Mundschleimhautentzündung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eine Mundschleimhautentzündung ist eine in der Mundregion auftretende, als häufig unangenehm empfundene Rötung der Schleimhäute. Sie kann lokal begrenzt sein oder sich auf den gesamten inneren Mundraum ausweiten. Im Folgenden soll näher auf die Definition, Ursachen, Diagnose, Therapie und Vorbeugung einer Mundschleimhautentzündung eingegangen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mundschleimhautentzündung?

Mundschleimhautentzuendung
Die Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) hat abhängig von dem auslösenden Erreger abweichende Erscheinungsbilder. Meistens bereitet eine Stomatitis nur leichte bis mittlere Beschwerden und bleibt lokal begrenzt.
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Die Mundschleimhautentzündung heißt fachlich Stomatitis. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff: Er fasst Entzündungen der Mundschleimhaut ganz unterschiedlicher Ursache zusammen und benennt keine einzelne Krankheit. Eine ihrer bekanntesten Formen ist die Mundfäule, fachlich Gingivostomatitis herpetica, die durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ausgelöst wird; daneben stehen unter anderem die aphthöse Stomatitis, Pilzinfektionen, Entzündungen durch Medikamente, Prothesen oder Mangelzustände.

Mundschleimhautentzündungen betreffen die inneren Bereiche des Mundes wie das Zahnfleisch oder eben die Mundschleimhaut. Greift die Entzündung auf den Zahnhalteapparat über, spricht man von einer Parodontalerkrankung.

Ursachen

Mundschleimhautentzündungen werden häufig als Begleiterscheinungen anderer Krankheiten bemerkt. Eine häufige direkte Ursache geht von Herpesviren aus.

Man schätzt, dass etwa 95% aller Menschen das Herpes-Virus in sich tragen, wobei es aber so lange passiv bleibt, bis das Immunsystem durch andere Erkrankungen zu stark geschwächt ist. Dabei ist meistens HSV-1 die Ursache für eine Erkrankung, vereinzelt auch HSV-2.

Herpes ist hochansteckend und betrifft vor allem Kleinkinder, in seltenen Fällen auch Erwachsene. Es kann durch direkten Hautkontakt oder durch Speichel übertragen werden. Die Inkubationszeit von Herpes beträgt meist zwei bis zwölf Tage, in Einzelfällen bis zu 26 Tage, wobei zu beachten ist, dass die Mehrheit aller Befälle mit solchen Viren asymptomatisch verläuft, es also nicht zu einem Ausbruch der Mundschleimhautentzündung kommt.

Herpesviren sind aber längst nicht die einzige Ursache. Infrage kommen ebenso Hefepilze (Mundsoor) und Bakterien, mechanische Reize durch scharfe Zahnkanten oder schlecht sitzenden Zahnersatz, Verbrennungen und Verätzungen, Allergien auf Zahnpflegemittel oder Prothesenmaterial, starkes Rauchen, eine ausgeprägte Mundtrockenheit, ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure sowie Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Morbus Crohn oder eine Leukämie.

Die häufigste schwere Form ist die orale Mukositis unter einer Chemo- oder Strahlentherapie. Beide Behandlungen treffen nicht nur die Krebszellen, sondern auch die sich rasch teilenden Zellen der Mundschleimhaut, sodass wenige Tage nach Therapiebeginn ausgedehnte, sehr schmerzhafte Wunden im Mund entstehen können. Für die Betroffenen ist das eine erhebliche Belastung, die Essen und Trinken zeitweise fast unmöglich macht. Sie sollte frühzeitig mit dem Behandlungsteam besprochen werden, denn zur Vorbeugung und Linderung stehen wirksame Mittel zur Verfügung – von konsequenter, milder Mundpflege über spülende und betäubende Lösungen bis hin zu starken Schmerzmitteln.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) hat abhängig von dem auslösenden Erreger abweichende Erscheinungsbilder. Meistens bereitet eine Stomatitis nur leichte bis mittlere Beschwerden und bleibt lokal begrenzt. Der komplette Befall der Mundhöhle ist jedoch nicht ausgeschlossen und häufig eine Folge einer geschwächten Körperabwehr. Allgemeine Merkmale beinhalten eine intensive Rötung der Mundschleimhaut.

