Nager-Syndrom
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Das Nager-Syndrom ist ein angeborenes Fehlbildungssyndrom aus der Gruppe der akrofazialen Dysostosen. Der Symptomkomplex basiert auf einer Mutation im SF3B4-Gen, das für eine Komponente des Spleißmechanismus codiert. Kennzeichnend sind ein deutlich unterentwickelter Unterkiefer, Fehlbildungen des Gesichts und der Ohren sowie fehlende oder verkümmerte Daumen. Die Therapie erfolgt rein symptomatisch.
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Was ist das Nager-Syndrom?
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Die akrofazialen Dysostosen sind eine Krankheitsgruppe aus dem Bereich der angeborenen Skelettdysplasien mit Fehlbildungen der Akren und des Gesichts. Der Typ AFD1 ist auch als Nager-Syndrom bekannt und geht neben den charakteristischen akralen und fazialen Fehlbildungen mit zusätzlichen Fehlbildungen der Gliedmaßen einher. Synonyme Begriffe für das Nager-Syndrom sind die akrofaziale Dysostose Typ Nager, die präaxiale akrofaziale Dysostose, die mandibulofaziale Dysostose mit präaxialen Gliedmaßen-Anomalien und Nager-(de)Reynier-Syndrom.
Die seltene Erberkrankung wurde Mitte des 20. Jahrhunderts erstmals beschrieben. Als Erstbeschreiber gelten der Schweizer HNO-Arzt Felix Robert Nager und sein Kollege Jean Pierre de Reynier. Beide Namen sind in die multiplen Bezeichnungen der Erkrankung eingegangen. Die Häufigkeit des angeborenen Syndroms ist bislang nicht bekannt.
Seit der Erstbeschreibung umfassen die Fallberichte zirka 100 Fälle. Wie alle akrofazialen Dysostosen ist das Nager-Syndrom erblich und geht auf eine Mutation zurück. In Anbetracht der gerade mal 100 dokumentierten Fallberichte gestaltet sich die endgültige Aufklärung aller Zusammenhänge in Bezug auf das Fehlbildungssyndrom schwierig.
Ursachen
Das Protein spielt schon für Prozesse in der mRNA eine Rolle, die bei einem Defekt des Stoffes gestört sind und so offenbar das Nager-Syndrom hervorrufen. Das Nager-Syndrom tritt in den meisten Fällen sporadisch auf, das heißt, die Mutation entsteht neu bei dem betroffenen Kind, ohne dass ein Elternteil sie in sich trägt. Familiäre Häufungen sind demgegenüber selten, aber beschrieben; sie belegen die erbliche Basis der Erkrankung. Der Vererbung liegt in diesen Familien größtenteils ein autosomal-dominanter Erbgang zugrunde. Allerdings wurden vereinzelt auch autosomal-rezessive Erbgänge beobachtet.
Ob neben den genetischen Faktoren äußere Faktoren wie Giftexposition oder Mangelernährung in der Schwangerschaft die Mutation begünstigen, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Wie jedes Syndrom verursacht auch das Nager-Syndrom eine ganze Reihe von klinischen Symptomen. Zu den wichtigsten klinischen Kriterien zählen multiple Gesichtsbefunde, die denen des Treacher-Collins-Syndroms entsprechen und mit Reduktionsfehlbildungen am radialen Strahl kombiniert sind. Neben einer mandibulo-fazialen Dysostose und atypischen Lidspalten liegt bei Patienten des Nager-Syndroms oft eine Ptosis vor.
Zusätzlich leiden die Betroffenen häufig an einem Kolobom des Unterlids, an fehlenden Wimpern und Hypoplasien von Jochbein sowie Oberkiefer. Darüber hinaus findet sich an vielen Patienten eine Choanalatresie oder eine Gaumenspalte. Die fazialen Fehlbildungen sind oft mit einer Hypoplasie, einer Aplasie oder einer Mehrgliedrigkeit des Daumens vergesellschaftet.
