Nierenkrebs

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Nierenkrebs zählt zu den seltenen Krankheiten. Lediglich zwischen drei bis vier Prozent aller Krebserkrankten leiden unter bösartigen Tumoren an der Niere. Meist tritt der Nierenkrebs in Form eines Hypernephroms bzw. Nierenzellkarzinoms auf. „Nierenkrebs“ ist dabei der Oberbegriff für alle bösartigen Tumore der Niere; das Nierenzellkarzinom ist mit rund 90 Prozent die mit Abstand häufigste dieser Formen und wird in einem eigenen Artikel ausführlich dargestellt. Nicht dazu zählt das Nierenbeckenkarzinom, das zwar in der Niere liegt, aber von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege ausgeht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nierenkrebs?

Nierenkrebs
Schematische Darstellung zur Anatomie und zum Aufbau der Niere bei Nierenkrebs. Klicken, um zu vergrößern.

Unter der Bezeichnung Nierenkrebs werden alle bösartigen Tumorgewebe zusammengefasst, die die Niere betreffen. Bei erwachsenen Patienten stellt sich der Nierenkrebs meist in Form von Nierenzellkarzinomen dar. In seltenen Fällen treten Wilms-Tumore, Lymphome oder Sarkome in diesem Organ des Körpers auf. Der Wilms-Tumor (Nephroblastom) ist dabei fast ausschließlich eine Erkrankung des Kindesalters und kommt bei Erwachsenen nur ausnahmsweise vor.

Ferner erkrankt meist nur eine Niere an Krebs, sehr selten leiden beide Organe des Harnsystems an bösartigen Tumoren. Bezüglich der Geschlechterverteilung ist anzumerken, dass mehr Männer als Frauen unter Nierenkrebs leiden. Spürbare körperliche Symptome dieser Krebserkrankung treten meistens erst in einer sehr späten Phase der Krankheit auf.

So klagen die Patienten häufig über Appetitlosigkeit, Fieber, Müdigkeit und unerklärliche Rückenschmerzen. Daher wird ein Nierenkrebs meist zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung am Bauch festgestellt, die der Arzt am Patienten aus einem anderen Grund vorgenommen hat.

Dieser Zufallsbefund ist heute der Regelfall: Der weitaus größte Teil aller Nierentumore wird entdeckt, bevor sie überhaupt Beschwerden verursacht haben. Die früher als typisch gelehrte Kombination aus Blut im Urin, Flankenschmerz und tastbarem Tumor ist dagegen kein Frühzeichen, sondern ein Spätzeichen – sie tritt erst auf, wenn der Tumor bereits groß ist, und heute nur noch selten vollständig.

Ursachen

Der Nierenkrebs besitzt, wie viele andere Krebsarten, keine spezifischen Ursachen. Es gibt jedoch einige Faktoren, die ihn begünstigen.

Dazu gehören ein starker Nikotingenuss, einige Schmerzmittel, chronische Erkrankungen der Nieren, starkes Übergewicht und ein häufiger Kontakt mit gewissen Risikostoffen wie unter anderem Asbest, einige chemische Reinigungsstoffe und Treibstoff.

Als die drei wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren gelten heute das Rauchen, Übergewicht und ein dauerhaft erhöhter Blutdruck. Alle drei erhöhen das Erkrankungsrisiko messbar, und alle drei lassen sich behandeln beziehungsweise abstellen.

Des Weiteren scheinen genetische Dispositionen eine Bedeutung zu besitzen. So wird geschätzt, dass circa ein Prozent aller Fälle von Nierenkrebs auf mutierte Gene zurückgehen.

Wahrscheinlich fehlen dem veränderten Erbgut gewisse Stoffe, die eine Entwicklung von Krebs hemmen. Durch diese Anomalität kann sich der Körper schlechter gegen Tumore wehren, so dass Krebserkrankungen leichter entstehen können. Unter anderem kann sich so Nierenkrebs entwickeln.

Typische Symptome & Anzeichen

Nierenkrebs kann über Wochen, Monate oder sogar Jahre symptomfrei verlaufen. Die ersten Symptome, die auf eine ernste Erkrankung hindeuten, sind stärker werdende Schmerzen im Bereich von Flanke oder Rücken.