Typisch sind weiterhin Schwellungen, die in ihrer Ausprägung an Geschwüre erinnern können. Viele der betroffenen Bereiche bereiten Erkrankten leichte bis mittelstarke, teilweise brennende Schmerzen. Infektionen mit Beteiligung des Candida-Hefepilzes lassen markante, weiße Beläge (Mundsoor) entstehen. Einfaches Abschaben mit einer Bürste oder einem Löffel beseitigt die auffälligen Ablagerungen. Der Pilz selbst wird dadurch jedoch nicht beseitigt; unter dem Belag zeigt sich eine gerötete, leicht blutende Schleimhaut, die mit Antimykotika behandelt werden muss.

Die Oberfläche der Mundschleimhaut zeigt bei einer Stomatitis oft blutige Einrisse. Ein gehemmter Speichelfluss verschärft die Beschwerden zusätzlich und verlangsamt den Heilungsprozess. Mit der Bildung von Bläschen und Aphthen bei Virusbefall geht häufig ein unangenehmer Mundgeruch einher. Diese kreisförmigen, roten Entzündungshöfe besitzen einen Durchmesser von meist höchstens fünf Millimeter; die selteneren großen Aphthen können deutlich größer werden, brauchen Wochen zum Abheilen und hinterlassen mitunter eine Narbe.

Gleichzeitig umgibt sie ein weißlicher Belag. Herpesviren können eine Vielzahl kleiner Aphthen ausbilden. Der dadurch entstehende Mundgeruch fällt äußerst penetrant auf. Handelt es sich um die Erstinfektion mit dem Herpesvirus, spricht man dann von einer Mundfäule. Bei schwerem Krankheitsverlauf entstehen für Betroffene ernsthafte Probleme bei der Nahrungsaufnahme.

Schmerzen, Taubheitsgefühle und Schluckbeschwerden erhöhen den Leidensdruck bis zur kompletten Nahrungsverweigerung und führen zur weiteren Schwächung eines Patienten. Hinzu kommen Fieber, allgemeines Unwohlsein mit Erbrechen und starker Abgeschlagenheit.

Diagnose & Verlauf

Bei den Fällen, in denen nach der Inkubationszeit von meist zwei bis zwölf Tagen tatsächlich eine symptomatische Mundschleimhautentzündung auftritt, sollten folgende Symptome sichtbar werden:

Wie der Name schon sagt, ist das deutlichste Anzeichen einer Mundschleimhautentzündung die rötliche Schwellung eben jener Schleimhaut, die den Innenbereich des Mundes ausmacht. Das kann jedoch auch den tiefen Rachen, den Gaumen und das Zahnfleisch betreffen. Dabei können sich auch Fieberbläschen bilden, im Mund und auch an den Lippen kommt es möglicherweise zu Läsionen und Ulzerationen.

Außerdem schwellen die Lymphknoten in der Halsgegend merklich an, unangenehm machen sich auch ein schlechter Mundgeruch, verstärkter Speichelfluss und ein leichtes Fieber bemerkbar. Aufgrund dieses klinischen Bildes und einiger laborchemischer Untersuchungen wird ein Arzt eine zuverlässige Diagnose auf Mundschleimhautentzündung stellen können.

Wichtiger als die Diagnose selbst ist meist die Suche nach der Ursache: Je nach Verdacht kommen ein Abstrich auf Pilze oder Viren, eine Blutuntersuchung auf Eisen-, Vitamin-B12- und Folsäuremangel oder auf einen Diabetes mellitus sowie die Kontrolle von Zähnen und Zahnersatz hinzu. Heilt eine einzelne Stelle im Mund nach zwei bis drei Wochen nicht ab, wird eine Gewebeprobe entnommen, um eine Krebsvorstufe oder Mundkrebs auszuschließen.

Komplikationen

Eine Mundschleimhautentzündung führt meist zu Schluck- und Kaubeschwerden und in der Folge zu Appetitlosigkeit und einer eingeschränkten Flüssigkeitsaufnahme. Dadurch kann es unter anderem zu Dehydration und Mangelernährung kommen. Die vielfältigen Symptome wie Fieber, vermehrter Speichelfluss und Lymphknotenschwellungen können unbehandelt schwere Komplikationen nach sich ziehen.

