Nierenbeckenkarzinom

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das Nierenbeckenkarzinom ist eine relativ selten auftretende Tumorerkrankung; gerade ein Prozent aller Tumore, die sich im Urogenitalbereich bilden, befallen das Nierenbecken. Die Prognose ist von der Entdeckung des Tumors abhängig; operative Methoden stellen die einzige Möglichkeit dar, den Tumor zu besiegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nierenbeckenkarzinom?

Nierenbeckenkarzinom
Auch wenn die Hämaturie (sichtbares Blut im Urin) relativ früh auftritt, kann das Nierenbeckenkarzinom lange Zeit unbemerkt bleiben.
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Unter dem Nierenbeckenkarzinom wird - wie im Namen bereits erwähnt - eine Tumorbildung direkt im Nierenbecken verstanden. Das Nierenbeckenkarzinom ist ein relativ selten auftretender Tumor; gerade ein Prozent aller Urogenitaltumore werden durch das Nierenbeckenkarzinom gebildet. Der Tumor bildet sich vorwiegend bei Personen, die das 60. Lebensjahr überschritten haben.

Zu beachten ist, dass im Rahmen des Nierenbeckenkarzinoms mehrere Tumorarten möglich sind, welche auf Grund der Histologie unterschieden werden können. 90 Prozent sind sogenannte papilläre epitheliale Tumore; 10 Prozent sind Plattenepithelkarzinome.

Bei den papillären Tumoren des Nierenbeckens handelt es sich um Urothelkarzinome, also um Tumore jener Schleimhaut, die auch Harnleiter und Harnblase auskleidet. Das Nierenbeckenkarzinom ist deshalb eng mit dem Blasenkrebs verwandt und gerade nicht mit dem Nierenzellkarzinom, das vom Nierengewebe selbst ausgeht und völlig anders behandelt wird.

Ursachen

Im Rahmen verschiedener Studien haben Ärzte festgestellt, dass das Nierenbeckenkarzinom mitunter berufsbedingt auftreten kann. Personen, welche vorwiegend im Bergbau oder in Chemiebetrieben tätig sind, sind häufiger betroffen als Personen, welche in jenen Branchen nicht beschäftigt sind. Aromatische Amine sowie Nitrosamine sollen die Tumorbildung begünstigen. Es gibt jedoch auch Tumorbildungen, welche auf Grund von Mutationen im Apoptosegen entstehen. Auch chronische Harnwegsinfekte begünstigen eine Tumorbildung.

Der wichtigste einzelne Risikofaktor ist jedoch das Rauchen: Die im Tabakrauch enthaltenen aromatischen Amine werden über die Niere ausgeschieden und wirken dabei direkt auf die Schleimhaut des Nierenbeckens ein. Raucher erkranken deutlich häufiger als Nichtraucher.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Auch wenn die Hämaturie (sichtbares Blut im Urin) relativ früh auftritt, kann das Nierenbeckenkarzinom lange Zeit unbemerkt bleiben. Die Patienten klagen auch immer wieder über Schmerzen, wobei hier Blutansammlungen - Koagel - den Grund darstellen, da die Harnwege des Patienten verstopft werden.

Die Schmerzen werden kolikartig beschrieben und strahlen mitunter auch in den Rücken aus. Aus diesem Grund gehen viele Mediziner - zu Beginn der Untersuchung - von einer Urolithiasis aus. Weitere Symptome, die jedoch erst mit dem späteren Krankheitsverlauf auftreten, sind Übelkeit, Gewichtsverlust, Fieber sowie Nachtschweiß oder Appetitlosigkeit.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Arzt hat schon auf Grund der Krankheitsgeschichte sowie der Beschwerden seines Patienten den Verdacht, dass mitunter eine Tumorerkrankung vorliegen kann. Zu Beginn liegt das Augenmerk auf der Tatsache, ob es sich um ein Nierenbeckenkarzinom oder einen Harnleiter- beziehungsweise Nierentumor handelt.