Der Urin kann rötlich bis braun verfärbt sein, außerdem kann es zu Harnverhalt und gelegentlich auch zu Inkontinenz kommen. Begleitend dazu treten Allgemeinsymptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie eine allgemeine Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit auf. Außerdem kommt es zu Fieber und nächtlichem Schwitzen.

Bedingt durch die gestörte Verdauung und das anhaltende Krankheitsgefühl stellt sich auch eine Appetitlosigkeit ein. Dann verliert der Patient an Gewicht und erleidet verschiedene Mangelerscheinungen, zum Beispiel Mattigkeit, Schwindel und Gereiztheit. Schließlich bildet sich eine tastbare Geschwulst im Bauchraum. Bei Männern kann es zu einer Varikozele (Hodenkrampfader) kommen.

Wenn der Krebs auf umliegende Regionen übergreift, treten weitere Symptome wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Bewegungsstörungen auf. Schließlich führt der Befall dazu, dass der Patient nicht mehr vernünftig essen kann und schließlich bettlägerig wird. Bei einem negativen Verlauf führt Nierenkrebs zum Tod des Patienten. Können die Karzinome vollständig entfernt werden, sind die Heilungsaussichten dagegen günstig. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen bleiben aber auch dann nötig, weil ein Nierenzellkarzinom noch nach vielen Jahren erneut auftreten kann.

Diagnose & Verlauf

Zur Diagnose von Nierenkrebs ist der Einsatz von bildgebenden Verfahren entscheidend. Eine physische Untersuchung, Blutuntersuchungen sowie Analysen des Urins führen zu keinem sicheren Befund. Aus diesem Grund werden Ultraschalluntersuchungen, Magnetresonanztomographie und Computertomographie herangezogen. Diese Verfahren besitzen die Möglichkeit, eine Unterscheidung zwischen Tumoren und anderen Nierenerkrankungen zu treffen.

Zudem kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel Aufschluss über eine mögliche Krebserkrankung an der Niere geben. Lange Zeit war dafür die Röntgendarstellung der Harnwege (Ausscheidungsurographie) das übliche Verfahren. Heute wird stattdessen die Computertomographie mit Kontrastmittel bevorzugt; sie zeigt zugleich, wie weit sich der Tumor ausgedehnt hat. Eine Gewebeprobe wird beim Nierenkrebs nicht routinemäßig entnommen, sondern nur in bestimmten Situationen, etwa wenn der Befund unklar ist oder eine medikamentöse Behandlung geplant wird. Da es beim Nierenkrebs zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann, ist eine rechtzeitige Erkennung und Behandlung wichtig. So bestehen im frühen Stadium die Heilungschancen bei bis zu 90 Prozent. Hat der Krebs sich jedoch bereits auf andere Organe mit Metastasen ausgebreitet, sinken die Überlebenschancen bei einer Erkrankung an Nierenkrebs je nach Art des Befalls teilweise drastisch.

Komplikationen

Nierenkrebs ruft oft gravierende Komplikationen hervor. So verfügen bösartige Nierentumore über die Eigenschaft, sich via Blut- und Lymphgefäße über den Organismus auszubreiten und andere Körperregionen zu befallen. Eine häufige Folge von Nierenkrebs ist das Auftreten von Metastasen (Tochtergeschwülsten). Von ihnen betroffen sind in erster Linie die Lymphknoten, die Knochen sowie die Lunge. In seltenen Fällen befallen sie auch die Leber oder das Gehirn des Patienten.

Dadurch drohen wiederum lebensgefährliche Komplikationen. Dazu gehören Blutgerinnsel, die Blutgefäße verstopfen oder eine Entzündung der Lungen (Pneumonie). Als besonders gefährlich gelten Blutgerinnsel in Herz, Gehirn und Lunge. Treten plötzlich Atemnot, stechende Brustschmerzen, eine halbseitige Lähmung oder eine Sprachstörung auf, handelt es sich um einen Notfall – dann sollte umgehend der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 verständigt werden. Um solcherlei Folgeerscheinungen entgegenzuwirken, ist eine rasche Behandlung des Nierenkarzinoms überaus wichtig. In den meisten Fällen findet ein chirurgischer Eingriff statt.