Eine Unterentwicklung oder Verkürzung der Speiche, selten Tibia-Fehlbildungen und Rippen- oder Wirbelanomalien können das klinische Bild abrunden. In einigen Fällen liegt außerdem eine radioulnare Synostose vor. Charakteristisch ist auch eine Schallleitungsschwerhörigkeit, die meist beide Ohren betrifft; sie beruht auf Fehlbildungen des äußeren Gehörgangs und der Gehörknöchelchen.
Praktisch am bedeutsamsten ist der stark unterentwickelte Unterkiefer (Mikrognathie). Weil die Zunge dadurch nach hinten in den Rachen verlagert wird, kann sie beim Neugeborenen die Atemwege verlegen. Atemnot unmittelbar nach der Geburt ist die wichtigste Gefahr des Nager-Syndroms und der Grund, weshalb die Entbindung nach Möglichkeit in einer Klinik mit Kinderintensivmedizin erfolgen sollte. Aus demselben Grund fällt vielen betroffenen Säuglingen auch das Trinken schwer. Die geistige Entwicklung der Kinder verläuft dagegen in aller Regel normal; Sprachprobleme gehen meist auf die Schwerhörigkeit und die Fehlbildungen von Kiefer und Gaumen zurück, nicht auf eine Beeinträchtigung der Intelligenz.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Die erste Verdachtsdiagnose wird auf Basis der klinischen Untersuchung gestellt. Eine bildgebende Diagnostik hilft bei der Diagnosesicherung. In einer molekulargenetischen Analyse kann außerdem das SF3B4-Gen auf Mutationen geprüft werden. Wenn Mutationen in dem Gen nachgewiesen werden können, gilt die Diagnose als zweifellos gesichert.
Falls kein Nachweis über Auffälligkeiten in dem entsprechenden Gen erbracht werden kann, ist das Nager-Syndrom allerdings nicht gleich ausgeschlossen. Differentialdiagnostisch müssen sowohl andere Formen der mandibulo-fazialen Dysostose, als auch akrofaziale Dysostosen ausgeschlossen werden. Zusätzlich auszuschließen sind das mandibulo-faziale Dysostose-Mikrozephalie-Syndrom und das Goldenhar-Syndrom.
In den meisten Fällen wird das Nager-Syndrom unmittelbar nach der Geburt diagnostiziert. Etwas seltener ist eine pränatale Diagnose, wie sie durch Feinultraschall und eine molekulargenetische Analyse vorgenommen werden kann. Wird die kritische Phase der ersten Lebenswochen überstanden, ist die Lebenserwartung in der Regel normal. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen bleiben allerdings meist über das Säuglingsalter hinaus bestehen: Schwerhörigkeit, eingeschränkte Handfunktion und die Folgen der Kiefer- und Gaumenfehlbildung begleiten die Betroffenen dauerhaft und machen über Jahre wiederholte Eingriffe und Therapien nötig.
Komplikationen
Die Patienten selbst leiden dabei an einer Schwerhörigkeit und auch an einer Gaumenspalte. Die verschiedenen Fehlbildungen geben den Mitmenschen mitunter Anlass zu Hänseleien oder zu Mobbing, wodurch die Lebensqualität des Betroffenen weiterhin geschmälert wird. Auch an den Rippen oder den Wirbeln kommt es zu erheblichen Fehlbildungen.