Bei chronischem Verlauf kann es zu einem Rückgang des Zahnfleischs kommen. Eine Parodontitis führt zu starkem Mundgeruch und geht statistisch mit einem erhöhten Risiko für schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall einher. Dieser Zusammenhang ist nach heutigem Kenntnisstand allerdings nur als Beobachtung belegt; dass die Parodontitis solche Erkrankungen tatsächlich verursacht, ist nicht bewiesen. Es kann außerdem zu Zahnverschiebungen und weiteren Entzündungen kommen, die ihrerseits zu Komplikationen führen.

Neben den körperlichen Folgen führen diese Begleiterscheinungen häufig auch zu einer sozialen Ausgrenzung und dadurch zu psychischen Problemen. Insbesondere bei chronisch Erkrankten nimmt das körperliche und seelische Allgemeinbefinden erheblich ab. Typische Komplikationen bei der Behandlung sind Nebenwirkungen durch Mundspülungen, Schmerzmittel und Anästhetika sowie Blutungen und Narbenbildung nach einem chirurgischen Eingriff.

Hausmittel und Naturheilmittel können die Mundschleimhaut zusätzlich schädigen. Dadurch kann es zu Zahnfleischbluten, Entzündungen des Zahnhalteapparats und weiteren Komplikationen kommen. Aufgrund dieser möglichen Folgen sollte eine Mundschleimhautentzündung ärztlich abgeklärt werden, wenn sie stark schmerzt, mit Fieber einhergeht, das Essen und Trinken verhindert oder länger als ein bis zwei Wochen anhält.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Leidet der Betroffene unter Veränderungen der Schleimhäute in Mund und Rachen, besteht Anlass zur Besorgnis. Halten die Auffälligkeiten unvermindert über mehrere Tage an oder nehmen sie an Intensität zu, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Bei kleinen Entzündungen kann es innerhalb einer kurzen Zeit zu einer Abnahme der Beschwerden oder einer Spontanheilung kommen. In diesen Fällen wird normalerweise kein Arzt benötigt. Bessern sich die Beschwerden dagegen innerhalb von ein bis zwei Wochen nicht, ist ein Arztbesuch unabhängig von ihrer Stärke angezeigt – eine Stelle im Mund, die nicht abheilt, muss abgeklärt werden. Treten größere Beeinträchtigungen auf, sollte durch eine medizinische Behandlung eine schnelle Linderung der Beschwerden eingeleitet werden.

Bei einem wiederholten Blutgeschmack im Mund oder einer Eiterbildung besteht eine erhöhte Vorsicht. Es kann zu offenen Wunden kommen, die in schweren Fällen Auslöser für eine Sepsis sind. Keime und andere Krankheitserreger können in den Organismus gelangen und weitere Erkrankungen auslösen oder den allgemeinen Gesundheitszustand weiter verschlechtern. Kommen zu der Mundentzündung hohes Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit, schnelle Atmung oder eine rasch zunehmende Schwellung im Mund und Hals hinzu, ist das ein Notfall: Dann muss sofort der Notruf 112 gewählt werden.

Bei einer Verweigerung der Nahrungszufuhr, einer erhöhten Körpertemperatur sowie einer Gereiztheit ist ein Arztbesuch anzuraten. Kommt es zu einer ungewollten Gewichtsabnahme, Mundgeruch oder Schmerzen im Mund, sollte ein Arzt konsultiert werden. Aphthen oder Bläschen im Mund, Probleme mit vorhandenem Zahnersatz oder Schwellungen sind untersuchen und behandeln zu lassen. Kann die Zahnreinigung aufgrund der vorhandenen Beschwerden nicht mehr erfolgen, kommt es zu Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, benötigt der Betroffene Hilfe.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung von Mundschleimhautentzündung unterscheidet man zwischen einer medikamentösen und einer nicht-medikamentösen Behandlung, die jedoch beide in der Regel nur auf die Bekämpfung der unangenehmen Symptome ausgerichtet sind. Denn die Erkrankung stellt in ihren häufigen Formen keine tödliche Gefahr dar und klingt mit der Zeit von selbst ab. Das gilt jedoch nicht für alle Formen: Bei abwehrgeschwächten Patienten und bei einer Mukositis unter Chemo- oder Strahlentherapie kann sich die Entzündung ausbreiten und eine Blutvergiftung nach sich ziehen – hier ist eine ärztliche Behandlung zwingend.