Bei größeren Nierentumoren sind Behinderungen des Harnabflusses aus dem Körper möglich. Dies hat wiederum einen Anstau des Urins zur Folge. Bemerkbar macht sich der Urinstau durch Schmerzen und Infektionen. Schlimmstenfalls kommt es zu einem Organversagen.

Komplikationen können bei Nierenkrebs auch bei operativen Therapien auftreten. So besteht das Risiko, dass angrenzende Organe oder Körperstrukturen aufgrund des Eingriffs Schaden erleiden. Mitunter kommt dies im Darm vor. Dabei drohen lebensgefährliche Auswirkungen wie eine Peritonitis (Bauchfellentzündung). Werden Gefäße in Mitleidenschaft gezogen, kann dies Blutungen, Nachblutungen oder Hämatome (Blutergüsse) auslösen. Werden Nerven verletzt, sind wiederum Taubheitsgefühle oder Lähmungen möglich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nierenkrebs ist eine ernste Erkrankung, die ohne Behandlung erst die Nieren empfindlich schädigt, sich dann auf weitere Organe ausdehnt und tödlich endet. Je früher sich der Patient mit dem Verdacht auf Nierenkrebs an einen Arzt wendet, desto schneller kann die Diagnose gesichert und eine dem Schweregrad der Erkrankung angemessene Behandlung in die Wege geleitet werden. Wie bei allen Arten von Krebs ist die Prognose bei Nierenkrebs am besten, je früher er erkannt wird. In den frühen Stadien der Erkrankung ist eine Heilung noch möglich, wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt wurde. Späte Stadien sind hingegen schwieriger zu behandeln und zudem besteht das Risiko, dass der Nierenkrebs bereits gestreut hat und somit auch die Tochtergeschwülste in anderen Organen mitbehandelt werden müssen.

Die Schwierigkeit bei Nierenkrebs besteht wie bei sehr vielen Tumoren darin, dass sich Symptome oft erst in den fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung zeigen und erste Anzeichen nicht als Hinweise auf Nierenkrebs erkannt werden, wenn überhaupt welche auftreten. Eines der ersten Anzeichen sind kleine Blutbeimengungen im Urin, die keine erkennbare Ursache haben und auch nicht unbedingt mit Schmerzen einhergehen müssen. Da es lange dauern kann, bis der Nierenkrebs weitere charakteristische Symptome wie Druckschmerzen oder tastbare Verhärtungen entwickelt, sollte bereits bei Blut im Urin baldmöglichst ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.

Behandlung & Therapie

Wird eine Erkrankung an Nierenkrebs diagnostiziert, wird ein operativer Eingriff vorgenommen. Häufig wird bei der Operation die erkrankte Niere entfernt. Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, dass keine Tumore zurückbleiben.

Lange Zeit wurde deshalb bei jedem Nierentumor die vollständige Entfernung der Niere empfohlen. Heute wird bei kleinen, auf die Niere begrenzten Tumoren stattdessen die nierenerhaltende Teilentfernung bevorzugt: Nur der Tumor samt einem Sicherheitsabstand wird herausgeschnitten, der gesunde Rest der Niere bleibt erhalten. Die Heilungsaussichten sind dabei ebenso gut, die verbleibende Nierenfunktion aber deutlich besser. Die komplette Entfernung der Niere bleibt größeren oder ungünstig gelegenen Tumoren vorbehalten.

Da der menschliche Körper über zwei Nieren verfügt, übernimmt die gesunde Niere die Aufgaben der herausgeschnittenen Niere. Wenn sich der Tumor schon auf weitere Organe ausgestreut hat, kann eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Nierenkrebs spricht auf eine Bestrahlung allerdings nur schlecht an; sie vernichtet die Metastasen im Körper nicht, sondern wird gezielt gegen einzelne Absiedlungen und vor allem gegen Beschwerden eingesetzt.