Die Patienten selbst sind in ihrem Leben in vielen Fällen auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen und können viele Dinge des Alltages nicht ohne Weiteres meistern. Ohne Therapie kommt es durch das Nager-Syndrom nicht selten zu einer Atemnot und weiterhin auch zu Sprachstörungen. Die Behandlung selbst ist allerdings nicht komplikationsfrei: Der unterentwickelte Unterkiefer erschwert das Einführen des Beatmungsschlauchs, weshalb jede Narkose bei Nager-Patienten als Eingriff mit schwierigem Atemweg gilt und eine besondere Vorbereitung erfordert. Hinzu kommen die üblichen Risiken der oft zahlreichen Operationen, etwa Wundinfektionen und Narbenbildung. Wird die kritische Zeit nach der Geburt überstanden, wird die Lebenserwartung des Betroffenen durch das Syndrom in der Regel nicht eingeschränkt.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Das Nager-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung, welche bereits während der Schwangerschaft oder spätestens nach der Geburt diagnostiziert wird. Ob und in welchem Umfang eine ärztliche Behandlung notwendig ist, hängt von der Schwere der Fehlbildungen ab. Ein leichtes Nager-Syndrom muss nicht zwingend operiert werden, da die Fehlbildungen dann oft keine wesentlichen Einschränkungen zur Folge haben. Auf regelmäßige ärztliche Kontrollen sollte man aber auch in diesen Fällen nicht verzichten – vor allem auf eine Hörprüfung schon im Säuglingsalter, weil eine unerkannte Schwerhörigkeit die Sprachentwicklung des Kindes bremst. In schweren Fällen sind chirurgische Eingriffe vonnöten, die meist direkt nach der Geburt des Kindes erfolgen.
Ein Notfall liegt vor, wenn ein betroffenes Kind schwer Luft bekommt: wenn es beim Atmen hörbar zieht oder pfeift, sich die Haut zwischen den Rippen einzieht, Lippen oder Nagelbett sich bläulich verfärben oder das Kind auffällig teilnahmslos wird. Dann ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Die Eltern sollten hierfür frühzeitig mit einem Facharzt sprechen, damit rasch geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Leidet ein Elternteil selbst an der Krankheit, empfiehlt sich ein genetischer Test, um zu ermitteln, ob das Kind ebenfalls an dem Nager-Syndrom erkrankt ist. Die Behandlung erfolgt chirurgisch, wobei häufig auch physiotherapeutische Maßnahmen notwendig sind. Bei stark ausgeprägten Fehlbildungen muss außerdem ein Therapeut hinzugezogen werden, um etwaigen psychischen Beschwerden frühzeitig entgegenzuwirken. Nach operativen Eingriffen ist zudem eine Schmerzbehandlung erforderlich, weshalb eine enge Rücksprache mit dem Kinderarzt angezeigt ist. Dauerhafte Schmerzen gehören nicht zum Kernbild des Syndroms, können aber durch die Fehlbildungen von Kiefergelenk, Unterarm und Hand entstehen und sollten dann gezielt behandelt werden.
Behandlung & Therapie
Kausale Therapien stehen für Patienten des Nager-Syndroms bislang nicht zur Verfügung. Die Krankheit gilt demnach bis dato als unheilbar. Gentherapien sind zwar ein Forschungsgegenstand, haben bislang aber nicht die klinische Phase erreicht. Die Behandlung des Nager-Syndroms erfolgt daher rein symptomatisch und hat vor allem eine Behebung der neonatalen Atemnot und die Behebung der Ernährungsprobleme zum Ziel.
Ein Gastrostoma – ein durch die Bauchdecke gelegter Ernährungszugang zum Magen – kann endoskopisch angelegt werden, womit sich die Ernährungsprobleme verringern. Bei bedrohlicher Atemnot wird ein Luftröhrenschnitt (Tracheostoma) angelegt, über den das Kind an der Engstelle im Rachen vorbei atmen kann. Bei Neugeborenen und Säuglingen erfolgt dieser Eingriff offen-chirurgisch; die bei Erwachsenen gebräuchliche perkutane Punktions- oder Dilatationstracheotomie ist in diesem Alter nicht geeignet. Als Alternative zum Tracheostoma hat sich in den letzten Jahren die schrittweise Verlängerung des Unterkiefers (Distraktionsosteogenese) etabliert, bei der der Kiefer über Wochen millimeterweise vorgeschoben und dadurch der Atemweg erweitert wird. Neben diesen chirurgischen und mikrochirurgischen Therapieschritten können auch einige der fazialen Fehlbildungen durch chirurgische Eingriffe korrigiert werden, so zum Beispiel die Gaumenspalte.