Zur Linderung der Schmerzen im Mundbereich können diverse Schmerzmittel wie Paracetamol oder Anästhetika verschrieben werden. Entschließt man sich zu einer aktiven Bekämpfung der Viren, werden meistens Nukleosid-Analoga wie Aciclovir eingesetzt – Medikamente, die die virale DNA-Polymerase hemmen und die Viren so an der Vermehrung hindern. Sie wirken nur, wenn die Behandlung früh beginnt, möglichst in den ersten drei Tagen. Ebenfalls reiz- und schmerzlindernd können Mundspülungen sein. Mischungen aus Diphenhydramin und einem Antazidum wurden dafür lange empfohlen; nach heutigem Kenntnisstand ist ihr Nutzen nicht belegt. Bevorzugt werden heute milde Spüllösungen sowie örtlich betäubende Gele, bei Kindern nur sparsam und nach ärztlicher Anweisung.

Es ist bei allen Medikamenten aber unbedingt in der ärztlichen Konsultation zu beraten, welche Medikamente auch für kleine Kinder geeignet sind. Zu den nicht-medikamentösen Behandlungen zählt in erster Linie eine Vermeidung von Dehydration, die man mit der Einnahme von Flüssigkeit sowie möglichst halbfester Nahrung (Brei etc.) erreicht. Darauf muss geachtet werden, weil Kinder aufgrund der Schmerzen beim Essen und Schlucken von sich aus nicht gerne etwas zu sich nehmen.

Ansonsten gelingt dem Körper in der Regel die Abheilung von selbst, nur sollte die von Mundschleimhautentzündung betroffene Person, vor allem wenn es ein Kind ist, aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr zu Hause bleiben. Das gilt für die ansteckenden Formen wie die Herpesinfektion; nicht ansteckende Formen – etwa Aphthen, eine Prothesenreizung oder eine Mukositis – erfordern das nicht.


Aussicht & Prognose

Die Prognose der Mundschleimhautentzündung ist normalerweise gut. Die Stomatitis heilt bei entsprechender Behandlung schnell wieder aus. Meist ist die Erkrankung innerhalb von ein bis zwei Wochen abgeklungen. Folgebeschwerden sind dann nicht zu erwarten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Ursache erkannt und behoben wird: Heilt eine Stelle im Mund nach zwei bis drei Wochen nicht ab, muss abgeklärt werden, ob eine andere Erkrankung dahintersteckt – bis hin zu einer Krebsvorstufe. Die Prognose verbessert sich, wenn im Anschluss an die Behandlung eine professionelle Zahnreinigung stattfindet und die Mundhygiene fortan besonders sorgfältig durchgeführt wird.

Schlechter ist die Prognose bei einer chronischen Mundschleimhautentzündung. Die Patienten müssen längerfristig Medikamente einnehmen und setzen sich damit der Gefahr von ernsten Nebenwirkungen aus. Zudem stellt die Erkrankung selbst eine größere Belastung dar, da viele Speisen und Getränke nicht eingenommen werden dürfen. Dies kann sich negativ auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Patienten auswirken.

Sollten die Beschwerden nicht abklingen, liegt womöglich eine chronische Erkrankung vor. Eine umfassende Untersuchung und Behandlung in einer Fachklinik gibt Aufschluss über die Ursachen und erlaubt eine zielgerichtete Behandlung. Bei einer Stomatitis können bisweilen auch Begleiterscheinungen wie starke Schmerzen, Blutungen oder Infektionen im Bereich des Mundes und des Rachens auftreten, die es zu behandeln gilt. Die Lebenserwartung wird durch eine unkomplizierte Mundschleimhautentzündung nicht eingeschränkt.

Vorbeugung

Der durch Herpesviren ausgelösten Mundschleimhautentzündung kann man nicht effektiv vorbeugen, weil das verursachende Herpes-Virus zu ansteckend ist. Impfungen gibt es bisher nicht. Man kann nur dafür sorgen, dass die Krankheit von den Betroffenen, bei denen sie symptomatisch auftritt, nicht weiter übertragen wird. Das wird dadurch erreicht, dass die von Mundschleimhautentzündung betroffene Person von anderen Menschen, vor allem Kindern, ferngehalten wird.

Den übrigen Formen lässt sich durchaus vorbeugen: durch sorgfältige, aber schonende Mundhygiene, gut sitzenden und regelmäßig gereinigten Zahnersatz, den Verzicht auf Rauchen und den Ausgleich eines Eisen- oder Vitaminmangels. Vor einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten Zähne und Zahnersatz saniert werden, weil das Häufigkeit und Schwere einer Mukositis nachweislich verringert.