Mittels Ultraschalluntersuchung besteht die Möglichkeit, dass der Mediziner etwaige Veränderungen der Strukturen feststellen kann. Eine Röntgenaufnahme gibt ebenfalls einen Aufschluss, ob ein Tumor vorliegt. Mitunter können im Rahmen der Röntgenaufnahme auch Knochenmetastasen festgestellt werden. Wurde der Verdacht eines Nierenbeckenkarzinoms bestätigt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Jene Untersuchungen dienen der Feststellung des Stadiums bzw. des Ausmaßes.

Als entscheidendes Verfahren gilt heute die Computertomographie mit Kontrastmitteldarstellung der ableitenden Harnwege (CT-Urographie). Ergänzend kann der Tumor bei einer Harnleiterspiegelung (Ureterorenoskopie) unmittelbar betrachtet und eine Gewebeprobe entnommen werden. Da Nierenbeckenkarzinome und Blasentumore häufig gemeinsam auftreten, gehört außerdem eine Blasenspiegelung zur Erstabklärung.

Mittels Computertomographie kann etwa festgestellt werden, ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorhanden sind. Damit eine gezielte Therapie gestartet werden kann, muss ein Tumorstaging durchgeführt werden. Dabei beurteilt der Mediziner den Tumor nach der TNM-Klassifikation, welche sich aus der Tumorausdehnung (T), dem Lymphknotenbefall (N) sowie den Metastasen (M) zusammensetzt:

  • T1 N0 M0 = Stadium I. Der Tumor ist noch auf die oberflächlichen Schichten der Schleimhaut begrenzt; Lymphknoten und andere Organe sind frei.
  • T2 N0 M0 = Stadium II. Der Tumor hat die Muskelschicht erreicht, Lymphknoten und andere Organe sind weiterhin frei.
  • T3 N0 M0 = Stadium III. Der Tumor ist über die Muskelschicht hinaus in das umliegende Fett- oder Nierengewebe eingewachsen.
  • Stadium IV. Der Tumor hat Nachbarorgane erreicht (T4), oder es sind Lymphknoten befallen (N1 und höher), oder es haben sich Fernmetastasen gebildet (M1). Bereits ein Lymphknotenbefall genügt für dieses Stadium.

Die Prognose hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium das Nierenbeckenkarzinom diagnostiziert wurde. Die Heilungschancen sind, sofern der Tumor in einem sehr frühen Stadium erkannt wurde, deutlich besser. Jedoch ist eine frühe Diagnose äußerst schwierig; vor allem deshalb, da zu Beginn der Krankheit keine Symptome auftreten, die darauf schließen lassen, dass sich ein Tumor gebildet hat.

Erst im fortgeschrittenen Stadium treten Beschwerden auf, welche eindeutig darauf hinweisen, dass sich ein Karzinom gebildet hat. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass bereits bei ersten Symptomen, die auf einen Tumor hinweisen können, ein Mediziner aufgesucht wird.

Komplikationen

Bei einem Nierenbeckenkarzinom handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Erkrankung. In fortgeschrittenen Stadien führt diese häufig zum Tod des Patienten oder zu erheblichen Einschränkungen; wird der Tumor dagegen entdeckt, solange er auf das Nierenbecken begrenzt ist, sind die Heilungsaussichten deutlich besser. Der weitere Verlauf dieser Krankheit hängt allerdings sehr stark vom Zeitpunkt der Diagnose und von der Ausbreitung des Tumors ab, sodass eine allgemeine Prognose nicht gegeben werden kann. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an blutigem Urin.

Blut im Urin kann mitunter zu einer Panikattacke führen. Auch starke Schmerzen an den Nieren oder an den Flanken können aufgrund des Nierenbeckenkarzinoms auftreten und sich auch bis in den Rücken ausbreiten. Weiterhin leiden die Betroffenen an Gewichtsverlust und an Fieber. Auch ein allgemeines Krankheitsgefühl tritt beim Nierenbeckenkarzinom auf und führt zu einer deutlich verringerten Lebensqualität des Betroffenen. Die Patienten wirken abgeschlagen und leiden dabei auch an Nachtschweiß.