Chirurgische Interventionen können außerdem Symptome wie eine schwere Mikrognathie beheben oder temporo-mandibuläre Fehlfunktion der Gelenke auflösen. Gegen die Schwerhörigkeit der Patienten können Hörhilfen zum Einsatz kommen. Falls Sprachstörungen oder phonologische Probleme eintreten, ist zusätzlich eine Sprachtherapie im Sinne einer logopädischen Behandlung angezeigt.
Die Eltern der betroffenen Kinder erhalten außerdem genetische Beratung. Im Rahmen dieser Beratung wird zunächst geklärt, ob die Erkrankung familiären Ursprung hat oder spontan eingetreten ist. Auch leicht betroffene Elternteile geben den Defekt mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an Nachwuchs weiter. Sind beide Elternteile genetisch unauffällig, ist das Wiederholungsrisiko für weitere Kinder dagegen gering. Es liegt nicht bei null, weil die Mutation bei einem Elternteil in einem Teil der Keimzellen vorliegen kann (Keimbahnmosaik), wird aber nur auf wenige Prozent geschätzt.
Aussicht & Prognose
Patienten, die am Nager-Syndrom leiden, besitzen nach überstandener Neugeborenenzeit in der Regel eine normale Lebenserwartung. Gesundheitliche Probleme treten vor allem im Bereich der Atemwege und der Gelenke auf. Werden die Fehlbildungen behandelt und die ärztlichen Vorgaben eingehalten, ist die Prognose gut. Die Voraussetzung für einen positiven Verlauf ist eine frühzeitige Diagnose, bestenfalls unmittelbar nach der Geburt des Kindes.
Wie stark ein Betroffener beeinträchtigt ist, hängt stark von der Ausprägung ab und reicht von wenigen sichtbaren Auffälligkeiten bis zu schweren Fehlbildungen. Komplikationen wie Schwerhörigkeit, eine Gaumenspalte oder Fehlbildungen an Daumen und Unterarm bleiben jedoch meist ein Leben lang bestehen und bringen körperliche Beschwerden mit sich. Die Lebensqualität und das Wohlbefinden sind oft herabgesetzt. Ursächlich für die niedrige Lebensqualität sind nicht nur die körperlichen Beschwerden, sondern auch psychische Folgen, die häufig durch Mobbing und ein geringes Selbstwertgefühl auftreten. Die Patienten benötigen in ihrem Leben oftmals die Hilfe anderer Menschen.
Die Lebenserwartung wird durch das Nager-Syndrom vor allem dann eingeschränkt, wenn die oberen Atemwege durch den unterentwickelten Unterkiefer und die zurückverlagerte Zunge verlegt werden. Eine solche Atemwegsverlegung kann beim Neugeborenen zu schwerer Atemnot und unbehandelt zum Tod führen; sie ist die häufigste Todesursache bei diesem Syndrom und lässt sich durch rechtzeitige Sicherung der Atemwege abwenden. Die Prognose des Nager-Syndroms orientiert sich also an verschiedenen Faktoren. Sie wird von dem zuständigen Facharzt gestellt.
Vorbeugung
Vorbeugen lässt sich dem Nager-Syndrom nicht. Da die Mutation in den meisten Fällen neu entsteht, tritt es überwiegend in Familien auf, in denen die Erkrankung zuvor nicht bekannt war. Ist sie in einer Familie bekannt, kann eine genetische Beratung vor einer Schwangerschaft das Wiederholungsrisiko einschätzen und über die vorhandenen Untersuchungsmöglichkeiten informieren. Welche Schlüsse die künftigen Eltern daraus ziehen, ist allein ihre Entscheidung; die Beratung ist ergebnisoffen und spricht keine Empfehlung für oder gegen ein Kind aus.
