Aloe vera

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 29. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Aloe vera gehört zu den Liliengewächsen und wird schon seit geraumer Zeit in der Medizin sowie in der alternativen Heilkunde in verschiedenen Formen eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Aloe vera

Die Aloe vera beinhaltet viele Wirkstoffe, die sich positiv auf das körperliche sowie seelische Wohlbefinden auswirken.

Aloe vera kann in ihren dicken, fleischigen Blättern besonders viel Feuchtigkeit einschließen und speichern und trocknet somit nicht aus.

Die Pflanze, die aufgrund ihres Aussehens oft fälschlicherweise als Kaktusgewächs bezeichnet wird, stammt aus Arabien und ist heute vor allem in tropischen Gebieten zu finden. Darüber hinaus wird sie unter anderem auf den westindischen Inseln, im Mittelmeerraum und den Kanaren kultiviert.

In der westlichen Medizin ist die Aloe vera bereits ein Hauptbestandteil vieler verschiedener Produkte und wird aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe und Eigenschaften zur Vorbeugung sowie zur Behandlung verschiedener Krankheitsbilder und Verletzungen eingesetzt.

Aloe vera in der Natur finden

Aloe vera, eine Sukkulente mit breiten, fleischigen Blättern, ist bekannt für ihre medizinischen und kosmetischen Anwendungen. Ursprünglich in der arabischen Halbinsel beheimatet, findet man Aloe vera heute in vielen trockenen und halbtrockenen Regionen der Welt, einschließlich Teilen Afrikas, des Mittelmeerraums, Indiens und der USA.

Bei der Suche nach Aloe vera in der Natur sollte man trockene, sonnige Standorte bevorzugen, da die Pflanze gut in ariden und semiariden Bedingungen gedeiht. Aloe vera bevorzugt sandige, gut drainierte Böden und kann häufig in Küstenbereichen, an Hängen oder in felsigen Gebieten gefunden werden.

Aloe vera lässt sich leicht an ihren charakteristischen Merkmalen erkennen: Die Pflanze besitzt dicke, grüne bis grau-grüne Blätter, die bis zu 50 cm lang werden können. Diese Blätter wachsen direkt aus dem Boden in einer rosettenartigen Anordnung.

Die Blattränder sind mit kleinen, weißen Zähnen oder Stacheln versehen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der Aloe vera-typische Gel-Saft im Inneren der Blätter, der bei einem Schnitt durch das Blatt austritt und für seine heilenden Eigenschaften bekannt ist.

In der Blütezeit, die in der Regel in den wärmeren Monaten stattfindet, produziert Aloe vera lange Blütenstände mit gelben oder orangefarbenen Blüten, die zusätzlich bei der Identifizierung helfen können.

Beim Sammeln von Aloe vera ist es wichtig, nachhaltig vorzugehen und nur so viel zu entnehmen, wie benötigt wird, um die Pflanze nicht zu schädigen und den Bestand zu erhalten.

Wirkung & Anwendung

Die Aloe vera beinhaltet viele Wirkstoffe, die sich positiv auf das körperliche sowie seelische Wohlbefinden auswirken. Der wertvollste Wirkstoff der Aloe vera ist das so genannte Acemannan. Dieses wird bis nur bis zur Pubertät vom Organismus selbst produziert und muss danach aufgenommen werden, um eine gute Immunabwehr zu garantieren. Dieser in der Aloe vera vorkommende Wirkstoff schützt gegen Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren und wirkt sich positiv auf die Zellregeneration aus.

Darüber hinaus lindert die Aloe vera Juck- und Hustenreiz, tötet Keime ab, trägt zur raschen Wundheilung bei und ist schmerzstillend. Durch die hervorragende Feuchtigkeitsspeicherung der Aloe vera kann sie in Form von Gels oder Cremes auf die Haut aufgetragen werden, da sie die Haut beruhigt und zum Beispiel die Hitze, die bei einem Sonnenbrand besteht, aus der Haut zieht und die betroffenen Stellen kühlt.

Außerdem wird Aloe vera auch in Produkten wie Salben, Lotionen, Lippenpflegestiften und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Man findet Aloe vera mittlerweile auch in unterschiedlichen Kosmetika, Haarpflegeprodukten, Rasiergels oder Gesichtsmasken. Vor allem zur Pflege trockener und zu Rötungen neigender Haut hat sich das Auftragen von Aloe vera Cremes und Gels bewährt. Auf dem Markt gibt es auch Milchprodukte mit Aloe vera. Diese weisen jedoch keine medizinische Wirkung auf.

Welche Inhaltsstoffe kommen in Aloe vera vor?

Aloe vera ist reich an einer Vielzahl von bioaktiven Verbindungen, die für ihre therapeutischen Eigenschaften bekannt sind. Die Pflanze enthält über 75 potenziell aktive Bestandteile, einschließlich Vitamine, Enzyme, Mineralien, Zucker, Lignin, Saponine, Salicylsäure sowie Aminosäuren.

Vitamine: Aloe vera ist eine Quelle für Vitamin A (Beta-Carotin), C, E, welche antioxidative Eigenschaften haben, sowie Vitamin B12, Folsäure und Cholin.