In der Regel kann das Nierenbeckenkarzinom durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Je nach Tumorstadium benötigen die Betroffenen auch danach noch eine Chemotherapie. Dabei kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Nierenbeckenkarzinom erheblich verringert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Befindet sich Blut im Urin, welches bei geschlechtsreifen Frauen nicht aufgrund der Monatsblutung auftritt, besteht Anlass zur Besorgnis. Ein Arztbesuch sollte zur Abklärung der Ursache stattfinden. Kann bei blutigem Urin plötzlich kein Wasser mehr gelassen werden, weil Blutgerinnsel den Abfluss verstopfen, oder tritt eine starke, anhaltende Blutung mit Schwäche, Blässe und Herzrasen auf, ist umgehend die Notaufnahme aufzusuchen bzw. der Notruf 112 zu wählen. Bei einer Abnahme des Gewichts, einer Teilnahmslosigkeit oder einem Verlust der Belastungsfähigkeit ist ein Arzt aufzusuchen. Kommt es zu Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder einer allgemeinen Schwäche, benötigt der Betroffene Hilfe. Schweißausbrüche oder nächtliches starkes Schwitzen sind Hinweise einer Erkrankung.

Ein Arztbesuch ist notwendig. Schmerzen, Unwohlsein oder ein Krankheitsgefühl sollten ärztlich abgeklärt werden. Da ein Nierenbeckenkarzinom unbehandelt einen tödlichen Verlauf nimmt, ist bereits bei den ersten Anzeichen einer Unregelmäßigkeit ein Arztbesuch dringend zu empfehlen. Die Prognose hängt von dem Zeitpunkt der eingeleiteten Behandlung ab. Daher ist grundsätzlich im Erwachsenenalter die Teilnahme an regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen zu empfehlen. Eine gezielte Früherkennungsuntersuchung für das Nierenbeckenkarzinom gibt es allerdings nicht; die gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramme in Deutschland erfassen diese Tumorart nicht. Entdeckt wird sie meist zufällig oder weil sichtbares Blut im Urin abgeklärt wird – deshalb ist es so wichtig, eine solche Blutbeimengung nicht abzuwarten, sondern untersuchen zu lassen.

Bei Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Rückenschmerzen oder Koliken sind diese einem Arzt vorzustellen. Leidet der Betroffene unter Auffälligkeiten beim Wasserlassen, einer Veränderung des Urins oder des Geruchs, sind die Beobachtungen von einem Arzt weiter untersuchen zu lassen. Sinkt die Teilnahme an Freizeitaktivitäten, stellen sich Verhaltensänderungen ein oder kommt es zu Stimmungsschwankungen, sollte eine erhöhte Wachsamkeit herrschen. Häufig sind dies erste Anzeichen einer Erkrankung.

Behandlung & Therapie

Die Therapie konzentriert sich vorwiegend auf die operative Entfernung des Nierenbeckenkarzinoms, wobei - da im Regelfall die gesamte Niere betroffen ist - jene zur Gänze entfernt werden muss. Jedoch werden nicht nur die Niere, sondern auch der gesamte Harnleiter und eine Manschette aus der Harnblasenwand rund um die Harnleitermündung operativ entfernt. Dieser Eingriff wird als Nephroureterektomie bezeichnet. Die Harnblase selbst bleibt dabei erhalten. In Einzelfällen, das bedeutet, dass nur ein äußerst kleiner Tumor vorliegt, genügt auch eine Teilresektion beziehungsweise Teilentfernung des Nierenbeckens.

In weiterer Folge wird eine Chemotherapie verordnet. Das Ziel der Chemotherapie liegt darin, dass der Patient ein Medikament erhält, welches das Zellwachstum hemmen soll. Bei sehr kleinen, oberflächlichen Tumoren kann das Medikament über einen dünnen Katheter direkt in das Nierenbecken eingebracht werden. Bei Tumoren, die tiefer eingewachsen sind oder die Lymphknoten befallen haben, wird nach der Operation dagegen häufig eine platinhaltige Chemotherapie über die Vene gegeben, die im ganzen Körper wirkt. Ob sie in Frage kommt, hängt neben dem Tumorstadium vor allem von der verbliebenen Nierenfunktion und vom Allgemeinzustand ab und wird für jeden Patienten einzeln entschieden.