Nachsorge
Betroffenen stehen beim Nager-Syndrom in vielen Fällen keine besonderen oder direkten Maßnahmen und Möglichkeiten einer Nachsorge zur Verfügung. Da es sich bei dieser Krankheit um eine erblich bedingte Erkrankung handelt, ist diese nicht vollständig heilbar. Da die Erkrankung praktisch immer schon bei der Geburt erkannt wird, tritt an die Stelle einer Nachsorge im eigentlichen Sinn die dauerhafte Begleitung durch ein Team aus Kinderarzt, Kiefer- und Handchirurgie, HNO-Heilkunde und Logopädie mit regelmäßigen Kontrollterminen.
Da das Nager-Syndrom vererbbar ist, können Betroffene im Fall eines bestehenden Kinderwunsches eine genetische Untersuchung und Beratung in Anspruch nehmen, um das Wiederholungsrisiko einschätzen zu können. Die betroffenen Kinder sind dabei auf eine umfassende und intensive Unterstützung durch ihre Eltern angewiesen. Auch in der Schule kann eine Förderung notwendig sein, um Nachteile durch die Schwerhörigkeit und die Sprachprobleme auszugleichen; die geistige Leistungsfähigkeit ist beim Nager-Syndrom dagegen in der Regel nicht beeinträchtigt.
Bei Sprachbeschwerden kann auch eine entsprechende Therapie die Beschwerden lindern, wobei viele der Übungen im eigenen Zuhause wiederholt werden können. Fehlbildungen können dabei korrigiert werden, wobei sich der Patient nach einem operativen Eingriff auf jeden Fall schonen und ausruhen sollte. Ist die kritische Neugeborenenzeit überstanden, verringert das Nager-Syndrom in der Regel nicht die Lebenserwartung des Betroffenen. Der weitere Verlauf ist jedoch sehr stark vom Zeitpunkt der Diagnose und auch von der Ausprägung der einzelnen Beschwerden abhängig.
Das können Sie selbst tun
Patientinnen und Patienten mit dem Nager-Syndrom wurden und werden meist von klein auf oft operativ behandelt, um verschiedene Defekte zu korrigieren. Hier gilt es, die Schonzeiten nach diesen Operationen einzuhalten und die Operationswunden gut zu versorgen, damit es nicht zu unerwünschten Infektion und/oder Komplikationen kommt.
Die betroffenen Patienten sind zudem auf verschiedene Therapien angewiesen, die sich nach ihren Befunden richten und ihnen den Alltag erleichtern sollen. Insbesondere gilt es, mögliche Atemnot, Schwerhörigkeit und/oder Probleme bei der Ernährung zu beheben. Die Therapieanweisungen sollten genauso eingehalten werden wie mögliche Zusatztherapien, beispielsweise eine logopädische Behandlung.
Kinder mit Nager-Syndrom werden oft im Kindergarten und in der Schule gehänselt oder sogar gemobbt. Deshalb sollten sie psychotherapeutisch begleitet werden. Dies gilt auch für die Eltern und weitere Angehörige. Eine genetische Beratung für die Eltern und deren Geschwister ist ebenfalls angezeigt.
Da die Erkrankung relativ selten ist, gibt es in Deutschland keine Selbsthilfegruppe, der sich die Patienten anschließen könnten. Allerdings hat die Familie einer Nager-Patientin mit der Homepage www.nager-syndrom.de eine Plattform geschaffen, bei der sich ebenfalls betroffene Patienten melden und Kontakt aufnehmen können. Das Gefühl, mit dieser sichtbaren und belastenden Erkrankung nicht allein zu sein, ist für die meisten Patienten äußerst hilfreich.
Quellen
- Murken, J., Grimm, T., Holinski-Feder, E., Zerres, K. (Hrsg.): Taschenlehrbuch Humangenetik.
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- Schaaf, C. P., Zschocke, J.: Basiswissen Humangenetik.
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- Wiedemann, H.-R., Kunze, J.: Wiedemanns Atlas klinischer Syndrome.
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- Speer, C. P., Gahr, M., Dötsch, J. (Hrsg.): Pädiatrie.
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