatologen. Die Diagnose der Mucinosis follicularis bedient sich verschiedener Techniken. Im Verlauf der Diagnosestellung der Mucinosis follicularis kommen in der Regel diverse histopathologische Laboranalysen zum Einsatz.
Dabei zeigt sich im überwiegenden Teil der Fälle eine Degeneration von Zellen. Derartige Veränderungen betreffen in erster Linie die äußeren Scheiden der Haarwurzeln sowie die Talgdrüsen. An den Herden finden sich zystische Zwischenbereiche, die Muzin enthalten. Die Art der Einlagerungen deutet unter Umständen auf die zu Grunde liegende Krankheit der Mucinosis follicularis hin.
Der behandelnde Arzt hat bei der Differenzialdiagnose verschiedene Erkrankungen zu berücksichtigen. So muss er zum Beispiel eine Tinea barbae, eine Tinea capitis sowie ein Lichen ruber planus ausschließen. Zudem ist die Mucinosis follicularis von einem Lichen simplex chronicus, einer Alopecia areata sowie einem seborrhoischen Ekzem abzugrenzen.
Komplikationen
Mitunter kann der Juckreiz auch den Schlaf des Patienten negativ beeinträchtigen, sodass es zu Schlafbeschwerden und damit auch zu einer Gereiztheit des Patienten kommt. Nicht selten schämen sich die Betroffenen für die Hautbeschwerden und leiden dadurch auch an Minderwertigkeitskomplexen oder an einem verringerten Selbstwertgefühl.
Vor allem an den Extremitäten können die Beschwerden sehr unangenehm sein, sodass sich die meisten Patienten für diese schämen. Die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten der Mucinosis follicularis sind begrenzt und führen häufig nicht zu einer vollständigen Abheilung. Ergänzend wird mitunter eine Strahlentherapie angewandt.
Schwerwiegende Komplikationen der Behandlung sind selten. Weiterhin muss allerdings auch die Grunderkrankung therapiert werden, die für die Mucinosis follicularis verantwortlich ist. Dabei ist es nicht möglich, einen allgemeinen Krankheitsverlauf vorauszusagen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Mucinosis follicularis selbst in der Regel nicht beeinflusst. Liegt ihr jedoch ein Lymphom zugrunde, bestimmt diese Grunderkrankung die Prognose.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bemerkt der Betroffene plötzliche Veränderungen des Hautbildes, sollten diese einem Arzt vorgestellt werden. Bei einer Ausbreitung der Beschwerden oder einer Zunahme der Intensität ist ein Arztbesuch dringend anzuraten, damit es zu keinen weiteren Erkrankungen kommt. Verhärtungen, Verfärbungen oder Hautunreinheiten sind untersuchen und behandeln zu lassen. Durch die Begutachtung der Haut ist eine Diagnosestellung möglich, die zudem Auskunft über den weiteren Krankheitsverlauf gibt. Da es Erkrankungen mit einem tödlichen Verlauf gibt, sollte möglichst frühzeitig bei den ersten Besonderheiten des Hautbildes ein Arztbesuch erfolgen. Zusätzlich empfiehlt sich eine jährliche Kontrolluntersuchung bei einem Arzt.
Diese dient der Früherkennung möglicher Hauterkrankungen und wird insbesondere Menschen im Erwachsenenalter oder Personen mit einer anfälligen Haut empfohlen. Die Entstehung von Papeln gilt als ungewöhnlich und muss untersucht werden. Treten Schwellungen, Juckreiz oder offene Wunden auf, ist ein Arztbesuch anzuraten.
Eine sterile Wundversorgung ist notwendig, damit keine Keime in den Organismus gelangen oder eine Blutvergiftung ausgelöst wird. Schmerzen auf der Haut, eine Empfindlichkeit gegenüber Licht, Temperatur oder Berührung sowie Sensibilitätsstörungen müssen einem Arzt vorgestellt werden. Bei einer Taubheit oder Überempfindlichkeit liegt eine Störung vor, die ärztlich versorgt werden muss. Kommt es darüber hinaus zu emotionalen Beschwerden, Angst oder Verhaltensauffälligkeiten, sollte ebenfalls die Konsultation eines Arztes stattfinden.
Behandlung & Therapie
Die aktuellen Möglichkeiten der Behandlung der Mucinosis follicularis sind begrenzt. Im überwiegenden Teil der Fälle zeigen sich kaum deutliche Erfolge bei der Therapie der Mucinosis follicularis. Möglich sind etwa Glukokortikoide oder Dapson. Zudem erhalten einige Patienten mit Mucinosis follicularis eine sogenannte Röntgenweichstrahlen-Therapie.
Bei der Behandlung der Symptome der Mucinosis follicularis ist stets die zu Grunde liegende Krankheit zu berücksichtigen und zu therapieren. Die Prognose der Mucinosis follicularis ist sehr verschieden. In einigen Fällen bilden sich die Herde auf der Haut spontan wieder zurück. Bei anderen Patienten weiten sich die Beschwerden auf die gesamte Oberfläche der Haut aus.