Eine Strahlentherapie wurde früher nach der operativen Entfernung des Nierenbeckenkarzinoms ebenfalls empfohlen. Nach heutigem Kenntnisstand gehört sie nicht mehr zur Standardbehandlung, weil ein Nutzen für das Überleben nicht belegt ist; eingesetzt wird sie vor allem noch gezielt gegen Beschwerden, etwa bei schmerzhaften Knochenmetastasen. An ihre Stelle ist die medikamentöse Behandlung getreten.

Wird bestrahlt, richtet sich die Strahlung gezielt auf das betroffene Gebiet, damit die umliegenden Organe geschont werden. Wurden Metastasen festgestellt, muss der gesamte Körper des Patienten mittels systemischer Chemotherapie behandelt werden. Dabei wird das Medikament direkt über die Blutbahn geleitet. Das Ziel soll dabei sein, die befallenen Regionen von den Tochtergeschwülsten zu befreien. Spricht der Tumor darauf nicht mehr an, stehen inzwischen zusätzlich Immuntherapien mit sogenannten Checkpoint-Hemmern zur Verfügung.


Aussicht & Prognose

Die weitere Aussicht richtet sich bei Patienten mit einem Nierenbeckenkarzinom nach dem Krankheitsstadium bei Entdeckung und Behandlung der Tumorerkrankung. Darüber hinaus muss geklärt werden, wie aggressiv der Tumor wächst; ein Karzinom ist definitionsgemäß immer bösartig, unterscheidet sich aber im Feingewebebild deutlich in seiner Wachstumsgeschwindigkeit. Bei einer frühzeitigen Diagnosestellung hat der Patient eine gute Aussicht auf eine Genesung. Je später die unerwünschten Gewebeveränderungen bemerkt werden und je intensiver das Wachstum des Tumors ist, desto ungünstiger gestaltet sich der weitere Krankheitsverlauf.

Zu berücksichtigen ist bei der Prognosestellung, dass ein Nierenbeckenkarzinom zumeist bei Menschen jenseits des 60. Lebensjahres auftritt. Bei vielen Betroffenen ist der Organismus in einem fortgeschrittenen Lebensalter geschwächt. Überdies liegen häufig weitere Erkrankungen vor, die eine Auswirkung auf die weitere Entwicklung haben können. Der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten ist daher maßgeblich mitentscheidend für den weiteren Verlauf.

Zur Linderung der Beschwerden sind ein operativer Eingriff sowie eine Tumorbehandlung notwendig. Das Karzinom muss vollständig entfernt werden, damit eine Aussicht auf Linderung vorhanden ist. Die Operation sowie die anschließende Therapie sind mit zahlreichen Nebenwirkungen und körperlichen wie auch emotionalen Belastungen verbunden. Es besteht die Möglichkeit von Folgeerkrankungen.

Bei einem grundsätzlich gesunden Immunsystem und einer guten gesundheitlichen Verfassung sind die Aussichten deutlich verbessert. Treten bei dem operativen Eingriff keine weiteren Komplikationen auf, ist eine Beschwerdefreiheit möglich.

Vorbeugung

Wichtig ist, dass dem Nierenbeckenkarzinom in der Art und Weise vorgebeugt wird, sodass der Patient etwaige Harnsteine und Harnwegsinfekte schnell behandeln lässt. Werden jene Krankheiten nicht behandelt, entsteht eine chronische Reizung, welche ebenfalls eine Tumorbildung begünstigen kann.

Die wirksamste Vorbeugung ist der Verzicht auf das Rauchen beziehungsweise der Rauchstopp. Ebenso sinnvoll ist es, im Beruf die Schutzvorschriften im Umgang mit aromatischen Aminen und ähnlichen Chemikalien konsequent einzuhalten. Eine ausreichende Trinkmenge sorgt dafür, dass schädliche Stoffe im Urin verdünnt werden und kürzer auf die Schleimhaut einwirken.

Nachsorge

Konnte das Nierenbeckenkarzinom erfolgreich behandelt werden, findet im Anschluss daran die Nachsorge statt. Als hilfreich gilt eine Nachbehandlung in einer Reha- oder Kurklinik. Dort erhält der Patient auch psychologische Unterstützung sowie wertvolle Erkenntnisse über eine bewusste und gesunde Lebensweise.