Enzyme: In der Pflanze finden sich Enzyme wie Amylase und Lipase, die den Abbau von Zucker und Fetten im menschlichen Körper unterstützen können.

Mineralien: Aloe vera liefert wichtige Mineralien wie Calcium, Chrom, Kupfer, Selen, Magnesium, Mangan, Kalium, Natrium und Zink. Diese tragen zu verschiedenen körperlichen Funktionen bei, einschließlich der Gesundheit des Stoffwechsels und der enzymatischen Reaktionen.

Saponine: Diese sind für ihre reinigenden und antiseptischen Eigenschaften bekannt. Sie können helfen, Bakterien und Viren abzutöten.

Salicylsäure: Bietet entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften, die besonders nützlich bei der Behandlung von Hauterkrankungen sind.

Zusätzlich enthält Aloe vera Polysaccharide, insbesondere Acemannan, das das Immunsystem unterstützen und bei der Wundheilung helfen kann, sowie Anthrachinone, die schmerzlindernde und antibakterielle Effekte haben können.

Diese komplexe Mischung von Inhaltsstoffen macht Aloe vera zu einem vielseitigen Naturheilmittel, das in der traditionellen und modernen Medizin für seine heilenden, feuchtigkeitsspendenden und beruhigenden Eigenschaften geschätzt wird.

Bedeutung für die Gesundheit

Die Anwendungsbereiche der Aloe vera in der Medizin sind vielfältig. Für kleine Verletzungen und Hautirritationen wie Schnittwunden, Ausschläge, Insektenstiche, Spinnenbisse, Sonnenbrand und Sonnenallergie kann die Aloe vera eingesetzt werden. Gels und Cremes, die Aloe vera enthalten, beruhigen und kühlen die Haut und fördern die Wundheilung und die unkomplizierte Narbenbildung.

Nach Operationen werden oft Aloe vera Salben verschrieben, da diese den Wundheilungsprozess beschleunigen können. Sportler benutzen Aloe vera Gels vor allem zur Vorbeugung von Verletzungen wie Zerrungen, Muskelfaserrissen, Sehnenentzündungen oder Verstauchungen. Auch bereits bestehende Sportverletzungen können mit Aloe vera Präparaten behandelt werden. Bei Muskelverspannungen und Muskelkater hilft Aloe vera bei der Entspannung und der raschen Regeneration der Muskeln.

Aloe vera in Form von Nahrungsergänzungspräparaten wie Säften, Tabletten oder Kapseln werden bei Verdauungsproblemen eingesetzt. So werden Aloe vera Produkte zum Beispiel als Abführmittel bei akuter Verstopfung verwendet. Cremes, die den Inhaltsstoff Aloe vera beinhalten, versorgen die Haut mit Feuchtigkeit, sind entzündungshemmend und machen starken Juckreiz erträglicher. Daher werden diese Produkte unter anderem bei Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte oder Neurodermitis empfohlen. Begleitend werden Produkte, die Aloe vera enthalten, auch für komplexere Krankeiten wie Hepatitis und Asthma eingesetzt.


Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Obwohl Aloe vera für ihre vielfältigen gesundheitlichen Vorteile bekannt ist, kann ihre Anwendung bei manchen Menschen Nebenwirkungen hervorrufen, besonders bei innerer Anwendung.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören gastrointestinale Beschwerden wie Krämpfe, Durchfall und Übelkeit. Langfristige Einnahme hoher Dosen von Aloe-vera-Saft kann zu Elektrolytungleichgewicht, insbesondere einem Kaliummangel, führen, was Herzprobleme verursachen kann.

Topisch angewendet, wird Aloe vera im Allgemeinen gut vertragen, doch es kann gelegentlich zu Hautirritationen, Rötungen oder allergischen Reaktionen kommen, insbesondere bei Personen mit empfindlicher Haut oder bestehenden Allergien.

Aloe vera kann auch Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten haben. Insbesondere bei innerer Anwendung kann Aloe die Absorption und die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Zum Beispiel kann Aloe vera, wenn sie zusammen mit Diuretika oder Medikamenten, die den Kaliumspiegel senken, eingenommen wird, das Risiko eines gefährlich niedrigen Kaliumspiegels erhöhen. Außerdem kann die abführende Wirkung von Aloe vera die Wirksamkeit oraler Medikamente durch eine beschleunigte Darmpassage verringern.

Menschen, die Blutverdünner oder Antidiabetika einnehmen, sollten ebenfalls Vorsicht walten lassen, da Aloe vera die Wirkung dieser Medikamente verstärken und zu Blutungen oder Hypoglykämie führen kann.

Generell ist es ratsam, vor der Anwendung von Aloe vera als Nahrungsergänzungsmittel oder in medizinischen Anwendungen einen Arzt zu konsultieren, insbesondere bei bestehenden Gesundheitszuständen oder der Einnahme von Medikamenten, um mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu vermeiden.

Quellen

  • "Aloe Vera: Nature's Soothing Healer" von Diane Gage
  • "Aloe Vera: The New Millennium: The Future of Wellness in the 21st Century" von Bill C. Coats und Robert Joseph Ahola
  • "Aloe Vera: Beauty Gesundheit Lebenskraft" von von Petra Rosa Neumayer und Barbara Devani Uder

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