Nachsorge

In den meisten Fällen stehen dem Patienten bei einer Mundschleimhautentzündung nur sehr wenige und eingeschränkte Maßnahmen einer Nachsorge zur Verfügung. Dabei muss diese Krankheit in allererster Linie sehr schnell und vor allem sehr frühzeitig behandelt werden, damit es im weiteren Verlauf nicht zu anderen Komplikationen und zu Beschwerden kommt.

Leichte Formen heilen in der Regel von selbst ab; bei schweren, wiederkehrenden oder anhaltenden Beschwerden sind Betroffene dagegen auf eine medizinische Untersuchung und Behandlung angewiesen. Im Allgemeinen sollte ein sehr hoher Hygienestandard beachtet werden, um eine erneute Mundschleimhautentzündung zu verhindern. Dabei sollte der Betroffene den Mundraum auch mit einer Mundspülung reinigen. Die Beschwerden selbst können relativ einfach mit Hilfe von Medikamenten wieder gelindert werden.

Dabei sollte der Betroffene auf eine regelmäßige Einnahme und ebenso auf die richtige Dosierung achten, um die Beschwerden einzuschränken. Vor allem bei Kindern müssen die Eltern die Einnahme kontrollieren. Bei den ansteckenden Formen sollten die Patienten sich schonen und den engen Kontakt zu anderen Menschen meiden. Für nicht ansteckende Formen wie Aphthen, eine Prothesenreizung oder eine Mukositis gilt das nicht. In der Regel sind keine weiteren Maßnahmen einer Nachsorge notwendig. Eine unkomplizierte Mundschleimhautentzündung verringert die Lebenserwartung des Betroffenen nicht.

Das können Sie selbst tun

Mundschleimhautentzündungen gehen meist mit anderen Erkrankungen einher, ein häufiger Auslöser sind Herpesviren. Da Herpeserreger hoch ansteckend sind, besteht eine der wichtigsten Selbsthilfemaßnahmen darin, einer Verbreitung der Infektion vorzubeugen.

Wer an einer Mundschleimhautentzündung erkrankt ist, sollte strikt darauf achten, dass er weder Gläser, Tassen, Teller noch anderes Geschirr oder Besteck teilt. Die Reinigung solcher Gebrauchsgegenstände sollte am besten in der Spülmaschine bei wenigstens 60 Grad Celsius erfolgen. Damit es nicht zu Sekundärinfektionen kommt, ist außerdem größter Wert auf eine angemessene Mundhygiene zu legen. Die Zähne, das Zahnfleisch und die Zunge sollten nach jeder Mahlzeit vorsichtig mit einer weichen Bürste gereinigt werden. Hilfreich kann außerdem ein desinfizierendes, schmerzlinderndes Mundwasser sein.

Geht die Schleimhautentzündung mit starken Schmerzen einher, können freiverkäufliche Schmerzmittel aus der Apotheke eingenommen werden. Treten beim Essen und Trinken schwere Beschwerden auf, kommt es oftmals vor, dass die Patienten zu wenig trinken und dehydrieren. Betroffene sollten deshalb darauf achten, dass sie trotz Schmerzen zumindest ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Mangelerscheinungen aufgrund der geringen Nahrungsaufnahme kann durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln vorgebeugt werden. Multivitaminpräparate unterstützen in dieser Situation auch das in der Regel ohnehin bereits angegriffene Immunsystem.

Sofern möglich sollten sich die Patienten einige Tage Bettruhe gönnen. Das ist insbesondere dann angezeigt, wenn die Mundschleimhautentzündung mit einer Erkältung oder einem anderen grippalen Infekt einhergeht.

Quellen

  • Bork, K., Burgdorf, W., Hoede, N.: Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten.
    ISBN: 9783794524860
  • Geibel, M.-A.: Erkrankungen der Mundschleimhaut in der zahnärztlichen Praxis.
    ISBN: 9783865416117
  • Waal, I. van der: Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches.
    ISBN: 9783910487215
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin.
    ISBN: 9783132417779
  • von Stebut-Borschitz, E., Ochsendorf, F. (Hrsg.): Hauterkrankungen in der Zahnmedizin, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, der Augenheilkunde und der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.
    ISBN: 9783662667323

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