Zu den wichtigsten Punkten der Nachsorge zählt das Verhindern eines erneuten Auftretens des Nierenbeckenkarzinoms. Zu diesem Zweck wird in den ersten zwei Jahren nach der Therapie im Abstand von drei Monaten eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Dabei erkundigt sich der Arzt nach dem Befinden seines Patienten und führt eine körperliche Untersuchung durch.

Ein fester Bestandteil der Nachsorge ist die regelmäßige Kontrolle der Harnblase mittels Blasenspiegelung. Sie ist nötig, weil bei etwa jedem dritten Betroffenen später ein Zweittumor in der Blase auftritt – die Blasenschleimhaut besteht aus demselben Gewebe wie das erkrankte Nierenbecken. Diese Kontrollen werden über viele Jahre, meist lebenslang, fortgeführt, auch wenn die übrigen Nachsorgeuntersuchungen bereits seltener geworden sind.

Die Kontrollen umfassen Untersuchungen von Harn und Blut. Ebenso findet eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) statt. Eine Kontrolle der Bauchregion lässt sich mithilfe einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) vornehmen. Um mögliche Metastasen in anderen Körperregionen wie der Lunge auszuschließen, werden Röntgenaufnahmen des Brustkorbs angefertigt.

Ab dem 3. Jahr nach Ende der Nierenbeckenkarzinombehandlung finden die Kontrolluntersuchungen alle sechs Monate statt. Ab dem 5. Jahr ist nur noch eine Untersuchung pro Jahr notwendig. Durchgeführt werden die Untersuchungen beim Hausarzt, einem Urologen oder in der Klinik, in der die Therapie erfolgte. Allerdings hängt die Anzahl der Untersuchungen auch vom Verlauf der Erkrankung sowie dem individuellen Gesundheitszustand ab. Zeigen sich Krebsrezidive, Folgeerscheinungen oder begleitende Erkrankungen, werden diese umgehend behandelt.

Das können Sie selbst tun

Nach der Diagnose Nierenbeckenkarzinom benötigen die Betroffenen die Unterstützung von Freunden und Familie. Auch Ärzte, Psychologen und Beratungsstellen stehen mit Tipps für eine leichtere Alltagsbewältigung zur Seite. Wichtig ist vor allem die Rückkehr in den Beruf. Die berufliche Rehabilitation gelingt mit Hilfe verschiedener Beratungsleistungen, über die der Hausarzt informieren kann.

Wird ein Nierenbeckenkarzinom zusätzlich zur Operation mit einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt, leiden die Erkrankten an Nebenwirkungen, die sowohl die inneren Organe als auch das Aussehen betreffen. Probleme wie Haarverlust oder Narben können sowohl mit ärztlichen Präparaten als auch mit natürlichen Mitteln behandelt werden. Auch im Bereich der Sexualität können sich die Erkrankten an einen Facharzt wenden, um typische Probleme wie Erektionsstörungen effektiv zu behandeln. Nicht zuletzt ist auch der Umgang mit der Diagnose Krebs wichtig. Gerade in der ersten Zeit haben die Betroffenen viele Fragen und Ängste. Diese können im Rahmen einer Selbsthilfegruppe oder im Gespräch mit einem Psychologen aufgearbeitet werden.

Den größten eigenen Beitrag leisten Betroffene, die noch rauchen, mit einem Rauchstopp: Weiterrauchen erhöht das Risiko, dass in der Harnblase ein Zweittumor entsteht. Ebenso wichtig ist es, die vereinbarten Nachsorgetermine einschließlich der Blasenspiegelungen wirklich wahrzunehmen, auch wenn keinerlei Beschwerden bestehen.

Durch all diese Maßnahmen kann die Lebensqualität nach und nach wieder verbessert werden. In Verbindung mit einer umfassenden ärztlichen Therapie bieten die genannten Selbsthilfemaßnahmen eine Perspektive für die Patienten, trotz der schweren Diagnose einen höheren Lebensstandard zu bewahren.

Quellen

  • Rübben, H. (Hrsg.): Uroonkologie.
    ISBN: 9783662598597
  • Michel, M. S., Thüroff, J. W., Janetschek, G., Wirth, M. (Hrsg.): Die Urologie.
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  • Hautmann, R., Gschwend, J. E. (Hrsg.): Urologie.
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