Ferner können durch die Strahlentherapie im Rahmen der Nierenkrebsbehandlung die typischen Knochenschmerzen gelindert werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit zu einer Immuntherapie mit einem Protein, welches das Zellwachstum reguliert. Dadurch wird das Immunsystem aktiviert, um sich gegen die im Körper befindlichen Tumore zu wehren. Die Wirksamkeit dieser älteren Immuntherapie mit Interferon und Interleukin-2 war bei einer Erkrankung mit Nierenkrebs allerdings begrenzt.

Inzwischen wird der fortgeschrittene Nierenkrebs deshalb anders behandelt. Tragende Säulen sind heute zum einen Tyrosinkinase-Hemmer, die in Tablettenform eingenommen werden und dem Tumor die Blutversorgung entziehen, zum anderen eine neuere Form der Immuntherapie mit sogenannten Checkpoint-Hemmern, die die Bremsen des körpereigenen Abwehrsystems löst. Häufig werden beide Ansätze kombiniert. Damit lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung oft über längere Zeit aufhalten, bei einem Teil der Betroffenen auch deutlich zurückdrängen. Eine vollständige Heilung ist im metastasierten Stadium jedoch selten.

Eine Chemotherapie wird nicht eingesetzt. Der Grund dafür liegt in der fehlenden Wirkung der verwendeten Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie gegen Nierenkrebs.


Aussicht & Prognose

Die Prognose bei Nierenkrebs orientiert sich an der Schwere der Krebserkrankung. Ist der Tumor auf die Niere begrenzt, überleben rund 70 Prozent der Patienten fünf oder mehr Jahre. Noch besser sind die Heilungsaussichten bei kleinen Tumoren. Eine Genesung ist in 90 Prozent der Fälle möglich. Neuere Erhebungen fallen dabei günstiger aus als ältere: Für Tumore, die auf die Niere begrenzt geblieben sind, werden inzwischen Fünf-Jahres-Überlebensraten von über 90 Prozent berichtet. Je früher ein Nierentumor entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten. Ein eigenes Früherkennungsprogramm für Nierenkrebs gibt es allerdings nicht, und die gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen umfassen keine Ultraschalluntersuchung der Nieren; die meisten Nierentumore werden bei Untersuchungen entdeckt, die aus einem ganz anderen Anlass erfolgen. Im Allgemeinen kann Nierenkrebs im Frühstadium gut behandelt werden.

Nierenkrebs im Stadium III oder IV bietet eine schlechte Prognose. Im dritten Stadium liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei lediglich 50 Prozent. Haben sich bereits Metastasen in einem Lymphknoten gebildet, ist die Prognose noch deutlich schlechter. Im Stadium IV liegt die Heilungswahrscheinlichkeit bei fünf bis zehn Prozent. Zudem steigt mit dem Stadium auch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls. Die Prognose stellt der zuständige Facharzt unter Einbeziehung der Schwere der Erkrankung und der Bereitschaft des Patienten, aggressive Therapiemaßnahmen durchführen zu lassen. Zudem spielen auch soziale und finanzielle Faktoren eine Rolle.

Die Lebensqualität ist bei Nierenkrebs nicht zwingend eingeschränkt. Schmerzmittel und eine umfassende Begleitbehandlung zielen darauf ab, das Wohlbefinden des Patienten zu verbessern.

Vorbeugung

Bei Nierenkrebs existieren keine spezifischen Vorbeugungsmaßnahmen. Eine gesunde Lebensweise sowie eine aufmerksame Beobachtung gewisser Körpersignale bieten jedoch einen Schutz gegen Nierenkrebs. So sollte beispielsweise auf fettreiche Nahrung und Rauchen verzichtet werden. Ebenso lohnt es sich, starkes Übergewicht abzubauen und einen erhöhten Blutdruck konsequent behandeln zu lassen – beides zählt neben dem Rauchen zu den wenigen Risikofaktoren, die sich tatsächlich beeinflussen lassen. Schmerzmittel sollten nur in Ausnahmesituationen eingenommen werden. Bei unerklärlichen Rückenschmerzen oder einem blutigen Urin empfiehlt es sich, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um eine mögliche Erkrankung an Nierenkrebs abzuklären.