Jedoch hängt der Verlauf der Mucinosis follicularis im Wesentlichen mit den individuellen Ursachen des jeweiligen Krankheitstyps zusammen. Beim akuten und idiopathischen Typ der Mucinosis follicularis ergibt sich nach mehreren Wochen oder Monaten eine Heilung. Bei der chronischen Mucinosis follicularis kommt es so gut wie nicht zu Rückbildungen der Krankheitssymptome.
Aussicht & Prognose
Die Prognose der Mucinosis follicularis ist sehr verschieden. Beim akuten, idiopathischen Typ bilden sich die Herde meist nach Wochen bis Monaten von selbst zurück. Beim chronischen Typ ist mit einer Rückbildung so gut wie nicht zu rechnen. Entscheidend ist, ob ein Lymphom zugrunde liegt – dann richtet sich die Prognose nach dieser Grunderkrankung.
Die Lebenserwartung wird durch die Mucinosis follicularis selbst in der Regel nicht beeinflusst. Die Beschwerden lassen sich medikamentös oft bessern, eine vollständige Ausheilung gelingt jedoch nicht immer; ergänzend wird mitunter eine Strahlentherapie angewendet.
Unabhängig vom körperlichen Verlauf belasten der anhaltende Juckreiz und die sichtbaren Hautveränderungen viele Betroffene erheblich. Schlafstörungen, ein vermindertes Selbstwertgefühl und Depressionen können die Folge sein, weshalb eine psychologische Begleitung sinnvoll sein kann.
Vorbeugung
Es sind noch keine erprobten, wirksamen Möglichkeiten zur Prävention der Mucinosis follicularis bekannt.
Nachsorge
Dem Betroffenen stehen bei Mucinosis follicularis in den meisten Fällen nur eingeschränkte oder nur sehr wenige Maßnahmen einer direkten Nachsorge zur Verfügung. Der Betroffene sollte aus diesem Grund schon frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um das Auftreten von anderen Komplikationen und Beschwerden zu verhindern.
Vor allem bei der chronischen Form ist nicht mit einer selbstständigen Heilung zu rechnen, sodass bei den ersten Anzeichen und Symptomen der Krankheit ein Arzt aufgesucht werden sollte. Die meisten Betroffenen sind dabei in der Regel auf die Einnahme von verschiedenen Medikamenten angewiesen, um die Beschwerden zu lindern oder einzuschränken. Dabei sollte immer auf eine regelmäßige Einnahme und auch auf eine richtige Dosierung geachtet werden.
Sollte es zu Unklarheiten oder zu Fragen kommen, muss immer zuerst ein Arzt konsultiert werden. Ebenso ist der Arzt auch dann zu kontaktieren, wenn es zu Veränderungen und Beschwerden auf der Haut kommt. Da die Mucinosis follicularis eine Begleiterscheinung eines Lymphoms sein kann, gehören regelmäßige dermatologische Kontrolluntersuchungen zur Nachsorge. Es kommt dabei meistens auch nicht zu einer verringerten Lebenserwartung des Betroffenen. In einigen Fällen kann auch der Kontakt zu anderen Patienten der Erkrankung sinnvoll sein, da es dabei zu einem Austausch an Informationen kommt.
Das können Sie selbst tun
Die Mucinosis follicularis lässt sich nicht durch Selbsthilfemaßnahmen beeinflussen. Wichtig ist, die betroffenen Hautstellen nicht aufzukratzen und nicht selbst abzutragen, da dies zu Infektionen und Vernarbungen führt. Gegen den Juckreiz helfen rückfettende Pflegeprodukte und kühlende Umschläge, etwa mit Aloe Vera.
Eine schonende Körperhygiene mit milden, seifenfreien Waschsubstanzen und der regelmäßige Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern verringern das Risiko, dass sich aufgekratzte Stellen infizieren. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das allgemeine Wohlbefinden, auf den Verlauf der Hauterkrankung hat sie jedoch keinen nachgewiesenen Einfluss. Von Peelings ist abzuraten, weil sie die veränderte Haut zusätzlich reizen.
Mittel aus der Naturheilkunde wie Teufelskralle, Salbei, Melisse oder Ginseng sind bei der Mucinosis follicularis nicht wirksam und ersetzen die ärztliche Behandlung nicht. Die verordneten Medikamente sollten konsequent angewendet und die dermatologischen Kontrolltermine eingehalten werden, weil hinter der Hautveränderung ein Lymphom stecken kann.
Quellen
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
ISBN: 9783662495445
- Moll, I. (Hrsg.): Dermatologie.
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- Sterry, W., Burgdorf, W., Worm, M. (Hrsg.): Checkliste Dermatologie.
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- Cerroni, L., Garbe, C., Metze, D., Kutzner, H. (Hrsg.): Histopathologie der Haut.
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- Altmeyer, P.: Dermatologische Differenzialdiagnose.
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