Nachsorge

Meist sprechen Arzt und Patient noch vor dem Ende der Ersttherapie über die Nachsorge. Dabei werden der Ort und Rhythmus der Untersuchungen bestimmt. Grundsätzlich finden die Termine im ersten Jahr mindestens quartalsweise statt. Anschließend erweitert sich der Abstand. Nach jahrelanger Beschwerdefreiheit reicht eine jährliche Kontrolle aus.

Ein wichtiges Thema der Nachsorge bildet die Eingliederung in den Alltag. Eine Reha-Maßnahme, bei der Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen zur Verfügung stehen, erleichtert den Weg ins ursprüngliche Leben. Patienten können dort zum Beispiel auch medikamentös eingestellt werden, um schmerzfrei zu leben.

Im Rahmen der Nachsorge überprüfen Ärzte, ob der Nierenkrebs erneut entstanden ist. Hierbei handelt es sich um eine nicht unwahrscheinliche Folge. Durch eine Diagnose im Frühstadium versprechen sich Ärzte die besten Behandlungsoptionen. Eine Nachsorgeuntersuchung besteht aus einem Gespräch über vorhandene Beschwerden. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung.

Der Arzt veranlasst zudem bildgebende Verfahren sowie Urin- und Blutanalysen. Diese Form der Nachsorge erweitert sich, wenn durch einen Eingriff weitere Folgeerkrankungen entstanden sind. Ein ständig erhöhter Blutdruck lässt sich etwa über Medikamente senken. Entstehen seelische Belastungen aus dem Nierenkrebs, kann zum Beispiel eine Psychotherapie Unterstützung bieten.

Das können Sie selbst tun

Patienten, die eine Krebsdiagnose erhalten, müssen in den meisten Fällen den anfänglichen Schock der Erkrankung verarbeiten. Häufig können sie in den ersten Tagen nach der Feststellung der Krankheit keinen klaren Gedanken fassen. Wichtig ist ein offener und ehrlicher Austausch mit dem behandelnden Arzt. Fragen sollten notiert und bei dem nächsten Arztbesuch besprochen werden. Es ist ratsam, die Therapie- und Behandlungsanweisungen zu befolgen. Unmittelbar nach der Operation sind schwere körperliche Anstrengungen zu vermeiden, damit die Wundheilung nicht gestört wird. Früher wurde Krebskranken darüber hinaus generell zur Schonung geraten. Heute wird stattdessen eine an die eigene Belastbarkeit angepasste, regelmäßige Bewegung empfohlen: Sie mindert die Erschöpfung während und nach der Therapie und verbessert die Lebensqualität. Welches Ausmaß im Einzelfall sinnvoll ist, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Krebspatienten können eine besondere Ernährungsform ausprobieren. Sie fördert eine gesunde Nahrungsaufnahme und ist auf Erkenntnissen der Krebsforschung aufgebaut. Zudem helfen mentale Techniken, um eine kognitive Entlastung zu erfahren. Über Meditation, Yoga oder autogenes Training kann eine innere Balance hergestellt und Stress abgebaut werden.

Der Austausch mit anderen Erkrankten über Selbsthilfegruppen oder in Internetforen kann hilfreiche Tipps und Hinweise zum Umgang mit der Erkrankung bringen. Für ein psychisches Gleichgewicht kann die Kommunikation über die vorhandenen Ängste, Bedenken oder Folgen des Nierenkrebses wichtig sein. Gespräche mit Vertrauenspersonen sind zu empfehlen.

Die Zufuhr von Schad- und Giftstoffen ist zu unterlassen. Der Konsum von Alkohol, Nikotin oder Drogen wirkt sich negativ auf die allgemeine Gesundheit aus und schwächt das Immunsystem zusätzlich. Eine gute Schlafhygiene, ausreichende Bewegung und Sauerstoff unterstützen hingegen die Abwehrkräfte.

Quellen

  • Rübben, H. (Hrsg.): Uroonkologie.
    ISBN: 9783662598597
  • Michel, M. S., Thüroff, J. W., Janetschek, G., Wirth, M. (Hrsg.): Die Urologie.
    ISBN: 9783662634011
  • Schmelz, H.-U., Sparwasser, C., Ruf, C., Nestler, T.: Facharztwissen Urologie.
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  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
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  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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